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Nachteilsausgleich - Schulfahrten

Dieses Thema im Forum "Kinder- und Jugendrheuma" wurde erstellt von silas, 17. November 2015.

  1. silas

    silas Neues Mitglied

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    Hallo zusammen,
    mich würde interessieren, ob irgendjemand Erfahrungen mit der Beantragung von Nachteilsausgleichen hat. Wir haben nämlich folgendes Problem: Die Klasse unseres Sohnes geht demnächst regelmäßig schwimmen. Die Schwimmhalle ist aber am anderen Ende der Stadt, also über 2 km Fußweg. Das ist für Sohnemann momentan nicht zu schaffen, zumal er neben dem Rheuma eine Fußnekrose hat und Unterarmgehstützen benutzt, um große Belastungen zu vermeiden und seine Schmerzen so etwas abzumildern. Sein Lehrer hatte anfangs spontan angeboten, ihn im Auto mitzunehmen, bis klar wurde, dass die Klasse (5) ja von irgendwem zur Schwimmhalle begleitet werden muss!?! Deshalb stehen wir nun vor der Frage, wie Sohnemann möglichst schmerzfrei zur Schwimmhalle kommt. Da schwimmen das Einzige ist, was er momentan machen darf, möchten wir ihm das gerne ermöglichen. Leider liegen Schule und unsere Arbeitsstellen in beiden Fällen über 30 km voneinander entfernt, sodass es nicht wirklich möglich ist, ihn jedes Mal hin-und zurückzufahren. Ein Bus fährt diese Strecke nicht, Fahrrad ist auch nicht wirklich die beste Alternative, zumal wir auch nicht dort wohnen. Besteht die Möglichkeit, über den Schulträger einen Transport zu beantragen? Hängt es dann von der Kulanz des Trägers ab, ob Kosten übernommen werden bzw. hat man da überhaupt Chancen oder gar Rechte? Hat vielleicht schon irgendjemand Erfahrungen damit gemacht und könnte uns berichten bzw. Tipps geben?

    Danke fürs Lesen und viele Grüße,
    Dorchen
     
  2. kroma

    kroma Dermatomyositis

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    hallo dorchen,
    versuchen kannst du das auf jeden fall, evtl. auch mal mit der schulleitung reden. vielleicht hat dort jemand eine idee.
    ich weiss aus meiner berufzeit, dass sehr wohl taxikosten regelmäßig übernommen wurden, kann dir nur nicht sagen (die erinnerung) welcher kostenträger das war.

    mal eine frage: GdB hat dein sohn nicht und besucht eine regelschule?
    außerdem dürfen lehrer (auch nicht aus kulanzgründen) schüler transportieren, da brauchts einen extra beförderungsschein.

    Ich hoffe du hast Erfolg!
     
  3. Colana

    Colana Musikus

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    Hallo dorchen,

    hier noch Info-Links dazu:

    http://www.kinderrheuma.com/uploads/images/content/kinder_und_jugendrheuma/alltagsbewaeltigung/Nachteilsausgleich%20Schule.pdf

    https://www.rheuma-liga.de/schule
    https://www.rheuma-liga.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/Mediencenter/Publikationen/Elternarbeit/A16_Rheumakrankes_Kind_in_der_Schule.pdf

    http://www.praxis-georgi.de/Downloads/RheumaKindSchule.pdf

    Falls nicht schon geschehen, würde ich noch einen Antrag auf Schwerbehinderung stellen, wie Kroma ja schon vorschlug,
    denn das könnte Euch hilfreich sein, um z. B. Anträge für die Fahrgelegenheiten per Taxi zu stellen - das müsst ihr bei der Krankenkasse machen.

    Hoffentlich hilft Euch das weiter.
     
  4. silas

    silas Neues Mitglied

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    Erstmal herzlichen Dank für die hilfreichen Antworten. Sohnemann hat bislang einen GdB von 30 zugesprochen bekommen. Ein Schwerbehindertenausweis wurde bisher abgelehnt - haben nun mit Hilfe unseres Arztes Widerspruch eingelegt und warten nun auf Post. Wohnen übrigens in Niedersachsen und er besucht seit Sommer ein normales Gymnasium. Einen zweiten Schulbuchsatz haben wir übrigens problemlos und ohne Antrag über die Schule bekommen. Schwimmen stand eigentlich erst ab Februar auf dem Plan, nun aber schon ab nächster Woche, was für uns etwas kurzfristig kommt, da unser Sohn eben nicht wie alle anderen den Weg zur Schwimmhalle zurücklegen kann. Die Lehrer sind natürlich über seine Erkrankung informiert, leider muss man trotzdem immer wieder schauen, dass Sohnemann bei gemeinsamen Aktivitäten nicht einfach vergessen wird. Habt ihr vielleicht eine Ahnung, ob man auch bei Klassenfahrten Anspruch auf Transporte hat? Nächstes Jahr steht nämlich eine Klassenfahrt in den Harz an! Da er schon die letzte Klassenfahrt in den Harz aufgrund seiner Erkrankung nicht mitmachen konnte, möchten wir dieses Mal versuchen, dass er teilnehmen kann. Allerdings hat die Lehrerin bereits gesagt, dass viele Wanderungen anstehen. Aber vielleicht gäbe es ja die Möglichkeit, dass er z.t. auch zu Ausflugszielen gefahren wird, sodass er wenigstens 2Tage oder so mitfahren kann. Habt ihr mit Klassenfahrten mit Rheuma-Kindern etc. evtl. Erfahrung?

    Nochmal vielen Dank fürs Lesen und für eure Antworten. Das hilft uns sehr, zu wissen, dass man mit seinen Problemen nicht alleine steht!

    Viele Grüße,
    Silke
     
  5. anurju

    anurju anurju

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    Hallo Silke,

    schau vielleicht mal hier nach: http://nibis.ni.schule.de/~infosos/nachteilsausgleich.htm

    https://www.rheuma-liga.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/Mediencenter/Publikationen/Broschueren_kurz/C93_Aktionsplan_Kinder.pdf

    Generell: unbedingt mit dem Lehrerteam (Klassenlehrer, Sportlehrer, Unterstufenkoordinator) im Gespräch bleiben.
    Bei den vielen Schülern gehen chronsich kranke Kinder sonst leicht unter... ohne bösen Willen...

    Leider wird man um Erstattung von Fahrten kämpfen müssen... und ich weiß von 1 Fall aus der Bekanntschaft (Halbseitenlähmung), wo das dennoch nicht geklappt hat. Hängt aber sicher von der Region ab.

    Und bei einer Klassenfahrt kann man durchaus alternative Angebote für eine kleinere Gruppe von SuS organisieren - da ist Ideenreichtum gefragt - aber mit deinem Einverständnis und dem Einverständnis von 1-2 anderen Schülereltern (z.B. dass eine Kleingruppe eine andere Aktivität macht wie Kino etc...) geht das.

    Liebe Grüße von anurju
     
  6. Tinchen1978

    Tinchen1978 Bekanntes Mitglied

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    Hallo Silke,

    wenn ich das so lese, kann ich mich nur freuen über die damalige Lehrerin, sie hatte nämlich gleich von Anfang an geplant, dass halt dann weniger gewandert wird. Bei einem längeren Weg wurde ein Taxi gerufen, sogar auf Klassenkosten. Da fuhren aber auch noch zwei Kinder mit, die an dem Tag nicht gut zu Fuß waren. Hätte ich aber auch gerne gezahlt, gerade weil ich es gut finde, dass man dann bei sowas nicht ausgeschlossen ist. Die Idee mit dem Ersatzprogramm finde ich gut von anurju. Vielleicht hilft da nochmal ein Gespräch mit dem betreffenden Lehrer.
    Ich bin damals bei einer besonders langen Wanderung einfach auf dem Zimmer geblieben und konnte wenigstens abends am Geschehen teilnehmen. Aber ich weiß nicht, ob das für deinen Sohn eine Option ist.

    Alles Gute wünscht Tinchen
     
  7. finchen3

    finchen3 Neues Mitglied

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    Hallo dorchen75,

    Leider sind die Lehrer mit kronisch Kranken oft überfordert.
    Wende dich doch mal an den Mobilendienst in Niedersachsen,
    die sind auch für unsere Kinder zuständig.
    Von denen werden auch die Lehrer informiert auf was sie bei deinem Sohn achten müssen. Gerade im Zusammenhang mit der bevorstehenden Klassenreise.

    Ich selber war sehr überrascht da ich weit weniger hinter den Lehrern hinterher telefonieren muss.
    Leider kann ich dir nicht sagen ob der Mobiledienst dir auch in dem Problem mit der Beförderung zum Schwimmen helfen kann.

    Viel Glück
    finchen