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manchmal ist alles so schwer

Dieses Thema im Forum "Austausch für und mit Angehörigen" wurde erstellt von Cindarella22001, 8. Oktober 2013.

  1. Cindarella22001

    Cindarella22001 Neues Mitglied

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    Hallo,im Moment ist alles so schwierig , seit April ist mein Freund im Rheumaschub ,(rheumatoide Arthritis) dadurch ist alles sehr eingeschränkt .... das ganze Familieleben ,habe Angst das er sich aufgibt... weil man keine Besserung sieht, es ist auch frustrierend, und meine Kraft geht halt auch mal zu Ende ...Er geht kaum noch raus ,liegt nur auf der Couch das kann doch nicht gut sein...ich denke man muss auch aktiv versuchen der Krankheit zu trotzen.. Ich glaube das man sich bewegen muss sonst wird es nur schlimmer und wenn es nur ein wenig spazieren gehen ist... oder leichte Sport..nur die Medikamente machen es sicher nicht alleine .Er macht weder KG noch sonst irgendwas für seine Krankheit ....und ich glaube es ist wichtig andere Maßnahmen begleitend zu machen um Schmerzlinderung usw zuerreichen...Und auch für die Psyche ist es wichtig... Außerdem ist er bei jeder Kleinigkeit auf der Palme und ich mag auch nicht immer alles entschuldigen... Weiss im Moment nicht wie es weitergehen soll und wie ich damit umgehen kann..denn irgendwann ist auch meine Grenze erreicht... Er will sich eigentlich gar nicht damit beschäftigen das er krank ist glaube er hat sich damit noch nicht wirklich auseínandergesetzt und es auch nicht angenommen... Ich weiss auch das es schwer für ihn ist, das er vieles nicht machen kann ( zur Zeit) und ich das eben machen muss und er damit Probleme hat weil er halt der Mann ist... und auch weiss das ich halt selber nicht gesund bin.. aber es ist nun mal jetzt so ... er kann halt auch nicht arbeiten gehen was ihn auch sehr zu schaffen macht...
    Meine Angst ist das unsere Beziehung daran zerbricht und ich nicht weiß was ich noch machen kann ...er lehnt auch psychologische Beratung ab... hat jemand ähnliche Erfahrungen und kann mir Rat geben wie man damit umgehen kann ....danke
     
  2. Lächeln

    Lächeln Aktives Mitglied

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    Hallo Cindarella, du hast es zur Zeit wirklich nicht leicht. Ich kann gut nachvollziehen, was du schreibst. Und vielleicht würdest du ganz anders mit der Krankheit umgehen - aber weiß man das, bevor man drin steckt?

    Bei vielen verläuft der Weg, eine chronische Erkrankung zu akzeptieren ungefähr so ab wie ein Trauerprozess: da gibt es den Schock, das Nicht-Wahrhaben-Wollen, die Hoffnungslosigkeit, die Wut über das Schicksal, die Depression, das von Arzt zu Arzt rennen und auf ein Wundermittel hoffen..... und erst dann (!) kommt die Akzeptanz, die Fähigkeit, damit Leben zu lernen. Natürlich verläuft das nicht bei jedem gleich, nicht jeder macht alle Stadien durch, manche Reaktionen kommen viel später. Aber: es gibt keine Abkürzung, d.h. man kann einfach nicht beschließen, so, jetzt akzeptiere ich meine Krankheit, wenn man gerade in der Depression hängt.

    Und vermutlich läuft in dir ein ähnlicher Prozess ab: es kann sein, dass du als Angehörige ähnliche Empfindungen (Schock, Wut, Traurigkeit ....) erlebst.

    Und wenn man zusammen lebt, treffen unter Umständen sehr gegensätzliche Phasen aufeinander: während der eine vielleicht absolut in der Depression sitzt, ist der andere eher wütend (nicht unbedingt auf den anderen, sondern auf die Situation, aber das lässt sich manchmal nicht unterscheiden). Oder einer ist schon ein ganzes Stück auf dem Weg der Akzeptanz, während der andere noch im Nicht-Wahrhaben-Wollen steckt.

    Manchmal hilft es schon, wenn man sich klarmacht: wo stehe ich gerade und wo steht der andere gerade?

    Was auch helfen kann: die Einsicht, dass der andere SEINEN Weg gehen muss und man nur sehr sehr begrenzt Einfluss nehmen kann. Beispiel: wenn der andere gerade depressiv ist, dann nützen 27 Vorschläge, was er tun und lassen sollte,, gar nichts. Sie erhöhen nur den Druck, indem sie vermitteln: du bist nicht okay.

    Meine Überzeugung ist, dass man sowohl als Angehörige wie als Betroffener zunächst für sich selbst verantwortlich ist. Also du, Cinadrella, bist für dich und deine Reaktionen verantwortlich und auch dafür, was du tun kannst damit DU klar kommst mit eurer Situation. Wie wäre es mit psychologischer Hilfe für dich? Ich denke, damit, dass du hier schreibst, tust du ja schon einen Schritt in diese Richtung. Weitere Möglichkeiten könnten sein: wie kommst du zu genügend Bewegung, wie schaffst du dir Atempausen, bei denen seine Krankheit nicht im Mittelpunkt steht, .....
    Je besser du für dich selbst sorgst, um so besser kommst du auch mit seiner Situation klar.

    So weit mal meine Gedanken. Sortiere bitte selbst, ob da was für dich dabei ist - und vergiss den Rest.

    Ganz liebe grüße
    Lächeln
     
  3. Louise1203

    Louise1203 Gesperrter Benutzer

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    Hallo Cinderella,

    ich kann die Situation ein wenig von beiden Seiten beurteilen.

    Meine Wenigkeit hat Rheuma, mein Mann letztes Jahr einen schweren Unfall und ich hab ihn 8 Monate hier zu Hause gepflegt. Man wird in so einer Situation, also Krankheit, etwas unleidlich. Man kämpft mit den Schmerzen, ist sich sehr wohl bewusst, dass man es den Angehörigen nicht leicht macht. Aber man kann eben nicht aus seiner Haut. Auch mal Entschuldigung sagen, fällt einem sehr schwer........

    Ich weiss von mir selber, dass ich im Schub definitiv nicht die einfachste Person bin. Ich möchte dann am Liebsten in Ruhe gelassen werden. Auf dem Sofa liegen und hoffen, dass alles möglichst bald vorbei geht. Nichtdestotrotz raffe ich mich auf und bewege mich. Allerdings in Massen, weil viel geht dann nicht.

    Durch den Unfall meines Mannes hab ich dann verstehen können, wie gnaddelig Menschen sein können, wenn sie Schmerzen haben. Es ist nicht einfach!!! Man könnte denjenigen, auch wenn man ihn noch so lieb hat, manchmal sonstwas an den Kopf schmeissen......

    Eines haben mein Mann und ich aus unsere Situation gelernt: 1. Gelassen bleiben, 2. nicht all zu sehr auf die "Jammerei" eingehen, 3. UNBEDINGT was für sich tun, auch wenn es bedeutet, den Partner für eine gewisse Zeit am Tag alleine zu lassen. Es ist so wichtig, die eigenen Batterien wieder auf zu laden um dann gestärkt nach Hause zu kommen und die Gelassenheit zu haben, die Situation zu Hause wieder zu meistern.

    Ich wünsche Dir viel Kraft!!

    Ganz liebe Grüsse

    Louise
     
  4. Louise1203

    Louise1203 Gesperrter Benutzer

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    Ups..... noch was vergessen,

    Ich neige dazu, meinen Mann in seiner Krankheitsphasen, so wie jetzt zur Zeit, etwas zu sehr zu bemuttern....... Solltest Du echt vermeiden. Lass Deinem Partner durchaus mal was machen. Nicht zwingen, aber ihm auch nichts aus der Hand nehmen, wenn er selber was machen will.

    ER muss Dich fragen, ob Du was für ihn machst, was er selber nicht kann. Aber versuchen sollte er es zumindest!!

    Nochmal liebe Grüsse

    Louise
     
  5. Cindarella22001

    Cindarella22001 Neues Mitglied

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    danke für die lieben Antworten und Aufmunterungen , ich weiß das Schmerz unleidlich macht und auch ungerecht das kenne von mir selbst .... denn habe leider auch schon einiges durch... aber ich kann nicht zu sehen wie man sich aufgibt... so empfinde ich das zur Zeit .Ich habe wahrscheinlich auch noch einen anderen Blick da ich selber im Krankenhaus arbeite. Er ist seit 2010 erkrankt aber er hat sich damit nicht groß befasst da es ihn auch noch wesentlich besser ging .
     
  6. Cindarella22001

    Cindarella22001 Neues Mitglied

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    hallo Louise, ja das mache ich auch nicht ihn alles abzunehmen ( auch wenn ich aus beruflichen Gründen das Helfersyndrom habe )
    weil ich weiß das es falsch ist ... aber das er sich helfen lässt ist noch ein ganz anderes Thema... er muss sich hier auch einbringen wenn es ihm möglich ist ;ich kann und will auch nicht alles alleine machen ... haben heute gesprochen das sich was ändern muss und siehe da er ist mit dem Fahrrad kurz los... ein Anfang :)
     
  7. CharlotteA

    CharlotteA Ich bin eine Angehörige

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    Hallo Cindarella

    ich bin wie du eine Angehörige. Mein Mann hat seit 2005 rheumatoide Arthritis. Solange er medikamentös noch nicht optimal eingestellt war, hatte er immer wieder Schübe, so dass er teilweise kaum Treppen steigen konnte, im schlimmsten Fall nicht mal aus dem Bett kam. Er hat sich aber zum Glück nicht von der Krankheit unterkriegen lassen. Für uns als Angehörige ist die Situation nicht immer einfach. Wenn es dem Partner nicht gut geht, geht's einem auch selbst nicht gut. Mir geht es jedenfalls so. Wenn ich auf Arbeit war und wusste, er liegt zu Hause mit einem Schub im Bett, hat mich das ganz schön belastet. Seit über einem Jahr bekommt mein Mann einmal im Monat Roactemra-Infusion. Seitdem hat er keinen Schub mehr bekommen, konnte sogar das Cortison reduzieren. Wir gehen regelmäßig ins Fitness-Studio. Er trainiert an den Geräten mit minimalen Gewichten zur Erhaltung der Beweglichkeit. Anschließend gehen wir in die Infrarot-Kabine. Die Wärme tut ihm gut.
    Natürlich ist es manchmal für mich nicht schön, wenn man z. B. am Wochenende gern was unternehmen möchte, er sich aber nicht so fühlt und man dann am Ende doch wieder zu Hause "rumhängt". Man muss sich halt mit der Krankheit arrangieren.
    Es gibt ja das Sprichwort: Wer rastet, der rostet. Das trifft bei dieser Krankheit besonders zu. Auch wenn es schwer fällt, sollte man sich immer bewegen, so gut es geht. Mein Mann wollte auch mal die Flinte ins Korn werfen. Aber dann hat er doch gemerkt, dass ihm das Training (wie gesagt, nur zur Erhaltung der Beweglichkeit) im Fitness-Studio gut tut.
    Ich drück dir die Daumen, dass sich dein Mann aufrappelt und sich nicht weiter von seiner Krankheit unterkriegen lässt.
    LG Charlotte
     
  8. Cindarella22001

    Cindarella22001 Neues Mitglied

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    Danke Charlotte werde weiter daran arbeiten....:)