Nicht zu gutgläubig sein - ist meine Erfahrung!
Danke, Anke, es stimmt natürlich, dass jeder Organismus (in gewissen Grenzen) anders reagieren kann. Ich waren vor allzu shcneller Gutgläubigkeit!
Ich habe versucht, meine Erfahrungen sowie mein jetziges End-Desaster aus zwei Jahren Therapie mit MTX und Basismedikationen wiederzugeben. Z. Zt. sind die Beschwerden ohne Medikamente ziemlich heftig (etwa im Durchschnitt doppelt so stark wie unter Medikation mit MTX usw., aber sie waren nie beseitigt durch MTX und Konsorten!!!); ich nehme als Schmerzmittel aber nur noch Dolormin extra (und säurehemmende Magenmedikamente. Was ich auch mit meinem Beitrag bezwecke: Ich möchte einfach alle LeidensgenossenInnen warnen vor zu viel „Gutgläubigkeit“ in die Therapien – nicht mehr und nicht weniger. Man muss selbst abwägen. Hätte ich persönlich genau gewusst, dass die Wahrscheinlichkeit für Herpes Zoster und die schwierig zu beherrschenden Folgeprobleme (Augenbefall, Nervenbefall durch Viren) bei meiner Altersgruppe zu 50 % besteht (das hat ein Hamburger Arzt kürzlich publiziert), hätte ich niemals MTX genommen! Jetzt sind meine Augen als Folgewirkung zusätzlich in Gefahr sowie auch noch diffuse Nervenschmerzen als Folgewirkung des Herpes Zoster aufgetreten. Zwar konnte ich durch MTX besser laufen, aber was nützt es denn, wenn man (irgendwann) als Folgeerscheinung nichts mehr sehen kann?? Sicher ist jeder Körper anders und auch jede Symptomatik in der Schwere usw. differenziert zu sehen – es mag mit Sicherheit auch das Lebensalter eine Rolle spielen bei rheumatoider Arthritis (RA) und den folgenden immunologischen Problemen. Ich finde es vom Ansatz her schon extrem abwegig, RA als Autoimmunerkrankung damit zu bekämpfen, dass (im Endeffekt) das komplette Immunsystem heruntergedrückt wird und damit die gesamte Lebensbasis des Organismus vorhersehbar geschädigt wird (Anfälligkeit für Infekte usw. extrem groß!). Aber noch etwas ist mir aufgefallen: Meines Erachtens wird die Forschung im Bereich RA nur schwach betrieben. Die Pharmaindustrie begnügt sich anscheinend damit, die „Hammer“-Medikamente unters Volk zu bringen. Das ist, stark vereinfacht, doch so, als wenn jemand, der Kopfschmerzen hat, sich mit einem Hammer auf den Schädel schlägt – dann ist der Schädel zwar hin, aber er hat auch keine Kopfschmerzen mehr. Toller Therapieerfolg bezogen auf die Beseitigung von Kopfschmerzen!! - oder? Aber im Ernst: Man wünschte sich als Betroffener, dass wenigstens ein paar Millionen aus AIDS-Sammlungen abgezweigt würden. Doch fragt man sich als jemand, der völlig unverschuldet in ein solches RA-Krankheitsdesaster kommt, warum spektakuläre Krankheiten wie AIDS forschungsmäßig mit viel höheren Summen ausgestattet werden. Ein Teil der AIDS-Betroffenen – was sie selbst zugeben – ist durch extrem perversen Lebenswandel selbst Schuld an dieser Krankheit – wir RA-Betroffenen sind dies aber eindeutig nicht. Damit will ich keinesfalls Menschen, die an AIDS erkrankt sind, pauschal in Misskredit bringen, um dies gleich gegenüber Kritikern klar zu stellen. Viele AIDS-Kranke (vor allem Kinder) sind durch schlimme Umstände (Eltern z. B. aidsinfiziert, die setzen unverantwortlich dann Kinder in die Welt) erkrankt und ebenso unschuldig und bedürfen der Hilfe!
Auch noch eine kleine Anekdote, die beweist, wie uninformiert Ärzte und Pflegepersonal in Kliniken sein können (nicht überall – wohlgemerkt – es gibt sicher rühmliche Ausnahmen!).
Ich bekam stationär tgl. etwa acht Infusionen, die jeweils an eine Venenbraunüle angeschlossen wurden. Das Setzen einer Braunüle ist für viele Ärzte schon ein „Brief mit sieben Siegeln“, da werden Venen durchstoßen usw., es wird an Braunülen gezogen, wenn diese mal wieder verstopft sind usw. Für MTX-Konsumenten mit zwangsläufig ja heruntergefahrenem Immunsystem besteht bei Unsauberkeit – gerade im Zusammenhang mit dem Braunüle-Setzen - immer die Gefahr einer (manchmal schwer beherrschbaren und deshalb tödlichen) Sepsis, z. B. durch krankenhaustypische Eiterbakterien an Fingern oder Geräten. Diese Zusammenhänge wurden z. B. bei mir völlig verharmlost, ich habe massiv einwirken müssen, dass man genügend antiseptisch vorging, um mich nicht weiter zu schädigen. Natürlich sind durch unakurates Setzen der Braunülen bedingte Venenentzündungen (schmerzhaft und langwierig!) gleichzeitige Folge bei mir gewesen. Das ist aber ganz normal. Ein Teufelskreis aus Unwissenheit und handwerklicher Unfähigkeit in Krankenhäusern. Dies alles einmal so zum Nachdenken – schaut Euren Therapeuten gewaltig auf die Finger und glaubt nicht alles, was so erzählt wird – und wehrt Euch!!!