Mortihexe
Neues Mitglied
Ich bin 34 Jahre alt und Mama von 2 Kindern.
Vor ca. 4-5 Jahren begann alles mit starken Schmerzen im Steißbein. Es war mir kaum noch möglich zu sitzen. Zusätzlich schmerzende und extrem knacksende Knie (vor allem beim in die Hocke gehen und Treppensteigen). Daraufhin schlichen sich irgendwann Gesäßschmerzen ein. Vor ca. 3 Jahren kam das komplette ISG hinzu.
Seit dem weiß ich gar nicht mehr wie es ist ohne Schmerzen zu sein. Der ISG Schmerz ist beidseitig und im Wechsel ist immer eine Seite die Schlimmere. Dauerhafter Schmerz, vor allem Anlaufschmerz. Es fühlt sich an als würde mir jemand eine heiße Messerklinge durch das Gelenk über die Knochenhaut ziehen. Kleinste Dinge wie Socken/Schuhe anziehen, aus dem Auto steigen und so vieles mehr, sind ohne Schmerzen nicht mehr möglich. Der Alltag mit 2 Kindern wird zur absoluten Herausforderung.
Vor ein paar Monaten kam ich wirklich an meine Grenzen. Ich habe jeden Abend im Badezimmer geweint, weil ich kaum noch durch den Alltag kam. Die Schmerzen waren so stark, dass ich mich nicht mehr gerade aufrichten konnte und kaum noch auf den Beinen halten konnte. Ich war nicht in der Lage den Kinder Kleidung aus dem Schrank zu holen oder mir die Socken anzuziehen. Ich kam morgens kaum aus dem Bett und konnte nur mit nach vorne gebeugten Oberkörper ins Badezimmer kommen. Selbst das Aufstehen nach dem Mittagessen oder das nach vorne beugen zum Teller schmerzt. Es geht wirklich an die Substanz, wenn man nicht mehr in der Lage ist seine Kinder zu baden oder einfach die Mama zu sein, die man eigentlich ist. Ich war sonst für jeden Spaß zu haben, bin mit den Kids durchs Klettergerüst geklettert und jetzt bin ich froh, wenn ich ansatzweise den Alltag hinbekomme.
Ich selbst habe bevor ich zum Arzt ging alles versucht was man in Eigeninitiative so versuchen kann. Sport, Rückenübungen, Wärme, Schmerzsalben. Auch Ibuprofen und Diclofenac habe ich über einige Wochen ausprobiert (das brachte auch immer Linderung, aber sobald ich es wegließ war der Schmerz wieder komplett da).
Letztes Jahr war ich beim Orthopäden, dieser veranlasste ein MRT der Lendenwirbelsäule. Alles ohne Befund außer eine leichte Skoliose. Physiotherapie habe ich letztes Jahr gemacht und dieses Jahr auch regelmäßig. Nichts hilft!
Ich bekam seit dem mehrere Cortisonspritzen. Letztes Jahr in August und dieses Jahr im Januar, Februar, März und April. Ohne diese hätte ich mich wahrscheinlich nur noch kriechend fortbewegen können. Sie halfen immer aber hielten nur leider nicht ewig an.
Daraufhin schickte mich meine Hausarzt in ein Wirbelsäulenzentrum. Die veranlassten ein MRT vom Becken und überwiesen mich zum Rheumatologen. Bestimmung HLA B27 zu Abklärung Morbus Bechterew. MRT war auch wieder ohne Befund, bis auf eine Stelle am ISG bei der der Arzt mich mit der Spritze verletzt hatte.
Der Rheumatologe untersuchte mich nicht und schaute sich auch kein Bild an. Er sagte nur, wenn sich nachts nicht solche Schmerzen haben, dass sie aufstehen müssen ist das auch kein Rheuma. Er riet mir dazu für ein paar Wochen Eritocoxib 90mg für ein paar Wochen zunehmen. Der HLA B27 war negativ.
Ich nahm das Medikament in Absprache mit dem Wirbelsäulenzentrum für ca. 4-5 Wochen. Von Woche zu Woche ging es dann wieder besser und ich konnte mich wieder besser aufrichten. Nur leider wurden die Beschwerden nach absetzen wieder schlimmer.
Dem Arzt im Wirbelsäulenzentrum lies es keine Ruhe, dass es doch etwas rheumatisches ist und er überwies mich nochmal zum Rheumatologen. Diesmal ging ich zu einer Ärztin. Sie war zeitlich auch sehr knapp angebunden, überwies mich aber wieder zum MRT mit Kontrastmittel. Sie gab mir eine Anlaufstelle, die sehr gute Bilder in der Hinsicht machen, da sie anliegend an einer Rheumaambulanz sind.
Das MRT wurde ca. 2-3 Wochen nach der Eritocoxib Einnahme gemacht. Dort angekommen wurde mir gesagt, dass die Aufnahme ohne Kontrastmittel gemacht wird. Ich war verwundert, da die Ärztin dies extra so veranlasste. Aber ich dachte mir, sie würden schon wissen was sie tun.
Der Befund kam vor ein paar Tagen an. Ich war erleichtert, dass endlich was gefunden wurde. Die letzten Jahre waren so kräftezehrend und ich bin auf so viele Ärzte getroffen, die mich nicht ernst genommen haben. Oft wird es auf den Stress und auf das Mama sein geschoben.
Im Befund steht chronische Sakroiilitis beidseitig Grad 2. Aber soweit ich es durch den Aktivitäts Score 0 herauslese, keine akute Entzündung? Vielleicht hat jemand Erfahrenes da mehr Durchblick.
Ich weiß einfach nicht mehr so recht weiter. Nächste Woche werde ich erst von der Ärztin angerufen.
Ich danke jedem der bis hier gelesen hat und freue mich, wenn jemand seine Meinung dazu abgeben kann. Ich danke euch im Voraus von Herzen.
Liebe Grüße
Zuletzt bearbeitet:
