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MTX und Familienplanung

Dieses Thema im Forum "Rheuma und Schwangerschaft" wurde erstellt von sanne77, 13. Dezember 2004.

  1. sanne77

    sanne77 Guest

    Hallo allerseits,

    ich bin 27 Jahre alt und nehme seit sechs Jahren Lantarel (leide seit acht Jahren an CP).
    In puncto Familienplanung gibt es viele unterschiedliche Meinungen: Medikament drei Monate absetzen / ein Jahr absetzen, Aktivität der Krankheit während dieser Zeit, Folgeschäden nach langjähriger Einnahme usw.
    Ist jemand in einer ähnlichen Situation und/oder hat Erfahrungen mit dem dem Thema MTX und Schwangerschaft gemacht ?

    Vielen Dank für eure Beiträge

    Sanne
     
  2. Colana

    Colana Musikus

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    Hallo Sanne,

    ich bin schon 41 Jahre, habe selbst seit Jahren cP, konnte es aber ohne MTX in Schach halten....

    Zu Deiner Frage:
    Das was ich mitbekommen habe, ist, das Du nach der letzten MTX Einnahme 6 Monate mit der Schwangerschaft warten solltest, passiert es vorher, müßtest Du im Krankenhaus es abtesten lassen und evtl. an die Blutwäsche....
    Sorry, dass ich Dir keine positivere Antwort schreiben konnte... Was die Folgeschäden angeht, kann ich Dir leider keine Auskunft erteilen, ich weiß nur, dass Du während der Schwangerschaft bestimmte Medikamente bekommen darfst, ich bin der Meinung es ist Cortison, vielleicht kann es hier ja jemand bestätigen.....

    Ich habe Dir hier mal eine Frage hineinkopiert (sorry, ich weiß nicht, wie man verlinkt), vielleicht hilft Dir ja dies schon weiter:





    Silke S.:

    Ich werde demnächst 34 Jahre, habe seit ca. 17 Jahren eine HLA-B27-positive Oligoarthritis; DD Psoriasisarthritis sine Psoriasis (beide Knie, ein Ellenbogen und Sprunggelenke) mit erhöhter systemischer Entzündungsaktivität.

    Vor Jahren habe ich mal eine MTX-Therapie angefangen, aber nach drei Monaten beendet, da ich damals noch gegen Basismedikamente war. Habe eine zeitlang mal Vioxx (ca. 2 Jahre) genommen, aber eigentlich sonst nichts. Ich habe auch keine unerträglichen Schmerzen, bin einfach nur etwas "ungelenk" am Morgen.

    Derzeit beschäftige ich mich sehr mit der Familiengründung und war aus diesem Grunde bei einem neuen Rheumatologen. Dieser schlug mir vor, zuerst an meine Gelenke zu denken und eine MTX-Therapie zu machen und dann an Familie zu denken. Daraufhin war ich nochmal bei der ambulanten Rheumasprechstunde in Bad … , dort wurde mir im Grunde das gleiche geraten. Jeder lehnte eine Schwangerschaft vor der MTX-Therapie ab.

    Seit 8 Wochen nehme ich jetzt Prednisolon, 5mg/ Tag und nächste Woche soll die MTX-Therapie beginnen.

    Nun meine Frage:

    Kann man eine MTX-Therapie nach ca. 9 bis 12 Monaten unterbrechen, um dann nach der 6-monatigen Ausleitphase mit der Nachwuchsplanung zu beginnen? Wirkt das MTX nach der Schwangerschaft dann wieder genauso? Was kann passieren, wenn man die Therapie nach 12 Monaten unterbricht? Was ist Ihre Empfehlung in so einem Fall?

    Eine weitere Frage: Beeinflusst das Cortison die Wirkung der Pille? Und wie sieht es mit dem Einfluss des MTX auf die Pille aus?

    Antwort:

    Ob eine Methotrexat-Therapie zwingend notwendig ist oder ob es damit Zeit hat und zunächst eine Schwangerschaft geplant werden sollte, hängt von sehr vielen Faktoren ab. Ein ganz wesentlicher Gesichtspunkt ist natürlich die aktuelle Krankheitsaktivität und zugleich der bisherige Krankheitsverlauf, auch im Hinblick auf radiologische Veränderungen an den Gelenken (im Röntgenbild sichtbare Zeichen der entzündlichen Gelenkzerstörung).

    Methotrexat wirkt in der Regel solange, wie es gegeben wird. Bei den meisten Patienten kommt die Krankheitsaktivität wieder, wenn mit der Therapie aufgehört wird. Im Hinblick auf eine Schwangerschaft, vor der in jedem Fall ein Aussetzen der Methotrexat-Therapie notwendig ist, steht damit in vielen Fällen dasselbe Problem einer zunehmenden Krankheitsaktivität wieder an.

    Es gibt im Hinblick auf das Intervall zwischen der Beendigung der Methotrexat-Therapie und einer Schwangerschaft unterschiedliche Empfehlungen. Ich selber halte ein freies Intervall von 3 Monaten für völlig ausreichend. In dieser Zeit bekommen meine Patientinnen hochdosiert Folsäure (Folsäure ist der unmittelbare Gegenspieler zu Methotrexat; ein Teil der Methotrexat-Nebenwirkungen und Probleme, auch im Hinblick auf die Schwangerschaft, resultieren aus dem Eingriff von Methotrexat in den Folsäure-Stoffwechsel der Zelle).

    In vielen Fällen wirkt Methotrexat nach einer Therapieunterbrechung wieder so gut wie vorher. Es gibt aber auch die gegenteilige Beobachtung, nach der nach einer Therapiepause mit Methotrexat die ursprünglich gute Wirkung nie mehr erzielt wird.

    Cortison beeinflusst die Wirkung der Pille nicht bzw. nur unwesentlich. Dasselbe gilt für Methotrexat. Keywords: Methotrexat, Schwangerschaft, Therapieplanung Experte: PD Dr. med. H.E. Langer, 22.07.2004




    Ich wünsche Dir für Deine Familienpläne viel Erfolg...
    Liebe Grüße
    Colana
     
  3. Antje Müller

    Antje Müller Neues Mitglied

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    Hallo Sanne,
    ich bin 29 und hatte das gleiche Problem wie du. Ich habe anfang diesen Jahres angefangen MTX langsam zu reduzieren. Von wöchentlich 10 mg über alle 2, 3 und 4 Wochen eine Spritze bis ich dann im August völlig aufgehört habe. Natürlich alle in Absprache mit meiner Ärztin. Jetzt bin ich 4 Montate ohne MTX ausgekommen. In dieser Zeit habe ich bis zu 10 mg Cortison und verschiedene Scherzmittel genommen. Nun hat meine Ärztin "grünes Licht" für eine Schwangerschaft gegeben. Ich nehme jetzt 6 mg Cortison und fühle mich gut. Während der Schwangerschaft ist Corison in geriner Dosis erlaubt. Die Ärztin meinte aber es wird wohl in meinem Fall möglich sein es ganz auszuschleichen.

    Nun hoffe ich bald schwanger zu werden.

    Ich glaube das wichtigste ist, dass deine Krankheit in einer Ruhephase ist, bevor du anfängst das MTX zu reduzieren.

    Ich wünsche dir viel Glück.

    Antje
     
  4. severin

    severin Neues Mitglied

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    Hallo Sanne,

    bin schon einen Schritt weiter als Du und habe das MTX (3,5 Jahre genommen) vor 5 Monaten abgesetzt. Die Empfehlungen, wie lange man weiterhin verhüten muß, variieren sehr stark. Ich habe einfach auf "meine Ärzte" gehört und sie haben von 6 Monaten gesprochen. Ich denke einfach da ist der Sicherheitsabstand doch größer als bei nur 3 Monaten. Außerdem habe davor für 3 Monate das MTX reduziert um gravierende Verschlechterungen evtl. schon zu erkennen - von 15mg auf 7,5mg/ Woche. Da hatte ich gar keine Probleme, aber 3 Wochen nach Absetzen fingen die Füße wieder sehr stark an weh zu tun, so daß ich morgens wieder kaum laufen konnte und auch diverse andere Gelenke waren wieder betroffen wie vor der MTX-Therapie. Nun nehme ich 10mg Cortison/ Tag und mir gehts relativ gut, so daß ich denke die restliche Wartezeit auch noch gut rumzukriegen. Klar bin ich nicht so fit, wie während der MTX-Therapie, aber ich kann mit Cortison gut arbeiten gehen.
    Fiolgeschäden von er Therapie habe ich keine und ich glaube die sind auch eher nach Jahrzehnetn zu erwarten, wenn man zudem entweder sehr viel Medis genommen hat oder Alkohol dazu getrunken hat oder ähnliche Risikofaktoren. Prinzipiell gehe ich davon aus, daß ich mit Basismedikament eine bessere Lebensqualität habe.

    Liebe Grüße und ich hoffe, ich habe Dir geholfen,
    Severin