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Morbus Bechterew oder so was?

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von Daniela Köhrer, 13. Juni 2004.

  1. Hallo, seit längerem leide ich unter Rückenproblemen. Nachdem ich mehrere Orthopäden aufgesucht und etliche Massagen und manuelle Therapien hinter mich gebracht habe, wurde vor ca. 1 Jahr eine Osteochondrose (7. u.8. Brustwirbel) durch eine Kernspinuntersuchung diagnostiziert. Als Nebenbefund wurde ein Pleuraergus festgestellt. Der Orthopäde schickte mich mit den Worten "da is nix" nach Hause. Er hat mir ein Rheumamittel aufgeschrieben und mir angeraten ein paar Übungen zu machen und bei stärker werden der Schmerzen das Medikament zu benutzen. In der Zwischenzeit haben meine Beschwerden zugenommen. Ich habe immer wieder einen ziehenden Schmerz im o.g. Bereich der ca. 1-2 Wochen anhält und dann wieder abklingt. Begleitet wird dieser von Blitzartigen Schmerzen. Dieselben Beschwerden beginnen nun auch in der Lendenwirbelsäule. Auffallend erscheint mir, daß sich meine Wirbelsäule besonders morgens steif anfühlt. Insbesondere die Drehbewegung fällt mir schwer. Wird im Laufe des Tages und in Bewegung besser. Hinzu kommt, daß ich immer wieder morgens mit einem Ziehen in den gelenken aufwache, welches sich ebenfalls in der Bewegung bessert. Auch hatte ich bereits mehrfach irgendwelche Entzündungen in den Hand bzw. Schultergelenken und am Gelenk des großen Zeh. Hinzu komt, daß ich in unregelmäßigen Abständen reißende Schmerzen in der linken Brust hatte, eine Ursache wurde nicht gefunden. Außerdem fühle ich mich in der letzten Zeit oftmals total schlapp und nicht voll leistungsfähig. Ich hatte schon den Eindruck daß der Wirbel irgendetas abdrückt. Beim letzten Arztbesuch ( ich dachte vielleicht helfen Naturheilverfahren) wurden erhöte Leberwerte festgestelt. Grund hiefür muß wohl eine Leberentzündung sein, woher die kommt ist jedoch unklar. Außerdem meinte mein Arzt daß mein Stoffwechsel nicht in Ordnung sei. Er meint kriegen wir alles wieder hin. An eine rheumatische Geschichte glaubt er nicht, da der Rheumafaktor im Blut lediglich bei 7 liegt. 2 Leute in mener Verwandschaft mütterlicherseits haben jedoch MorbusBechterew. Bin ich verrückt wenn mich der Verdacht beschleicht evtl. eine ähnliche Erkrankung zu haben. Wer kann mir weiterhelfen? Gruß D.K
     
  2. Monsti

    Monsti das Monster

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    Hi Daniela,

    erst mal sei willkommen bei uns!

    Sag mal, hast Du evtl. Schuppenflechte oder jemand in Deinem engeren Familienkreis? Es gibt die Psoriasisarthritis, die nur schwer zu diagnostizieren ist, weil man im Blut nur selten etwas sieht. Möglich wäre auch Morbus Bechterew, aber nach Deiner Beschwerdenbeschreibung halte ich das eher für unwahrscheinlich.

    Schau doch mal unter Rheuma von A-Z unter "Psoriasisarthritis". Außerdem läuft hier grad eine Umfrage zum Thema Psoriasisarthritis, schau doch da mal rein (in diesem Forum). Es haben viele dort ihren Erkrankungsweg beschrieben.

    Liebe Grüße von
    Monsti
     
  3. babsys

    babsys Neues Mitglied

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    Hi Daniela,

    wenn bei Euch mehrere in der Familie MB haben, solltest du mal testen lassen, ob du HLA B27 positiv bist. Das ist dann zwar auch kein sicherer Anhalt das es MB ist, aber bei ca. 90 % der Erkrankten lässt sich dieses Merkmal nachweisen. Bei mir hat die Diagnose über 10 Jahre gedauert und ich weiss, dass es bei vielen hier im Forum ähnlich war.
    Auch erhöhte Entzündungswerte im Blut lassen sich bei dieser Krankheit oft nicht finden. Erst wenn im Röntgenbild erste Veränderungen sichtbar werden, meistens an den ISG, kann man sichere Aussagen über Diagnose machen. Das kann aber ein langer Weg werden.

    Viele Grüße

    Bärbel
     
  4. Easy

    Easy Das Schaf

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    Hallo Daniela,

    ich würde mich an deiner Stelle auf jeden Fall mal bei einem internistischen Rheumatologen vorstellen. Das Fehlen eines Rheumafaktors im Blut heisst noch lange nicht, dass es kein Rheuma ist, viele sind seronegativ.

    Deine Beschwerden kommen mir bekannt vor, ich selbst leide unter anderem an einer seronegativen Spondarthritis.

    Was die Arztsuche angeht, würde ich mich hier über das Forum schlau machen und fragen, ob jemand einen guten Rheumatologen in deiner Nähe kennt.

    Gruß

    Easy
     
  5. merre

    merre Aktives Mitglied

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    Hallo und ich würde auch sagen , daß zumindest der Verdacht nach den sogenannten "Newyorkkriterien" betreffs einer Bechterewschen Erkrankung gegeben scheint.
    Als klinischen Nachweis sollte man eine MRT machen, um Entzündungen festzustellen. HLA-B27 Postitivität würde den Verdacht erhärten.
    Die anderen von Dir gemachten Befindlichkeitsschilderungen passen ins Bild dieser Erkrankung, denn bei Bechterew wird geschildert:
    -nächtlicher Ruheschmerz mit morgentlichen Anlaufschwierigkeiten/ Morgensteifigkeit
    -Besserung der Schmerzen bei Bewegung
    -Fehltritt-Zeichen...stechender Schmerz bis in die Beine
    -Befall auch großer und kleinerer Gelenke
    -verminderte Atembreite, Schmerzen im Brustbeinbereich, verstärkte Zwerchfellatmung
    -Schmerzen im Nacken, an den Rippen, am Sitzbein im Knie oder an der ferese
    -mögliche Augenentzündungen , Iritis
    -verschlechtertes Allgemeinbefinden, Mattigkeit, Unlust, auch depressive Verstimmung
    -oft Positivität zu HLA-B27

    In den Anfängen der Erkrankung sind klinische Nachweise oft nur schwer möglich oder fehlen ganz. Der Befindlichkeitsschilderung des Patienten ist deswegen erhöhte Aufmersamkeit zu schenken.

    Also würde ich mir das alles mal durchdenken und einen Rheumatologen aufsuchen.
    Gute Besserung "merre"
    -
     
  6. Ulmka

    Ulmka Guest

    Hallo Daniela,

    ich kann merre und den anderen nur zustimmen und deinen Verdacht bestärken - das hört sich ziemlich stark nach Bechterew an! Der Rheumafaktor ist dabei übrigens völlig nichtssagend. Wichtiger wären CRP und Blutsenkung, sind die erhöht?

    Eine erneute MRT (=Kernspin) könnte vielleicht auch was neues Aufdecken, ich würde aber eher erstmal nach einer 3-Phasen-Szintigraphie fragen (dabei ist es besonders bei MB-Verdacht ganz wichtig, dass es wirklich 3 Phasen und nicht nur 1 ist).

    Bis dahin gilt: immer schön in Bewegung bleiben!

    Liebe Grüße

    Ulmka
     
  7. Hallo, zunächst einmal ein dickes Dankeschön an alle die sich die Mühe gemacht haben auf meinen Roman zu antworten. Irgendwie erhärtet sich mein Verdacht, daß es sich eben doch nicht nur um eine "Blockade" in der Wirbelsäule handelt. Aber ehrlich gesagt komme ich mir schon langsam blöd vor die Rheumageschichte schon wieder bei meinem Doc anzusprechen. Ich glaube er hält nicht allzu viel von meiner Theorie.

    Nun ja, ich denke ich werde jetzt erst mal am Samstag in den Urlaub fahren und mir alles nochmals in Ruhe durch den Kopf gehen lassen. In 2 Wochen habe ich dann wieder Termin bei meinem Hausarzt. Mal sehen was dann dabei raus kommt. 2 kleine Fragen hätte ich da aber noch. Was bedeutet denn CRP und was ist unter Fehltrittzeichenzu verstehen. Falls jemand Zeit und Lust hat würde ich mich über ein paar Zeilen freuen.

    Ansonsten für euch alle erst mal die besten Wünsche und bis bald

    liebe Grüße
    Daniela
     
    #7 17. Juni 2004
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 17. Juni 2004
  8. Ulmka

    Ulmka Guest

    Hallo Daniela,

    CRP (das C-reaktive Protein) ist ein Blutwert, der, wenn er erhöht ist, auf Entzündungen im Körper hinweist (genauso wie BSG, die Blutsenkung).

    Das Fehltrittzeichen heißt, dass, wenn du einen Fuß nur etwas falsch aufsetzt (oder wenn es ganz schlimm ist, wenn du ihn überhaupt aufsetzt :rolleyes: ) dann ein heftiger Schmerz vom Rücken über den Po bis ins Bein schießt - das kann so heftig werden, dass du denkst, dein Bein sackt dir weg oder dir wird übel :(.

    Liebe Grüße :knuddel:

    Ulmka