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Mein Umgang mit mir?!

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von Anja01, 31. Juli 2008.

  1. Anja01

    Anja01 Neues Mitglied

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    Guten morgen Ihr Lieben,

    das Thema ist schon öfter angesprochen worden, aber irgendwie gibts da kein Ende.
    Krank bin ich ja schon seit Jahren (Hws,Lws- Degeneration).
    Zudem haben mein Männe und ich schon lange den Verdacht, dass etwas rheumatisches vorliegt, was ja auch im März/April bestätigt wurde.
    Von den Freizeitaktivitätenher bin ich schon seit Jahren "eingeschränkt". Zu starke Schmerzen oder einfach zu kaputt um irgendwas zu unternehmen, oder einfach das Wissen, dass ich die geplante Aktivität nicht alszulange genießen kann. ( z.B. abends weggehen).
    Als die Diagnose Rheuma noch nicht stand, sondern nur die Geschichte mit dem Rücken bekannt war, hat mein Männe oft zu mir gesagt: mit dir ist ja ger nichts mehr los, du bist ne richtige Spaßbremse geworden, du solltest besser arbeiten gehen um mal wieder gefordert zu werden usw. Das hat echt weh getan! Fast jeden morgen aufwachen und was anderes tut weh, kein Tag an dem ich mich nicht ausgelaugt gefühlt habe.... Das treibt mich in den Wahnsinn!! Als wenn ich das alles mit Absicht mache?!
    Seitdem die Diagnose Rheuma steht, zeichnet sich bei ihm nun Stück für Stück eine Veränderung ab. Er nimmt meine Hände zb. meist nur noch vorsichtig in seine, er fragt mich wie es mir geht und macht mir kaum noch Vorwürfe weil ich nicht mehr so kann wie früher....manchmal vergißt er allerdings auch noch dass ich chronisch krank bin, dann kommen wieder so Aussagen wie: Wann willst du denn den Flur streichen oder was machst du eigentlich den ganzen Tag? Du bist zu beneiden!?
    Nun habe ich allerdings auch mit mir selber zu kämpfen. Irgendwie will ich nicht wahrhaben was mit mir los ist. Ich glaube ich bin der Verarbeitungsphase: Verleugnung:o zumindest zeitweise.
    Wenn es dann doch hochkommt hab ich nur noch Angst! Wie geht es weiter...? was wird das Rheuma mit mir machen.....? usw
    Jahrelang hab ich damit gekämpft zu akzeptieren dass ich mit meinem Rücken nicht mehr so kann wie andere, habs Motorradfahren aufgegeben, nicht mehr schwer tragen, Tagesabläufe ändern, dauernd Medis einnehmen wegen der Nervenschmerzen und was sonst noch dazugehört. Das hab ich letzten Sommer dann endlich mit mir hinbekommen und für mich gute Möglichkeiten des Umgangs damit gefunden. Und jetzt geht der ganze Mist von vorne los:mad:...das darf doch wohl nicht wahr sein!!!:eek:Wenn ich so meinen Tagesablauf und die Lebensplanung betrachte komme ich mir oft vor als wäre ich 70 Jahre alt und nicht 40! Schmerzen, keine Belastbarkeit gepaart mit Antriebslosigkeit... muss mich zu allem zwingen.
    Dann widerum, frag ich mich, ob ich mich zu sehr anstelle und das Alles doch gar nicht so schlimm ist. Wenn ich dann allerdings wieder auf der Nase liege, weiß ich dass es schlimm genug ist. Ist alles ziemlich durcheinander in mir!!
    Außerdem habe ich Angst davor, dass meine Hände sich massiv verändern. 4 Monate sind seit der Diagnose vergangen und meine Handgelenke sehen schon nicht mehr so aus wie früher, auf jeder Seite habe ich vor dem Ulnarisköpfchen nen dicken harten Knubbel bekommen der sich knöchern anfühlt und weh tut. Wenn das so schnell weitergeht, denke ich, dann Prost-Mahlzeit.
    Letzte Woche habe ich nach langer Überlegung Kontakt zum Ortsverband der Rheumaliga aufgenommen. Im Moment ist da Sommerpause aber ab dem 14.08 finden wieder Treffen statt. Hab mir vorgenommen dort hinzugehen. Vielleicht kann ich da neue Kontakte knüpfen und finde aus diesem Loch mal wieder raus.
    Früher hab ich unheimlich viel gelesen...auch das geht nicht mehr...nach 3-4 Seiten bin ich müde und schlafe ein. Für ein Buch wo ich früher 3 Tage brauchte, brauch ich heute 3-4 Wochen! Grauslig!
    Das einzige was mir im Mom. nicht zuviel wird ist mein Meerwasseraquarium... Da freue ich mich über jedes kleine Tierchen was sich bewegt und schaffe es auch mich länger damit zu beschäftigen. Das Aqua quatscht mich aber auch nicht voll oder stellt dauernd irgendwelche Ansprüche an mich:a_smil08:.
    So, ich schreibe ein andermal weiter, bin jetzt mal wieder fertig und muss was anderes machen.

    Liebe Grüße

    Anja
     
  2. Tierfreundin

    Tierfreundin Dosine

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    Hallo Anja (schöner Name... :D;))

    ich sitze hier gerade heulend vor dem PC, weil ich im Moment genau DAS durchmache, was DU da beschreibst....

    Auch ich habe meine Diagnose noch nicht lange und auch ich habe ständig zu hören bekommen, dass ich nur faul sei... bzw. wurde das nie offen ausgesprochen... sondern es wurden Forderungen gestellt, die ich nicht erfüllen konnte und wenn ich dann darauf aufmerksam machte, dass ich Schmerzen habe, sagte mein Mann nur "...ja...und die Ärzte finden nix..."

    Nun weiß ich, was mit mir los ist... obwohl ich noch viele viele Fragezeichen im Kopf habe...
    Trotzdem hatte ich heute morgen wieder eine Diskussion mit meinem Mann.. Ich würde mir nur die Rosinen aus dem Leben picken .. ich wolle gar nix mehr tun...etc...

    Das trifft mich sehr hart... zumal ich 20 Stunden/ Woche in einem Behindertenheim arbeite und ab September ein Sozialarbeit-Studium beginnen möchte.

    Meiner Meinung nach, mache ich mehr, als ich eigentlich kann... ich laufe regelrecht auf dem Zahnfleisch.

    Kurzum: ich kann das so gut nachfühlen, was du schreibst. Allerdings ist mein Mann nicht so lieb und fragt mich, wie es mir geht.
    Eher im Gegenteil. Er meint, ich würde immer nur jammern und alles würde sich um mich drehen. Dabei jammere ich wirklich nicht. Ich beiße die Zähne zusammen, damit man mir nix anmerkt...

    Ich finde es gut, dass du dich an die Rheumaliga gewandt hat. BEi mir würde es da wieder Diskussionen geben. Schließlich muss man doch Mitglied sein, oder? Und das kostet...
    Und da hat mein Mann kein Verständnis... :sniff:

    Grinsen musste ich, über deine Worte, dass dein Tierchen Dich aufbauen... Ich habe zwei Pelznasen.. (wie man unten unschwer erkennen kann)...
    Ehrlich gesagt, geben die Zwei mir den Lebenswillen und die Kraft, alles zu ertragen.
    Moustache (der schwarze mit dem langen Schnurrbart) beobachtet mich sehr oft und wenn er sieht, dass ich eigentlich nicht mehr kann, aber dennoch weiter arbeite, dann "meckt" er so lange, bis ich zu ihm komme und mit ihm schmuse... ER passt auf mich auf... :)

    Vom Rheumatologen habe ich eine Überweisung zur Schmerzambulanz erhalten.. Nun überlege ich sogar, ob das nicht bedeutet, dass ich im Grunde genommen gar nichts habe und mich nur anstelle. Ich interpretiere diese Überweisung als Bestätigung für eine psychosomatische Erkrankung.
    Völlig verkorkst...

    Vielleicht stelle ich mich nur an... ich brauche mich nur zusammen reißen und alles läuft... bin ich doch faul und ein Rosinenpicker??

    Du siehst, ich habe ähnliche Gedankengänge.. Gehört das zum "Trauerprozeß" ??

    Es sieht so aus...

    Lieben Gruß und viel Kraft....
    Anja
     
  3. Anja01

    Anja01 Neues Mitglied

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    Huhu Anja;),

    die Ähnlichkeiten sind frapierend! Auch ich habe früher in einer Behinderteneinrichtung gearbeitet als Heilerziehungspflegerin....lach
    Man muss nicht zwingend Mitglied bei der Rheumaliga sein um an den Treffen teilzunehmen. Der Beitrag ist aber auch erschwinglich wenn man beitreten möchte...er liegt bei 36 eronen im JAHR.
    Dass Du eine Überweisung für die Schmerztherapie bekommen hast, ist sehr wichtig! Das hat auch nix mit Psychosomatisch zu tun. Ich bin schon seit 7 Jahren in Behandlung und hab ne Superärztin. Es ist wichtig, damit sich kein Schmerzgedächtnis entwickelt und Du, wenn Du gut eingestellt bist wieder mehr Lebensqualität hast.
    Ich weiß nicht was ich ohne meine Schmerztherapeutin machen würde....sie hilft mir immer sehr und nimmt meine Symptome wirklich ernst.

    Liebe Grüße
    Anja:a_smil08:
     
  4. Anja1

    Anja1 Aktives Mitglied

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    Hallo ihr Lieben!

    Ihr sprecht mir aus der Seele!

    Ich habe auch oft das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden.

    Auch das Gefühl nicht mehr das leisten zu können, was eigentlich erwartet wird, kenne ich zu gut.:(

    Im Moment ist es bei mir auch so, das ich zweifel, ob alles so richtig ist, wie es jetzt läuft.

    Ich nehme seit einigen Wochen Sulfasalazin und hatte mir eingebildet, das es sicher schnell hilft und ich dann wieder voll durchstarten kann.

    Leider ist dem nicht so und ich muß mir meine Hausarbeit sehr einteilen.

    Leider denkt mein Mann auch so, das ich ja noch jung bin und eigentlich den Haushalt, Kindererziehung und den Garten einfach so gewuppt bekommen müsste.

    Andere können das ja auch, und die gehen auch noch arbeiten!

    Ich habe eine sehr liebe Schwiegermutter, die noch sehr fit ist und viel arbeitet, damit sie uns finanziell unterstützen kann.

    Dass finde ich so furchtbar, denn ich weiß nicht, als was ich arbeiten könnte. Denn ich bekomme ja so schon nichts auf die Reihe.:o

    Manchmal denke ich, es ist alles Käse!

    Ganz liebe Grüße

    von
     
  5. Caro16

    Caro16 Neues Mitglied

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    Hey,...
    das gleiche was ihr durchgemacht hab mach ich seit 6 jahren durch (also seit ich 10 bin) und naja ich zweifel auch schon so langsam an mir selbst ob die schmerzen wirklich da sind,... Denn naja ich bekomme auch immer wieder zu hören stell dich nicht so an, du bist noch jung, denk nicht so oft dran, was tut dir noch alles weh und und und.
    Naja das trifft mich schon bissel,... ich hab auch für nichts lust würde am liebsten den ganzen tag faul rumm liegen und nichts machen ich weiß auch nicht warum es wird auch immer schlimmer die schmerzen sind kaum auszuhalten,...
    Und die Ärzte bei denen ich war die gingen nicht mal auf meine schmerzen ein nur weil nichts auffälliges im blut war. Naja bekam sogar von einer Kinderrheumatologin gesagt ich hätte die Gelenkschemrzen da ich übergewicht hab,.... naja nun is das gewicht unten und die schmerzen sind immer noch da und auch immer schlimmer.
    ich weiß auch nciht wie ich den ärzten beweisen kann das ich echt unter den schmerzen leide ich bin früher immer stunden lang inliner gefahren und hab federball gespielt ich lieb das aber ich kanns einfach nimmer paar minuten auf den inlinern und schon tun mir die knie höllisch weh genau das gleiche mit federball paar minuten und mir tut der arm und knie weh,...
    auch ind er schule kann ich schon keinen sport mehr mit machen und werde von der lehrerein als faul hingestellt,....
    naja es ist schon hart als simulant hin gestellt zu werden aber ich werde es allen noch beweisen das etwas nicht mit mir stimmt,...

    ich hab jetzt für nächsten fr. einen termin bei einem chirurgen und habe gerade meine überweisung geholt von meinem hausarzt er schrieb drauf verdacht auf Polyarthritis ey wenn er doch die ganze zeit schon den verdacht hat warum schickt er mich dann nicht weiter??!:confused:

    naja ich wär überglücklich nach 6 jahren entlich zu wissen was mit mir los ist und das die schmerzen mal ein ende haben oder getrosselt werden,....

    LG
     
  6. Anja1

    Anja1 Aktives Mitglied

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    Hallo Caro!

    Ich drück dir die Daumen, das dein Chirurg dir weiterhelfen kann, bzw. dich weiter schickt.

    Mein Sohn ist 10 Jahre und hat auch schon Rheuma. Also laß dir nicht erzählen, du seist zu jung!

    Ganz liebe Grüße

    von
     
  7. Caro16

    Caro16 Neues Mitglied

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    Hallo Anja1

    naja klar man kann in jedem alter rheuma bekommen desswegen gibt es ja auch kinderrheumatologen,... aber naja die sollten einen dann aber auch dementsprechend behandeln und einen nicht hin stellen als hätt man eine an der klatsche.

    ist auch schwer sich nicht davon überzeugen zu lassen das man einfach nur faul ist wie gesagt ich zweifel manchmal echt an mir,... aber in dem forum hab ich gesehn das hier auch leute dabei sind denen es genauso ging wie mir und es gibt auch leute die sind viel viel schlimmer dran als ich desswegen sollte ich nicht so jammern,....
    aber naja das ungewisse ist das schlimmste,...
     
  8. padost

    padost Neues Mitglied

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    Hi, hier und da findet sich wohl jeder der Rheuma hat in den Worten wieder. Es iat erschreckend wie lange es dauert, bis man ernst genommen wird, von Ärzten und Familie. Aber das Schlimmste ist, man muss es aushalten. Ich habe auch viele Jahre immer wieder an meinem Verstand gezweifelt, starke Schmerzen, fast jeden Tag wo anders, dicker Fuß wurde mit: sind Sie umgeknickt vom Arzt abgetan ( habe bis heute kein Rheumafaktor) Bin ewig von Arzt zu Arzt-- einfach kotz. Ich kann mir Schönere vorstellen, als meine Zeit in Arztpraxen zu verbringen:mad:.

    Jetzt hab ich Gott sei Dank einen lieben Rheumadoc, aber mein Körper spinnt,-- die Mittel schlagen nicht an, oder ich reagiere allergisch-- wieder kotz:mad:

    Der große Lichtblick ist mein Mann, er steht wie ein Fels an meiner Seite. Ich bin eher diejenige, die manchmal glaubt, nur Belastung zu sein. Habe mich in all den Jahren total verändert, ihr könnt glauben, sicher nicht zum Povitiven. Ich würde gerne wissen, was ich angestellt habe, so leben zu müssen, so habe ich mir mein Leben nicht vorgestellt. Aber was bleibt?? Immer vorwärts gehen!

    Caro 16: Hast du keine Eltern, die zu dir stehen? Ich würde kämpfen, wie eine Wölfin für mein Kind. Such weiter nach einem gescheiten internistischen Rheumadoc, ein Chirurg wird dir nicht groß weiterhelfen können. Rede mal Tacheles mit deinem Hausarzt, geh in eine Rheumaklinik.

    Viele Grüße
    Padost
     
  9. nicht-hase

    nicht-hase Neues Mitglied

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    Für gesunde Mitmenschen ist es leider oft so, dass nur sichtbare Erkrankungen wie z.B. ein Gipsbein oder Schnupfen anerkannt werden.

    Zu meiner Schande muß ich gestehen, dass ich noch vor 10 Jahren gedacht habe, dass es gegen fast alles eine Tablette gibt. "So krank, dass ich nicht noch selber zum Arzt fahren kann, kann ich gar nicht sein". Aber das Leben und die Realität hat mich eingeholt. Erst als mein Vater schwer krank wurde und dann war ich dran.
    Dennoch kann ich mich nicht beklagen, meine Erkrankungen sind gut behandelbar und es geht mir gut.
     
  10. Caro16

    Caro16 Neues Mitglied

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    hab zwar eltern aber sie stehn in der sache nicht wirklich hinter mir meine mam naja sagt auch immer ja wieder ein fall für die rente oder ohhh ja das kommt vom wetter und und und das trifft mich und ich rede auch nicht mir ihr darüber,... sie weiß das ich schmerzen habe das sag ich ihr auch aber naja sie macht nichts,... ich rede auf jeden fall tarelles oder wie das heißt mit meinem arzt und wenn es der chirurg ist denn irgendwie ist er sympatisch und ich hab das gefühl dort werde ich wenigstens bissel ernst genommen,... mir reicht es so langsam ach denn es wird irgendwie immer schlimmer statt besser und wachsen tu ich ja auch nimmer sonst würde es heißen das kommt vom wachsen,...

    LG
     
  11. Lilly

    Lilly offline

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    liebe anja,

    .... nimm dich einfach so an, wie du jetzt bist! lass die vergangenheit ruhen, eine neue lebensphase hat begonnen ;).

    immer nur dagegen ankämpfen bringt ja nichts, außer depressionen und neuer erschöpftheit (und "aufgeben" tut man sich deswegen auch nicht).

    seit ich seelisch wieder ausgeglichen bin, geht es mir gut, auch wenn ich gerade wieder einen schub habe. aber das ist eben so und wird immer wieder kommen. jetzt brauche ich wieder ein paar tage ruhe, dann geht es wieder....(bin nie schmerzfrei, aber an schmerzen gewöhnt man sich).

    erfreue dich an den schönen dingen des lebens und trauere nicht dem nach, was mal war....

    alles gute! :)
     
  12. Anja1

    Anja1 Aktives Mitglied

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    Liebe Lilly!

    Du hast natürlich echt!

    Leider fällt es mir manchmal schon schwer, das positive zu sehen!

    Aber glücklicherweise gibt es ja rheuma-online, so das man sich mit anderen austauschen kann, die auch das gleiche Gefühlschaos durchmachen.

    Auch wenn du vielleicht eine andere Anja gemeint hast vielen Dank fürs Mut zusprechen!

    Ganz liebe Grüße

    von
     
  13. Lilly

    Lilly offline

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    liebe anja1,

    eigendlich habe ich dich gemeint ;)- habe erst nach dem abschicken meines beitrags gesehen, dass du es nicht bist!! :D

    da aber mein beitrag genausogut an andere user gerichtet sein könnte (sinngemäss) habe ich ihn stehen lasse....

    ich war schon vor meiner erkrankung ein pos. eingestellter mensch und ich lasse es nicht zu,- dass irgendetwas meinen charakter verändert, dass haben auch die zahlreichen schicksalsschläge nicht geschafft!

    also bitte verliert nicht den mut! sucht euch etwas, was euch freude macht! lenkt euch ab ....
     
  14. Mimi B.

    Mimi B. Neues Mitglied

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    Hallo Ihr Lieben,

    tja, ein interessantes Thema: "Mein Umgang mit mir?!"

    ....und so habe ich mich da mal ein wenig kritisch unter die Lupe genommen, allerdings ist mir einiges schon länger klar gewesen:

    ICH BEHANDEL MICH SCHLECHT! Das klingt dramatisch, ist aber so. Durch einen langen Krankenhausaufenthalt und vielen Therapiestunden und einen sehr geduldigen Ehemann habe ich zwar immerhin gelernt den Hass auf meinen schlecht funktionierenden Körper ein wenig zu zügeln aber wirklich um mich kümmern, dass fällt mir immernoch verdammt schwer. Nach dem Duschen eincremen, ups vergessen; die Narben, die der gute Behcet auf meine Beine gezaubert hat behandeln lassen, ups gar nicht dran gedacht; meinem Gesicht was Gutes tun (mit Pflege- und Reinigungsprodukten); ups habe ich verdrängt....u.s.w. stattdessen bin ich böse mit meinem Körper, weil er mich allzugerne im Stich läßt und die Dinge die in meinem Kopf schwirren nicht umsetzen kann und habe ihm schon des Öfteren Selbstzerstörerisch gestraft....aber ich arbeite weiter daran meinen Körper so zu lieben wie er ist (hier geht es nicht ums Optische), nämlich zerbrechlich, aber von alleine kann ich das nicht, ich muß mich zu jedem "Kümmern" zwingen. Es fällt mir viel leichter mich um alle anderen zu kümmern, klar lenke ich ja meinen Kopf geschickt vom Rest meiner Selbst ab.... Warscheinlich habe ich deshalb so viele Tiere, sie geben mir das zurück, was ich mir selbst nicht geben kann: LIEBE; Und davon brauche ich ganz viel zum Überleben....zum Glück habe ich so einen lieben, verständnisvollen Mann und meine beiden süßen Kinder....sonst säße ich heute nicht hier.
    Also Ihr seht, was ich hier schonungslos in den PC gehackt habe....ist nicht zur Nachahmung zu empfehlen

    lg
     
  15. Smile163

    Smile163 Mitglied

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    Hallo Anja,

    ich kann ebenso sehr gut nachvollziehen wie es dir geht. Mich plagt seit drei 1/2 Jahren eine Vaskulitis, bei der sich die Nerven in den Händen und Füßen entzünden. Dadurch habe ich sehr viele taube Stellen bekommen (Fühle in vier Fingern der rechten Hand so gut wie nichts mehr. Hinzu kommt noch eine starke Beteiligung des Medianusnervs, der die Beweglichkeit meines Zeigefinger und des Daumen sehr stark einschränkt.
    Trotzdem sitze ich 20 Std. pro Woche im Büro und tippe und tippe und tippe. Obwohl ich dabei ziemlich geplagt bin.
    Nach einer Verschlimmerung Anfang des Jahres hat es mich psychisch sehr stark belastet. Ich habe Depressionen bekommen und habe den ganzen Tag nur geheult und mit mir gehadert. Mir ging es immer schlechter. Ich hatte mich dann dazu entschlossen, ein Gespräch mit meinem Chef zu führen. Er hatte großes Verständnis für meine Situation und sagte daraufhin:" Machen Sie so, wie es für sie gut ist." Ich solle in erster Linie an mich denken und mich nicht unter Druck setzen.
    Schließlich wollte ich meine 100 Prozent geben, wie früher.
    Was ich dir damit sagen will, ist, dass es ganz wichtig ist, dazu zu stehen. Das Handicap, dass man durch die Krankheit hat, zu akzeptieren. Es geht dir sonst nur noch schlechter.
    Im Freundeskreis wird sich dann auch zeigen, wer die waren Freunde sind. Manche Freundschaften haben sich bei mir dadurch sehr gefestigt, manche aufgelöst.
    Gespräche mit anderen tun immer gut. Das ist sehr wichtig. Vor allem auch dass der Partner zu einem hält und für einen da ist. Dabei darf man aber nicht vergessen, dass es für den Partner auch nicht einfach ist, damit umzugehen und auch er mal Trost braucht :pftroest:
    Ich bin mir sicher, wenn du dein Rheuma annehmen kannst,dazu stehst und vor allem darüber redest, geht es dir bald besser. Glaub an dich.

    Ich wünsche dir viel Kraft,
    Energie und wieder mehr Lebensfreude :luxhello:

    ...noch ein kleiner Tipp:
    Lächle dich einmal am Tag im Spiegel an und du wirst sehen, es fällt dir von Tag zu Tag leichter :p
     
  16. Anja01

    Anja01 Neues Mitglied

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    Hi Mimi und auch Ihr Anderen alle,,

    nun muss ich sagen...da finde ich mich zu 100% wieder. Mein Mann sagt oft zu mir ich solle mir etwas gutes tun....entspannen, mal shoppen gehen, mich eincremen oder Ähnliches. Ich muss aber immer einen guten Grund dafür haben so etwas zu tun. Sei es dass ich irgendwohin muss und gut Aussehen muss oder ich geh in die Stadt zum shoppen aber nicht für mich...lach....ja so ist das..
    Ich meinte mit meinem Beitrag aber auch die selbstzweifelgeplagte Seite an mir, das nicht wahr haben wollen und das einfache verdrängen dieser ganzen Krankengeschichte. Ich mach immer wieder so lange volle Pulle weiter bis ich ein nicht mehr zu überhörendes Signal bekomme....zb. mach ich häufig im Haushalt alles an einem Tag mit dem Ergebniss dass ich 38Grad Fieber und mehr Schmerzen bekomme....das geht jetzt schon wieder mindestens eine Woche so. Ich würde meine Krankheit annehmen...wenn ich die Diagnose erst mal verdaut habe...und das ist ähnlich wie Trauerarbeit...man durchläuft unterschiedliche Phasen von Ignoranz über Wut, Verzweifelung Trauer und Agression. Ich hoffe dass ich bald an dem Punkt bin wo ich anfangen kann aktiv an diesem Prozess zu arbeiten....da bin ich nämlich noch nicht ganz....alle Empfindungen sind erst im Ansatz da....ich muss sie allerdings auch zulassen und das ist das schwerste! Die Gefühlskontrolle einfach mal loslassen. Ist besonders schwer wenn einem grade mal wieder die Kontrolle über seinen Körper abhanden gekommen ist:o

    Liebe Grüße

    Anja
     
  17. pattyguy01

    pattyguy01 Registrierter Benutzer

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    akzeptieren, annehmen- muss man das wirklich?

    Hallo Ihr,
    Ich denke, kein Mensch muss sein Schicksal akzeptieren und sollte sich nie aufgeben. Wenn ich hier lese, dass man eine positive Einstellung entwickeln sollte und lernen muss das Problem,was ja wirklich eins ist, zu akzeptieren, frage ich mich, wo da die positive Einstellung ist? Eine positive Einstellung ist doch nur dann eine, wenn sie zur Problemlösung beiträgt, oder nicht?
    Die Frage die man sich selbst stellen muss ist doch "Hab ich wirklich schon alle Möglichkeiten in Betracht gezogen" oder "Sind mir denn wirklich schon alle Möglichkeiten angeboten worden?". Ich denke die meisten können beide Fragen mit Nein beantworten oder?
    Wenn Menschen (ärzte) behaupten, es gäbe keine Heilungsmöglichkeiten und man müsse damit leben. Wer sagt, dass man das als gegeben hinnehmen muss? Wissen Sie denn wirklich alles, kennen sie alle Möglichkeiten? - Nein
    Ich lebe in Thailand und sehe dass es durchaus möglich ist. Aber nur weil man es hier auf andere Art und Weise versucht und vor allem zulässt.
    Eins habe ich gelernt und möchte es euch auf den Weg geben- hört nicht auf nach Lösungen zu suchen- es gibt sie- für alles! Man muss nur manchmal umdenken und das ist oft das grösste Problem.
    Nur was uns stört,werden wir ändern. Und wenn Menschen euch fordern und es nicht akzeptieren, dass ihr euer normales Leben,was euch zusteht, aufgebt, dann solltet ihr Ihnen dankbar sein. So sieht man es hier in Asien, weil man hier einen Faktor mehr dazu nimmt, der in DTL. komplett ignoriert wird- Eure Seele. Und was soll ich sagen, irgendwie hat man hier mehr Erfolg damit. Wer mehr darüber wissen will, kann mich gern kontaktieren.
     
  18. Lilly

    Lilly offline

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    hallo pattyguy01,

    ich sehe es nicht so. nur, weil ich mich so annehme, wie ich eben bin, bedeutet es nicht zu gleich, dass ich mich aufgebe. :)
    meiner seele geht es dadurch sehr gut, was sich wieder pos. auf meine erkrankung auswirkt.

    ... lies dir meinen beitrag genau durch. ich spreche von nichts anderem. geht es dir psychisch (der seele) gut, wirkt sich das auf den ganzen körper aus...

    na, dann bin ich mal gespannt, welche "lösung" des problems du uns anbieten kannst. ;)

    krankheit ist für mich nur eine abweichung von einer norm. diese norm hat der mensch selber aufgestellt. (z.b. die blutwerte- "normalwerte")
    für mich ist krankheit aber normal- und gehört zum leben, wie die geburt und der tod.

    welcher mensch kann von sich aus behaupten ganz "gesund" zu sein? ich kenne keinen.
     
  19. pattyguy01

    pattyguy01 Registrierter Benutzer

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    Hallo Lilly,
    Ich denke, du hast bereits alles akzeptiert, so wie es ist und du kannst damit leben. Das ist ok so. Daher werd ich dir auch keine "Lösung" aufzeigen brauchen.
    Das mit der positiven Einstellung ist tatsächlich, wie ich es geschrieben habe, anders gemeint.
    Es geht nicht darum positiv mit einem Problem zu leben, was mich einschränkt. Wenn ein Zahn von dir kaputt ist, und du nur noch auf einer Seite kauen kannst, gehst du doch auch zum Zahnarzt oder sagst du dir, och macht doch nichts, ich hab ja noch die andere Seite zum Kauen. Das wäre auch positiv gedacht, nicht?
    Du hast vollkommen recht, dass Krankheiten zum leben dazu gehören, aber welche Aufgabe haben sie? Haben sie wirklich die Aufgabe,uns einzuschränken?Ist es wirklich unabänderliches Schicksal? Oder sind sie vielmehr Anzeichen, unseres Körpers, dass etwas nicht stimmt im System?
    Wenn im System eines Computers ein Fehler ist, beheben wir ihn, weil sonst das system nicht richtig funktioniert, bzw. wir es nur beschränkt nutzen können. Wir möchten es vollkommen nutzen, deshalb beheben wir den Fehler, richtig? Warum wollen wir das beim Menschen nicht? Warum soll der Mensch nicht vollkommen funktionieren? Du hast doch gelesen, wie sich andere einschränken müssen, von ihren Verwandten nicht verstanden werden usw. Das ist doch ein Fehler im System oder etwa nicht??? Auch du hast geschrieben, dass du regelmässig trotzdem deine Rheumaattacken hast. Die schränken dich doch auch ein oder nicht?
    Krankheiten können wir nicht umgehen, aber wir müssen sie auch nicht sammeln.

    Wenn du "Krankheiten" nur als Abweichung von einer Norm siehst, im Sinne von bestimmten Werten usw. gebe ich dir vollkommen recht. Was wäre wenn wir diese vielen Messgeräte nicht hätten- einige von uns würden garantiert nicht merken, dass sie "nicht gesund" sind.
    Aber was ist wenn es auswirkungen auf unsere leistungsfähigkeit hat, was ist wenn es unser normales Leben immer mehr beeinflusst, weil das nicht mehr geht, und das nicht und...
     
  20. Lilly

    Lilly offline

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    hallo,

    ... das ist der normale lauf des lebens.

    einen kaputten pc, kann man auch nur zum teil reparieren.. irgendwann ist aber eine reparatur nicht mehr möglich, dann muss man sich einen neuen kaufen.

    die aufgabe der erkrankung ist, dass das inviduum nicht ewig lebt. der mensch hat sich durch die medizin und den verbesserten lebensumständen von der natur schon sehr weit abgehoben. die frühere, durchschnittliche lebenserwartung betrug unter 40 jahre.
    auch wenn der körper des menschen dazu ausgerichtet ist, ein alter von 120 jahren erreichen zu können,- auch dann ist schluss.

    nichts hält ewig...

    da einige "systemfehler" schon angeboren sind, wird man auch nichts dagegen unternehmen können. (außer, sich nicht fortzupflanzen, damit dieser "fehler" nicht weiter gegeben wird)

    wenn ich um 1900 schon gelebt hätte, dann wäre ich sicher nicht so "alt" geworden, wie ich jetzt bin. das erste mal wäre ich schon im alter von 4 jahren verstorben, wenn mich die schulmedizin nicht gerettet hätte. vor 4 jahren bin ich petrus auch, durch eine not- op, von der schaufel gesprungen...
    und ich lebe immer noch :) und es geht mir gut!