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MTX absetzen

Dieses Thema im Forum "Klassische langwirksame Antirheumatika" wurde erstellt von Lil_03, 31. Januar 2012.

  1. Lil_03

    Lil_03 Neues Mitglied

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    Hallo Zusammen,

    ich habe vor knapp 2 Jahren meine Diagnose Rheumatoise Artritis bekommen.
    Das ging relativ schnell (noch im zeitfenster von knapp 3 monaten), da ein erhöhter CPP Wert und die typischen Schmerzen und Schwellungen dies angezeigt hat.

    Ich wurde auf 15 mg MTX und Kortision eingestellt. Kortision hab ich nach einem halben jahr ausgeschlichen.
    Seitdem hatte ich alle paar wochen mal schmerzen in den gelenken oder sehnen, die meist mit einer tablette diclofenac meist am nächsten tag geschichte waren.
    ich kann soweit ein (fast) normales Leben ohne Einschränkungen führen, worüber ich sehr dankbar bin.
    Nach einem jahr kontne ich MTX auf 10 mg runtersetzen, vor einem halben jahr auf 7,5 mg.

    Seit ca. 3-4 monaten habe ich gar keine beschwerden mehr und beim letzten besuch meiner Rheumatologin meinte sie, wenn das bis zum nächsten Quartalsbesuch so bleibt, dass wir MTX dann absetzen könnten (5mg gäbe es noch, aber das wäre so wenig, dass es von der wirkung ist genauso wie garnichts).

    Einerseits würd ich mich natürlich riesig freuen, wenn ich MTX absetzen könnte.
    Anderseits habe ich auch ANgst. Was ist, wenn es dann wieder los geht mit den schmerzen.
    Was ist wenn ich dann MTX wieder nehmen muss und es nicht mehr wirkt (hab ich hier auch schon gelesen).
    Meint Ihr das ist etwas zu verfrüht es abzusetzen?
    Habt Ihr ähnliches erlebt?
    wann ist man in einer Remission?Könnte das bei mir schon der Fall sein?

    So viele Fragen :) Freue mich über jede Antwort.
    Danke Lil
     
  2. Anja93

    Anja93 Neues Mitglied

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    Hallo Lil_03 :)

    ich nehme seit ca. über 1 Jahr MTX &' mein Arzt meinte,wenn es nach 2 Jahren gut aussieht,dann könnte ich MTX auch wieder absetzen. Ob es verfrüht ist? Ich glaube,das ist bei jedem anders. Aber es würde mich für dich freuen,wenn du es wieder absetzen könntest ohne später wieder Schmerzen zu haben.

    Liebe Grüße...
     
  3. Luzey

    Luzey Neues Mitglied

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    Nabend lil_03,

    wenn es bei dir von den Werten her passt, sollte es kein Problem sein es abzusetzen. Es ist bestimmt auch selten, dass MTX nicht mehr wirkt, falls du es doch mal wieder brauchst. Selbst wenn es der Fall sein sollte, gibt es eine ganze Bandbreite von Medikamenten, die man alternativ nehmen kann. Ich habe ein paar Monate MTX genommen und jetzt habe ich Leflunomid ehemals Arava und werde bald wieder umgestellt, da bei mir bis jetzt nichts richtig wirkt wie es sollte.

    Ich wünsche dir, dass du es absetzen kannst und dann nie wieder Medikamente brauchst!

    Liebe Grüße die Luzey
     
  4. Tiangara

    Tiangara PMR seit 08/2008

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    Ich bin auch gerade dabei, MTX auszuschleichen (allerdings hab ich es mehr als 2 Jahre lang gespritzt). Ich war dann auf 25 mg, und als meine Blutwerte konstant gut waren und die Schmerzen nur noch minimal, meinte mein Rheumatologe, ich könne jeden Monat um 2,5 mg reduzieren - vorausgesetzt, Blutwerte und Befinden verschlechtern sich nicht wieder. Bisher hat es geklappt! Mittlerweile bin ich auf 15 mg und werde übernächste Woche auf 12,5 mg gehen.

    Also wenn du unsicher bist, dann mach doch noch den Zwischenschritt mit 5 mg - wenn's dann Probleme gäbe, könntest du leicht wieder auf 7,5 mg hochgehen. Wenn es gut geht, denke ich, dass du das MTX einen Monat später dann weglassen kannst.

    Ich wünsch dir, dass es klappt!

    Liebe Grüße,

    Tiangara
     
  5. Kitty66

    Kitty66 Neues Mitglied

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    Mtx

    Ich habe 10 Jahre MTX genommen seit 2Jahren nehme ich nun Azathioprin weil ich das MTX nicht mehr vertragen habe. Aber es wirkt nicht richtig und ich brauche immer zwischendurch Pred. Aber das MTX war gut bis ich es eben nicht mehr vertragen habe ;)
     
  6. Maju

    Maju Registrierter Benutzer

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    Hallo,
    ich bin auch gerade dabei, MTX auszuschleichen. Ist Ausschleichen denn die richtige Methode?
    Ich nehme MTX seit Juli 2012 (Diagnose: rheumatoide Arthritis), kurz darauf völlig beschwerdefrei (verblüfft jeden Arzt), kein Cortison und keine Schmerzmittel nötig.
    Anfang dieses Jahres habe ich begonnen, von 15 mg auf 10 mg, dann auf 7,5 mg immer im 6wöchigen Abstand zu reduzieren. Jetzt bin ich somit bei 3,75 mg und weiß aber nicht, ob das überhaupt richtig ist. 5 mg wäre ja die niedrigste Dosierung...
    Ich habe damit angefangen, da mein letzter CRP-Wert gleich Null war, somit keine Entzündung im Körper vorhanden.
    Meinen nächsten Termin beim Rheumatologen habe ich Anfang Mai, mal sehen, was der dazu sagt.

    Stellt sich nur die Frage, was machen, wenn die Schmerzen und Schwellungen wieder kommen??

    @Tiangara: Dein Beitrag lässt mich hoffen, dass ich auf dem richtigen Weg bin.:)

    Liebe Grüße,
    Maju
     
  7. kukana

    kukana Moderatorin

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    Hallo Maju,

    Wenn bei dir nach den Reduzierung von MTX erneut Schwellungen und Entzündungen auftreten, dann war die Remissionsphase dank der guten Wirkung von MTX leider nur vorübergehend. Man kann zu MTX dann zurück kehren, muss aber evtl. in Kauf nehmen dass es
    a. nicht noch einmal so gut wirkt
    b. die Zeit bis es wirkt länger dauert
    c. man vorübergehend wieder Cortison und NSAR erhöhen muss
    d. es nicht mehr wirkt und man ein neues Mittel probieren muss
    e. du kannst Glück haben und es bleibt jahrelang bei der Remission, ohne Probleme.

    Mach dir darum einen Kopf wenn es soweit ist. Für mich persönlich gehts nicht ohne MTX, hatte auch mal ein jahr komplett ohne und musste dann zurück und daher (siehe a bis c) weiß ich wie es gehen kann.

    gruß Kukana
     
  8. Tiangara

    Tiangara PMR seit 08/2008

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    Hallo Maju,

    Kukana hat völlig recht. Aber man kann's ja mal probieren ...

    Wenn du schon einige Wochen mit dem MTX auf 7,5 mg bist, kannst du es anschließend gleich ganz weglassen. Das hat mein Rheumatologe damals zu mir gesagt. Er meinte, was unter 7 mg liegt, ist sowieso nicht mehr spürbar bzw. hat keine Wirkung. So war denn 7,5 mg auch meine letzte Dosis; danach habe ich es abgesetzt. Das ist jetzt fast 3 Jahre her ...

    Ich wünsche dir, dass es klappt!

    LG, Tiangara
     
  9. DesperadoGirl

    DesperadoGirl Mitglied

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    @Tiangara:

    Hallo, aber so richtig geklappt hat es mit der Vollremission nach Absetzen des MTX dann doch nicht, oder verstehe ich das falsch? Vielleicht nimmst du das Cortison ja auch für was anderes?
     
  10. Maju

    Maju Registrierter Benutzer

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    Hallo Kukana, hallo Tiangara,

    danke für Eure Antworten. Ich glaube, ich muss es tatsächlich ausprobieren und durchziehen. Jeder scheint anders zu reagieren. Tiangara ist seit 3 Jahren MTX-frei und es hat geklappt, wenn ich das richtig verstanden habe.
    Hoffnung, Hoffnung, Hoffnung.
    Kommst Du denn seitdem ganz ohne Medis aus (also auch kein Cortison etc.)?
    Ich werde auf jeden Fall demnächst nochmal bei meinem Hausarzt meinen CRP-Wert bestimmen lassen (also noch vor dem Termin beim Rheumatologen). Bin gespannt!

    LG Maju
     
  11. Tiangara

    Tiangara PMR seit 08/2008

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    @ DesperadoGirl und Maju,

    Das MTX ausschleichen, war kein Problem. Anschließend habe ich auch das Cortison ausgeschlichen, was auch ganz gut ging. Erst nachdem ich auf Null war, ging es langsam wieder bei mir los. Das heißt, ich brauche im Moment (seit ca. 1 Jahr) wieder etwas Cortison - meist 5 mg, was viele ja als Dauermedikation haben. Mit dem MTX hat das meiner Meinung nach nichts zu tun.

    Ich drück dir die Daumen, Maju. Man muss es halt probieren; in die Zukunft schauen kann leider keiner.
     
  12. DesperadoGirl

    DesperadoGirl Mitglied

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    @Tiangara:

    danke, das dachte ich mir. Vollremission ist für mich, wenn man keine Medikamente braucht. Mit dem MTX hat das meiner Ansicht nach selbstverständlich etwas zu tun. Nach völligem Absetzen des MTX ist, so wie du es schreibst und ich es verstehe, nach einiger Zeit des Stillstands die Krankheit zurückgekehrt, so dass du jetzt statt MTX eben Cortison nehmen musst um über die Runden zu kommen....hmmmm....ich finde, das sollten Maju und Lil etc. fairer Weise schon wissen:D.
     
  13. Tiangara

    Tiangara PMR seit 08/2008

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    Ja, das hab ich ja geschrieben. Aber ich nehme jetzt das Cortison nicht STATT des MTX, denn früher habe ich beides genommen!! Und das Ausschleichen des MTX hat sich nicht ausgewirkt, nur das Ausschleichen des Cortisons führte zum Rückfall!
     
  14. Nachtigall

    Nachtigall Aktives Mitglied

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    Hallo Lil,
    ich würde es drauf ankommen lassen. Ich würde der Rheumatologin vertrauen und es einfach ausprobieren, wie es ist, wenn du ganz absetzt. Angst ist meist kein guter Begleiter. Mach dir keine Sorgen um ungelegte Eier, es reicht, wenn du dir Gedanken machst über eine erneute MTX-Einnahme, wenn du wirklich wieder Beschwerden hast. Ich wäre froh, wenn es mir so gehen würde wie dir. ;)
     
  15. Maju

    Maju Registrierter Benutzer

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    Hallo Ihr Lieben,

    ich war mittlerweile in der Rheumatologie und der Arzt meinte, dass man nach 2 Jahren Schmerz- und Symptomfreiheit das MTX absetzen könne (sei durchaus Usus und empfehlenswert). Allerdings hätte ich es nicht ausschleichen müssen, sondern einfach absetzen. Aha, wieder was gelernt.
    In den letzten Wochen habe ich immer mal wieder leichte Schmerzen im Zeige- und Mittelfingergelenk der rechten Hand, aber ohne Schwellungen. Ich komme ohne Schmerzmittel aus, weiß aber nicht, ob ich vielleicht Ibuprofen nehmen sollte, damit die Entzündung bekämpft wird?? Ansonsten habe ich keine Beschwerden seit ich MTX abgesetzt habe (klopf auf Holz!).:)
    Falls die Schmerzen und Schwellungen wieder kommen UND dann im Abstand von 4-6 Wochen auftreten, müsse man wieder über eine Dauer-Medikation nachdenken, so der Arzt.:( Aber darüber mach ich mir jetzt noch keine Gedanken.

    HG Maju
     
  16. Frau Meier

    Frau Meier Guest

    @Maju

    Es ist sicher kein Schaden, wenn das MTX eben nicht sofort abgesetzt wird.
    Aber das ist wohl Ansichtssache und wenig belegt.
    Die Bestrebungen der individualisierten Medizin zielen ohnehin darauf ab, möglichst wenig, aber so viel wie nötig UND die individuell passenden Medikamente einzusetzen. Das ist aber nichts, was in sehr kurzen Zeiträumen sinnvoll erforschbar ist.

    @DesperadoGirl

    Das mag Deine persönliche Definition sein; Vollremission heißt aber in der medizinischen Terminologie (nur), dass keine aktiven Krankheitszeichen feststellbar sind, die Erkrankung somit vollständig inaktiv ist. Aktiv habe ich zu den Krankheitszeichen deshalb ergänzt, weil z. B. bei einer RA mit Schäden nie ein kompletter "Reset" erfolgen kann, sondern nur das Fortschreiten verhindert wird. Trotzdem kann die Erkrankung im Tiefschlaf verharren = Vollremission. Wie lange ein solcher Tiefschlaf anhält, ist ein anderes Thema und individuell höchst variabel.

    Remission kommt von remittere (lat.) und bedeutet sinngemäß "die Krankheit wurde zurückgeschickt", also in Schlaf versetzt - das bleibt oft nur so, WEIL Medikamente in ausreichender Dosierung eingesetzt werden und sagt über die Therapie selbst nichts aus.
    Was Du meinst, wäre eine therapiefreie Remission ;)