Cortisonstoß beim Säugling
Hallo zwillimami,
im Grunde kann Rheuma in jedem Lebensalter auftreten, aber Dein Sohn ist in der Tat noch sehr klein, und es sind wohl nur wenige Kinder, die schon so früh erkranken. Ich hoffe, Ihr seid in einer speziellen kinderrheumatologischen Betreuung. Dazu kann ich Dir nur raten. Dass muss nicht Garmisch sein, es gibt oft auch wohnortnah gute Behandlungsmöglichkeiten. Ich weiß nicht, aus welcher "Ecke" Du stammst. So, wie Du das Rheuma Deines Sohnes beschreibst, handelt es sich um eine Psoriasisarthritis, eine Gelenkentzündung mit Schuppenflechte bzw. der Veranlagung zur Schuppenflechte (muss bei Diagnose der Arthritis nicht vorhanden sein).
Bezüglich Deiner Frage zum Cortisonstoß, weiß ich dass dies auch im Säuglingsalter möglich ist. Es hat (gegenüber der täglichen
Therapie) den Vorteil, dass die Nebenwirkungen geringer sind, da die Nebennieren ja nicht täglich "irritiert" werden. Allerdings zeigt meine Erfahrung auch, dass bei heftigen Verläufen im Anschluss an die Stoßtherapie unbedingt etwas Cortison täglich weitergegeben werden sollte. Vor allem dann, wenn kein MTX gegeben wird. Verwundert bin ich über das Absetzen des Cortisons. Wie lange und in welcher Dosierung hatte er das Cortison?
Mit dem MTX wäre ich wohl auch zurückhaltend und vor allem NUR mit einem erfahrenen Kinderrheumatologen. Dann ist es sicherlich günstiger, als tägliches Cortison auf Dauer! ZU erwägen wäre noch eine Einspritzung von Cortison in die Fingergelenke. Das kann man in Kurznarkose machen, sodass er nichts spürt. Der Vorteil: Viel Wirkung am Ort des Geschehens, kaum Nebenwirkung. Aber bitte auch nur vom erfahrenen Kinderrheumatologen! Und bitte NUR Lederlon (Cortison-Präparat). Ich würde diese Form der Behandlung bei meinem Kiind bevorzugen, bevor ich eine Basisitherapie mit MTX oder Cortison nehmen würde. Manchmal kommt man trotzdem nicht ums MTX herum, aber einen Versuch wäre es vielleicht wert. Viele Grüße Leo