Merkwürdiger Wert im Blutbild

Dieses Thema im Forum "Entzündliche rheumatische Erkrankungen" wurde erstellt von AndySan, 19. August 2017.

  1. AndySan

    AndySan Registrierter Benutzer

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    Hallo zusammen,
    ich bin seit 2006 an einer rheumatoiden Arthritis mit besonders schwerem Verlauf erkrankt. Kein Medikament (MTX, Biological etc.) hat gewirkt bis ich Rituximap (Mab Thera) bekommen habe. Unter Ritux war ich nun endlich schmerzfrei und konnte Kortison und alle weiteren Schmerzmittel absetzen. Als nun aber gerade der nächste Zyklus dran war, bekam ich ein starke Bronchitis und durfte die Infusion nicht erhalten. Das zog sich leider 2 Monate hin und die Schmerzen kehrten in vollem Umfang zurück. Ich musste also wieder voll mit Kortison und IBU einsteigen. Nach einigen Wochen habe ich mal so aus Interesse meinen Blutzucker gemessen und siehe da, er war viel zu hoch. Inzwischen wirkt das Ritux wieder und ich habe das Kortison ausgeschlichen. Nehme an täglichen Medikamenten nur so bissel Chichi Krams (Blutdruckmittel Vocado HCT, Vitamin D, Folsäure, Magnesium).

    Nun war ich beim Arzt, wegen dem zu hohen Blutzucker (Teilweise über 300, aber auch mal ganz normal bei 100). Er vermutete eine durch das Kortison verursachte Diabetes Typ2 und bestellt mich für Donnerstag Morgen nüchtern zur Blut- und Urinprobe ein. Heute war nun die Besprechung und Auswertung der Ergebnisse die mich völlig durcheinander und den Arzt an seine Grenzen brachte und er an der korrekten Messung der Blutwerte zweifelte:

    - Blutbild: Nüchternzucker viel zu hoch 280
    - Morgenurin: Zucker nicht erkennbar, also 0

    Der Arzt meinte, ab spätestens 170 müsste mein Urin soviel Zucker enthalten, dass ich meinen Kaffee mit süßen kann, da die Nieren ihre Schleusen öffnet und den Überschuss ausschwemmt. Also ist entweder nichts und die Blutwerte sind nur durch "etwas" verfälscht, oder es liegt etwas schwerwiegenderes vor, da man sich normal auf den Urintest zu 100% verlassen könne. Er hat mich zu einem Diabetologen für weitere Untersuchungen überwiesen.

    Muss ich mir eventuell Sorgen machen, dass es vielleicht nicht "nur" Diabetes oder verfälschte Werte sind, sondern die Nieren erkrankt sind, weil sie nicht richtig ausschwemmen? Ich muss dazu sagen, ich bin zwar übergewichtig (120kg bei 174cm), habe aber sonst keinerlei Symptome/Beschwerden, trinke sehr viel stilles Wasser (mind. 2-3 Liter täglich) plus andere Getränke wie O- Saft, Tee, Kaffee (kein Alkohol) und habe keine Probleme mit dem/beim Wasserlassen.

    Nun zu meiner Frage an die Gemeinschaft, kennt jemand solche Veränderungen der Blutwerte eventuell durch das Rituximab, andere Medikamente oder durch das Rheuma selbst?
     
  2. Resi Ratlos

    Resi Ratlos Registrierter Benutzer

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    Guten Morgen und herzlich willkommen,

    ich glaube, Du musst gar nichts Exotisches befürchten.
    Alles, was Du schilderst, passt gut zu einem neu manifestierten (Steroid-)Diabetes.
    Es gibt kein "muss" bei der Glukosurie, also der Ausscheidung von Zucker im Urin, denn der Urin wurde vielleicht lange vor dem (kurzzeitig?) so deutlich erhöhten Blutzucker von der Niere produziert, so dass die so genannte "Nierenschwelle" (liegt tatsächlich ungefähr bei 180 mg/dl Blutzucker) zu diesem Zeitpunkt nicht überschritten wurde.

    Der Diabetologe wird es klären - mittels bestimmter Blutwerte wie HbA1c und ggf. einem Blutzuckertagesprofil. Das hilft bei der Einschätzung viel besser als ein einzelner Wert. Hier gilt oft das Prinzip "ein Wert ist kein Wert".

    Ursächlich für den Typ-2-Diabetes sind viele Faktoren, u.a. eine genetische Disposition (bei dieser Zuckerform ist der Zusammenhang von Genetik und Häufung der Erkrankung relativ bedeutsam), bei Dir höchstwahrscheinlich in Kombination mit Deinem Übergewicht und der zusätzlichen Cortisontherapie. Das sind gleich mehrere "Trigger".

    Eine besondere Form des Diabetes ist mir bisher weder unter oder nach Rituximab noch unter anderen Medikamenten - c- oder b-DMARDS - zur Behandlung der rheumatischen Erkrankungen (Ausnahme: Corticosteroide, alleine oder in Kombination) begegnet.

    Nur Geduld, der Diabetologe wird Dich sicher aufklären und einstellen ;)

    P. S. Die Nieren können durch einen Diabetes mit erkranken; dabei handelt es sich aber um eine Spätkomplikation. Solange Deine Nieren normale oder sogar erhöhte Mengen an Urin produzieren (Du würdest sicher bemerken, wenn die Menge an täglicher Ausscheidung deutlich zurückgeht), musst Du bezüglich des Diabetes keine "falschen" im Sinne von "verhinderten" Werte im Urin befürchten.
     
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