MTX und Gedächtnislücken

Dieses Thema im Forum "Klassische langwirksame Antirheumatika" wurde erstellt von Susan42, 13. Februar 2004.

  1. Chrissi50

    Chrissi50 Registrierter Benutzer

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    Ich hab erste Symptome nach ca. 4 Monaten Behandlung gemerkt. Gleichzeitig fing mein (Alopecia areata-) Haarwuchs an, also wirkte MTX.
    Deshalb brachte ichs mit MTX in Verbindung.
    Inzwischen ists tatsächlich besser geworden, aber MTX nehme ich unverändert weiter.Kortison dosiere ich runter.

    Keine Ahnung, aber dieses Verpeiltsein usw. hatte ich früher nicht, obwohl ich schon 3 Jahre vorher starke körperliche Beschwerden ohne Diagnose und ohne Behandlung hatte.
    Also mit der Behandlung besteht ein zeitlicher Zusammenhang, mit den körperlichen Beschwerden eher nicht.
    Ob MTX oder Kortison oder beides zusammen kann ich natürlich nicht sagen.
     
  2. Elke 1959

    Elke 1959 Registrierter Benutzer

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    Ich bin immer wieder erstaunt, wie unterschiedlich die Reaktionen und Nebenwirkungen auf MTX ausfallen.
    Ich bin 59 Jahre alt und nehme seit über 10 Jahren MTX 12,5 mg. Ich habe noch NIE (toi, toi, toi .. schnell auf Holz geklopft) Nebenwirkungen gehabt oder die hier beschriebenen Gedächtnislücken festgestellt. Ich lerne z.B. seit 2 Jahren am PC Englisch mit täglichen Übungen und habe sehr gute Fortschritte gemacht. Gerade dort würde mir schnell auffallen, wenn das Gedächtnis nicht so mitspielt.
     
    Resi Ratlos und -Tweety- gefällt das.
  3. Sarina91

    Sarina91 Mitglied

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    Es ist wirklich erstaunlich, wie unterschiedlich sich die Nebenwirkungen von MTX in unserem Alltag zeigen.
    Ich selber nehme seit dem 14. Lebensjahr MTX. Mittlerweile insgesamt 13 Jahre. Das ist schon eine lange Zeit :-(.
    Seit längerer Zeit bekomme ich 7,5mg pro Woche. Aber auch ich habe mit den Jahren gemerkt, dass ich etwas vergesslicher werde.
    Bei mir äußert sich das so, dass ich innerhalb von Sekunden nicht mehr weiß ob ich die Fenster oder Türen zugeschlossen habe. D.h. ich kontrolliere dann mehrfach, ob das Fenster geschlossen ist.

    Liebe Grüße
    Sarina
     
  4. Rastapunk

    Rastapunk Neues Mitglied

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    Hallo, ich nehme MTX inwzischen auch seit 3 Jahren, erst als Tablette, dann als Spritze, jetzt wieder in Tablettenform (bei den Spritzen hat bei mir kräftig die Übelkeit zugeschlagen) und seit mehr als einem Jahr habe ich auch auffällige Probleme mit meiner Konzentrationsleistung und Merkfähigkeit zu kämpfen. Ich habe zwar nicht die hier vielfach beschriebenen Blackouts, aber gerade im Arbeitsalltag fällt es mir schwer eine Sache konzentriert abzuarbeiten und meine vielen Termine jederzeit parat zu haben. Oftmals kommen mir wichtige Gedanken in den Sinn, die ich zu Papier bringen will, aber eine Sekunde später fehlen mir eben diese und ich bekomme sie auch nicht wieder hervor geholt. Das stört mich wirklich sehr und ich habe auch schon viel hin und her überlegt, wie ich dagegen anarbeiten könnte oder was die Ursachen sein könnten. Auf MTX bin ich bis heute nicht gekommen. Erstmal vielen Dank an alle, die ihre Erfahrungen hier schildern. Es tut wirklich gut nicht ganz allein damit zu sein.

    Ich habe mir jetzt extra aufgeschrieben :)a smil08:) bei meinem nächsten Rheumatologentermin die Problematik mal anzusprechen.

    Beste Grüße
    Patrick
     
  5. Chrissi50

    Chrissi50 Registrierter Benutzer

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    Bei mir hat sich ein wenig gebessert. Aber an und zu störts mich auch noch.
     
  6. Catwoman55

    Catwoman55 Bekanntes Mitglied

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    Oh ja, da kann ich auch mitreden. Allerdings fiel es mir schon auf als ich noch ein Antidepressivum nahm. Habe es auf diese ganze Geschichte geschoben. Aber es wurde zwischendurch auch immer wieder etwas besser und den Rest schob ich auch aufs älter werden. In der Zeit in der ich MTX nahm wurde es aber wieder definitiv schlimmer. So Aussetzer wie beschrieben hatte ich nicht wirklich aber das Gedächtnis (sowohl Kurz- als auch Langzeit) nahm rapide ab und ich fühlte mich sehr oft sehr verpeilt. War oft der Meinung eine Handlung durchgeführt zu haben und habe dann aber nichts mehr gefunden was darauf zurück führen liess. (Tabelleneinträge waren plötzlich weg, obwohl ich mir sicher war, sie eingetragen zu haben!) Ich hatte oft Angst komplett "verrückt" zur werden.
    Mein super Gedächtnis von früher ist definitiv Geschichte auch die Aufnahmefähigkeit. Ich war immer sehr schnell im Aufnehmen und Begreifen von neuen Inhalten. Selbst schwierige Texte (Studien ...) waren kein Problem für mich, heute scheitere ich teilweise bei einfachen Vertragstexten. Die Konzentrationsschwierigkeiten schwanken. Manchmal kann ich mich regelrecht in etwas verbeissen und nehme die Umgebung nicht mehr wahr und manchmal fallen mir schon einfache Alltagstätigkeiten extrem schwer und ich verzettle mich. Das macht mir alles grosse Angst, vor allem weil ich das Gefühl habe keiner nimmt es ernst und ich kann es nicht verständlich rüberbringen.
    Sowohl auf MTX als auch auf Cortison (> 5mg) reagier(t)e ich mit depressiven Episoden. Mein HA wollte es mir nicht glauben. Inzwischen sind Auslöser eher Sturmtiefs, wie in den letzten Wochen.
     
  7. Chrissi50

    Chrissi50 Registrierter Benutzer

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    Bei mir wars teilweise so arg, dass ich nicht mehr sinnerfassend lesen konnte, und Buchseiten abends doppelt las, um die einfache Roman-Handlung zu verstehen.

    Gedanken schwirrten ab, und ich konnte sie nicht fassen. Das hab ich aber immer wieder mal.
     
  8. Katjes

    Katjes Registrierter Benutzer

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    Ich nehme schon sehr lange kein Mtx mehr....... und finde mich bei Chrissis bzw. euren Beschreibungen....... Ich schiebe es darauf, daß mein Gehirn mit Schmerzen und Entzündungen zu tun hat, da bleibt dann manchmal etwas anderes auf der Strecke.... Zb. Konzentration oder die Gedächtnisleistung..... So erkläre ich es mir.
     
  9. Grätchen

    Grätchen Mitglied

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    Hallo Ihr Lieben! Habe grade gelesen und habe gedacht Aha jetzt weiß ich woran es liegt das ich mich nicht mehr so gut konzentrieren
    kann ,hab das nie auf das MTX oder Kortison bezogen aber ich kann schon länger keine Bücher mehr lesen ( was ich früher gerne gemacht habe) ohne eine Seite zweimal zu lesen kann mich einfach nicht darauf konzentrieren so macht das keinen Spaß. Auch im Alltag merke ich das oft.
     
  10. Chrissi50

    Chrissi50 Registrierter Benutzer

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    Wenn auch andere ohne MTX solche Probleme haben, könnte es dann auf eine neurologische Beteiligung zurückzuführen sein?
    Oder hat MTX etwas verändert/zerstört, womit wir dann auch ohne MTX leben müssen? Wieso aber dann nur zeitweise?

    Während meines Schubes seit 2 Monaten habe ich kaum was gemerkt, hatte keine Defizite. Also kanns nicht daran liegen, dass mein Gehirn mit Entzündungen zu tun hat und die kognitiven Fähigkeiten vernachlässigt.
     
  11. hanninanni

    hanninanni Aktives Mitglied

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    Ich finde mich in Euren Beschreibungen auch wieder.
    Allerdings ging das bei mir - soweit ich mich erinnere :) - schon vor dem MTX los.
    Es kann natürlich im Allgemeinen daran liegen, dass man einfach 1. älter und 2. auch noch krank geworden ist und Kopf und Seele erst mal eine Menge zu verarbeiten hatten.
    Dazu kam auch noch, dass mich das Cortison beim Abdosieren fürchterlich durchgerüttelt hat.

    Ich habe jetzt beim Einstieg in den neuen Job oft so "Zweifelphasen" gehabt. Nach dem Motto "Packst Du das überhaupt noch?".
    Konzentrationsschwäche, Verwirrung, Einiges vergessen - die ganze Palette halt.
    Die Kollegen haben meine anfängliche Verzweiflung aber auf die Seite gewischt ( Hör auf Dir nen Kopf zu machen! Du machst das gut. )
    Dann beruhigt man sich und es wurde auch besser. Ich bin jetzt weitestgehend eingearbeitet und es kommen wieder Routinen auf.
    Auch die kleinen Momente, in denen man einfach mal stolz auf sich selber ist.....

    Ansonsten hab ich mir angewöhnt, alles Mögliche erst einmal auf irgendeinen Zettel oder digitalen Notizblock zu schreiben.
    Allein dadurch bleibt es besser haften und die eigene Unsicherheit, dass man was vergessen könnte, wird dann auch weniger und bremst einen nicht zusätzlich aus.

    LG
    Inge
     
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