Re:
Auszug aus dem Forum
www.kuenstliches-gelenk-forum.de
unter "Leben mit dem künstlichen Gelenk" (TEP und Volleyball):
Hallo Sportsfreunde,
ich möchte die Erfahrungen meines Vaters (73) nach beidseitigem TEP-einsatz schildern. Warum er das nicht selbst macht? Ist der Deutsche Sprache nicht mächtig, so werde ich seine Erzählung übersetzen.
Mein Vater war schon immer Leistungssportler, Ski alpin, Tennis, Ski touren, Schwimmen, Alpinism, Bergsteigen 4-Tausender. Im Winter 2000 bekam er schmerzen, in der rechte Hüfte. Die Einschränkung beim Skifahren war deutlich und schmerzbedingt musste er schon im April aufhören. An Tennisspielen war nicht zu denken und schon das Socken oder Schuhe anziehen ging nicht mehr alleine. Der Örthopäde stellte die Diagnose Coxarthrose und einzige Therapie ein TEP einsatz.
Im Aug. 2000 war es dann soweit. Es wurde eine Zementfreie Endoprothese verwendet. Nach der OP durfte er am nächsten Tag aufstehen und auf Krücken laufen unter völlige Entlastung des Beins. Sieben Tage später verließ er die Klinik und fuhr direkt zur Rehaklinik für 3 Wochen. Nach der Reha kam er wieder völlig mobilisiert nach Hause.
Inzwischen bekam er zunehmend Schmerzen in der linke Hüfte und sein Arzt gab ihm ein OP Termin 2 Monate nach der 1. OP, weil er so fit war. Im Oktober 2000 wurde er schon an der linke seite operiert und das ganze Prozedere noch mal. Diesmal wurde er für 4 Wochen zur Reha geschickt in der gleiche Klinik. Drei Wochen später Flog er für 8 Wochen nach Brasilien und kehrte im Februar zurück voll fit und braun. Dort konnte er im Ozean schwimmen, jeden Tag 3 Stunden im Pool kraulen und warme Sand Anwendungen machen. Wieder in München, bei der kontrolle, bekam er das OK für Sportliche wiederaufnahme. So fuhr mein Vater im März 2001, also 5 Monate nach der 2. TEP-OP, für eine Woche nach Frankreich zum Skifahren auf dem Gletscher, Val Thorans. Es ging sehr gut und ab da durfte er auch wider Tennis spielen. Im April 2001 konnten wir eine auch recht schwierige Tour in den Dolomiten in der Selagruppe unternehmen, die uns Jungen Leute, mehr geschaft hat als ihn. Hat auch keine Bewegungseinschränkungen und durfte sogar nach 6 Monate wieder Brustschwimmen. Seit er die Endoprothesen hat, ist er wieder vollkommen schmerzfrei und kann auch alle Sportarten ausüben die er auch vorher gemacht hatte. Heute ist mein Vater 73 Jahre alt, fühlt sich wie neugeboren und kann sein Leben wieder in vollen Zügen geniessen. Er spielt jeden Tag! 2 Stunden Tennis, geht jedes Wochenende Skifahren oder Skitouren im Tiefschnee und Bergwandern, unternimmt wie immer 4-5 Fernreisen im Jahr und ist sehr aktiv. Also Kopf hoch, es gibt auch ein sehr gutes Leben nach den TEPs, mit allem was das Leben lebenswert macht. Voraussetzung dafür ist allerdings eine starke Psyche und viel Willenstärke es zu schafen. Selbstverständlich spielt der behandelnde Arzt und Operateur eine zentralle Rolle für das gute Gelingen. Für diejenigen die im Süddeutschen Raum leben, kann mein Vater und ich, aufgrund der exzelenten Ergebnissen, Herrn Dr. med. Konrad Scheuerer aus Gräfelfing empfehlen. Er operiert in der Wolfartklinik in Gräfelfing bei München und ist wirklich Top. Hier die adresse:
http://www.Wolfart-Klinik.de Alle Ärzte, Schwester und das Pflegepersonal waren sehr nett, freundlich und immer hilfsbereit. Sie alle haben sich exzelent um meinem Vater gekümmert und hatten immer ein offenes Ohr für Fragen und Probleme. Ein herzliches danke schön auf diesem Weg an die Wolfart Klinik.
Für weitere Fragen stehen wir euch gerne zur Verfügung.
Ich persönlich suche infos zum Thema Becken Triple-Osteotomie bei Dysplasie und evtl. wie lange dauert es nach so eine 3- Fach Umstellung bis zur notwendigkeit einer TEP? Hat schon jemand solche Erfahrungswerte?
Euch allen alles gute und Erfolg und hoffentlich konnte ich manchen (vielen) auf diesem Weg ein wenig Mut zusprechen.
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Liebe Grüsse, Caro