1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen

Macht MTX aggressiv?

Dieses Thema im Forum "Kinder- und Jugendrheuma" wurde erstellt von mamibasti, 10. September 2013.

  1. mamibasti

    mamibasti Neues Mitglied

    Registriert seit:
    26. Juni 2013
    Beiträge:
    3
    Zustimmungen:
    0
    Hallo

    Mein Sohn 4,5 bekommt seit 3 Monaten MTX wegen JIA. Seit etwa 2 Monaten ist er unausstehlich .. er schlägt im vorbeigehen andere Kinder und lässt sich durch nichts dazu bringenf riedlicher zu werden. Die Erzieherinnen wissen auch schon nicht mehr weiter.
    Kann das vom MTX kommen oder hat er nur eine Entwicklungsphase.
     
  2. Julia123

    Julia123 rheumatic pixie

    Registriert seit:
    30. November 2010
    Beiträge:
    3.241
    Zustimmungen:
    3
    Ort:
    Kleinstadt in Oberfranken
    Hallo,
    ich denke nicht, dass das vom MTx kommt. 4,5 Jahre klingt für mich nach Trotzphase ......

    Da hilft nur gute Nerven zu behalten und dem Kerlchen zu zeigen, wo seine Grenzen sind .....

    Durch diese Phase ist meine Tochter gottseidank durch, aber sie steckt mitten in der Pubertät ..... Ist auch nicht immer leicht ..... Das ist das Alter, in dem die eltern beginnen, komisch zu werden .....

    Liebe Grüße
    Julia123
     
  3. Sigi

    Sigi Mitglied

    Registriert seit:
    27. Mai 2006
    Beiträge:
    550
    Zustimmungen:
    3
    Ort:
    bei Bielefeld
    Liebe Julia,
    danke,da musste ich grade so drüber lachen :D Das hast Du sehr schön beschrieben :top: Oh man,wenn ich an meine Pubertät und meine armen Eltern denke :rolleyes:........


    Liebe Grüße
    Sigi
     
  4. Lächeln

    Lächeln Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    28. Juli 2013
    Beiträge:
    1.009
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Raum Ulm
    Über die Wirkung von MTX kann ich gar nichts sagen.

    Aber es kann Gründe für sein Verhalten geben, die mit dem Rheuma zusammenhängen.

    Also auch Erwachsene macht der Frust wegen Schmerzen oder Einschränkungen manchmal aggressiv.

    Kann aber auch sein, dass er durch seine Erkrankung zu Hause eine Sonderrolle bekommen hat/bekommen musste. Und im Kindergarten ist er halt nix Besonderes, sondern einfach einer unter vielen Kindern.

    Auf alle Fälle finde ich es sehr wichtig, dass er klare Grenzen bekommt, dass die Aggressivität nicht verharmlost oder entschuldigt wird. Egal wie man sich fühlt, es ist nicht in Ordnung, andere anzugreifen. selbst wenn ein Medikament dahinterstecken würde - auch dann muss er lernen, mit seinen Gefühlen umzugehen. Also wohin mit negativen Gefühlen, in welcher Form kann man sie sozialverträglich ausdrücken, z.B. trommeln, sich ab und zu alles von der Seele schimpfen, Nägel in Holz schlagen ......

    LG
    Lächeln
     
  5. muck

    muck Neues Mitglied

    Registriert seit:
    12. Juli 2005
    Beiträge:
    74
    Zustimmungen:
    0
    Hallo mamibasti,

    dass die Aggressivität eine direkte Nebenwirkung vom MTX ist, glaube ich auch nicht.
    Aaaaber: Die kleinen Rheuma-Mäuse müssen ja so allerhand wegstecken an Schmerzen, Einschränkungen, unangenehmen Untersuchungen, Spritzen etc. Gerade das MTX führt ja bei manchen Kindern zu einer ziemlichen Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens. Dass sich die Kinder dann nicht richtig wohl in ihrer Haut fühlen, liegt auf der Hand. Mein Sohn wurde davon eher maulig und fast ein bisschen depressiv, aber es kann auch durchaus sein, dass dieses diffuse Unwohlsein/Unzufriedensein sich als erhöhte Aggressivität äußert! Gerade bei Jungs...

    Mein Ansatz wäre daher: Gucken, was oder wen (im Sinne von Fachmann/Fachfrau) der Kleine braucht, um bei all den Belastungen psychisch gesund und entspannt zu bleiben bzw. wieder zu werden. (Und dazu könnte natürlich unter Umständen auch der Versuch gehören, auf ein anderes Medikament umzusteigen.)

    Liebe Grüße und alles Gute für deinen Kleinen,
    Jeannette

    PS:
    "Im Vorbeigehen andere Kinder schlagen" halte ich persönlich nicht für ein typisches Trotzphasen-Verhalten. Habe ich so zumindest noch nicht erlebt oder davon gehört.

    PPS: Upps! Jetzt hat "Lächeln" ein bisschen schneller getippt als ich... ;)
     
  6. Lächeln

    Lächeln Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    28. Juli 2013
    Beiträge:
    1.009
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Raum Ulm
    dafür hast du, muck, deutlicher beschrieben, was Kinder mit Rheuma so durchstehen müssen
     
    #6 10. September 2013
    Zuletzt bearbeitet: 10. September 2013
  7. mamibasti

    mamibasti Neues Mitglied

    Registriert seit:
    26. Juni 2013
    Beiträge:
    3
    Zustimmungen:
    0
    hallo

    Vielen Dank für die Antworten

    Die Erklärung das er allgemeines Unwohlsein durch Aggressvität ausdrückt könnte eine gute Erklärung sein.
    Körperlich geht es ihm zwar sein MTX um Längen Besser als vorher aber vielleicht stresst es ihn psychisch mehr. Wobei er nach aussen überhaupt keine Probleme mit der Spritze zu haben scheint. Kein Weinen oder ablehnen.
    Eine Sonderrolle bekommt er hier nicht. Eher das Gegenteil. Bevor wir wussten das er Rheuma hat wurde er noch angezogen weil er einfach nicht an seine Füsse herankam. Jetzt ist er so beweglich das er das kann. Also stelle ich diese und viele andere Anforderungen mehr an ihn. Das "Sonderrolle einnehmen" wollte ich von vorne herein vermeiden. Mit im vorbeigehen hauen meinte ich nicht festes zielgerichtetes schlagen sondern sowas wie mal eben mit dem Ellenbogen wegrempeln oder mit dem Handrücken gegen den Oberarm hauen. Es wirkt immer wie .. du bist mir grad im weg also räume ich dich mir aus dem Weg. Er fragt soll ich eine Unterhose anziehen und ich antworte ja und er sagt dann ziehe ich aber keine an. Es ist auf allen Ebenen Kampf. Türen schlagen, Widerworte, komische Geräusche, hauen, anderen Spielzeuge verstecken.

    Mir hilft es schon das es keine MTX Nebenwirkung sein kann. Eine Ausrede weniger. Und einen Schritt näher an einer Ursache und damit vielleicht an der Lösung seiner Problem

    Nochmal Danke
     
  8. Lagune

    Lagune Bekanntes Mitglied

    Registriert seit:
    31. Juli 2011
    Beiträge:
    5.616
    Zustimmungen:
    98
    Hallo Mamibasti,

    da das MTX als Nebenwirkung auch das Nervensystem angreifen oder belasten kann, finde ich es nicht so abwegig, das es dadurch auch zu Aggressivität kommen kann, ebenso Depression.
     
  9. Julia123

    Julia123 rheumatic pixie

    Registriert seit:
    30. November 2010
    Beiträge:
    3.241
    Zustimmungen:
    3
    Ort:
    Kleinstadt in Oberfranken
    Genau das meine ich mit Trotzverhalten ..... das ist keine zielgerichtete Aggression, sondern meiner Erfahrung nach - und ich hatte jahrelang auch beruflich damit zu tun - altersgemäßes Trotzverhalten kleiner Jungs. Nicht dramatisch. Aber selbst wenn es mit dem MTX zu tun hätte, hast du hier nur die Chance, ihm deutliche Grenzen zu setzen, teilweise hilft es auch, das verhalten zu ignorieren, um es zu löschen ..... tolerieren könnte man das auch nicht, wenn es eine Nebenwirkung vom MTX wäre ..... ein guter vorschlag ist auch, wie es bereits gesagt wurde, ihm alternativen aufzuzeigen, wie er seine wut und aufgestaute Energie los werden kann.

    Liebe Grüße
    Julia123
     
  10. Lagune

    Lagune Bekanntes Mitglied

    Registriert seit:
    31. Juli 2011
    Beiträge:
    5.616
    Zustimmungen:
    98
    Trotzphase kenne ich von jüngeren Kindern und komische Geräusche haben meine drei Kinder(alles Jungs) da nicht bei gemacht. Ich finde es schon auffallend, das dieses Verhalten eben erst mit der MTX Gabe begann und vorher nicht da war.

    Ich würde da jetzt nicht einfach irgendwelche Erziehungsmethoden ausprobieren, sondern auch mit dem behandelnden Arzt, der das MTX verordnet eingehend darüber sprechen. Eventuell hilft es ja an der Medikation was zu verändern.
     
  11. Kathii...

    Kathii... Neues Mitglied

    Registriert seit:
    24. September 2012
    Beiträge:
    4
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Wien
    also wie ich noch MTX genommen hab (vor allem bei hoher Dosierung) war ich neben viiiiiiiielen anderen Nebenwirkungen am MTX-Tag und dem danach besonders leicht genervt und hab deshalb eher überreagiert, meine Eltern haben dann auch immer gemeint, dass ich schneller "wild" werde......aber da ist es mir einfach meistens gar nicht gut gegangen (durch Schmerzen,Nebenwirkungen und vor allem einfach allgemeines Unwohlsein) -vl ist das bei deinem Sohn genauso und er kanns eben nicht wirklich ausdrücken

    ist jetzt nur das, was mir dazu einfällt,also ich kann mir schon denken, dass es etwas mit dem Rheuma und dem MTX zu tun hat....
     
  12. mamibasti

    mamibasti Neues Mitglied

    Registriert seit:
    26. Juni 2013
    Beiträge:
    3
    Zustimmungen:
    0
    eine lange Leitung

    Hallo

    Nachdem mein Sohn seit September immer aggressiver wird (wir ihm aber die Körperlichen angriffe abgewöhnt haben) habe ich erst heute wieder hier lesen können und tatsächlich viel es mir heute morgen wie Schuppen von den Augen.
    Ich sage seit Monaten das er alles blöd findet (seine Wortwahl). Heute morgen meinte ich zur Kindergärtnerin er sieht alles nur negativ..
    und da viel es mir ein.. Depression... Alles negativ und Bingo.
    Eine gelegentliche Nebenwirkung im Beipackzettel ist gleich an Zweiter Stelle die Depression. Und damit erklärt sich sein Verhalten wie aus einem Lehrbuch. Und ich sitze hier und heule weil mein armer Zwerg so lang damit rumrennen muss und ich nicht auf diesen einfachen simplen Zusammenhang komme. Ich hab 10 Jahre mit depressiven Erwachsenen gearbeitet und bei meinem Kind komme ich nicht drauf. Und jetzt ist Freitag und der Facharzt nicht da...
    Aber wenigstens kann ich jetzt ansetzen...

    Aber was macht man da. MTX absetzen oder Depression therapieren..??? Chemie oder Kraut?

    Leider ist Geduld nicht meine Stärke... das Wochenende wird gemein..

    Ich wünsch euch allen trotzdem ein Schönes WE
     
  13. kaufnix

    kaufnix Mitglied

    Registriert seit:
    23. März 2012
    Beiträge:
    481
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Zentralbayern
    Das ist das Letzte wo rüber Du Dir Gedanken machen musst :troest:. Es ist zwischenzeitlich nachgewiesen, dass z.B. das ärztliche Fachpersonal bei Betreuung von psychisch Erkrankten als letzte merken, wenn sich der Erkrankte für einen Suizid entscheidet und ihn dann durchführen. Nur Menschen, die die Person seltener sehen, bemerken Wesensänderungen.

    Was tun? Geduld haben :D und das fachärztlich besprechen. Evtl. kann man noch einen Kinderpsychologen hinzuziehen. Aber erst, wenn keine Besserung nach Änderung der Medikamente eintritt.

    Und zum Schluss:
    "Geflügelte" Ansage wenn unser zwischenzeitlich erwachsene Tochter mal wieder ihren "gspinnerten" hatte:

    "Erst kommt das Trotzalter, das geht nahtlos in die Pubertät über, und gleich darauf beginnt der Altersstarrsinn" :D

    In diesem Sinne ein schönes Wochenende
     
  14. Arcinala

    Arcinala Neues Mitglied

    Registriert seit:
    15. September 2013
    Beiträge:
    101
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Berlin
    Ich halte es durchaus für möglich, dass es vom MTX kommt.
    Wenn ich hier lese, wie gravierend die Nebenwirkungen bei den Erwachsenen sind, und wie sehr sie sich quälen, dann mag ich mir kaum vorstellen, wie es einem Kind geht, wenn es das Zeug schlucken muss.

    Vielleicht ist Aggressivität nicht direkt ne Nebenwirkung,
    sondern führt lediglich zum Unwohlsein, was ein so kleines Kind ja auch mitunter sehr aggressiv macht, weil es nicht weiß, damit umzugehen.

    Und ja, Depressionen sind auch durchaus möglich.
    Als Nebenwirkung des MTX, aber auch allgemein, weil er sich so quälen muss.
    Wir Erwachsen bekommen doch auch Depressionen dadurch.

    Ich würde auf jeden Fall nen Kinderpsychologen aufsuchen.