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Morbus Bechterew - plötzliche Muskelverkrampfung

Dieses Thema im Forum "Entzündliche rheumatische Erkrankungen" wurde erstellt von pantea, 17. Februar 2011.

  1. pantea

    pantea Registrierter Benutzer

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    Hallo ihr lieben,

    vor 3 Jahren wurde bei mir MB diagnostiziert. Die Schmerzen habe ich insgesamt seit etwa 30 Jahren, seit 6 Jahren sind sie sehr stark, aber ihr kennt das vielleicht mit den Schwierigkeiten einer Diagnose. Ich bin weiblich, 36 Jahre alt, voll berufstätig (Journalistin).

    Ich nehme zur Zeit "nur" Indometacin und gelegentlich, wenn die Schmerzen unerträglich sind, Tramadol. Soviel zur Vorgeschichte.

    Nun habe ich zur Zeit zusätzlich zu den üblichen Schmerzen, Steifheit, Taubheitsgefühl etc., auch spasmus-artige Schmerzattacken. Die Muskeln im Rücken, vor allem im Bereich der Rippen, ziehen sich plötzlich krampfartig zusammen, was sehr, sehr unangenehm und schmerzhaft ist. Früher hatte ich das nur, wenn ich mich körperlich anstrengte, zum Beispiel längere Zeit stehen blieb. Seit ein paar Wochen habe ich es ständig. Jeden Tag, jede Nacht, ohne Pause. Medikamente helfen so gut wie gar nicht. Tramadol schafft es, die Krämpfe für ca. eine Stunde etwas zu lindern, mehr nicht. Ich kann nachts nicht mehr schlafen, tagsüber bin ich kaum fähig zu arbeiten. Ich kann nur kurz und flach atmen und habe vor jeder Bewegung Angst, was auch meistens berechtigt ist, weil sich die Muskeln sofort verkrampfen. Die nervliche Belastung kommt erschwerend hinzu. Lange mache ich das nicht mit. Irgendwann breche ich zusammen.

    Meine Ärztin hat vorgeschlagen, zum Neurologen zu gehen, was ich auch tun werde. Ich möchte nur wissen, ob jemand hier ähnliche Erfahrungen gemacht hat und ob es kurzfristige Möglichkeiten gibt, etwas Linderung zu erhalten. Für jede Info wäre ich dankbar.
     
    #1 17. Februar 2011
    Zuletzt bearbeitet: 17. Februar 2011
  2. Soschn

    Soschn Dr. Hinkebein

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    Liebe Panthea,

    ich kenne das mit den Muskelverspannungen auch, miestens sind diese, wenn ich, wie man so schön sagt, eine falsche Bewegung mache. Das kann mehrerlei Ursachen ahben,auch manchmal, dass feine Nervenfasern sich bei den angegangenen wirbeln klemmen, gerade wenn da noch eine Entzündungsreaktion stattfindet.
    Klingen denn dann die Spasmen ab und bleiben zurück die Schmerzen oder sind dann die versteiften Muskeln doch noch so steiff, zucken diese wohl auch noch?
    Versuchs mal bis zum Neurologenbesuch mit Wärme oder Kälte, was ich auch wohltuend empfinde ist wahlweise Arnikaeinreibung oder Franzbranntwein mit hohem Menthol-Anteil, als letzteres ist da die Hausmarke vom Rossmann sehr gut!
    Magnesium könnte auch temporär helfen, frage da in der Apotheke aber mal nach, obs nicht eins haben, was einen hohen Anteil an freien Magnesiumionen hat, wie das Magnesium diasporal, was aber leider recht teuer ist, da gibt es eine günstigere Alternative, aber die fällt mir nicht ein und der Ordner, wo ich solche Sachen aufschreibe ist im Schlafzimmer, wo mein Göttergatte gerade mit Bauarbeiten (er sägt) beschäftigt ist und dort sehr schreckhaftig ist - Apotheke hilft.

    Ach - und viel trinken!

    Sei gesegnet,
    Sosch
     
  3. pantea

    pantea Registrierter Benutzer

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    Liebe Sosch,

    herzlichen Dank für die Antwort. Leider habe ich deine Frage nicht ganz verstanden. Du musst dir vorstellen, dass neben permanente Gelenkschmerzen, die Muskeln sich alle paar Minuten grundlos oder nach eine Bewegung (egal ob richtig oder Falsch! zum Beispiel einfach vom Stuhl aufstehen oder sich im Bett umdrehen) ganz plötzlich und ohne Vorwarnung verkrampfen, wie ein elektrischer Schlag. Das ist - wie gesagt - sehr schmerzhaft. Es ist ein sehr scharfer, heftiger Schmerz. Danach bleibt ein dumpfer Schmerz zurück, bis ein paar Minuten später die nächste "Attacke" kommt.

    Ich nehme seit ein paar Tagen Magnesium, weil ich zu allem Übel noch in letzter Zeit sehr heftige Wadenkrämpfe bekomme. Wenn ich sage heftig, dann meine ich extrem heftig. So, dass ich manchmal 10 minutenlang am Schreien bin und mir übel wird. Dabei bin ich Schmerzen gewohnt.

    Am Freitag mache ich ein großes Blutbild. Da wird es sich zeigen, ob ich irgendwelche Mangelerscheinungen habe. Ich bezweifele das aber. Normalerweise habe ich perfekte Blutwerte, bis auf Entzündungswerte natürlich.

    Kälte ist nicht gut für mich. Wärme habe ich ausprobiert, sie hilft aber nicht sehr.

    Ich werde das mit Einreiben probieren und auch wegen diasporal u.ä. nachfragen. Bin gerade im Ausland (Tschechien). Hier sind Medikamente etwas günstiger als in D :)

    Nochmals vielen Dank. Bitte störe deinen Mann nicht beim Sägen. ich würde es mir nie verzeihen, wenn da was schiefgeht! ;)
     
  4. luke

    luke HYLO-VFKQHJJHULVFK

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    hallo pantea,

    erstmal willkommen auf r-o.
    ich kenne solche verkrampfungen die du beschreibst, ich habe selber bechterew. meine sind nicht so extrem aber es könnte mit dem bechti im zusammenhang stehen. oft entzünden sich auch sehnenansätze, vielleicht liegt es daran. machst du regelmäßig deine gymnsatik ? vielleicht bist du nicht ausreichend mit deinen medis eingestellt.

    im allgemeinen hilft mir bewegung und dehnen, als medi bekomme ich enbrel (tnf a hemmer). du solltest vielleicht mal mit deiner ärztin über eine therapie mit einem tnf a hemmer sprechen.

    gruß

    luke
     
  5. pantea

    pantea Registrierter Benutzer

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    Lieber Luke,

    auch dir danke ich für die Ratschläge. Im Moment habe ich sogar Schwierigkeiten mit den leichtesten Bewegungsabläufen wie Laufen, Stehen oder sogar Sitzen. Die Schmerzen sind zu heftig, um mich auch nur ansatzweise zu dehnen. Grundsätzlich hast du aber recht, Bewegung sollte helfen. Zumindest ist es gut zu wissen, dass auch andere ähnliche Erfahrungen mit dieser Art von Spasmen haben.

    Als man bei mir MB diagnostizierte hieß es, dass ich vorher 2 Monate lang die billigen Medikamente gegen Gelenkentzündung nehmen muss (Indometacin), weil sie angeblich die gleiche Wirkung haben wie TNF-Alphablocker. Erst dann würde die Kasse die Kosten für teurere Medikamente übernehmen. Das mit der "gleichen Wirkung" war natürlich Unsinn.

    Danach änderte sich einiges in meinem Leben, mit Umzug ins Ausland, neuem Job und so weiter. Man hatte mich vor den schlimmen Nebenwirkungen der biologischen Therapien gewarnt. Ich konnte es nicht riskieren, mich während der Probezeit mit den Nebenwirkungen herumzuschlagen. Also ließ ich es bleiben.

    Mittlerweile sind 3 Jahre vergangen, aber ich kann mich noch nicht mit dem Gedanken anfreunden, Infektionen, Nesselsucht, Atemnot, Übelkeit, noch mehr Schmerzen und weißderteufel welche Probleme noch in Kauf zu nehmen, die mit biologischen Therapien einhergehen. Ich versuche, ohne sie zurecht zu kommen, aber wie man sieht, klappt es nicht immer :)

    Ich bekam übrigens heute Muskelrelaxantia verschrieben. Die Ärztin meint, sie könnten gegen diese Krämpfe helfen. Mal schauen, ob sie etwas bringen.
     
    #5 17. Februar 2011
    Zuletzt bearbeitet: 17. Februar 2011
  6. pantea

    pantea Registrierter Benutzer

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    Ich habe gute Nachrichten: Die Krämpfe haben aufgehört. Die Muskelrelaxantia haben Wunder gewirkt, wahrscheinlich in Kombination mit hochdosiertem Magnesium. Nach nur 2 Nächten spürte ich eine deutliche Besserung und heute hatte ich gar keine Krampf-Attacken mehr, nur noch die üblichen MB-Schmerzen. Das Zeug, das ich hier in Tschechien bekam, nennt sich Myolastan, aber andere Fabrikate sollten genauso helfen.
     
  7. Sonne33

    Sonne33 Neues Mitglied

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    Hallo!

    Ich habe diese sehr schmerzhaften Verkrampfungen in regelmäßigen Abständen. Es hatte mal vor 3 Jahren begonnen und tritt seit dem so alle 14 Tage auf. Auch mein momentanes "Rezept" hier ist ein paar Nächte lang Muskelrlaxantien zusammen mit NSAR zu nehmen. Meist bessert es sich dann wieder, aber die nächste Verkrampfung kommt dann trotzdem immer wieder, eben nach 2 Wochen ungefähr.

    Was bei mir auch noch gut dagegen hilft ist manuelle Therapie bei einem guten Physiotherapeuten (hatte schon einige probiert, aber die konnten mir auch nicht helfen, aber jetzt hab ich so einen "Goldschatz").

    Weiters kam bei mir auch dazu, daß sich die Rippen-Wirbel-Gelenke und die Brust-Rippen-Gelenke duch diese Verkrampfungen leicht verschieben (kann man am Röntgen oder MRT gar nicht wirklich sehen), aber der Physiotherapeut kann diese dann manuell wieder weiten. Tut zwar während den Behandlungen sehr weh, aber wenigstens kann man danach wieder mal schlafen.

    LG
    Sonne