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Meine Texte >oder< ein Versuch des lyrischen Schreibens

Dieses Thema im Forum "Kaffeeklatsch" wurde erstellt von Muckel1986, 18. November 2006.

  1. Muckel1986

    Muckel1986 Neues Mitglied

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    Guten Abend,

    ich bin in der deutschen Jugendbewegung, genauer gesagt in der bündischen Jugendbewegung aufgewachsen. In meinem Pfadfinderbund, dem Deutschen Pfadfinderbund - Nordland, habe ich die ersten Erfahrungen mit lyrischen Texten, Gedichten, Liedern und dem schreiben an sich gesammelt.

    Ich selbst habe einige Texte geschrieben, die meine damaligen Gedanken festhalten sollten, bei dem einen oder anderen, ist es mir auch recht gut gelungen, glaube ich.

    Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr diese Texte kommentieren könntet. Besonders im Bezug auf Formulierungen. Meine Rechtschreibung ist nicht die beste, das weiß ich, daher möchte ich euch bitten, darauf nicht den Schwerpunkt zu setzen.

    Aber nun endlich die Texte: (nach ihrer Entstehung geordnet)

    Ich laufe durch die Welt


    ich laufe durch die welt. immer meinen weg entlang.
    rechts dann links, gerade wie es mir gefällt.
    ich laufe immer weiter, lasse mich nicht aufhalten.
    ich überwinde hohe berge, durch quere tiefe schluchten,
    wate durch einen fluss.

    ganz egal, was vor mir ist, ich gehe trozdem meinen weg.
    ganz so wie ich will.

    ich ziehe weiter, lerne fremde länder kennen, fremde sitten und bräuche.
    lerne menschen kennen.

    ich reise weiter, lerne immer neues kennen.
    ich kehre zurück, zu bekannten orten, zu freunden.
    mache dort rast,

    ziehe weiter sobald ich keine lust mehr habe.
    ich bin wieder unterwegs.
    ganz so wie es mir gefällt.

    (Geschrieben auf einer Wanderfahrt in Italien, wo mein Rheuma ausbrach, im Jahr 2003)

    So in seltener Stunde

    So in seltener Stunde,
    blicken in den Grund
    und lauschend der Melodie,
    ist es nun im Einklang.
    Der Einklang des Windes,
    der Bäume und Tiere.
    So ist es der Zeitpunkt,
    der uns zeigt, dass wir da sind.

    [entstanden auf der Trifels 2005]

    Gedanken in mir

    Ich schaue den Hang hinunter und erblicke dieses schwarze Tuch, welches schon so oft zu unserem zu Hause wurde. Aus der Öffnung steigt der wohlriechende Rauch auf und meine Ohren fangen den Klang der Stimmen und Gitarren ein, welche zusammen die alten Lieder erklingen lassen.
    Ich sitze einfach da und schaue weiter hinab in den Lagergrund. Ich bin wie in Trance. Langsam bewege ich mich und begebe mich auf den kleinen Pfad, der hinab zum Lager führt. Ich komme an und stehe am Feuer. Der Regen, der meine Haut berührt, stört mich nicht, denn ich bin wieder Unterwegs. Die schwarze Plane weht zur Seite und im Schein des Feuers er blickte ich die Gefährten, die zu Freunden wurden. Sie sitzen da und ich setzte mich hinzu. Ein Becher mit feurigem Tschai macht die Runde. Eine Gitarre erklingt, Mandoline und Flöte setzten ein. Ein altes Lied wird gesungen und, es könnte nicht besser sein, nehme ich eine Zeile war: “Mein Leben sei ein Fahren zu allen enden dieser Welt.�? Doch das ist ein Traum.

    [Entstanden auf der Trifels 2005]

    Zeit

    Zeit ist Raum, Raum ist Zeit.
    Viel wahrgenommen auch,
    verflogen wie Schall und Rauch,
    kaum gemerkt, verflossen gleich,
    Raum ist Zeit und Zeit ist Raum.

    [enststanden auf der Trifels 2005]

    vergessene Zeit - germerkte Zeit
    verflogene Zeit - erschienene Zeit
    verlorene Zeit - gewonnene Zeit
    vergangene Zeit - eingeholte Zeit

    [enststanden auf der Trifels 2005]

    Zeit ist die unwirklichkeit.
    So nah bei uns ~ in uns.
    Und doch so fern von uns.
    Zeit ist so unwirklich gleich.

    [enststanden auf der Trifels 2005]

    Sehnsucht

    Allein liege ich in dem dunklen Zimmer. Durch das Fenster sehe ich den hellen, vollen Mond und die Bäume, die durch sein Licht zu sehen sind. Die Äste wiegen sich im Wind doch ich spüre ihn nicht. Gegen die scheibe prasselt der starke Regen und so dunkel wie es durch die Wolken wird, so groß wird die Sehnsucht in mir.

    Diese Sucht nach dem draußen, nach dem Wind, nach dem Regen, der Kälte. “Hitz und Kälte gerbt die Haut�? heißt es in einem Lied und diese Zeile kommt mir gerade in den Sinn. Wie war es doch noch im Sommer 200? Zwei Wochen lang im Regen gewandert, geschlafen, gekocht. Und keinen hat es gestört. Oder wie war es noch bei dem einen Herbstlager? Gefrohren haben wir Nachts in der Kothe, als das Feuer erloschen war und der Frost langsam aber stetig immer näher kam. Wir haben den minus Graden getrozt und sind geblieben - draußen.

    Doch jetzt liege ich hier, in meinen Bett und drehe die Heizung höher, wenn es draußen stürmt und regnet. Doch wieso bin ich hier und nicht Unterwegs? Selbstzweifel kommen über mich. Ich bin eine Geisel meines eigenen Körpers. Ich versuche die Augen zu schließen, doch da ist sie wieder, diese Sehnsucht.

    Lasst euch nicht aufhalten, zieht hinaus in die Welt. Geht auf Lager, auf Fahrten! Geniest diese Zeit!
    Muckel

    [Geschrieben am 23. Oktober 2005]


    So, die anderen Texte, gibt es auf meiner Homepage ( www.jurtenrunde.de/blog ). Ich schreibe sie hier nicht, da sie in die Richtung gehen, wie der Text Sehnsucht und ich euch nicht runter ziehen möchte.

    Ich danke euch, für euere Kommentare.
    Gruß Muckel|Tobias
     
  2. ivele

    ivele Aktives Mitglied

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    Danke....

    ....lieber Tobias für diese wunderschönen Gedichte,
    finde super, dass du das nur so mal kannst,
    tut sicher auch deiner Seele gut,
    wenn du dir was "vom Herzen" schreibst, nicht wahr?
    liebe grüße ivele
     
  3. Muckel1986

    Muckel1986 Neues Mitglied

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    GUten Morgen ivele,

    ja, es tut mir gut. Auf meiner Seite gibt es auch noch weit aus mehr Texte,die aber größten Teils in Momenten geschrieben wurden sind, in denen es mir ganz und garnicht gut ging. Das spiegelt sich auch in ihnen wieder, weshalb ich sie hier nicht rein gesetzt habe. Falls sie dich interessieren: http://www.jurtenrunde.de/blog/ .

    Gruß aus der ''Perle des Vorharzes''
    Muckel|Tobias