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Kortison - Low-Dose-Therapie

Dieses Thema im Forum "Ich bin neu!" wurde erstellt von karput, 5. Dezember 2007.

  1. karput

    karput Neues Mitglied

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    Hallo zusammen! Auch ich bin (was das Forum betrifft) neu hier und brauche mal Euren Rat oder Eure Erfahrungen.

    Ich habe seit 1996 chronische PA, angefangen nach der Schwangerschaft. Seitdem nehme ich durchgehend MTX, jahrelang 15 mg in Spritzenform. Nach ein paar Jahren kam dann die Übelkeit, so dass ich eigenmächtig (!) auf 10 mg reduziert habe. Das war ein Fehler, denn selbst nach der Erhöhung auf 15 mg habe ich mein Rheuma kaum noch in den Griff bekommen. Ich habe schon etliche Radiosynoviorthesen hinter mir, mit super Erfolgen. Jetzt bin ich immer noch bei 15 mg MTX und habe öfter schon Kortison (Predni) nehmen müssen. Dabei ging es mir richtig super, ich habe nicht zugenommen, ich fühlte mich wie neugeboren.

    In der Rheumaklinik waren die Ärzte nicht so begeistert, wollten mir unter allen Umständen zusätzlich zum MTX andere Medis geben (Biologicals), dafür aber kein Cortison mehr. Ich möchte aber versuchen, einfach zusätzlich zu dem MTX mit einer Low-Dose-Therapie Kortison hinzukommen. Ich habe reduziert und nehme momentan 1 x täglich 1,5 mg Prednisolon. Ich muss sagen, mir geht es richtig gut, ich bin voller Elan, habe keine Schmerzen und bin voller Tatendrang (das war schon ganz anders....:().

    Jetzt meine Frage: Wie lang kann ich so weitermachen? Was ist wohl besser, andere Hammer-Medikamente oder Cortison in einer solch niedrigen Dosierung? Hat jemand Erfahrung damit???

    Liebe Grüße von Ute
     
  2. Sprotte79

    Sprotte79 Sprotte79

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    Hallo Ute,

    bist du bei einem internistischen Rheumatologen in Behandlung? Oder wer überwacht deine Therapie? Ich denke, Fragen zur Therapieänderung solltest du unbedingt mit deinem behandelnden Rheumatologen besprechen.

    Du schreibst ja, dass es dir mit 15 mg MTX und aktuell 1,5 mg Prednisolon gut geht. Das ist doch schon mal super! Ich habe auch mal MTX (damals 20 mg) genommen, konnte mein Cortison aber nicht unter 5 mg Prednisolon reduzieren. Ziel meines Rheumadocs war damals: Cortison unter 5 mg reduzieren, er meinte, dass Dosen unterhalb dieser 5 mg keine langfristigen Nebenwirkungen machen und sogar noch einen zusätzlichen Gelenkschutz darstellen. Von daher denke ich, dass du so gut weitermachen kannst. Aber ich würde mich da nochmal lieber mit dem behandelnden Rheumadoc absprechen.

    Ich hoffe, es geht dir noch lange gut mit deinen aktuellen Medis!

    Liebe Grüße,
    Sprotte79
     
  3. karput

    karput Neues Mitglied

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    Hallo sprotte79!

    Vielen Dank für die schnelle Antwort! Ich war bislang bei einer internistischen Rheumaärztin in Behandlung, aber mit ihr komme ich nicht klar und bin deshalb wieder in meiner 'alten' Rheumaklinik, wo ich mich ein- bis zweimal im Jahr vorstellen muss. Aber eben die möchten gerne andere Medikamente einsetzen, und ich bin eben nicht besonders experimentierfreudig. Warum sollte ich etwas anderes ausprobieren - zusätzlich! -, wenn ich doch damit gut klar komme und mich wohl fühle?! Ist vielleicht eine blöde Einstellung von mir, aber ich finde, wir nehmen schon genug schlimme Medikamente, da muss es nicht noch eins sein oder vielleicht eins, was vielleicht noch schlimmere Nebenwirkungen als Kortison hat. Deshalb hoffe ich ja, das Kortison in dieser geringen Dosierung so gut wie keine Nebenwirkungen hat. Aber Du hast schon Recht, das muss ich wohl doch mit der Rheumaklinik abklären. Die sind der Meinung, dass meine Therapie eine 'altmodische Rheumatherapie' sei. Ehrlich gesagt, ist mir das egal, hauptsache, es hilft und ich fühle mich wohl....!!!!

    Ich bin aber auch, zugegeben, ein 'Schisser', wenn es darum geht, neue Medis auszuprobieren. :o

    Auf jeden Fall beruhigt mich die Aussage Deines Arztes schon etwas. Ich danke Dir und hoffe, Du bist gut eingestellt, so dass Du keine Schmerzen hast!

    Viele liebe Grüße von

    Ute
     
  4. Sprotte79

    Sprotte79 Sprotte79

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    Hallo Ute,

    also die Einstellung dieser Klinikärzte verstehe ich nicht, MTX ist so lange in der Therapie entzündlicher rheumatischer Erkrankungen bekannt und hat sich doch auch bewährt. Ich bin deiner Meinung: warum solltest du wechseln, wenn es dir mit deiner MTX-Dosis und dem 1,5 mg-Cortison gut geht?! Würde ich auch nicht wollen. Außerdem ist Enbrel für diese Zwecke gar nicht zugelassen, sondern für Leute, bei denen MTX nicht ausreichend gewirkt hat oder die MTX nicht nehmen können (z. B. wegen starker Nebenwirkungen). Da kommt bei mir die Frage auf: haben die etwa zu viel Geld? Oder brauchen die dich für eine Studie? Naja, ich würde auf jeden Fall dabei bleiben, wenn es dir damit so gut geht.

    Bei mir ist es leider nicht so. Ich habe meine RA erst seit knapp anderthalb Jahren, aber ich bin noch in keine Remission gekommen. MTX (20mg), war meine Starttherapie, das hat zuerst ganz gut, dann aber nicht mehr ausreichend gewirkt. Dann kam Arava (Leflunomid), das hat leider auch nicht ausreichend gewirkt, außerdem habe ich davon eine Nervenschädigung bekommen (Polyneuropathie). Dann kam das Enbrel in Kombi mit MTX (15mg). Das hat erst super gewirkt, aber nach ein paar Wochen dann leider auch nicht mehr ausreichend. Dann habe ich Sulfasalazin (Pleon RA) und Hydroxychloroquin (Quensyl) dazu bekommen, aber jetzt habe ich auf Sulfasalazin allergisch reagiert. Momentan nehme ich also Enbrel, MTX und Quensyl. Leider brauche ich dazu noch relativ viel Prednisolon (aktuell 20 mg) und Schmerzmedis (Tramadol) und dennoch gehts mir relativ schlecht.

    Aber nächsten Dienstag bin ich wieder bei meinem Rheumadoc (mit dem ich übrigens sehr zufrieden bin und ohne den ich wahrscheinlich schon lange aufgegeben hätte) und ich hoffe, dass er noch eine neue gute Idee hat. Ich wünsche mir einfach mal wieder etwas weniger Schmerzen. Aber das kennst du sicher auch.

    Ich freu mich für dich, dass es dir so gut geht und wünsche dir, dass das noch ganz lange so bleibt!

    Liebe Grüße,
    Britta
     
  5. karput

    karput Neues Mitglied

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    Hallo Britta,

    danke für Deine lieben Wünsche. Wenn ich lese, was Du alles so nehmen musst (und auch viele andere hier in diesem Forum), dann kann ich mich echt noch glücklich schätzen. Und trotz allem geht es Dir nicht gut...

    Bei mir war das auch nicht immer so wie jetzt. Vor zwei Jahren (bei 10 mg MTX) war ich so schwach, dass ich die Bettdecke gar nicht mehr anheben konnte. 51 kg Körpergewicht bei einer Größe von 1,73 cm. Mein Freund musste mich in die Badewanne heben, damit ich duschen konnte. Das war der Zeitpunkt, wo ich nicht mehr konnte und meine Therapie dann umstellen lies, wieder auf 15 mg. Da wurde es besser, aber immer noch nicht ausreichend. Also MTX allein reicht bei mir nicht aus, auch nicht 15 mg. Und deshalb wollten die in der Klinik gerne noch was anderes 'ausprobieren'. Wer weiß, was die sagen, wenn ich das nächste Mal wieder da bin. Müsste eigentlich erkennbar sein, dass es mir viel besser geht damit. Naja, wir werden sehen! Was mir auch super geholfen hat sind die Radiosynoviorthesen (was für ein grauenhaftes Wort, dauert ewig, bis man es geschrieben hat!). Kann ich wirklich nur empfehlen, wenn eine Entzündung in einem Gelenk absolut nicht weggeht. Gänzlich ohne Nebenwirkungen und von dauerhaftem Erfolg. Sollte man keine Angst vor haben!

    Bei Dir scheint das Rheuma ja stark ausgeprägt zu sein, das tut mir echt Leid. Hat es bei Dir auch nach einer Schwangerschaft angefangen oder einfach so? Meine Güte, und wie verträgst Du denn all die Medis? Und ich jammere schon, wenn ich mal ein Neues probieren soll....Hut ab für all die Stärke!!!

    Die wünsche ich Dir noch ganz, ganz doll. Hoffentlich findest Du etwas, bei dem es Dir richtig gut geht. Ich drücke Dir auf jeden Fall ganz doll die Daumen!!!

    Liebe Grüße von

    Ute
     
  6. Duvel

    Duvel Mitglied

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    Hallo Ute,

    ich habe auch seit 3 jahren die Kombi, MTX, Cortison und noch Arava.
    Ich möchte gerne das Cortison loswerden, wobei mein Doc auch sagt, dass man mit 1-2 mg. heute so gut wie keine Nebenwirkungen hat.

    Und mir geht es soweit gut damit und er würde an der Medikantion auch nichts ändern, solange es gut läuft.

    Viele Grüße Manuela
     
  7. Sprotte79

    Sprotte79 Sprotte79

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    Hallo Ute,

    was du so schreibst, wie es schlecht es dir mal ging, das klingt wirklich sehr hart. Zum Glück gehts dir jetzt bedeutend besser!

    Bei mir hat die RA relativ aus heiterem Himmel angefangen, schwanger war ich nicht. Bin auch erst 28. Hast du die RA nach einer Schwangerschaft bekommen? Wie alt bist du jetzt? Wie gehts dem Kind? Hoffentlich gut.

    Mit den aktuellen Medis habe ich keine Probleme, mal von dr Allergie auf Sulfasalazin abgesehen. Aber ich denke, dass mein Rheumatologe am Dienstag auch noch was an der Medikation ändern wird, denn so kann es ja nicht weitergehen.

    So stark wie du schreibst, bin ich nicht. Ich habe irgendwie ja keine Wahl, ich brauch die Medis halt. Mein Ziel ist, endlich mal in eine Remission zu kommen, damit vielleicht der Gedanke an eine Schwangerschaft nicht mehr ganz so unrealistisch ist.

    Lieben Dank fürs Daumendrücken und die guten Wünsche!
    Weiterhin alles Gute für dich!
    Britta
     
  8. vogel1101

    vogel1101 Neues Mitglied

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    Hallo Ute

    Mit 1,5mg Prednisolon bist du deutlich unter der cushing schwelle, sodass keine nennenswerten Nebenwirkungen zu erwarten sind. Damit ( und gerade wenn es dir gut geht ) ist eine Fortführung der Corti Medikation sicher "gesünder", als ein weiteres neues Medikament auszuprobieren.
    Lass es dir weiter gut gehen. LG

    vogel1101