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MTX: wie lange? positive Erfahrungen?

Dieses Thema im Forum "Klassische langwirksame Antirheumatika" wurde erstellt von Plumes, 14. August 2011.

  1. Plumes

    Plumes Neues Mitglied

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    Hallo!

    ich leide seit mehreren Jahren an Psoriasisarthritis. Mehrere Finger und Zehen sowie das linke Sprunggelenk sind zur Zeit entzündet und ich sollte bald anfangen, MTX zu nehmen. Ich kann mich aber nicht dafür entscheiden.:confused: Es geht mir eigentlich gar nicht so schlecht und ich kann mit wenig Schmerzmittel ein normales Leben führen. Mir wird schon ein bisschen mulmig, wenn ich all die Nebenwirkungen von MTX und die negativen Erfahrungsberichte lese. Ich nehme aber an, dass man vor allem dann schreibt, wenn man Probleme hat... Ich würde mich deshalb auf positive Berichte freuen:), das würde mir Mut geben.

    Meine zweite Frage ist, wie die Therapie verläuft. Kann man überhaupt aussteigen, wenn man angefangen hat? Oder muss man MTX dann immer einnehmen? Kann es sein, dass die Symptome ganz verschwinden und man das MTX absetzen kann?

    vielen Dank schon jetzt für eure Antworten!
     
  2. Fidelia

    Fidelia Fidelia

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    Hallo Plumes!
    Ich nehme jetzt schon seit 12 Jahren MTX, zuerst als Tabletten / 12, 5 mg, dann wurde die Dosis auf 20mg erhöht, und seit zwei Jahren spritze ich selber. Ich habe das Medikament relativ gut vertragen, manchmal bin ich am Folgetag müde, oder mir ist ein bisschen schlecht, das ist aber besser, seit ich spritze. Es mag schon sein, dass bei manchen Patienten ein Absetzen möglich ist (natürlich nur nach Rücksprache mit dem Arzt), ich habe mich aber damit abgefunden, dass mich MTX wohl noch lange begleiten wird, seit 5 Jahren in Kombination mit Humira.
    Diese beiden Medikamente helfen mir, mit RA gut zurecht zu kommen, und wenn ich an die Schmerzen vor der Behandlung denke, dann bin ich froh, dass es die Medis gibt. Wichtig sind auch regelmäßige Blutbildkontrollen, die solltest du unbedingt machen lassen. Da sieht dann auch der Arzt, ob die Medis wirken und ob zum Beispiel die Leber Probleme macht. Das passt aber bei mir immer. Schmerzmittel brauche ich, seit Humira auch dabei ist, keine mehr.
    Ich wünsch dir alles Gute!
    Fidelia
     
  3. ulrike h

    ulrike h Neues Mitglied

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    mtx

    hallo plumes

    ich habe vom mtx garnichts gemerkt. ich habe aber auch angst davor gehabt..habe mich aber umsonst verückt gemacht.

    lieben gruß
    ulrike
     
  4. josie16

    josie16 PsA

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    Hallo Plumes!
    Ich selber habe auch eine PSA und bei mir hat man lange nichts im Röntgen oder MRT feststellen können. Deshalb hat es 7 Jahre gedauert, bis meine Diagnose stand.
    In diesen 7 Jahren hat die PSA aber in den Gelenken ganz schön gewütet und das was dabei kaputt gegangen ist, läßt sich nicht mehr reparieren.
    Daran solltest Du immer denken.
    Ich kann dir nur den Rat geben mit MTX anzufangen um bleibende Gelenkschäden zu verhindern.
    Bei mir waren die Gelenke auch nie hochrot, heiß und geschwollen, trotzdem sind von der PSA Gelenkschäden da!
     
  5. Marie2

    Marie2 nobody is perfect ;)

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    hallo plumes,

    kürzlich hast du geschrieben, dass dir humira verschrieben und genehmigt wurde.

    mir stellt sich jetzt die frage, wieso nun mtx?
    hat dein arzt einen rückzieher gemacht oder du?
    magst du dazu was schreiben?
    wenn die erwünschte remission ausreichend lange besteht, kann man die medikamente zurückfahren. remissionen können durchaus sehr lange bestehen, so dass man mit glück auch eine lange zeit ohne medikamente haben kann. für immer ohne medis nach remission kommt sicher auch vor, aber bleiben wir erstmal mal vorsichtig realistisch ;-)

    lieben gruss marie
     
  6. Plumes

    Plumes Neues Mitglied

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    Liebe Alle

    vielen Dank für eure aufmunternde Antworten! Ich wäre also nicht die einzige, die sich umsonst Sorgen macht :o.

    @Marie: du hast aber ein gutes Gedächtnis! ;) Der Humira-Rückzieher kommt von mir (wer den Beitrag lesen möchte: hier). Ich wollte das eigentlich von vorne nicht. Die Geschichte geht so:

    Erste Anzeichen der Krankheit habe ich 2004 gehabt, da war das aber noch nicht so klar. Die Diagnose PSA habe ich 2007 gehabt, aber bis vor ca. 1 Jahr war die Krankheit sehr ruhig, und die Entzündungen sind nur ein paar Monate geblieben und haben sich dann wieder ganz zurückgebildet. Deshalb habe ich nur zeitweise Entzündungshemmer bekommen.

    Anfang Jahr war ich dann eben beim Rheumadoc, weil sich jetzt die Entzündungen nicht mehr zurückbilden, und es werden auch immer mehr Gelenke. Ich dachte, wir schauen schon mal, was die Röntgenbilder und das Blutbild sagen und dann besprechen wir mit dem Arzt, welche Therapie in Frage kommt und Sinn macht. Nach dem ersten Termin und bevor die Resultate da waren, hat der Arzt aber schon die Kostengutsprache für Humira bei der Versicherung geholt (es war mir gar nicht klar, dass er das gleich macht, ich hab dann gestaunt, als die Antwort im Briefkasten lag). Und beim zweiten Termin, da die Blutwerte ok waren, wollte er mir schon die erste Spritze geben. Da habe ich mich gewehrt, weil alle Blutwerte im grünen Bereich sind (die Entzündungswerte auch) und auf den Röntgenbildern nichts nachweisbar ist.

    Ich weiss schon, dass ich etwas gegen meine Krankheit unternehmen muss, aber mein aktueller Gesundheitszustand erfordert nicht gleich die teuerste Therapie, die auch nicht ganz ohne ist - das dachte der Arzt dann auch, als ich mich gewehrt habe. Deshalb reden wir gerade über MTX, und evtl. sogar erstmal nur von Corti-Spritzen in den 2 schlimmsten Gelenken, wenn ich mich noch nicht für MTX entscheiden kann.

    So, jetzt hab ich einen ganzen Roman geschrieben... Danke euch nochmals für die lieben Antworten!
     
  7. Fipsi

    Fipsi Neues Mitglied

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    Hallöle,

    ich habe auch PSA und nehme jetzt wieder MTX. Verträglichkeit ist gut, Müdigkeit und ein wenig Unwohlsein im Bauch am nächsten Tag kann ich verknusen, wenn ich an die sonstigen Schmerzen und Begleiterscheinungen denke.
    Wenn du hauptsächlich 1-2 Gelenke hast, die dir starke Beschwerden verursachen... hast du da mal an eine Radiosynoviorthese gedacht? Ich habe damals eine ins Knie bekommen und seit dem nie wieder so arge Ergüsse Schmerzen gehabt (ist schon ein paar Jährchen her :)).

    Hab´ keine Angst vor dem MTX. Erst wenn du es ausprobiert hast, kannst du wissen, wie dein Körper darauf reagiert. ;)

    Einen lieben Gruß

    Fipsi
     
  8. qualle

    qualle Neues Mitglied

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    hallo plumes,

    ich habe auch psa. mtx nehme ich seit seit 13 jahren und bis auf eine sehr starke abneigung gegen die fertigspritzen (überkeit) vertrage ich es ohne probleme. angefangen habe ich damals mit 7,5 mg (momentan bin ich bei 20 mg).
    seit 1975!! habe ich (chr. poly)arthritis und wurde damals mit gold-spritzen erfolgreich behandelt. habe über 20 jahre!!! ruhe gehabt bis 1998 die arthritis wieder aktiv wurde. :mad:

    2009 habe ich solche schmerzen bekommen, das ins kh mußte. seither heißt die krankheit bei mir psoriasis-arthritis. die ärtzte im kh waren erstaunt das ich kaum deformierte/zerstörte gelenke habe (damals waren hände und füße betroffen). mittlerweile hat es auch die wirbelsäule auch getroffen.

    ich kann dir nur aus eigener erfahrung schreiben, das - wenn man das richtige medi gefunden hat - die krankheit gut eindämmen kann. im idealfall bis zur schmerzfreiheit :top:

    und wenn nicht gibt es auch noch andere basis-medi's die man entweder anstatt oder auch mit mxt nehmen kann.
    z.bsp.: aravar, ciclosporin, ... aber auch cortison ist eine wahl mit dem man kombinieren kann.

    bei mir ist es die volle dröhnung: mtx (20 mg), prednisolon (5 mg), enbrel (50 mg), arcoxia (90 mg), katadolon s long und blutdrucktabletten. und richtig wirken tut es nicht. die morgensteifigkeit dauert 2-3 std und richtig schmerzfrei bin ich trotzdem nicht. :(:mad::confused:

    wünsche eine schmerzfreie/arme woche
    eure qualle
     
  9. Marie2

    Marie2 nobody is perfect ;)

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    nö, ich hab nachgelesen ... ggg

    plumes, ich bin spät dran, entschuldige bitte :)
    vielen dank für deinen roman ;) ich fand ihn sehr interessant,
    und kann auch deine beweggründe nachvollziehen.

    vielleicht magst du berichten wie dein roman weitergeht ;-)

    alles gute, marie
     
  10. Gabile

    Gabile Neues Mitglied

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    Hallo plumes!

    Bin noch nicht lange im Forum,erst seit ca.2 Monaten.Habe seit über 15 Jahren Probleme.Fing mit den Zehen an ,in den letzten Jahren sind immer mehr Beschwerden dazu gekommen.wurde nie etwas festgestellt.Erst als ich vor ein paar Wochen zur Diagnosestellung in die Klinik gegangen bin.Inzwischen habe ich schon Knochenschädigungen einzelner Zehen am rechten Fuß.Die Diagnose Rheuma stand dann schon am 2. Tag (wahrscheinlich auch PSA,muß noch genau mit dem Hautarzt abgeklärt werden).Wurde sofort auf 25mg MTX und erst mal 50 inzwischen 30 mg Cortison eingestellt(Corti wird in ein paar Wochen wieder ausgeschlichen).Habe da auch nicht lange überlegt,wollte das mir endlich geholfen wird.Ich habe keinerlei Nebenwirkungen außer der besagten leichten Müdigkeit.Mir geht es inzwischen immer besser.Liege Grüße Gabile
     
  11. Plumes

    Plumes Neues Mitglied

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    Hallo ihr Lieben!

    Es freut mich, dass noch jetzt neue positive Berichte gepostet werden! Ich kann sie gut gebrauchen, denn die 1. MTX-Einnahme rückt wahrscheinlich immer näher…

    Da ich im September eine neue Stelle angefangen habe, wollte ich nicht gleich im August mit dem MTX anfangen, aus Angst davor, davon benebelt zu sein und nicht richtig arbeiten zu können. Man will ja am Anfang nicht negativ auffallen:DWir haben mit dem Arzt abgemacht, ich fange dann im November oder Januar an.

    Ich hab deshalb vom Rheumadoc Tilur verschrieben bekommen, um in der Zwischenzeit gegen die Entzündungen was zu machen. Das hilft allerdings nicht viel - also gegen Schmerzen schon, aber nicht gegen Entzündungen - und jetzt wird es sogar bei einem Finger noch schlimmer, so dass ich vielleicht doch schon früher mit MTX anfangen möchte.

    Auch wenn ich sehe, wie benebelt ich vom Tilur TÄGLICH bin, dann kann ich genauso gut gleich MTX nehmen;)

    Hoffentlich kann auch ich euch bald einen positiven Bericht über MTX schreiben!

    liebe Grüsse
    Plumes
     
  12. Andi1966

    Andi1966 Neues Mitglied

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    Hallo Plumes

    Um so früher umso besser...........Ich bin auch kein Freund von Medikamenten aber im Falle von Rheuma ist mir das deutlich lieber als in ein paar Jahren mit kaputten Gelenken leben zu müssen.Und bei mir sind schon 3 Gelenke geschädigt obwohl ich recht schnell die Diagnose PSA bekam und auch recht schnell MTX bekommen habe.Da bei mir MTX wohl nur bedingt Wirkung zeigt werde ich mich mit Enbrel oder Humira anfreunden müssen...........

    LG Andi
     
  13. Kuno

    Kuno Neues Mitglied

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    MTX ist empfehlenswert

    Ich habe mich sehr lange gegen die MTXTherapie gewehrt und habe irgendwann wegen der starken Beschwerden und der ständigen Unbeweglichkeit "klein" bei gegeben und es genommen. Und schon nach kurzer Zeit hatte ich wieder ein normales Leben mit allem drum und dran. Die Spritzerei hat sich schnell eingespielt und Nebenwirkungen hatte ich keine. Einzig und allein, dass man mit dem Mittel nicht schwanger werden darf, hat mich es absetzen lassen. Meine Beschwerden waren aber nach ca. 4 Wochen MTX-Absatz wieder vollkommen da. Und es ist nur noch ein rumkriechen.
    Also im Nachhinein hat mir das MTX nach dem damaligen Beginn wieder Lebensqualität zurück gegeben.
     
  14. petra7702

    petra7702 Neues Mitglied

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    Wie gehts dir (mit MTX)

    Hallo Plumes!

    Ich habe dein Beitrag aufmerksam verfolgt, da ich die gleichen Bedenken hatte/habe wie du.
    Auch ich hatte relativ wenig Einschränkungen mit derr cP - im vergleich zu manch anderen hier und wollte aus dem Grund MTX nicht einnehmen - hatte einfach keine Einsicht.

    Nun habe ich vor 2 Wochen mit der Therapie gestartet -weil mein HA mir ziemlich Angst gemacht hat, vor den Folgen, wenn das Zeitfenster verpaßt wird.

    Was mir am meinsten zu schaffen macht ich die Müdigkeit und der Schwindel ca 1-1,5 Tage nach der Einnahme.
    Außerdem bekam ich jetzt beidemale ca 10 Std nach der Einnahme leichtes Fieber, welches aber nach 2-3 std wieder weg war.

    Weiß einer von euch, ob die NW im Laufe der Zeit weniger werden - gewöhnt sich der Körper evtl daran?
    Weil so macht mir das ganze etwas Sorgen.
    Würd ich einen anderen Job haben würd ich MTX auf Freitags verlegen. Ich arbeite aber in der Altenpflege und muß auch am Wochenende arbeiten. das bereitet mir schon ein bisschen Kopfzerbrechen - da mir an diesen Müden Tagen auch die Kraft fehlt.

    Lg und alles Gute
    Petra
     
  15. Andi1966

    Andi1966 Neues Mitglied

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    Hallo Petra

    Ob sie ganz weg gehen wird sich zeigen aber bei vielen bessert sich das deutlich oder sie merken gar nichts mehr........
    Lass es ruhig angehen und versuch auch nicht immer daran zu denken.

    Ích drück Dir die Daumen Gruß Andi
     
  16. Plumes

    Plumes Neues Mitglied

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    Besserung

    Huhu Alle!

    ein schönes, zufriedenes neues Jahr wünsche ich euch!

    Vielen Dank für alle die Berichte! Ich behalte sie, falls ich mich später für MTX entscheide. Ich habe mich aber vorerst dazu entschieden, kein MTX zu nehmen. Im November wurden die Schmerzen plötzlich viel besser. Ich habe inzwischen auch Resultate der MRT und sie sagen, dass meine Gelenke keine Zerstörungen haben - immerhin nach 7 Jahren Krankheit.
    Wir haben auch Anfang November bei einem Finger eine Cortisonspritze gemacht, und der Finger ist bis heute entzündungsfrei geblieben. Bald machen wir noch eine Spritze beim anderen schlimmen Finger und wir schauen, wie es dann weitergeht. Schmerzmittel brauche ich seit 4 Wochen auch nicht mehr:top:

    Der Frühling bringt sicher seine Verschlimmerung mit sich - das gab es bis jetzt jedes Jahr - und dann entscheide ich weiter.

    liebe Grüsse
    Plumes
     
  17. BienchenSumm

    BienchenSumm summt herum

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    Ich möchte das Thema gerne noch mal aufgreifen.
    Ganz gleich, zu welchen Arzt ich komme, wenn ich erwähne, dass ich seit knapp 2 Jahren MTX nehme, dann tun alle so,
    als ob ich schon auf dem Sterbett liege.
    Mehr oder weniger deutlich wird mir vermittelt, dass MTX meinen Körper schädigt und ich in der Zukunft mit üblen Folgen rechnen müsse.
    Das macht mich ganz fertig und ich hab auch schon darüber nachgedacht, MTX abzusetzen.
    Die RA macht sich bei mir vor allem in den Fingergelenken bemerkbar, nicht nur durch Schmerzen, sondern auch durch sichtbar geschwollene, rote und heiße Gelenke.
    Obwohl die Beschwerden schon vor einigen Jahren begonnen haben, sind im Röntgenbild bisher keine Schäden zu sehen.
    Die Radiologen sind jedesmal verblüfft.
    Im Krankenhaus wurde mir lapidar gesagt, dass ich Glück im Unglück habe und eine nicht so agressive Form erwischt habe.
    Nun bin ich verunsichert, kann ich es wagen, ohne MTX auszukommen? So richtig wirkt es ohnehin nur in Kombination mit Decortin.
    Sollte ich vielleicht nur Cortison + bei Bedarf Schmerzmittel nehmen?
    Wer hat da Erfahrung?
    Obwohl ich nie Probleme mit zu hohen Cholesterinwerten hatte und mich eigentlich gesund ernähre, sind die Werte in den letzten Monaten deutlich angestiegen.
    Ist hier jemand, der schon weit mehr als 10 Jahre regelmäßig MTX nimmt und trotzdem keine gesundheitliche Schädigungen durch das Medikament davon getragen hat?

    Verunsicherte Grüße vom Bienchen
     
  18. anurju

    anurju anurju

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    Liebes Bienchensumm,

    schön, dich mal wieder zu treffen bzw. von dir zu lesen.
    Ich kann deine Sorgen sehr gut verstehen - habe ähnliche - zumal ich mich manchmal frage, was schlimmer wäre, die Erkrankung oder die Nebenwirkungen der Medikamente.
    Aber ich habe ganz aktuell gespürt, wie schlimm es ohne MTX ist. Musste aufgrund zweier paralleler Infekte (Angina und Blasenentzündung) 3 Wochen pausieren und das reichte, um mir mein Schmerz- und Entzündungsniveau ohne MTX vor Augen zu führen.
    In der Rheumaklinik (bin gerade letzte Woche entlassen worden) erklärte mir eine Oberärztin das so:
    Man kann sich die Rheumaformen vorstellen wie verschiedene Hunderassen - alles sind unterschiedlich aggressiv.
    Aber wenn das Immunsystem (also quasi der Hund) nicht kontrollierbar ist, gehört er an die Leine und von der sollte man ihn auch nicht zu schnell wieder loslassen, denn er könnte wieder "loslegen" und das hätte dann vielleicht ernste Folgen. Zumal eine Basistherapie, wenn man sie einmal absetzt wohl oft bei einem erneuten Versuch nicht mehr wirkt.

    Ich glaube, das Absetzen der Mittel muss man wirklich genau überlegen und abwägen, wie groß die Möglichkeiten einer alternativen Therapei wären, falls ein Rückfall passiert.
    Angeblich gehört MTX ja zu den Mitteln, die schon sehr lange erprobt wurden - schön ist es dennoch nicht, sich solche Mittel einzuverleiben. Es gibt da ja auch recht krasse Bücher (Entgiften statt vergiften o.ä.). Ich würde auch lieber alternative Wege gehen, aber gerade die aktuelle Erfahrung hat mir gezeigt, dass mein Körper anscheinend noch Hilfe braucht...
    Schau doch mal bei den Beiträgen von Sassi (ich glaube, sie hat auch einen Blog mit ihren Erfahrungen geschrieben) - irgendwann würde ich gerne mal ähnlich wie sie einen etwas anderen Weg probieren - aber dazu ist es bei mir noch viel zu früh. Und nachdem ich in der Klinik gemerkt habe, welche Bewegungseinschränkungen meine Hände doch schon hatten (durch Ergotherapie zum Glück schon wieder besser) ist mir das Absetzen momentan zu heikel.

    Mein Hausarzt hat mir mal gesagt, ich würde meinem Immunsystem durch MTX helfen und es vielleicht davon abhalten, auch in anderen Bereichen völlig überzureagieren. Mag sein, mag aber auch nicht sein - keine Ahnung !

    Ich drück dir so feste die Daumen, dass du für dich die richtige Entscheidung triffst. Tut gut zu wissen, dass andere auch immer mal wieder überlegen, ob das alles so richtig ist...

    1000 liebe Grüße von anurju :)
     
  19. BienchenSumm

    BienchenSumm summt herum

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    Liebe Anurju,
    danke für deine lieben Worte!!
    Ich denke, jeder von uns kommt mal an den Punkt, wo er die Therapie in Frage stellt.
    Noch bin ich nicht soweit, dass ich mich tatsächlich für's Absetzen entscheide.
    Aber es interessiert mich schon, wie andere Leute damit umgehen und ob es hier Erfahrungen über längere Zeiträume gibt.
    Ich denke auch, dass Leute, denen es mit den Medis gut geht, hier weniger oft reinschauen und entsprechend selten vertreten sind.
    Im Moment brauche ich die Medikamente auch, in den Wintermonaten verschlimmern sich meine Entzündungen immer.
    Meine Ärztin möchte mich gerne auf Biologicals setzen, aber da hab ich noch mehr Schiss vor :eek:
    Tja, am liebsten möchte ich (hex, hex) die Zeit um 10 bis 15 Jahre zurückdrehen und einfach wieder gesund sein...
    Bin im Moment ein echter Jammerlappen :o
     
  20. anurju

    anurju anurju

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    Huhu liebes Bienchen,

    ich finde, du bist absolut kein Jammerlappen - ganz im Gegenteil.
    Genauso geht es mir oft auch - ich stehe manchmal fassungslos vor den Einschränkungen, die mein Leben aktuell bestimmten (insbesondere den Schmerzen, den begrenzten Sportmöglichkeiten, der ewigen Müdigkeit...).
    Aber es hilft nichts - wir müssen es so nehmen, wie es ist bzw. hoffen, dass unsere Körper irgendwann wieder belastungsfähiger werden.
    Und ab und zu muss der Frust doch auch mal raus - und wenn nicht hier, dann wo sonst !

    Insofern: fühl dich mal von Ferne sehr lieb geknuddelt - wir verstehen hier alle, was dich bewegt und wie es dir geht !

    1000 liebe Grüße von anurju :)