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lauter positive Werte aber keine Krankheit!

Dieses Thema im Forum "Ich bin neu!" wurde erstellt von kama, 25. November 2008.

  1. kama

    kama Registrierter Benutzer

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    Hallo alle miteinander,
    ich habe hier schon viel herum gelesen aber irgendwie komme ich nicht weiter. Also: Ich habe vor nicht ganz zwei Jahren nochmal Nachwuchs bekommen und einige Wochen danach bekam ich fürchterliche Schmerzen in der Lendenwirbelsäule. Nun musste ich die letzten 6 Wochen meiner Schwangerschaft wegen eines Hämatoms in der Plazenta (Blutungen) und vorzeitigen Wehen im Krankenhaus liegen (mein Zwerg war trotzdem noch fast 10 Wochen zu früh dran aber zum Glück nicht noch früher) und alle Welt sagte: Klar, dass Du Rückenschmerzen hast! Komischerweise hatte ich die Schmerzen nach dem Krankenhaus aber erstmal gar nicht sondern erst nach ca. 4-6 Wochen. Schon sagte jeder, na das ist ja kein Wunder, Du trägst doch sicher viel Dein Kind rum... Das Kind wog zu diesem Zeitpunkt aber nicht mal knappe 2 Kilo, da habe ich mich bestimmt nicht übernommen.... :confused: ich ging nach 3 Monaten, da ich zu diesem Zeitpunkt ständig Schmerzen, auch nachts hatte zum Orthopäden und der verkündete, ich hätte eine fabelhafte Wirbelsäule (bisschen Skoliose aber nicht dramatisch) und altersgemäß abgenutzte Bandscheiben (bin 40). :top: Er verschrieb mir KG. Die half ein bisschen. Nach 6 Wochen hatte ich Beschwerden, bei denen die Krankengymnastin auf eine ISG-Blockade tippte. Die KG half da nicht so gut wie beim letzten Mal. Ich machte die Übungen für mein ISG sklavisch monatelang zweimal tgl. und schwamm jede Woche einmal. Mehr Zeit hatte ich nicht wegen meiner Familie. Leider besserten sich die probleme nicht wirklich. Dann ging ich monatelang zu einem Facharzt für Chiropraktik, der Blockaden löste. Allerdings meinte der, ich wäre im Bereich der LWS gar nicht blockiert. Er tippte auf eine Entzündung. Ich schluckte Ibuprofen und es wurde minimal besser. Im Sommer diesen Jahres ging ich dann noch zur Ärztin (nachdem ich nun zusätzlich morgens immer steif bin und seit Monaten Schulterschmerzen habe) und die nahm Blut ab. Ich war HLA-B27 positiv und hatte einen ANA Faktor mit 1:80 (also schwach positiv bzw. nicht positiv) aber sehr niedrige Entzündungswerte. :confused: Sie schickte mich zur Rheumatologin. Die ordnete eine Untersuchung im MRT an mit folgendem Ergebnis: Kein Problem im ISG sondern eine Entzündung durch einseitig abgenutzte Bandscheiben zwischen dem 3. und 4 Lendenwirbel. (Osteochondrosis). Also kein Bechterew. Der Schulter hat sie sich dann gar nicht erst gewidmet. Vielleicht habe ich da aber auch meinen Kleinen mal falsch gehoben :( Die Laboruntersuchung ergab dann noch, dass ich einen positiven Rheumafaktor habe, aber das hätte bei mir keinen Krankheitswert, denn alle anderen Laborwerte seien ja ok (sagte die Rheumatologin). Ich wundere ich mich jetzt ein bisschen, denn ich gehöre zu den 5-7%, die einen positiven HLA-B27 haben aber keinen Bechterew, zu den 10 %, die einen positiven Rheumafaktor haben aber kein Rheuma und auch zu den 10 % meiner Altersguppe, bei denen der ANA-Test anspricht (1:80), die aber keine Autoimmunerkrankung haben. Nun frage ich mich: Bin ich ein statistisches Wunder? Was meint Ihr dazu? Sind die Werte ein Indikator, dass es doch mal "losgehen" kann?
    :confused:
    Danke !!!!
     
  2. JH-RA

    JH-RA Jeanne

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    Hallo Kama,

    herzlich willkommen hier im RO-Forum!
    Was du da beschreibst, hört sich wirklich ungewöhlich an.

    Ich würde folgendes ausprobieren: ein Schmerztagebuch anlegen, indem konkret die Schmerzbereiche (Schulter bis Schlüsselbein z. B.) aufgeführt sind, zu welcher Zeit du Schmerzen hast, Grad der Schmerzen z. B. von 1-10 und vielleicht noch die Tätigkeiten die du vollrichtest, wobei/im Anschluss die Schmerzen auftreten?

    Dann würde ich in einigen Wochen (mit den Aufzeichnungen) eine zweite Meinung von den Fachleuten einholen - solltest du in einer großen Stadt leben, wo mehrere Ärzte auf zu suchen sind.


    Ich wünsche dir eine schnelle Genesung und vorallem "des Rätsels Lösung"!

    Liebe Grüße

    Jeanne
     
    #2 25. November 2008
    Zuletzt bearbeitet: 25. November 2008
  3. Witty

    Witty Neues Mitglied

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    Den Vorschlag meiner Vorschreiberin finde ich gut. Es lohnt sich sicherlich noch eine weitere Meinung einzuholen. Auch würde ich aufgrund des "Hämatoms" bzw. Frühgeburt falls noch nicht geschehen den Cardiolipin-AK testen lassen. Bei MB od. den verwandten Erkrankungen gibt es keine spez. Rheumawerte, auch die Entzündungen können nur minimal nachweisbar sein. Andererseits sind jedoch auch die Rheumafaktoren und die ANA-Werte erhöht. Das alles sollte weiterhin und nat. auch die Symtome beobachtet werden. Es ist auch bekannt, dass rheumatische Erkrankungen nach Schwangerschaften ausbrechen od. bestehende sich verschlechtern können. Ein seltenes Phänomen sind diese Werte, die du da reinstellst eigentlich nicht. Es gibt auch "Vermischungen" bei den rheumatischen Erkrankungen. Das heißt aber nicht, dass diese dann schlimmer sind, als wenn es nur eine einzige Art wäre. Aber für die Ärzte dann schwer zu finden. Also immer mal wieder bei den Ärzten auf der Matte stehen und nachhaken. LG
     
  4. kama

    kama Registrierter Benutzer

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    Danke für Eure Antworten, das Schmerztagebuch werde ich in Angriff nehmen!
     
  5. kama

    kama Registrierter Benutzer

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    Hallo Witty,

    Du scheinst Dich gut auszukennen :), deshalb noch eine Frage an Dich:
    ich habe mir heute endlich den Bericht der Rheumatologin vom HA geholt und da lese ich jetzt, dass der ANA-Titer nun 1:160 beträgt und der Rheumafaktor 94. Der Referenzwert liegt wohl bei 14. IgA, IgG, IgM sind normal, CCP-AK negativ. Alle übrigen Laborwerte und Entzündungswerte sind normal. Die Rheumatologin schreibt "...der positive Rheumafaktor ist bei fehlenden klinischen Zeichen für das Vorliegen einer RA sowie fehlender Entzündungskonstellation im Labor als Laborphänomen ohne klinische Relevanz zu betrachten."
    :confused:
    Was ist das denn???? 94 statt 14 normal hat nix zu bedeuten sondern das Labor hat geschludert auf gut Deutsch?????
    Danke +
    Grüße
    Kama
     
  6. waschbär

    waschbär Neues Mitglied

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    Hallo Kama,


    dass der Rheumafaktor nachweisbar ist,kommt auch bei vielen gesunden Menschen vor.
    Nur wenn dieser mehrfach im Abstand von mehreren Wochen-Monaten positiv getestet wird hat er einen Aussagewert.

    Auch der Nachweis von ANA kommt bei Gesunden vor.

    Wegen des positiven HLAB 27 habe ich mich hier Forum schon mehrfach geäußert:
    Nur ein ganz geringer Anteil der Menschen, bei denen der HLAB 27 positiv ist, erkranken an M. Bechterew.

    Es ist allerdings auch bekannt, dass Menschen mit einem positiven HLAB27 häufiger an postinfektiöser Arthritis und Schuppenflechte-Arthritis erkranken.

    Hast Du oder hat ein Verwandeter ersten Grades Schuppenflechte?
    Wurden z.B. Borrelien, Chlamydien- und Yersinientiter bestimmt?

    Bei den "infektassoziierten" Arthritiden und bei der Schuppenflechtearthritis müssen die Entzündungswerte nicht erhöht sein.

    Gruß waschbär



     
  7. Witty

    Witty Neues Mitglied

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    Hallo Kama,

    was mich stört ist der Vermerk "fehlende klinische Zeichen". Hier solltest du mal nachhaken. Alle Symtome die du hast den Ärzten näherbringen. Auch Kleinigkeiten könnten wichtig sein. Bei rheumatischen Erkrankungen können ja auch organische Entzündungen vorliegen. z.B Augenentzündung od trockene Augen, Raynaud-Syndrom, Hautausschläge usw. Es bringt daher nichts nur nach den Gelenken zu sehen und nur weil diese nicht geschwollen sind od. lt. Röntgenbild in Ordnung sind, keine klinischen Zeichen zu sehen sind. Alles was dir auffällt auch Kleinigkeiten dem Arzt mitteilen. Auch ANA könnte und sollte man auch in regelmäßigen Abständen wieder untersuchen u. evtl. nach ENA, das sind spezifische Antikörper innerhalb der ANA schauen, weil diese oft erst im späteren Verlauf positiv werden.
     
  8. kama

    kama Registrierter Benutzer

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    Ich hatte mal vor einigen Jahren (4?) Borelliose. Diese wurde symptomfrei noch im Anfangsstadium mit Antibiotika behandelt. Der Titer wurde nach einigen Monaten kontrolliert und war dann ok, haben die Werte vielleicht damit was zu tun? (Hatte ich auch schon überlegt).
     
  9. kama

    kama Registrierter Benutzer

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    Achso... Schuppenflechte hat bei uns in der Familie keiner; nur wurde in meiner Familie mütterlicherseits immer behauptet, dass wir "eine erhöhte Thromboseneigung in der Familie hätten", das ist alles
     
  10. Witty

    Witty Neues Mitglied

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    Wenn eine erhöhte Thromboseneigung besteht, so sollte man wie ich oben schon mal erwähnt habe, nach den Cardiolipin-Antikörpern sehen. Du hattest ja in der Schwangerschaft Probleme. Es bestünde z.B. auch die Möglichkeit das du ein APS-Syndrom hast. Da kann es zu Frühgeburten, Blutungen in der Schwangerschaft, Plazenta-Infarkten usw. kommen. Hat man denn da noch keine Test gemacht? Auf der linken Leiste nter Rheuma von A-Z kannst du dich üb. das Antiphospolipid-Syndrom informieren.
     
  11. kama

    kama Registrierter Benutzer

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    Moin,
    ne da hat kein Mensch auch nur eine Silbe davon erwähnt. Zumal ich vor meinem Zwerg bereits eine Fehlgeburt hatte aber da hieß es einmal ist keinmal und wahrscheinlich hatte das Kind etwas. (Der Arzt, bei dem ich allerdings grad mal 5 Tage vorher zum Fein-US war, meinte hinterher, das kann er sich nicht vorstellen; er sei sicher, mit dem Kind war alles ok). Und in der jetztigen SS hieß es "manche Frauen hätten halt einfach ein Problem mit der Plazentaanhaftung". :cool:
    Ich hatte mir vorgenommen, der Sache im Falle einer weiteren SS gezielt nachzugehen.
    Ein APS ist doch nicht zwangsläufig behandlungsbedürftig oder?
     
  12. kama

    kama Registrierter Benutzer

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    ach ja und beim Wert
    Anti-dsDNS-NcX-ELISA steht negativ, das heißt Lupus dürfte dann doch ausscheiden oder?
    Dass ich einen Bechterew oder RA habe, glaube ich ja auch nicht. Aber so richtig gesund fühle ich mich halt auch nicht gerade :(
     
  13. Witty

    Witty Neues Mitglied

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    Hallo Kama,

    ein APS ist dann behandlungsbedürftig, wenn es schon mal zu irgendwelchen Ereignissen, z.B. Thrombosen gekommen ist. Vor einer geplanten Schwangerschaft sollten ebenfalls Untersuchungen gemacht werden u. evtl. vorher od. auch manchmal während der Schwangerschaft behandelt u. engmaschig kontrolliert werden. Ein Spezialist wäre ein Hämostaseologe. Würde dir raten mal nachsehen zu lassen. Ertmalig Laborwerte bestimmen, könnte auch ein HA od. ein Rheumatologe.
    Neg. ds-DNS schließen Lupus nicht aus, weils auch andere Werte z.B. SM-AK bei Lupus geben könnte. Der Name der Krankheit, falls was dahintersteckt ist auch nicht so wichtig, sondern die richtige Behandlung.

    PS. Spontan fällt mir noch das Faktor V Leiden ein, was eine ererbte Blutgerinnungsstörung ist. Damit kenne ich mich aber nciht aus. Wäre aber aufgrund der Familienanamese sicher angebracht, auch mal nach diesem Gen-Faktor zu sehen.
     
    #13 3. Dezember 2008
    Zuletzt bearbeitet: 3. Dezember 2008
  14. kama

    kama Registrierter Benutzer

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    Danke Witty!