MTX bei Krebs

Dieses Thema im Forum "Klassische langwirksame Antirheumatika" wurde erstellt von Nobody, 16. Februar 2021.

  1. Nobody

    Nobody Registrierter Benutzer

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    Hallo zusammen,

    darf man mit einer Krebserkrankung weiterhin Basistherapeutika wie MTX gegen das Rheuma nehmen? Oder darf man nach einer Krebserkrankung grundsätzlich nur Kortison gegen das Rheuma nehmen?

    Folgendes Problem tut sich auf:
    ohne MTX: schweres aktives Rheuma mit hohen Entzündungswerten
    mit MTX: Rheuma besser im Griff, dafür ggf. (?) höheres Krebsrisiko

    Wobei ich mich frage, ob unbehandeltes aktives entzündliches Rheuma nicht auch den Krebs "befeuern" kann.

    Habt Ihr Erfahrungen? Wisst Ihr mehr? Vielen Dank.

    Schöne Grüße
    Nobody
     
  2. Clödi

    Clödi Registrierter Benutzer

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    Hallo Nobody,

    die Frage ist doch, um welche Krebserkrankung es sich handelt?
    Oder geht es jetzt nur um eine rein hypothetische Frage für den Fall der Fälle.
    Bei einer konkreten Erkrankung würde ich den Onkologen befragen. Denn MTX ist ja auch ein Zytostatikum und wird als Chemotherapie bei bestimmten Krebserkrankungen verabreicht.

    Da es so viele verschiedene Rheumaarten gibt mit ganz verschiedenen Antikörpern, vermute ich (je nach Autoimmunerkrankung) ein mögliches erhöhtes Risiko für verschiedene Krebserkrankungen. Als Beispiel mögliche Lymphome bei schwerer rheumatoider Arthritis.

    Mein Dermatologe sagt, dass ich aufgrund der MTX Einnahme auch ein erhöhtes Risiko für weißen Hautkrebs habe. Das trifft aber auf andere Medikamente auch zu.
    Was kann ich also tun? Regelmäßig die Haut untersuchen auf Auffälligkeiten achten und regelmäßig zum Screening gehen. Außerdem nach Möglichkeit die Sonne meiden und Schutzmittel mit LSF verwenden.

    Sind aber alles nur laienhafte Gedanken. Bei einer konkreten Krebserkrankung kann das sicher nur der behandelnde Arzt beantworten.
     
    Pasti gefällt das.
  3. Luna-Mona

    Luna-Mona Registrierter Benutzer

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    Hallo Nobody,

    also ich nehme seit der Krebsdiagnose kein MTX mehr, meine Onkologin hat es angeraten. Merkwürdigerweise habe ich aber auch seit der Knochenmarktransplantation keine Rheuma-Schmerzen mehr. Der Rheumatologe hat gesagt, wenn der Schmerz wieder kommt, gibt es andere Mittel.
    Natürlich habe ich mich oft gefragt, ob ich die Krebserkrankung nicht irgendwie verhindern konnte ... Aber ich habe meinen Frieden gemacht, seit ich weiß, dass inzwischen jeder Dritte (!) an Krebs erkrankt. Es ist also kaum zu verhindern. Schicksal eben.

    Liebe Grüße
    Luna-Mona
     
  4. anurju

    anurju anurju

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    Liebe Luna-Mona - eine bewundernswerte Einstellung hast du - das muss ich schnell loswerden...

    Zu der Ausgangsfrage: meine Rheumatologin hat mir sehr eindrucksvoll erklärt, dass man mit hohen Entzündungswerten ein deutliches erhöhtes Krebsrisiko hat - weil der Körper einfach im Ausnahmezustand ist und Zellregeneration nicht so gut funktioniert.
    Ich hatte vor der Basistherapie Sorge, weil jedes Mitglied meiner Familie (väterlicherseits) irgendwann an Krebs erkrankt und auch daran verstorben ist. Insofern war ich in Sorge, mein Risiko noch zu erhöhen, wenn ich mein Immunsystem dämpfe. Aber das scheint durch eine unbehandelte Rheumaerkrankung ja noch heikler zu sein (mal abgesehen von den Risiken hoher Entzündungswerte für das Herz-Kreislaufsystem).

    Liebe Grüße von anurju
     
  5. anurju

    anurju anurju

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  6. Nobody

    Nobody Registrierter Benutzer

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    Vielen Dank für eure Antworten.

    @Clödi: Das Problem ist, dass es seitens der Ärzte unterschiedliche Auffassungen bzgl. MTX gibt. Die Krebsart ist ohnehin selten und es gibt daher keine/kaum Erfahrungen. Es geht daher eher um allgemein-gültige Überlegungen.

    @Luna-Mona: Interessant, bei dir wurde es also auch abgesetzt. Es freut mich, dass es dir in Sachen Rheuma besser geht. Alles Gute.

    @anurju: Genau das würde eher dafür sprechen, MTX oder ggf. andere Basistherapeutika trotzdem zu nehmen.

    Über noch mehr Erfahrungsberichte zum Thema würde ich mich freuen. Vielen Dank im Voraus.
     
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