Liebe Sabine,
es gibt leider keine einfachen oder allgemeingültigen Rezepte. Ich denke, jede, jeder hier kennt sie, diese Zeiten der Mutlosigkeit. Gut ist, dass man sich hier Luft verschaffen kann - wenn im Umfeld niemand ist, der auch nur ansatzweise nachvollziehen kann, wie man sich fühlt, wenn alles schmerzt: hier sind Menschen, die genau das aus eigener Erfahrung kennen und hier darf man sich auch einfach mal ausheulen, wie einem der Schnabel - oder die Tastatur - gewachsen ist.
Patentrezepte habe ich nicht - ich gehe situativ vor. Ablenkung ist prima - ich kann komplett in meiner Arbeit aufgehen, allerdings kann ich sie kaum tun, wenn meine Hände so schmerzen, denn die brauche ich für meine Arbeit.
Freundlicher Umgang mit mir und meinen Ressourcen ist wichtig. Mir zu erlauben, etwas auch mal richtig Scheixxe finden und ja, auch jammern zu dürfen. Freude in mein Leben einzuladen, wo immer das geht.
Grenzen zu setzen - was ich gerade kann oder nicht kann, das kann nur ich entscheiden. Andere müssen damit zurecht kommen, wenn ich sage: Nein, heute geht das nicht. Oder dass mal etwas liegen bleibt. Oder ich einfach nur zuschaue, aber nicht mitmache. Oder ein Nickerchen brauche.
Mir hilft immer auch die Natur, meine Hunde - und unsere gemeinsamen Spaziergänge. Ich bin bei jedem Wetter an der Luft und das tut mir immer gut, auch wenn es manchmal bei Schmerzen in den Knien oder Sprunggelenken nicht so leicht ist.
Ein Notfallkoffer ist hilfreich - Strategien, die helfen, wenn es ganz finster wird, um sich Schmerzpausen zu verschaffen.
Every Cloud has a silver lining, heisst es. Manchmal sieht man das nicht - aber ich vertraue fest darauf, dass es diesen Silberstreif gibt!
Alles Liebe wünsche ich Dir!
