Hallo Gerry - bei mir hat es auch über 1 Jahr gedauert, bis ich endlich Besserung durch das passende Medikament hatte...
Ich habe eine Spondylarthritis, aber keinen Bechterew (Psoriasisarthritis) - aber manche Dinge sind ähnlich (ISG, Brustkorb, Achillessehne).
Seit ich 1-2x jährlich Radontherapie in Bad Kreuznach mache, geht es mir um Längen besser.
Dort gibt es auch eine Reha-Klinik, in der sehr viele Bechterew-Patienten waren (jedenfalls als ich dort war). Z.B. fanden dort auch extra Übungsgruppen für die "Bechtis" statt, wo man etwas zu speziellen Lagerungstechniken v.a für die BWS lernte, die dann Entlastung verschaffen und die Versteifung wohl auch beeinflussen.
Ich glaube, du würdest von einem Schmerztherapeuten profitieren (das sind meist Ärzte für Anästhesie), die wirklich viel versierter in Bezug auf passende Medikamente sind.
Es gibt eine Übersicht über regionale Schmerzzentren auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin.
Genau wie Jürgen wundere ich mich, dass du nicht zuerst einen der "klassischen" Tnf-Alpha Blocker bekommen hattest. Humira ist zwar jetzt so einer... aber bei mir hat dieses Mittel gerade auf Rücken und Achillessehne nicht so gut gewirkt. Das wurde alles erst mit Cimzia besser. Der Wirkstoff, den Jürgen erhält (Handelsname Remicade) hat auch den Ruf, super bei Bechterew zu helfen.
Oft ist es ein Ausprobieren, was bei einem selbst am besten wirkt - bei mir hat diese Phase leider auch gefühlt ewig gedauert - ich meine, fast 2 Jahre... eine harte Durststrecke, in der ich phasenweise nur noch mit Gehstützen und diversen Schienen an Handgelenken... zurechtkam und mir kaum noch vorstellen konnte, mal wieder beschwerdeärmer zu leben.
Aber dann ging es schrittweise bergauf...
Es war wirklich blöd, dass du in keine spezielle Rheumaklinik in Reha gekommen bist - ich glaube, da wäre deutlich mehr Effekt möglich gewesen. Bei mir hat z.B. damals in Bad Kreuznach täglich 2x Kältekammer echt einen ewiglang andauernden Schub beendet und mir Erleichterung verschafft (und die braucht man zwischendurch ja wirklich).
Also: du merkst - es gäbe schon noch einige Dinge, die man ausprobieren könnte...
Übrigens gibt es total viele Rheumatiker, die in ähnlichen Lebenssituationen wie du sie hattest, plötzlich Rheuma entwickeln.
Als würde der Körper einem eins auf die Nase geben - so in die Richtung: jetzt zwinge ich dich zur Ruhe. Bitte nicht falsch verstehen... aber rückblickend war das bei vielen so, dass sie in einer sehr herausfordernden Zeit (schwere Erkrankung, Veränderung in Beruf oder Privatleben) eigentlich - vielleicht auch unbewusst - am Limit waren - und irgendwann hat dann das Immunsystem gestreikt und eine Veranlagung (die ja viele in sich tragen - siehe Rheumafaktor) wurde "aktiviert" - laienhaft ausgedrückt.
Ich wünsche dir sehr viel Geduld mit dir und deinem Körper und hoffentlich die richtigen Ärzte an deiner Seite - vielleicht wirklich auch einen guten Schmerzmediziner - der würde vielleicht auch mal medizinisches Cannabis erproben - das wirkt nämlich auch entzündungshemmend und hilft einigen Rheumatikern, bei denen Basismedikamente nicht ausreichend wirken, super.
Aber erstmal möge Humira in der höheren Dosis bitte helfen - ansonsten hoffe ich, dass man einen anderen Tnf-Alpha-Blocker testet. Bei mir war auch leider erst der 5. Wirkstoff perfekt für meine Erkrankung. Ich hoffe, er bleibt es noch sehr lange...
Liebe Grüße und alles Gute von anurju