Na, ja wir erleben ja gerade wie die ersten Krankenkassen pleite gehen.
Es nutzt alles nichts. Wenn wir einen gewissen Standard noch beibehalten wollen, dann sind wir als Patienten alle ebenso gefordert, uns der Situation soweit sie noch tragbar ist anzupassen.
Die Situation ist ja schon schlimm, besonders am Jahresende und Budgetende.
Wenn es möglich ist, irgendetwas gefahrlos nicht in der Kilnik durchführen zu lassen, dann sollten wir das berücksichtigen, im Sinne der Allgemeinheit.
Wir werden sonst in kürzester Zeit Einschnitte haben, die wirklich gefährlich sind.
Ein Beispiel: Noch vor 15 Jahren wurden die Kataraktoperationen so durchgeführt, daß man damit 1 Woche pro Auge in der Klinik lag. Heute werden die Katarakt ( grauer Star) Operationen ambulant durchgeführt. Der Patient geht danach sofort nachhause.
Das liegt an der Verbesserung der Operationstechniken mit den minimainvasiven Eingriffen.
Auch wenn ein Patient nun früher damit insgesamt 14 Tage Klinikaufenthalt hatte, so ist das heute nicht mehr notwendig.
Das ist nicht mehr dieselbe OP Technik, die angewandt wird.
Ich sehe aber leider immer wieder, daß manche meinen sie müßten wirklich so lange in der Klinik herumliegen. Und es gibt auch Patienten die darauch bestehen.
Die haben dann aber nur die halbe Information erhalten.
Mit der Viscocat-Methode ist das okay.
Insbesondere bei dementen Patienten wird seitens der Angehörigen oftmals auf einem Klinikaufenthalt bestanden.
In der Realität ist dieser Klinikaufenthalt für einen dementen Patienten, den man aus seiner gewohnten Umgebung reißt risikobehafter,als würde man ihn ambulant operieren lassen.
Dh. in den Kliniken ist wirklich nur eine Minimalbesetzung, weil 1. mehr Personal nicht bezahlt werden kann, und weil 2. tausende von ausgebildetent Pflegekräften fehlen.
Ein dementer Patient der nachts durch eine Klinik ströppt die keine geschlossene Abteilung sein kann, der ist dort mehr gefährdet als bei sich zuhause.
Zudem haben wir ja in den Kliniken die Problematik mit MRSA oder ORSA Infektionen. Die dementen alten Menschen achten nicht darauf, wo sie anpacken und ob sie dazu eine Händedesinfektion benötigen. Die irren teil weise nachts durch die Abteilung und müssen eingesammelt werden, weil sie sich nicht zurecht finden in der fremden Umgebung. Die Sturzgefahr erhöht sich.
Wir verlieren leider viele junge gute Schwestern, die mit dem Tonfall der Patienten und Angehörigen nicht mehr umgehen wollen.
In Anbetracht dessen würde ich es begrüßen, wenn beide Seiten einen Weg finden in der die Kommunikation wieder in normale Bahnen geleitet wird.
Das sollen aber nun keine Prügel für "Patienten " sein, denn ich bin schließlich auch Patient nicht nur vom Pflegepersonal.
Oftmal muß ich statt daß ich mich um die Patienten kümmern kann, mit Diskusionen der Besucher über die Qualität des angebotenten Kaffees unterhalten und ehrlich, manche können sich 2 Stunden dranhalten, insbesondere wenn etwas durchgesetzt werden soll, was nicht geht, oder daß eigentilch mit dem Arzt diskutiert werden müßte.
Das sieht dann so aus, daß man wenn ein Patient auf den Arzt warten muß, der im Op ist 3-4 Stunden auf das Pflegepersonal regelrecht einprügelt und wenn der Arzt ( der das Messer ja nicht aus der Hand legen kann) endilch kommt, dann wird der angestrahlt und es wird kein Wort mehr über das Zinober verloren.
Die Regel ist mittlerweile: Ein Patient kommt auf die Station, hat sich verlaufen. Er bekommt den Weg erklärt und gesagt: Das er leider links abbiegen sollte. Danach erfolgt eine Beschimpfung des Personals, daß man falsch gelaufen ist.
Der normale Weg wäre jedoch zu fragen:"Können Sie mir sagen : Wo ich hin muß? ( das Wort "bitte" wäre erfreulich".) Dann bekommt man den richtigen Weg gewiesen und normalerweise erfolgte dann ein " Dankeschön."
Das geht aber so nicht, denn der Alltag ist mittlerweile daß der Patient sofort beginnt das Pflegepersonal zu beschimpfen.
Eine junge Schwester nach der Anderen wirft das Handtuch und der Durchschnitt der Verweildauer der Schwestern beträgt nur noch 5 Jahre, die diese in dem Beruf arbeiten und verbleiben.
Ich bin mit den 33 Jahren Krankenpflege schon ein Pflegedinosaurier, und freu mich, daß ich als 2. Standbein noch etwas anders mache, bei denen die Menschen anders auf mich zu kommen.
Das war vor 33 Jahren noch nicht so.
Ein Problem sind tatsächlich solche Diskusionen. ( ich hoffe ich werde jetzt nicht beschimpft, denn sicherlich gibt es Lumbalpuktionen die stationär durchgeführt werden, zb bei Verdacht auf eine Hirnhautentzüngung , Neuritis Nervi Optici, usw.
Oder welche die komplzierter sind wegen Wirbelsäulendeformationen, Gewicht des Patienten oder anderen Vorerkrankungen.
Evtl. ist die Lumbalpunktion schon etwas her und/ oder es wurde keine atraumatische Sprotte- Nadel benutzt.
Der normale Ablauf wäre, wenn man eine ambulante Punktion vorbereitet und sieht, das das keine Routinepunktion wird, oder daß der Patient nach der Punktion irgendwelche Probleme hat, dann wird auf die Station verlegt und der Patient wird aufgenommen. Es kann also ganz schnell umdisponiert werden.
Treten zuhause dann Kopfschmerzen oder Beschwerden auf, so kann man sofort in die Klinik zurückkommen und man wird aufgenommen und sofort behandelt.
Das mag dann bei 100 Punktionen einmal nötig sein.
Schauen wir uns die Wartezeiten auf Termine für Untersuchungen an, oder auch für Operationen, so werden die durch ein System, bei denen 99 Patienten problemlos nachhause gehen könnten um Monate verlängert.
Wir benötigen ein gesundes Mittelmaß, und eine sehr gute Aufklärung.
Es spricht nichts dagegen, den behandelnden Arzt zu fragen: " Ich habe gehört, daß diese Untersuchung bei vielen Patienten stationär durchgeführt wird.
Aus welchem Grund wird diese bei mir ambulant vorgesehen. Wo ist der Unterschied und welche Komplikationen oder Nachteile könnte das für mich bedeuten?
Der Arzt hat eine Aufklärungspflicht und die Durchführungsverantwortung.
Es hat so wenig Sinn, wenn alle nun die gleiche Zeit in der Klinik liegen wollen, nur weil das bei einigen Instituten üblich war oder auch notwendig.
Das verkompliziert die Untersuchungen und das Miteinander arbeiten ungemein.
Ein Beispiel bitte zur Veranschaulichung. Zu uns kam vor einiger Zeit Freitags morgens eine Dame, die Montags eine neue Linse bekommen sollte.
Sie weigerte sich Montags morgens zur ambulanten Operation zu kommen, weil sie um 7 Uhr mit dem Zug oder Taxi für 10€ hätte kommen müssen.
Die Dame lag also Freitag, Samstag , Sonntag und Montag zu einem Tagessatz von 400,€ auf der Abteilung herum, und es waren 3 Tage lang keinerlei medizinischen Handgriffe notwendig. 1200,-€ auf Kosten der Allgemeinheit nur weil man Montags um 7 Uhr nicht mit dem Zug oder Taxi 10 km weit fahren möchte?
Wieviele Untersuchungen, auf die wir hier warten müssen, hätten von diesen Hotelkosten bezahlt werden können, die mit Krankheit zu tun haben, und nicht mit Hotelleistung?
Mich wundert das nicht, wenn unser Gesundheitssystem So den Bach heruntergeht.
Seid mir bitte nicht böse, daß ich das so offen ausspreche.
Es ist nicht böse gemeint: Ich gönne uns allen eine gute Behandlung und würde mir wünschen, daß viel mehr, daß notwendig ist finanzierbarer wäre und von den Kassen übernommen würde.
Aber diesen Joke, hätte man nicht bezahlen sollen.
Noch schlimmer war, daß 1 Schwester 30 frischoperierte Patienten hätte in der Zeit in der das Palawer herrschte hätte versorgen müssen.
Die liegen währenddessen in den Betten und warten auf ihre Schmerzmittel, nur wegen solche Diskusionen, die unnötig wie ein Kropf sind.
( und bitte nicht böse sein, bitte nur mal drüber nachdenken.)
In der Art gibt es jeden Tag mindestens 2-3 Aktionen, die einen von wichtigen Arbeiten an anderen Patienten abhalten.
Das Pflegepersonal flieht teilweise regelrecht aus dem Job.( einer der Gründe dafür liegt in der Kommunikation, die sich in den letzten Jahren derart verändert hat, daß ich sie nach 33 Jahren kaum wiedererkenne.)
In Deutschland fehlen 30000-50000 Pflegekräfte, laut Hochrechung werden das bald 150000 sein.
Allerliebste Grüße Eure Plüsch ( und bitte wie nicht böse sein, wegen der Exkursion in die Praxis auf der anderen Seite.) Ich schimpfe auch über die Kommunikation die bei manchen Arztpraxen Usus ist. Das nutzt aber nichts, denn auf beiden Seiten muß unbedingt daran gearbeitet werden.