Hallo Melanie!
Jetzt versuch ich mal Deinen Fragenkatalog abzuarbeiten, also:
Ich habe die OP in Ulm im RKU machen lassen. Das ist eine orthopädische Spezialklinik (gehört zur Uni Ulm). Dort werden sehr viele Teps "eingebaut", so daß die über eine große Erfahrung verfügen. Die haben auch eine homepage, kannst Du Dir ja mal ansehen (www.rku.de). Das Problem ist nur die Entfernung, denn von Hamburg nach Ulm ist es doch schon recht weit. Nur anderseits sollte man sich auch überlegen, wie wichtig einem die Klinik ist und so einen weiten Weg evtl. in Kauf nehmen. In Hamburg gibt es zwar die Endoklinik aber auf verschiedenen Rat habe ich mich damals dagegen entschieden. Einen ganz guten Ruf haben auch die Orthopädie der Uni Heidelberg sowie Prof. Wirth vom Annastift in Hannover. (Prof. Wirth hat schon öfter in Fernsehreportagen über Teps berichtet und scheint technisch sehr fortschrittlich zu operieren)
Sicherlich wird jeder, der Dir mailt, seine Klinik für die beste halten, aber die eigene Erfahrung hat man eben auch nur dort.
Mir geht es heute sehr gut, d.h. ich merke die Hüfte überhaupt nicht. Vorher habe ich immer gedacht sie würde so eine Art Fremdkörper sein. Das ist überhaut nicht so, denn dadurch, daß es mir damit viel besser geht, habe ich sie voll aktzeptiert. Schmerztechnisch hatte ich auch nie Probleme, wobei ich sagen muß, daß man eigentlich erst nach einiger Zeit das absolut sichere Standgefühl hat. (kann auch psychisch bedingt sein, weiß ich nicht) Jedenfalls würde z.B. am Strand keiner die Hüfte bemerken, wenn ich nicht die Narbe hätte, aber das ist auch kein Problem.
Bislang hatt ich noch keine Schmerzen beim Gehen, Radfahren, Schwimmen etc. Auf anderen Sport muß ich leider wegen der Arthritis verzichten. Ich weiß aber von einer Freundin, die gleichalt ist, daß sie mit ihrer Tep sogar im Gelände Mountainbike fährt und ihre Beine total verknoten kann, obwohl das gar nicht so ratsam ist.
Selbstverständlich kann man mit einer Tep Kinder bekommen, laut meinem Operateur sogar manchmal besser als vorher. Eventuell muß man allerdings einen Kaiserschnitt machen, aber das ist ja auch nicht so schlimm.
Die Tep kann bei ordentlichem Umgang bis zu 20 Jahre halten. Wenn man eine nicht zementierte tep nimmt, die in den Knochen einwächst, so kann man später auf eine zementierte umsteigen, die dann aber auch noch ausgewechselt werden kann. Von Prof. Wirth in Hannover weiß ich, daß er neuerdings als erstes, wenn es geht, sogar irgendwelche Kurzkopfteps verwendet, um danach eine normale einwachsende zu verwenden und danach erst Zement.
Zementierte teps nimmt man idR bei älteren Patienten, da diese keine Austausch OP brauchen. Zemenierte Teps haben den Vorteil, daß sie fast sofort fest sitzen und dann gleich belastet werden dürfen. Bei einwachsenden muß man erst längere Zeit entlasten, bis man dann nach 12 Wochen ohne Krücken gehen darf. Aber hier ist das Schema und die Überzeugung in jeder Klinik anders. Manche Ärzte sagen, man darf nach 6 Wochen schon voll belasten, andere sind vorsichtiger....
Ich habe vorher gegen die Schmerzen Kortisonspritzen ins Gelenk bekommen. Das hat zwar eine zeitlang gereicht, aber irgendwann konnte ich gar nicht mehr auftreten, so daß es höchste Zeit war. Hinzu kam, daß die Sehne in der Leiste sich verkürzt hatte und ich das Bein weder abspreizen noch strecken konnte. Treppensteigen ging natürlich auch nicht mehr. Das ist jetzt alles wieder ok!
Je länger man die Operation hinauszögert, d.h. je eingeschränkter man ist, umso länger dauert es auch hinterher, bis man wieder voll fit ist. Du steckst die OP selbst natürlich auch besser weg, wenn Du körperlich fit bist, als wenn Du z.B. monatelang nur noch rumgelegen hast. Sehr wichtig ist der Zustand Deiner Muskulatur, denn die trägt Dich hinterher.
In Deiner Situation würde ich mir überlegen evtl. erst eine Umstellungsosteotomie machen zulassen, sofern das möglich ist. Dann hast Du schon mal eine tep rausgezögert. Im rku habe ich zwei Patienten getroffen, die das gleiche haben wie Du. Der eine wurde stationär mit einer Gelenksarthroskopie mit Abschleifen o.ä., KG, physikalischer Therapie und Medikamenten behandelt, so daß er nach 2 Wochen wieder entlassen wurde. Die andere hatte als Kind die Umstellungsosteotomie beidseits machen lassen und stand jetzt ca. 20 Jahre später vor der tep.
So, jetzt hast Du erstmal einiges zu lesen...
Ich hoffe, daß ich Dir etwas geholfen habe. Ich weiß selbst, daß man sich anfangs mit der Entscheidung sehr schwer tut. Aber es ist irgendwie wie immer im Leben, daß man hinterher sagt: "Wenn ich gewußt hätte, daß das alles so einfach ist, dann hätte ich es schon viele eher gemacht".
Ciao bis bald
Martina
Auch nderseits ist man dort natürlich auch auf diese