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Nach 12 Jahren die eindeutige Diagnose: Rheumatoide Arthritis

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von Anadins, 7. August 2008.

  1. Anadins

    Anadins Neues Mitglied

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    Hallo Foris,

    ich habe mich schon öfter hier herumgetrieben und bin auch seit Monaten angemeldet, wusste aber nie, was ich eigentlich schreiben sollte, ausser, dass es hier und da und auch dort phasenweise gemein weh tun. Nun ja...

    Seit gestern ist es allerdings offiziell bzw. wurde eine Behandlung eingeleitet. Ich habe rheumatoide (Poly-) Arthritis.
    Nicht, dass diese Diagnose nicht schon öfters geäußert wurde, nein. Ich ziehe mit meinen Beschwerden seit geschlagenen 12 Jahren durch München und habe etliche Besuche bei Internisten, Orthopäden und sogar in der Rheuma-Einheit der Uniklinik hinter mir. Alles, was ich davon hatte, waren gelegentliche Röntgen-Aufnahmen, Diagnosen in Richtung Abnutzungserscheinungen, Verspannungen o.ä. und Berichte. Die wandernden sporadisch höllischen Schmerzen blieben mir, ich habe sie immer mit meinem "Wundermittel" Anadin extra (in UK rezeptfrei erhältlich) behandelt oder bin ansonsten im Bett geblieben, wenn mal wieder die Füße oder die Lungengegend "dran" waren.

    Über den Umweg der Orthopädischen Uniklinik - zu der kürzlich ich nach 3 Wochen Dauerschmerzen im Rücken ging - über eine Fahrt in den Kernspintomograph und eine anschließende Überweisung in die Rheumasprechstunde wurden dort gestern meine Hände zum 3. Mal in den letzten 12 Jahren geröntgt (obwohl ich da gerade keine Schmerzen hatte) und siehe da, die Handgelenke sind bereits stark angegriffen, sieht aus wie Brei in der Mitte der Handwurzelknochen. Ausserdem sind da Zysten (was immer das heisst).
    Nun mache ich also eine Cortison-Kur über 4 Wochen und muss 1x Woche spritzen und Folsäure nehmen und alle 2 Wochen zur Kontrolle der Laborwerte. Angeblich hält das den Entzündungsprozess auf, gleichzeitig ist das Immunsystem heruntergesetzt. (Ich hatte schon 12 Jahre keine Erkältung mehr, das wird sich dann wohl in Zukunft ändern. )

    Meine Bewegungsfähigkeit ist in diesen 12 Jahren Fehldiagnosen und mangelndes Nachhaken von seiten diverser Ärzte stark in Mitleidenschaft gezogen. Meine Mitschuld ist, dass ich Ärzte nicht genügend "genervt" habe, sondern mich in das Schicksal einfügte. Andererseits: Mehr als einmal habe ich gehört, dass man mit über 50 schon mal das eine oder andere Zipperlein bekommen kann, das wäre normal....
    Mein Rheumafaktor war immer positiv, aber das war für die Ärzte wohl kein Anlass etwas zu unternehmen. Mir wurde ab und an gesagt, dass es wohl das Anfangsstadium von Rheuma ist und ich solle es "beobachten". Gestern in der Rheumasprechstunde sagte eine Ärztin, dass ich noch viel zu jung bin, um so einen Röntgen-Befund zu haben. Ich bin 52.

    Ich weiß nicht, wie man Ärzte dazu bringen kann, sich mehr für das Thema zu interessieren und Hilfesuchende nicht als empfindliche Leute abzutun, nur weil sie nicht genügend Fachwissen haben. Es ist einfach nur traurig, dass mir Jahr(zehnt)e meiner Gesundheit aus mangelndem Interesse dieser sog. Fachärzte unwiederbringlich genommen wurden.

    Wollte ich einfach mal loswerden, bin aber natürlich hochfroh, dass ich nun in richtiger Behandlung bin.

    Wir fahren vom 15.8. bis 1.9. nach Griechenland, wie ich das mit der Laborwertkontrolle (fällig 21.8.) in der Zeit hinkriegen soll, weiß ich noch nicht. Mit den Spritzen im Gepäck sehe mich schon am Flughafen als Junkie entlarvt. *g*

    Therapie sieht wie folgt aus:
    Decortin 5mg über 4 Wochen mit wöchentl. Reduzierung um 2,5 mg.
    1x wöchentl. Methotrexat in die Bauchdecke spritzen. 24h später Folsäure einnehmen, soll die Nebenwirkungen von MTX verringern bzw. verhindern.
    Auf das Cortison soll man zunehmen, und ich hab grad 12kg abgenommen. :/
     
    #1 7. August 2008
    Zuletzt bearbeitet: 7. August 2008
  2. kukana

    kukana Moderatorin

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    Hallo,
    *gratuliere* zur Diagnose. Zwar kein schöner Grund, aber immerhin bekommst du jetzt wirkungsvolle Medikamente.

    Nur : gleichzeitig Folsäure solltest du nicht einnehmen, sondern mit 24 bzw manche sagen auch 48 Std Verzögerung. Sonst wirkt das MTX nämlich nicht, weil die Folsäure die Wirkung aufhebt.

    Viel Spaß im Urlaub, nimm vom Arzt eine Info mit wegen der MTX Spritzen. Den *Waschzettel* gibts glaub ich sogar mehrsprachig.

    Gruß Kuki
     
  3. Anadins

    Anadins Neues Mitglied

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    Ich hab's grad nachgeschaut. Da steht wirklich Folsäure 24h nach der Spritze. Vielen Dank für den Hinweis, ich hab's doch glatt überlesen.
     
  4. Cindy

    Cindy Neues Mitglied

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    Wow!

    Ich dachte ich hätte schon die Arschkarte gezogen mit 7 Jahren Unwissenheit, aber 12 Jahre übertrifft alles! *lol
    Auch von mir *herzlichen Glückwunsch*! :D

    Liebe Grüße
    Cindy :cherries:
     
  5. krümel83

    krümel83 Neues Mitglied

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    :)huhu:D

    ich wünsche dir alles gute, vor allem, dass dir die medikament schnell helfen...ich hab auch ne ganze weile gebraucht bis ich meine diagnose hatte. aber mit so nem arztbrief in der hand, wird man dann auf einmal ernst genommen;):rolleyes::a_smil08:..sehr schön:top:

    viel spass auch in griechenland:D
     
  6. Marie2

    Marie2 nobody is perfect ;)

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    hallo anadis, willkommen!
    das tut mir wirklich leid!
    zum thema reisen mit medis gibt es einige threads (suche)
    und bitte achte auf ausreichende kühlung der spritzen unterwegs!

    lieben gruss marie
     
  7. Anadins

    Anadins Neues Mitglied

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    Danke für Eure Teilnahme. :) Es ist schön, wenn man mit dem Thema nicht seine Lieben belasten muss und sich hier unter "Gleichgesinnten" etwas austauschen kann.

    Ich hätte noch eine Frage zu dem Cortison: Ich nehme es jetzt 3 Tage (à 15mg) und spüre so gut wie gar nix. Eher desöfteren ein zusätzliches leichtes Ziehen in fast allen Gelenken und gelegentlich irgendwie schwindlig. Die Ärztin sagte mir, ich würde mich so fühlen wie schon lange nicht mehr. Davon kann aber gar keine Rede sein, oder bin ich zu ungeduldig und erwarte zu viel?
    Jedenfalls hab ich meinen Flüssigkeitskonsum drastisch erhöht (Wasser-/Saftgemisch, obwohl mir Allohol natürlich lieber wäre :p).
     
  8. Pia

    Pia Neues Mitglied

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    Hallo Anadins,
    auch von mir Herzlich Willkommen!
    Ich habe auch Rheumatoide Arthritis.
    Bei mir hat es zum Glück nicht lange mit der Diagnose gedauert.
    Letztes Jahr bekam ich immer wieder Schmerzen und als ich dann deswegen zum Arzt ging und ein Bluttest gemacht wurde, war es eindeutig.
    Bekam dann MTX und Arava, beides nicht vertragen.
    Bei MTX wurde mir auch immer schwindlig.
    Jetzt nehme ich Humira.
    Ich bin auch froh, dass es dieses Forum gibt und das man sich hier austauschen kann.
    Pia
    :wavey:


     
  9. Anadins

    Anadins Neues Mitglied

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    Hi Pia,

    meine Schwindeligkeit hat nachgelassen bzw. taucht nur noch abends auf, z.B. jetzt. Durch das Cortison werden meine Finger ganz faltig (die Schwellungen verschwinden etwas), aber das Abbiegeproblem bleibt.

    Inwieweit bringt dir Humira was? Bist du schmerzfrei dadurch, besser beweglich?
    Ich weiß noch nicht wie es nach den 10 Wochen weitergeht. Das hängt wohl von den 14-tägigen Laborwerten ab.
     
  10. Pia

    Pia Neues Mitglied

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    Guten Morgen Anadins,
    ich bin froh, das ich Humira jetzt nehme.
    Ich spritze bzw. lasse mich alle 3 Wochen spritzen.
    Ich habe mal mehr oder weniger starke Schmerzen, aber es ist auszuhalten.
    Rheumaschübe habe ich jetzt seltener.
    Ingesamt komme ich damit ganz gut klar.
    Pia :xyxwave: