Jetzt schon einige Zeit vergangen und neue Entscheidungen wurden getroffen...
Ich habe mich gegen eine KnieTEP und langes Warten und für eine Hemicap entschieden und werde bereits Mittwoch operiert. Da ich bisher nichts zu diesem Thema gefunden habe, wollte ich meine Entscheidung und den Verlauf etwas genauer aufzeichnen- evtl. gibt es andere Personen in einer ähnlichen Situation.
In den letzten Wochen habe ich vermehrt Meinungen zu meinem Knie eingeholt- letztendlich hatte jeder eine andere Idee/Meinung und auf der rein fachlichen Ebene hat es mich auch nicht wirklich weiter gebracht. Zitat des Orthopäden in Meerbusch "Im Nachhinein werden wir wahrschenlich schlauer sein.".
Zu meinem Knie gibt es folgende Einschätzungen/Meinungen:
Sendenhorst Rheumaorthopädie: vorerst nichts tun und warten, wenn das Knie ausreichend kaputt und keine normalen Bewegungen mehr möglich sind: Knie TEP ; keine Teilersätze des Knies aufgrund der Gefahr einer frühzeitigen Lockerung
Uniklinik Düsseldorf: Vorschlag einer Hemicap (der Defekt wird verplombt); Begründung: das Knie hat nur in der Innenseite einen schweren Knorpeldefekt, die Außenseite ist recht gut erhalten, aufgrund des Alters eher kleine und Knieerhaltende Eingriffe
Rheumazentrum Meerbusch/Orthopädie: haben nur nochmals festgestellt, dass meine Beinachse gut ist und eine Umstellungsosteotomie unsinnig ist, haben keine Erfahrungen mit Hemicap und sind tendentiell bei Teilersätzen vorsichtig, sehen aber auch mein Alter und würden auch nicht direkt auf eine KnieTEP gehen- der Orthopäde war recht ehrlich und meinte, dass es von medizinischer Seite einfach keine eindeutige Lösung gibt, es gibt viele verschiedene Argumente, aber entscheiden müsste ich mit meinem Gewissen und im Nachhinein ist man eh immer schlauer (natoll- schön auf mich abgewälzt)
Meine bisherigen Maßnahmen:
- kein Fleisch und wenig tierische Fette aus Milchprodukten --> keine Auswirkung
- Muskelaufbau --> tut einfach generell gut
- ein neues Medikament / Wechsel von Humira auf Roactemra --> gefällt mir sehr gut, das Problemknie blieb aber problematisch
- Myofasziale Triggerpunktbehandlung --> keine Ahnung, das Lockern tut dem Bein sehr gut, Schmerzen blieben, obs jetzt reine myofasziale Schmerzen in meinem KNie sind, wage ich aber auch zu bezweifeln...
Keine dieser Maßnahmen habe ich jetzt über einen sehr langen Zeitraum ausprobiert. Ich gebe zu, dass ich etwas ungeduldig bin - gerade auch in Bezug auf mein Knie- und dass diese Eigenschaft nicht immer die beste ist. Aber kein Arzt konnte aus rein medizinischen Gründen eine Lösung anbieten.
Deshalb habe ich mich nun für die Hemicap entschieden.
Meine Gründe:
- mein Defekt (Grad 3-4) ist nur Innen vorhanden und stammt von einer alten Osteochondrosis dissecans, das restliche Knie relativ gut --> für eine TEP müsste ich den "guten" Rest wegwerfen, bzw so lange mit dem Knie rumlaufen, bis der Rest genauso angeschlagen ist
- ich brauche meine guten und mobilen Jahre jetzt und nicht in 10 Jahren (da brauche ich sie auch, aber jetzt will ich mich im Job etc etablieren und nicht jeden Schritt abwägen müssen), ich habe mich auch sooooooo oft mit Leuten angelegt, weil ich schlechte Laune hatte, weil mein Knie wehtat und ich nicht mehr laufen konnte. Dann wurde ich teilweise schon recht unausstehlich...
- nach einer Hemicap kann man auf eine TEP umsteigen
- die Hemicap kann 10 Jahre halten und selbst wenns nur 5 sind, sind es schon mehr beschwerdenfreie Jahre, als ohne eine OP abzusehen ist, und ich glaube der Operateur ist sehr erfahren mit den Hemicaps
- ich bin recht schnell wieder mobil, ohne Reha
- meine aktuelle Schonhaltung beeinflusst die anderen Gelenke negativ, bes meine Hüften meckern schon sehr über die Mehrbelastung
So viel erstmal dazu. Ich werde mal meine Erfahrungen hinterher posten...
LG, pandea