Nachdenkliches

Das Leben, das ich selbst gewählt

Ehe ich in dieses Erdenleben kam,
ward mir gezeigt, wie ich es leben würde.
Da war die Kümmernis, da war der Gram,
da war das Elend und die Leidensbürde.
Da war das Laster, das mich packen sollte,
da war der Irrtum, der gefangen nahm.
Da war der schnelle Zorn, in dem ich grollte,
da waren Hass und Hochmut, Stolz und Scham.

Doch da waren auch die Freuden jener Tage,
die voller Licht und schöner Träume sind.
Wo Klage nicht mehr ist und Plage
und überall der Quell der Gaben rinnt.
Wo Liebe dem, der noch im Erdenkleid gebunden,
die Seligkeit des Losgelösten schenkt,
wo sich der Mensch, der Menschenpein entwunden,
als Auserwählter hoher Geister denkt.

Mir ward gezeigt das Schlechte und das Gute,
mir ward gezeigt die Fülle meiner Mängel.
Mir ward gezeigt die Wunde, draus ich blute,
mir ward gezeigt die Helfertat der Engel.
Und als ich so mein künftig Leben schaute,
da hört ein Wesen ich die Frage tun,
ob ich dies zu leben mich getraute,
denn der Entscheidung Stunde schlüge nun.
Und ich ermaß noch einmal alles Schlimme.

"Dies ist das Leben, das ich leben will!"

Gab ich zur Antwort mit entschlossner Stimme.
So war's, als ich ins neue Leben trat
und nahm auf mich mein neues Schicksal still.
So ward geboren ich in diese Welt.
Ich klage nicht, wenn's oft mir nicht gefällt,
denn ungeboren hab ich es bejaht.

(Herrmann Hesse)
 

Anhänge

  • 13434939_1166831280005390_726771257017032500_n.jpg
    13434939_1166831280005390_726771257017032500_n.jpg
    80,7 KB · Aufrufe: 4
~ Gedankenklang ~

Über das Menschsein, Gott und die Welt sinne ich viel -
Denkanstöße beleuchten, ist mir Anliegen und Ziel.
Innere Klangbilder färben einen facettenreichen Stil,
schreibe Gedanken nieder mit Tastatur oder Federkiel.
Besinnlichkeit verleiht meinem Dasein Tiefe,
dadurch reflektierend, Bewusstes erschließe.

(M)
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Ich hab in guten Stunden
des Lebens Glück empfunden
und Freuden ohne Zahl:
So will ich denn gelassen
mich auch in Leiden fassen;
welch Leben hat nicht seine Qual?

(Chr. F. Gellert)
 
Wenn Leben überhaupt einen Sinn hat,
muss auch Leiden einen Sinn haben.
Es kommt nicht darauf an,
was man leidet,
sondern wie man es auf sich nimmt.

(Viktor Frankl)
 
Im Leben

Eine Lebensbahn verläuft nicht immer gerade,
unwegsam sind manchmal des Lebens Pfade.
Der scheinbar kürzeste Weg ist leider oft,
nicht immer der erfolgreiche, wie erhofft.
Doch mancher Umweg zeigt sich dann,
rückblickend als Reifungsprozess an.


(M)
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Das Gewicht des Lebens

Ein junger Mann kam zu einem alten Weisen.

"Meister", sprach er mit schleppender Stimme "das Leben liegt mir wie eine Last auf den Schultern. Es drückt mich zu Boden und ich habe das Gefühl, unter diesem Gewicht zusammenzubrechen."
"Mein Sohn" sagte der Alte mit einem liebevollen Lächeln, "das Leben ist leicht wie einer Feder."

"Meister, bei allem Respekt, aber hier musst Du irren. Denn ich spüre mein Leben Tag für Tag wie eine tonnenschwere Last auf mir lasten. Sag, was kann ich tun?"

"Wir sind es selbst, die uns Last auf unsere Schultern laden." sagte der Alte, noch immer lächelnd. 
"Aber..." wollte der junge Mann einwenden.


Doch der alte Mann hob die Hand: "Dieses "Aber", mein Sohn, wiegt allein schon eine Tonne..."
(Quelle unbekannt)
tumblr_mbl0kokzEz1qgdxbqo1_500.jpg


 
Hoffnungsblick

Wo führt mein Weg des Lebens hin?
Hat mein Sein einen tiefen Sinn?
Die Sehnsucht nach einem erfüllten Leben,
bringt Bewegung, lässt mich vorwärts streben.
Ein "Hoffnungshorizont" bleibt immer offen,
solange ich atme will ich vertrauend hoffen
und zuversichtlich mich weniger sorgen,
nicht ängstlich nachsinnen wegen Morgen.
Mit Geduld die kommenden Dinge erwarten,
im Hier und Jetzt mein Dasein mitgestalten,
Antworten finden auf offene Lebensfragen,
Unvermeidliches annehmen sowie ertragen.

(M)
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
"Wir haben eine ältere Offenbarung als jede geschriebene, die Natur."

(F. Schelling)
 
Der Widerschein der Sonne in einem Tautropfen
ist nicht weniger schön als die Sonne selber
und die Spiegelung des Lebens in eurer Seele
ist nicht weniger kostbar als das Leben selber.

(Khalil Gibran)
 
Es sind die gleichen ordnenden Kräfte,
die die Natur in allen ihren Formen gebildet haben
und die für die Struktur unserer Seele,
also auch unseres Denkvermögens
verantwortlich sind.


(W. Heisenberg)
 
Unsterblichkeit ist nicht der Zukunft aufgespart,
Unsterblichkeit ist im Gefühl der Gegenwart.
Du wärst nicht, der du bist, in diesem Nu der Zeit,
Wenn du derselbige nicht wärst in Ewigkeit.
So bald du denken willst, du wärest nicht mehr einst:
So fühlst du, daß du dich insoweit selbst verneinst.
Verneine nur dies Nein! dazu hast du empfahn
Des Geistes Kraft allein, dich ewig zu bejahn.


(F. Rückert)
 
"Unser Leben ist das,
was wir von einer höheren Kraft
als Geschenk erhalten haben.
Das was wir daraus machen,
ist das Geschenk zurück."


(J. Garnitschnig)
 
"Die kleinen Alltagsleistungen
setzen viel mehr Energie in die Welt
als die seltenen heroischen Taten."


(R. Musil)
 
"Die Größe und unendliche Weisheit des Schöpfers
wird nur derjenige erkennen, der sich bestrebt
aus dem gewaltigen Buche der Schöpfung,
das wir Natur nennen seine Gedanken herauszulesen."


(J. v. Liebig)
 
engel.jpg

Damit der Eine des Anderen Sprache verstehe
Verstehen
Stehe dazu
Dass Du verstanden sein willst
Verstanden in all' Deinen Sprachen
Verstanden in all' Deinen Facetten
Verstehen
Die Anderen
Verstehen in all' ihren Sprachen
Verstehen in all' Facetten
Ver-Stehen wird ER
Ver-Binden wird ER
Ver-Einen wird ER
Um SEINEN Tisch
Um den runden Tisch
Gleiche untereinander
Gleiche miteinander
In verschiedenen Sprachen
In verschiedenen Facetten
Verstehen
Damit Jede(r)
Um SEINEN Tisch
Des Anderen Sprache versteht

(Gertrud Brück-Gerken)
 
Flug des Sinn-Vogel
 

Anhänge

  • 43604079_1916969158418015_2516955898945994752_n.jpg
    43604079_1916969158418015_2516955898945994752_n.jpg
    63,7 KB · Aufrufe: 6
"Wer mit den Augen eines anderen sehen,
mit den Ohren eines anderen hören
und mit dem Herzen eines anderen fühlen kann,
der zeichnet sich durch Gemeinschaftsgefühl aus."


(A. Adler)
 
Zurück
Oben