Michael1966
Neues Mitglied
Moin zusammen,
nach etlichem Lesen hier auf der Seite habe ich mich nun auch angemeldet.
Erst mal kurz zu mir:
Ich bin 52, männlich und habe letzte Woche Donnerstag die Diagnose "Seropositive Rheumatoide Arthritis" bekommen. Und nun sind natürlich jede Menge Fragen da, die ein niemand beantwortet. Welcher Arzt nimmt sich denn noch die Zeit? Meine neue Hausärztin versucht es ja, aber auch Ihre Zeit ist begrenzt.
Aber mal kurz zur Geschichte:
Seid einem Jahr hab ich nen dicken Finger an der rechten Hand. Hat keine Probleme gemacht. Auch nicht bei der Arbeit. Muss mal schrauben mal am PC arbeiten. (fifty-fifty) Seid November letzten Jahres dann plötzlich fängt der an zu mucken. Naja, geh ich mal zum Orthopäden. Hausarzt hatte ich nicht, bin bisher nie im Leben krank gewesen. Erst mal Röntgen dann rein zum Doc. Der schaut kurz aufs Bild und meint gleich "Wir untersuchen mal das Blut auf Rheuma". hab mir nichts dabei gedacht.
Kurz und gut: Entzündungswerte waren normal, RF leicht erhöht, CCP AK bei 153.
Überweisung zum Internistischen Rheumatologen.
Im Dezember ging es dann richtig los. Abgeschlagen, müde, fertig. plötzlich fangen die Gelenke an rum zu spinnen. Alle Finger, Handgelenke, Füße, Schultern, Spunggelenke. Nur noch Schmerzen. (hatte aber nur leichte Schwellungen am Fuss und teilweise an den Fingern die auch wieder von allein zurück gegangen sind) Weihnachten konnte ich mir dann nicht mal mehr die Schuhe allein zubinden.
Januar dann Hausarzt gesucht und krank geschrieben. Sie meinte abwarten was der Rheumadoc raus findet. Und auf Ibu600, 4x täglich gesetzt.
Und nun versuch mal nen Termin beim Rheuma Doc hier in Hamburg zu bekommen! Ha Ha. Mit viel Glück bin ich zur Früherkennung im Januar im Strunseehaus dran gekommen.
Der Doc hat sich dann echt viel Zeit zur Untersuchung genommen. War über ne Stunde bei Ihm drin. Hat dann noch Ultraschall auf allen Gelenken gemacht, Blut wurde abgenommen und zum Abschied meinte er "Blutwerte abwarten und machen Sie sich keine Sorgen. Das lässt sich heute sehr gut behandeln."
Alarmsirenen gingen an bei mir! Sche… dachte ich nur noch.
Und zur Arbeit bin ich dann auch wieder. Chef hat mich breit geschlagen. Hätte ich das bloß nicht gemacht. Mehr wie ein halber Tag war nicht drin. Schön mein Überstundenkonto abgebaut.
Und dann kam letzte Woche die Diagnose. Rummmms
Obwohl ich ja nichts positives erwarten konnte hat mich das ganz schön umgehauen.
Dazu kommt jetzt noch ein Raynaud Syndrom an allen Fingern und Verdacht auf Sicca Syndrom in den Augen.
Irgendwie hatte ich mir das anders vorgestellt.
Die Werte jetzt: CRP und BSG normal, RF jetzt negativ, CCP AK jetzt bei > 500, Leukozyten und Thrombozyten erhöht
Und jetzt kommen meine ersten Fragen:
Wieso sind die CCP AK so stark angestiegen? Im Netzt habe ich gelesen das sie sich eigentlich nicht groß verändern und das sie nicht mit der Aktivität der RA korrelieren.
Was muss ich mir darunter vorstellen wenn es heißt seropositive RA ist im Verlauf schwerwiegender? Hier bei Rheuma Online habe ich einen Artikel über Erwerbsunfähikeit bei RA gelesen. Die Zahlen haben mir Angst gemacht. Ich wollte eigentlich noch 12 - 13 Jahre schaffen und dann ab in die reguläre Rente. Mit meiner Lebensgefährtin haben wir schon Pläne gemacht. Reisen usw. Kann man das jetzt ad acta legen?
Können Entzündungen vorliegen obwohl CRP und BSG normal sind? Hat das vielleicht was mit den Leukos und Thrombos zu tun? Irgendwie muss der Doc ja drauf kommen.
Was haben die Augen mit Rheuma zu tun? Verwirrung pur.
Naja, erste Therapie habe ich gestern begonnen. Prednisolonstoß, Anfangsdosis 50mg --> dann alle 2 Tage runter 40, 30, 20, 10, 1Woche 7,5 und dann auf Dauer 5mg.
Im April wieder zum Rheumadoc. Dann soll entschieden werden ob ein Immunsuppressivum addiert werden muss. Ich geh mal davon aus das es sich dabei um das "gefürchtete" MTX handeln wird.
Und wenn ich das addieren richtig definiere wird das Cortison wohl "Dauergast" werden.
Vertragen hab ich das Prednisolon bisher gut. Nur meine Augen brennen ganz schön heftig. Sind das Nebenwirkungen?
Und, oh Wunder seit heute nachmittag bin ich nicht mehr ganz so abgeschlagen. Nur die Gelenke schmerzen noch ganz schön heftig. Gehen die Schmerzen auch durch das Cortison weg? Was habt Ihr mit dem Zeug erlebt?
Und krank geschrieben bin ich natürlich auch wieder. Meine Hausärztin meinte das sie die im 2 Wochen Rhythmus verlängern wird und ich soll mich auf eine längere Zeit einstellen. Sie sagt mir rechtzeitig Bescheid wenn ich Krankengeld beantragen muss.
Wann wart Ihr so weit das ihr wieder arbeiten konntet? Konntet Ihr wieder voll zurück in den Beruf? Meine größten Ängste! Die Arbeit ist ja meine Existenzgrundlage und Spaß macht sie auch.
Mein Chef ruft 3x am Tag an und fragt schon wann ich wieder komm. Aber diesmal bleib ich eisern.
Naja, positiv denken! Hinfallen, aufstehen, Krönchen richten, weiter laufen!
Ich hab wohl noch viel Glück gehab, das es so früh erkannt wurde. Kein jahrelanges Ärztehopping. Bin einfach gleich an die richtigen gekommen. Vielen Dank an meinen Orthopäden!
Aber Schiss vor der Zukunft ist trotzdem da.
Ich würde mich freuen wenn Ihr ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern könnt. Wie habt Ihr die Diagnose verarbeitet? Was habt Ihr mit der Krankheit im Laufe der Zeit erlebt?
Und das schreiben hat mir einfach gut getan. Ist zwar etwas lang geworden, aber naja, ich hab ja Zeit!
Schönen Gruß aus Hamburg
Michael
nach etlichem Lesen hier auf der Seite habe ich mich nun auch angemeldet.
Erst mal kurz zu mir:
Ich bin 52, männlich und habe letzte Woche Donnerstag die Diagnose "Seropositive Rheumatoide Arthritis" bekommen. Und nun sind natürlich jede Menge Fragen da, die ein niemand beantwortet. Welcher Arzt nimmt sich denn noch die Zeit? Meine neue Hausärztin versucht es ja, aber auch Ihre Zeit ist begrenzt.
Aber mal kurz zur Geschichte:
Seid einem Jahr hab ich nen dicken Finger an der rechten Hand. Hat keine Probleme gemacht. Auch nicht bei der Arbeit. Muss mal schrauben mal am PC arbeiten. (fifty-fifty) Seid November letzten Jahres dann plötzlich fängt der an zu mucken. Naja, geh ich mal zum Orthopäden. Hausarzt hatte ich nicht, bin bisher nie im Leben krank gewesen. Erst mal Röntgen dann rein zum Doc. Der schaut kurz aufs Bild und meint gleich "Wir untersuchen mal das Blut auf Rheuma". hab mir nichts dabei gedacht.
Kurz und gut: Entzündungswerte waren normal, RF leicht erhöht, CCP AK bei 153.
Überweisung zum Internistischen Rheumatologen.
Im Dezember ging es dann richtig los. Abgeschlagen, müde, fertig. plötzlich fangen die Gelenke an rum zu spinnen. Alle Finger, Handgelenke, Füße, Schultern, Spunggelenke. Nur noch Schmerzen. (hatte aber nur leichte Schwellungen am Fuss und teilweise an den Fingern die auch wieder von allein zurück gegangen sind) Weihnachten konnte ich mir dann nicht mal mehr die Schuhe allein zubinden.
Januar dann Hausarzt gesucht und krank geschrieben. Sie meinte abwarten was der Rheumadoc raus findet. Und auf Ibu600, 4x täglich gesetzt.
Und nun versuch mal nen Termin beim Rheuma Doc hier in Hamburg zu bekommen! Ha Ha. Mit viel Glück bin ich zur Früherkennung im Januar im Strunseehaus dran gekommen.
Der Doc hat sich dann echt viel Zeit zur Untersuchung genommen. War über ne Stunde bei Ihm drin. Hat dann noch Ultraschall auf allen Gelenken gemacht, Blut wurde abgenommen und zum Abschied meinte er "Blutwerte abwarten und machen Sie sich keine Sorgen. Das lässt sich heute sehr gut behandeln."
Alarmsirenen gingen an bei mir! Sche… dachte ich nur noch.
Und zur Arbeit bin ich dann auch wieder. Chef hat mich breit geschlagen. Hätte ich das bloß nicht gemacht. Mehr wie ein halber Tag war nicht drin. Schön mein Überstundenkonto abgebaut.
Und dann kam letzte Woche die Diagnose. Rummmms
Obwohl ich ja nichts positives erwarten konnte hat mich das ganz schön umgehauen.
Dazu kommt jetzt noch ein Raynaud Syndrom an allen Fingern und Verdacht auf Sicca Syndrom in den Augen.
Irgendwie hatte ich mir das anders vorgestellt.
Die Werte jetzt: CRP und BSG normal, RF jetzt negativ, CCP AK jetzt bei > 500, Leukozyten und Thrombozyten erhöht
Und jetzt kommen meine ersten Fragen:
Wieso sind die CCP AK so stark angestiegen? Im Netzt habe ich gelesen das sie sich eigentlich nicht groß verändern und das sie nicht mit der Aktivität der RA korrelieren.
Was muss ich mir darunter vorstellen wenn es heißt seropositive RA ist im Verlauf schwerwiegender? Hier bei Rheuma Online habe ich einen Artikel über Erwerbsunfähikeit bei RA gelesen. Die Zahlen haben mir Angst gemacht. Ich wollte eigentlich noch 12 - 13 Jahre schaffen und dann ab in die reguläre Rente. Mit meiner Lebensgefährtin haben wir schon Pläne gemacht. Reisen usw. Kann man das jetzt ad acta legen?
Können Entzündungen vorliegen obwohl CRP und BSG normal sind? Hat das vielleicht was mit den Leukos und Thrombos zu tun? Irgendwie muss der Doc ja drauf kommen.
Was haben die Augen mit Rheuma zu tun? Verwirrung pur.
Naja, erste Therapie habe ich gestern begonnen. Prednisolonstoß, Anfangsdosis 50mg --> dann alle 2 Tage runter 40, 30, 20, 10, 1Woche 7,5 und dann auf Dauer 5mg.
Im April wieder zum Rheumadoc. Dann soll entschieden werden ob ein Immunsuppressivum addiert werden muss. Ich geh mal davon aus das es sich dabei um das "gefürchtete" MTX handeln wird.
Und wenn ich das addieren richtig definiere wird das Cortison wohl "Dauergast" werden.
Vertragen hab ich das Prednisolon bisher gut. Nur meine Augen brennen ganz schön heftig. Sind das Nebenwirkungen?
Und, oh Wunder seit heute nachmittag bin ich nicht mehr ganz so abgeschlagen. Nur die Gelenke schmerzen noch ganz schön heftig. Gehen die Schmerzen auch durch das Cortison weg? Was habt Ihr mit dem Zeug erlebt?
Und krank geschrieben bin ich natürlich auch wieder. Meine Hausärztin meinte das sie die im 2 Wochen Rhythmus verlängern wird und ich soll mich auf eine längere Zeit einstellen. Sie sagt mir rechtzeitig Bescheid wenn ich Krankengeld beantragen muss.
Wann wart Ihr so weit das ihr wieder arbeiten konntet? Konntet Ihr wieder voll zurück in den Beruf? Meine größten Ängste! Die Arbeit ist ja meine Existenzgrundlage und Spaß macht sie auch.
Mein Chef ruft 3x am Tag an und fragt schon wann ich wieder komm. Aber diesmal bleib ich eisern.
Naja, positiv denken! Hinfallen, aufstehen, Krönchen richten, weiter laufen!
Ich hab wohl noch viel Glück gehab, das es so früh erkannt wurde. Kein jahrelanges Ärztehopping. Bin einfach gleich an die richtigen gekommen. Vielen Dank an meinen Orthopäden!
Aber Schiss vor der Zukunft ist trotzdem da.
Ich würde mich freuen wenn Ihr ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern könnt. Wie habt Ihr die Diagnose verarbeitet? Was habt Ihr mit der Krankheit im Laufe der Zeit erlebt?
Und das schreiben hat mir einfach gut getan. Ist zwar etwas lang geworden, aber naja, ich hab ja Zeit!
Schönen Gruß aus Hamburg
Michael