Hallo Siggi,
ich habe auch MC und hatte vor 28 Jahren eine Not-OP wegen Darmverschluss und total entzündetem Bauchraum und 1 Jahr später eine Folge-OP. An der Nahtstelle am Übergang Dünn-/Dickdarm hatte sich Jahre später eine Stenose gebildet. Die war bei der letzten Kontrolle so gut wie gar nicht entzündet, auch nicht sehr lang (ca. 3 cm), aber eben sehr eng. Aufgrund der Enge hatte ich permanent schmerzhafte Beschwerden, wenn ich zu viel oder zu ballaststoffreich gegessen hatte. Aber nur noch ungesunde Leichtkost zu essen, war für mich auch keine gute Lösung. Davon hatte ich auf Dauer Nährstoffmangel und mein Immunsystem ging immer mehr in den Keller.
Diese Stenose habe ich im Laufe von ca. 3 Jahren 3 mal mittels Ballondilatation aufdehnen lassen. Nach dem letzten Mal hatte ich aber 2 Monate später schon wieder so arge Beschwerden, dass ich mich entschlossen habe, sie jetzt endlich operieren zu lassen. Da ich von den früheren OPs auch viele Verwachsungen im Bauchraum hatte, hatte ich Angst, dass sie mir die Bauchdecke aufschneiden müssen. Deshalb habe ich vorher mit dem Schritt zur OP so lange gewartet. Auch die Ärzte operieren nur, wenn sie keine andere Möglichkeit sehen. Heutzutage gilt eher die Maxime, so lange wie möglich den Darm zu erhalten und eher mit anderen Mitteln das Problem zu beheben versuchen. Dann wurde mir aber ein sehr guter Chirurg in Köln empfohlen (Dr. Kroesen in Porz), bei dem schon mehrere Leute aus meiner Selbsthilfegruppe in Behandlung waren. Vor gerade mal 2 Wochen habe ich mich bei dem erfolgreich operieren lassen. Es ist ihm tatsächlich gelungen, minimalinvasiv mit Laparoskopie und ohne Entfernung eines Teilstücks sondern mit Strikturoplastik (bitte selber googeln) die Stenose zu beheben. Ich bin zwar erst seit 1 Woche wieder zuhause und erst noch auf dem Wege der Heilung, aber ich bin froh, dass ich mich zu dem Schritt entschlossen habe. Irgendwann sind die Beschwerden einer Stenose zu viel und die Lebensqualität leidet.
An deiner Stelle würde ich a) das Ergebnis des Sellincks abwarten, b) eine zweite Meinung einholen und c) genau nachfragen, was genau bei einer OP gemacht werden soll, welche Alternativen dabei möglich sind, etc.
Mir wurde von ärztlicher Seite erklärt, dass heutzutage eine entzündete Stenose eher raus operiert wird. Eine nicht entzündete Stenose wird eher belassen oder - wie bei mir - mittels Nahttechnik verbreitert. Hängt also vom Entzündungsgrad und von der Länge der Stenose ab.
Im übrigen fände ich deine Frage im Forum der DCCV besser untergebracht. Dort findest du jede Menge Leute mit ähnlichen Problemen. Das Forum dort kann ich dir nur empfehlen.
Liebe Grüße
MadLila