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neu mit Fragen zu Yersinien und V.a. Instabilität obere HWS

Dieses Thema im Forum "Ich bin neu!" wurde erstellt von hws_und_co, 23. November 2012.

  1. hws_und_co

    hws_und_co Registrierter Benutzer

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    Hallo allerseits,

    ich bin neu hier und weiß auch noch gar nicht, ob ich bei Euch richtig bin. Aber ich habe ein paar Fragen zu Erkrankungen aus dem rheumatoiden Formenkreis und freue mich, wenn ich Eure gesammelte Erfahrung dazu hören kann. :)

    Kurz zu mir: Ich habe schon lange Beschwerden, die ich als von meiner Halswirbelsäule ausgehend erlebe. Nachdem es besonders schlimm war mit einem starken Gefühl von Instabilität (ich konnte meinen Kopf kaum halten) und diversen Symptomen, die sich gar nicht gut angefühlt haben, wurde der Verdacht auf eine Instabilität im Kopfgelenksbereich gestellt. Diese Vermutung habe ich persönlich schon lange; eine Asymmetrie in dem Bereich ist schon seit einigen Jahren bekannt; diesem Befund wurde aber in der Vergangenheit von ärztlicher Seite nicht viel Bedeutung zugemessen. Nun soll ein funktionelles MRT stattfinden, was aber gesondert bei der Kasse beantragt werden muss und daher noch dauert.

    Ich vermute, dass die HWS-Geschichte bei mir mit einem Sturz in der Kindheit begann (da fingen nämlich auch die ersten Symptome an). Allerdings werden die Symptome inzwischen immer mehr.

    Nun frage ich mich, ob ggf. zusätzlich eine Abklärung bei einem Rheumatologen sinnvoll wäre. Schmerzen habe ich immer wieder v.a. in zentralen Gelenken (Wirbelsäule, Kopfgelenke, Schultern, Hüfte); eigentlich nicht in Händen, Knien und Füßen.

    Wie komme ich darauf, dass die Abklärung ggf. sinnvoll sein könnte?

    In einem alten Arztbericht habe ich einen Hinweis auf Yersinien gefunden (YEEA 12 U/ml, YERA negativ, YERG positiv, Yersinia-AK IgG 28,5 U/ml (Referenzwert <20,0), Yersinia-AK IgM 10,5 U/ml). Ob da der IgA-Wert dabei ist, kann ich nicht erkennen. IgG weist ja meines Wissens nach auf eine vergangene oder chronische Infektion hin. Die Werte wurden in Zusammenhang mit einem Verdacht auf beginnenden Morbus Crohn genommen, der weder bestätigt noch ausgeschlossen werden konnte.

    Außerdem ist in letzter Zeit mein TSH-Wert erhöht; eine weitere Abklärung findet statt. Da T3 und T4 normal sind, vermute ich wenn dann eine Hashimoto-Thyreoidis, also auch eine Autoimmun-Geschichte. Aber das sind bisher nur Vermutungen.

    Generell könnte ich mir vorstellen (wilde Laienhypothesen, Vorsicht! ;)), dass zum einen eine rheumatische Erkrankung eine Instabilität der Kopfgelenke zusätzlich negativ beeinflussen könnte. Umgekehrt könnte ich mir vorstellen, dass wiederholtes Reiben der Gelenke wegen einer bestehenden Instabilität Entzündungen begünstigt.

    Aktuell wird erstmals der BSG-Wert bestimmt. CRP ist aktuell sehr niedrig (<1).

    Außerdem lasse ich einige Werte in Sachen nitrosativer Stress bestimmen. Das ist zwar außerhalb der Schulmedizin, doch einige Unis forschen inzwischen zu dem Thema und potentiell kann die Theorie des nitrosativen Stresses auf biochemischer Ebene Erklärungen für viele bisher unerklärbare Krankheiten liefern. In diesem Rahmen lasse ich Citrullin im Urin, Nitrophenylessigsäure im Urin, Methylmalonsäure im Urin und Nitrotyrosin im Blut bestimmen. Auch von dieser Seite her bin ich über das Thema Rheuma gestolpert, denn citrullinierte Peptide in entzündeten Gelenken sind ja ein Rheumamarker, wenn ich das richtig gelesen habe. Inwiefern aber Rückschlüsse vom Citrullin im Urin darauf möglich sind, ist mir nicht bekannt und im Moment auch deutlich zu komplex, um es nachzuvollziehen.

    So, das war ein langes erstes Posting. :) Ich bin gespannt auf Eure Kommentare und Ideen dazu.

    Noch zwei konkrete Fragen zum Schluß:

    - Welches weitere Vorgehen würdet Ihr mir empfehlen?
    - Welche Therapieansätze gibt es? Welche Rolle spielt dabei Cortison - kann darauf verzichtet werden?

    Ich verstehe die Antworten natürlich nicht als Diagnose o.ä., sondern als Tipps und Anregungen, anhand derer ich mich weiter informieren kann.

    Danke schon mal!

    Viele Grüße,

    hws
     
  2. Nachtigall

    Nachtigall Aktives Mitglied

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    Hallo hws,
    erst mal herzlich willkommen hier im Forum! :vb_cool:

    Deine Beschwerden könnten schon in Richtung Rheuma gehen, es gibt rheumatische Erkrankungen wie z. B. die Spondylarthritis (= Wirbelsäulenrheuma), die an der Wirbelsäule entsteht und sich ausbreiten kann. Deshalb wäre eine Abklärung durch einen Rheumatologen - auch anhand von bildgebenden Untersuchungen - sehr empfehlenswert. Gerade diese Rheumaform ist "seronegativ", also gibt es keine oder nur minimale Anzeichen im Blut.

    Es könnte natürlich auch was anderes dahinterstecken, es muss kein Rheuma sein, die Ärzte müssten mehrere Erkrankungen in Betracht ziehen. Eine Asymmetrie der HWS kann durch Fehlbelastung Arthose verursachen, diese kann auch zeitweise entzündlich reagieren.
    Cortison hilft nur bei Entzündungen, man könnte es durchaus ausprobieren, das liegt im Ermessen des Arztes.
    Einee
    Einer medikamentösen Therapie sollte eine Diagnose zugrundeliegen. Man kann auch sehr gut mit physikalischen Therapien weiterhelfen, z. B. Krankengymnastik oder Manuelle Therapie.
    Das war's, was ich dir dazu sagen kann. Du wirst sicherlich noch mehrere Meinungen hören.
    Alles Gute!
     
  3. hws_und_co

    hws_und_co Registrierter Benutzer

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    Hallo Nachtigall!

    Jippieh, eine Antwort! Danke für die nette Begrüßung und Deine Infos. :)

    Ich hatte schon Sorge, dass ich mit zu spezifischen Fragen eingestiegen bin und sich womöglich niemand rantraut, mir zu antworten... ;) Ich bin aber grundsätzlich mit meinen Fragen unter "Ich bin neu!" schon erst mal richtig, oder?

    Danke für den Hinweis, dass gerade die Spondylarthritis seronegativ ist, es ist gut, das im Kopf zu behalten. Verstehe ich das richtig, dass es wirklich sein kann, dass es keinerlei Anzeichen im Blutbild gibt - CRP, BSG, Rheumafaktoren, alles normal? Und aus reiner Neugierde: Weiß man eigentlich, warum das so ist?

    Welche bildgebenden Untersuchungen finden denn üblicherweise im Rahmen einer Rheumadiagnostik statt? Und: Wie macht sich denn ein akuter Rheumaschub bemerkbar - kann das ganz unterschiedlich sein, oder gibt es da Gemeinsamkeiten?

    Vielen Dank auch für den Hinweis auf die Zusammenhänge zwischen Fehlbelastung und Arthrose. Ich hatte so etwas vermutet - das ist also allgemeines medizinisches Wissen? Oder zumindest etabliertes Wissen erfahrener Rheumatologen? Arthrose würde doch auch ins Fachgebiet eines Rheumatologen fallen, oder?

    Vielen Dank für alles Mitdenken und Antworten! Das Themengebiet rund ums Rheuma ist ganz schön komplex und da stellen sich vor allem am Anfang eine Menge Fragen...

    Viele Grüße,

    hws
     
    #3 25. November 2012
    Zuletzt bearbeitet: 27. November 2012
  4. Ducky

    Ducky Aktives Mitglied

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    hallo hws,

    seronegativ heißt lediglich, dass der rheumafaktor im normbereich ist.
    jedoch finden sich oftmals, zum beispiel bei der psoriasis arthritis auch keine entzündungszeichen im blut.

    ich habe kein rheuma aber eine massive instabilität der gelenke (andere grunderkrankung) durch die instabilitätund er , ich nenne es mal beanspruchung, des umliegenden gewebes es auszugleichen, kommt es bei mir auch zu entzündungen vor allem der weichteile.
    diese sind bei mir meist auch im blut zu sehen.
    werde deswegen unter anderem mit cortsion behandelt
     
  5. hws_und_co

    hws_und_co Registrierter Benutzer

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    Hallo Ducky,

    danke für Deine Antwort. Ist nicht so einfach mit einem Verdacht auf Instabilität - ich habe den Eindruck, dass nur sehr wenige Ärzte überhaupt ein Auge für so was haben. Da hab ich inzwischen wirklich Glück mit meinem Arzt. :)

    Die Frage nach Therapieoptionen ist dann allerdings die nächste Schwierigkeit...Wie machen sich bei Dir denn die Entzündungen der Weichteile bemerkbar? Schwellungen, Fieber, Schmerzen?

    Viele Grüße und alles Gute Dir,

    hws

    P.S: Jetzt bin ich gespannt, ob der Beitrag diesmal mit den richtigen Zeilenumbrüchen angezeigt wird. Wenn nicht, liegt es vielleicht am Browser? Meinen letzten Beitrag hat`s ja auch zusammengeschnurzelt...
     
    #5 25. November 2012
    Zuletzt bearbeitet: 27. November 2012
  6. Nachtigall

    Nachtigall Aktives Mitglied

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  7. hws_und_co

    hws_und_co Registrierter Benutzer

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    Hallo Nachtigall,

    vielen Dank für den Hinweis und den Link. Ich habe heute die Überlegung, zum Rheumatologen zu gehen, mit meinem Orthopäden besprochen. Er meinte, er gibt mir gerne eine Überweisung, sagt aber auch dazu, dass seiner Erfahrung nach gute Rheumatologen Wartezeiten von ca. 6 Monaten hätten. Kurze Wartezeit sei verdächtig. :)

    Ich habe gerade sowieso noch andere Dinge abzuklären, aber ich werde mich auf jeden Fall mal informieren und bei den Rheumatologen in meiner Nähe umhören. Wie oft geht man denn üblicherweise zu einem Rheumatologen? Ist es sinnvoll, dass der Rheumatologe möglichst wohnortnah ist, oder würde es sich durchaus lohnen, eine weitere Anfahrt zu einem mehrmals empfohlenen Rheumatologen in Betracht zu ziehen?

    Viele Grüße,

    hws
     
    #7 26. November 2012
    Zuletzt bearbeitet: 27. November 2012
  8. Nachtigall

    Nachtigall Aktives Mitglied

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    Hallo hws,
    ich habe das Glück, in meinem Heimatort, wo ich aufgewachsen bin, nur 17 km von mir entfernt, eine super Rheumatologin gefunden zu haben. (Sie hat bei Neuzugängen eine Wartezeit von 3 - 4 Monaten.) Nur hat sie schon das Rentenalter, und wenn sie mal aufhört, muss ich auch suchen. Ich muss alle 3 - 6 Monate in die Sprechstunde kommen, außer es wäre was Besonderes, dann soll ich mich sofort melden.

    Kann schon sein, dass dein Orthopäde ein bisschen recht hat mit der Aussage, das kurze Wartezeiten verdächtig sind. Ich hatte mal so ein "Glück" mit einem Neurologen, zu dem ich mit meiner Tochter hinging, um ihre schlimmen Kopfschmerzen abzuklären. Der war so ein Ekel, dass ich sagte, einmal und nie wieder. Deshalb hatte er eine so kurze Wartezeit und wenig Leute im Wartezimmer.
    Kurze Wartezeiten hat man bei den meisten Fachärzten nur als Privatpatient oder wenn sich der überweisende Arzt drum kümmert.

    Zu deiner Frage: Lieber ein guter Rheumatologe, der 100 km entfernt ist als ein schlechter im selben Wohnort. Du kannst ja hier mal - vielleicht nicht gerade im Vorstellungsthread - deine PLZ bzw. deinen ungefähren Wohnort angeben und nach guten Rheumatologen fragen. Mundpropaganda ist oft die beste.
     
  9. hws_und_co

    hws_und_co Registrierter Benutzer

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    Hallo Nachtigall,

    danke für den Tipp. Wenn ich den Radius auf 100km erweitere, dann liegt da ein dreifach empfohlener Rheumatologe von der Liste drin. Das wäre zumindest für die Diagnosestellung vermutlich keine schlechte Idee. :) Es ist ein bißchen schade, dass in der Liste keine Kommentare möglich sind - ich finde, das sagt einfach noch mal mehr aus als die tabellarische Erfassung. Wobei die für den Überblick natürlich super ist.

    Übrigens hatte ich letzte Woche in der Praxis angerufen, in der ich damals, vor ein paar Jahren, positiv auf Yersinien getestet wurde, weil ich noch Fragen zu den Ergebnissen hatte. Diese Woche kam der Rückruf: Da wäre noch ein Bluttest notwendig, und mir wurde gleich ein Termin gegeben.

    Fazit: Selber wissen und selber kümmern ist gesund. Wenn ich nicht nachgefragt hätte, wäre da mit Sicherheit nichts mehr passiert. Das muss denen wohl damals rausgegangen sein.

    Viele Grüße,
    hws