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Krankheit als Weg?

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von annie1, 3. Februar 2014.

  1. annie1

    annie1 Neues Mitglied

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    Hallo ihr Lieben,
    ich würde gern wissen, ob jemand von euch das Buch Krankheit als Weg von Thorwald Dethlefsen gelesen hat?

    Was haltet ihr von dem Buch und vor allem seinen Aussagen?
    Mir kommt das alles sehr merkwürdig vor.
    Nach seinen Ansichten entstehen die Krankheiten aus dem inneren Verhalten (also auch unbewusst) eines Menschen selbst
    So sagt er z. b. bei Morbus Bechterev: Hier somatisiert sich ein nicht bewusst gelebter Egoanspruch und eine vom Patienten nicht gesehene Unbeugsamkeit.

    Ich war von dem Buch ziemlich entsetzt und würde mich über eure Meinung sehr freuen:)
     
  2. Maggy63

    Maggy63 Kreativmonster

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    Ich kenne das Buch nicht, aber solche Aussagen disqualifizieren den Verfasser ganz sicher. Natürlich hat die Psyche Einfluss auf die körperliche Verfassung, aber SOLCHE Aussagen sind völliger Blödsinn.
    Am besten ab damit in die Papiertonne ;)
     
  3. Mara

    Mara Neues Mitglied

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    Hallo Annie1,

    dieses Buch habe ich mir ahnungslos in der Bücherei ausgeliehen. Mich haben die Aussagen wütend gemacht :D Aber vielleicht meldet sich da auch nur die Unbeugsamkeit:party:

    Bringt dich das Buch weiter? Wenn nicht, dann weg damit und aus dem Sinn ;)

    LG Mara
     
  4. Sprodde

    Sprodde Mitglied

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    Ja, ich habe das Buch gelesen und auch einige von Rüdiger Dahlke. Dass die Psyche Einfluss hat auf die Entstehung von Autoimmunkrankheiten glaube ich schon, aber diese "Psychologen" denken mir zu einfach. Sie suggerieren, dass man gesund wird, wenn man nur sein Verhalten ändert. Der Ansatz ist vielleicht nicht verkehrt, aber was daraus konstruiert wird, ist mir zu einseitig.
     
  5. annie1

    annie1 Neues Mitglied

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    Danke für eure Meinungen!
    Da bin ich doch etwas beruhigt, dass ich nicht alleine stehe mit meinem Eindruck.
    Ich war echt am überlegen ob ich das irgendwie falsch aufgefasst habe...

    Ich hab das Buch übrigens empfohlen bekommen.
    Werde die Person wohl mal fragen müssen, wie sie darauf kommt das es mir helfen könnte...
     
  6. Ina69

    Ina69 Neues Mitglied

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    Hallo Annie.. Ja, da frag mal nach.
    als ich vor einigen Jahren, noch ohne Diagnose, von Arzt zu Arzt rannte in der Hoffnung, dass mir jemand helfen könnte oder wollte, hat mir eine Orthopädin sehr abschätzend gesagt, ich hätte nix und ich solle mal das Buch : "Autosuggestion und Heilung" lesen. Da würde ich mich zu 100% wieder finden...
    50€ hat mich dieser "hilfreiche" Satz gekostet, da diese Frau keine Kassenzulassung mehr hat. Aber in der Verzweiflung greift man ja nach jedem Strohhalm.
    Ich hab es übrigens nicht gelesen :D
    Liebe Grüße
    Ina
     
  7. Juliane

    Juliane Neues Mitglied

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    Moin,
    wenn ich sowas höre oder lese denke ich immer:

    schade, das man den Lebensweg des Verfassers nicht weiter verfolgen kann.

    Ob der/ die auch noch soo denken, wenn es sie selbst erwischt hat?
    LG Juliane.
     
  8. Glühwürmchen

    Glühwürmchen Neues Mitglied

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    Hallo,

    hab das Buch von meiner Schwester bekommen die sehr davon begeistert war weil sie sich mit ihrer Krebskrankheit darin gefunden hat.

    Mich selber aber haben die Thesen sehr verärgert. Ich habe Asthma, dernach sollen solche Leute gerne andere von oben herab behandeln (angelehnt an die Kuren der Asthmatiker in den Bergen).

    Ich find das Buch einfach nur bescheuert, sorry für meine harten Worte!

    Liebe Grüsse, Glühwürmchen
     
  9. Frau Meier

    Frau Meier Guest

    Hallo Glühwürmchen,

    Und was hat sie sonst noch gegen ihre Krebskrankheit getan (ist gar nicht zynisch gemeint!)?
    Oder hat die Erkenntnis des "Zwecks" ihrer Erkrankung maßgeblich zur Genesung beigetragen?

    Interessierte Grüße von der Frau Meier
     
  10. Lusella

    Lusella Mitglied

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    Hallo,
    ich habe das Buch auch gelesen und auch die Bücher von Dahlke. Das war als ich noch keine Diagnose hatte und völlig verzweifelt nach jedem Strohhalm gegriffen hatte. Außerdem wurde ich von einigen Ärzten auf die Psychoschiene geschoben. Wenn sie nicht weiter wissen, ist es psychisch. Ganz so einfach ist es dann doch nicht.

    Von den Büchern halte ich nichts. Es ist vielleicht für jemand interessant, der kerngesund ist und sich über die Psyche und ihren Einfluss auf den Körper informieren möchte. Aber als Ratgeber für Kranke taugen solche Bücher nichts. Sie suggerieren nur ein Schuldgefühl, dass man vielleicht "zu dumm ist" um gesund zu sein. Sorry, wenn ich das so sage. Aber ich hatte wirklich dieses Gefühl.
    Es war ganz fatal:
    Einmal hatte ich das Gefühl, ich sei zu dumm um krank zu sein. Weil ja kein Arzt etwas gefunden hat.
    Nach der Lektüre diverser "Ratgeber" hatte ich das Gefühl, ich sei zu dumm um gesund zu sein.
    Das hat mich im Endeffekt in eine Depression gestürzt.

    Es ist nicht böse gemeint, es sind nur meine Erfahrungen.

    Ich halte ja auch nichts von Stilratgebern. Dass zum Beispiel kleine Frauen hohe Schuhe tragen sollen und so weiter. Man kann nicht viele verschiedene Menschen(typen) in ein paar vorgefertigte Schablonen pressen. So einfach ist es nicht. Auf keinem Gebiet.

    Viele Grüße
    Lusella
     
  11. tina71

    tina71 Neues Mitglied

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    Hallo,

    es geht bei Dahlke nicht um Schuld, sondern um Verantwortung - ich bin kein großer Anhänger seiner Thesen, finde aber, dass es nicht schaden kann, sich damit einmal auseinanderzusetzen.
    Es bietet sich einem eventuell eine Möglichkeit der Selbstreflexion und man ist ja nicht gewzungen, alles anzunehmen. Nebenbei - Dahlkei hat eine Tochter mit Trisomie 21. Er sagt dazu, dass ihn diese Tochter sehr viel lehrt, mehr als gesunde Kinder und dass durch die intellektuellen Grenzen sehr viel mehr auf emotionaler Ebene geschieht.
    Ich denke, er glaubt an das, was er sagt und hat sicher durch seine Arbeit als Psychotherapeut entsprechendes Hintergrundwissen. Natürlich klingt es erstmal hart, wenn man einige der Thesen liest. Aber manches ist eventuell gar nicht so abwegig. Dass man allerdings gesundet, wenn man sich damit auseinandersetzt, beweifel ich. Vorstellbar ist für mich jedoch, dass es einem durchaus bei der Bewältigung der Erkrankung helfen kann und auch, um einen ( inneren ) Frieden mit sich selbst zu machen. Und es einem dann besser gehen kann ( emotional / seelisch ).

    Liebe Grüße und gute Nacht wünscht Tina
     
  12. Sarie

    Sarie Neues Mitglied

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    Guten Morgen

    Über die Interpretationen bin ich mittlerweile sehr erstaunt.
    Das Buch gibt es seit 1992 seitdem viele weitere.
    Herr Dahlke kann davon sehr komfortabel leben.
    Eine behinderte Tochter, die nach meiner Information, danach zur Welt kam
    macht Herrn Dahlke nicht automatisch zum guten und allwissenden Menschen.

    Meiner Meinung nach geht es in diesem Buch sehr wohl um Schuld.
    Nüchtern betrachtet, wenn ich die Verantwortung für einen Vorgang trage,
    dann bin ich am Ergebnis ganz sicher nicht unschuldig.
    Ich habe das Buch vor vielen Jahren gelesen, bedauerlicherweise.

    Auszug aus Wikipedia zu Herrn Dahlke:
    2013 erhielt er das Goldene Brett vorm Kopf für sein Lebenswerk, (ein negativ Preis).

    Mittlerweile mache ich einen Bogen um derartige Bücher.
    Mein Leben ist damit einfacher.

    Und ehe mich einige in der Luft zerreißen, das ist mein persönlicher Umgang mit meinen Erkrankungen.
    Jeder muss seinen eigenen Weg finden.
    Wenn jemandem dieses Buch geholfen hat oder hilft, ist das sicherlich gut.

    Ich wünsche Euch allen gute Besserung und das jeder für sich einen guten Weg findet.
    Sarie
     
  13. annie1

    annie1 Neues Mitglied

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    Hallo Ihr:)
    Danke für eure Meinungen!

    Ich habe jetzt mal die Person gefragt, die mir dieses Buch empfohlen hat, es war meine Psychotherapeutin...
    Die Antwort war für mich auch nicht grad toll...
    Wenn Sie damit nichts anfangen können ist das schade, dann legen Sie es einfach wieder weg...

    Nun ja, ich denke, ich werde die Psychotherapie bei dieser Therapeutin wohl abbrechen.

    Hat jemand von euch schonmal eine Therapie abgebrochen, was passiert dann?
     
  14. Glühwürmchen

    Glühwürmchen Neues Mitglied

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    Hallo Frau Meier,

    entschuldige dass ich erst jetzt antworte.


    Zuerst hat sie das ganze schulmedizinische Programm wie OP, Bestrahlung und Hormontherapie durchlaufen. Aber zusammen mit der Psychoonkologin versuchte sie herauszufinden was in ihrem Leben grad nicht gut läuft. Bei Brustkrebserkrankung wird im Buch behauptet, die Mutter- Kind- Beziehung wäre im argen. Das hatte zufällig gestimmt, deswegen war sie wohl begeistert von Herrn Dahlkes Buch. Diese Beziehung ist immer noch schlecht, meine Schwester aber zum Glück körperlich gesund!!!

    Ich denke, dass es Zufall war dass es bei ihr zugetroffen hat, aber sonst finde ich den Inhalt des Buches an den Haaren herbeigezogen und kann viele kranke Menschen eher schaden als nützen da suggeriert wird, der Kranke selbst schuld sei an seiner Misere. So habe ich das wenigstens empfunden.

    Liebe Grüsse, Glühwürmchen
     
  15. annie1

    annie1 Neues Mitglied

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    Hallo Ihr Lieben,
    ich möchte nun, nachdem ich endlich eine Diagnose habe hier nochmal was zu sagen.

    Rheuma und Fibromylagie ist vom Tisch.
    Die Fibro wurde mir ja im in der Rheumaklinik diagnostiziert.
    Keiner der Ärzte dort hat Tipps zur weiteren Diagnostik gegeben.
    Es hieß einfach kein entzündliches Rheuma also Fibro und Psychoprobleme.

    Ich habe dann selbst weiter recherchiert und bin in der Humangenetik gelandet.
    Das Ergebnis, ich habe einen Gendefekt, der meine Schmerzen verursacht!

    In Bezug auf dieses unsägliche Buch und die völlig deplazierte Empfehlung dafür durch die Psychtherapeutin, kann ich nur nochmal feststellen, das dieses Buch völlig daneben ist!
    Mit einem Gendefekt wird man geboren!
    Meine Einstellung zu bestimmten Dingen ob positiv oder negativ, beeinflussen diese Krankheit nicht, sie lösen das auch nicht aus, es ist einfach da!
    Mehr habe ich jetzt dazu nicht zu sagen.

    Ich wünsche euch alles Gute und möglichst viele schmerzfreie Zeiten!!
     
  16. tina71

    tina71 Neues Mitglied

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    Hallo Annie,

    wie gut, dass du jetzt Bescheid weißt und nicht mehr im Ungewissen bist. Ich denke, damit kann man auch seine Einschränkungen - in deinem Fall die Schmerzen - besser aushalten. Ja, das ist das Gefährliche, wenn man in die Psychoecke geschoben wird oder nur hier "sucht" und das eigentliche Problem tatsächlich körperliche Erkrankungen sind und da nicht weiter nach einer Ursache geforscht wirtd. Dadurch kann man m.E. erst recht psychische Probleme bekommen.
    Darf ich fragen, was für ein Gendefekt das ist, den du hast ? Könnte für andere hier, die ohne Diagnose sind, ja eventuell interessant sein - und ich bin neugierig ;)
    Alles Gute für dich,
    Tina
     
  17. annie1

    annie1 Neues Mitglied

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    Moin
    Allerdings, nach dem Arztgespräch hätte ich ne Riesenparty schmeißen können!

    Ja Tina, ich denke, vielöeich mach ich dazu sogar noch ein Thema auf.
    Gestern abend habe ich noch einen alten Beitrag im Hypermobilitätsforum (http://www.hypermobilitaets-syndrom.de/index.php?module=pnForum&func=print&topic=215) gelesen. Dort wird u.a. auch diskutiert, dass Rheuma und Fibro durchaus Überschneidungen zeigen (wegen der Schmerzsymptomatik)können, vor allem wenn im Blut kein Nachweis ist.
    Hier in Deutschland sind die Ärzte da nicht wirklich aufgeklärt. Der englischsprachige Raum bietet wohl mehr Infos, die mir Mangels Sprachkenntnissen verborgen bleiben.

    Der Gendefekt wird als Ehlers-Danlos-Syndrom bezeichnet. Es gibt verschiedene Ausprägungen und da sehr selten, wenig Infos:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Ehlers-Danlos-Syndrom
     
  18. Reisemaus

    Reisemaus Reisemaus

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    Da gebe ich Dir Recht. :top:
    Mir wurde das Buch zu Krankheitsbeginn mehr oder weniger aufgezwungen, immer mit dem Hinweis, daß da Parallelen sind. :rolleyes: