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Kortison als Experiment?

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von sun65, 22. August 2006.

  1. sun65

    sun65 Neues Mitglied

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    Hallo!
    Vor ca. 6 Wochen ging ich mit Rückenschmerzen zu meinem Hausarzt. Der hat nach mehreren Blutuntersuchungen die Vermutung geäußert, ich könne Rheuma haben. Zuerst verschrieb er mir Diclofenac. Da die Schmerzen (fast ausschließlich im oberen Schulterbereich und nur während ich sitze) nicht verschwunden sind, hat er mir das Angebot gemacht, als EXPERIMENT Kortison zu nehmen. Zwar habe ich das Rezept geholt, aber noch nicht die Tabletten. Die sollte ich 10 Tage lang nehmen in einer Dosierung von 20 mg. Ich habe ziemliche Angst vor den Nebenwirkungen.

    In meiner Familie gab es bisher nock keinen Fall von Rheuma. Ich bin 41 Jahre alt, weiblich und treibe viel Sport.
    Kann mir jemand seine Erfahrung mit Kortison schreiben. Und/oder spezialisierte Ärzte für Rheuma im Raum Göppingen-Geislingen?
    Danke!
     
  2. Rosarot

    Rosarot trägt keine Brille ... ;)

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    Hallo Sun,

    gar nicht ungewöhnlich, was dein Doc da vorschlägt. Wenn dir Cortison Erleichterung erbringt, lässt dies wichtige Rückschlüsse auf die Art deiner Erkrankung zu. Eine kurzzeitige Gabe kann dir keinen Schaden zufügen.

    Für rheumatische Erkrankungen ist Cortison im übrigen ein sehr wichtiges Medikament. Viele hier kämen ohne gar nicht aus, wirkt es doch, wenn selbst die stärksten Schmerzmittel versagen. Cortison ist also ein häufig eingesetzes Medikament, dass gar nicht so schlecht ist, wie sein Ruf, wenn man einiges beachtet: Hier findest du Infos > Cortison

    Herzlich willkommen hier und schööönen Tag!
    Rosarot

    P.S.: Rheuma kann jeden treffen, hat weder was mit Vererbung noch mit Unsportlichkeit zu tun. Lies auch mal hier: Was ist Rheuma?
     
    #2 22. August 2006
    Zuletzt bearbeitet: 22. August 2006
  3. Lilly

    Lilly offline

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    hallo sun,

    herzlich willkommen im forum :) .

    wenn er anhand deiner blutuntersuchungen den verdacht auf rheuma geäussert hat, dann wird er wahrscheinlich etwas im blut gefunden haben, dass mit deinen beschwerden konform geht.

    ich würde mich an die anweisungen deines docs halten. habe das gefühl, dass der mann weis, was er macht ;)

    wenn deine beschwerden unter cortison besser werden, kann man davon ausgehen, dass es etwas entzündliches ist. was es genau ist, muss dann aber noch abgeklärt werden.

    stärkere nebenwirkungen werden nur bei langer einnahmedauer beschrieben. (ich nehme auch wieder cortison. ausser ein paar hitzewallungen und durchschlafstörungen habe ich keine nebenwirkungen)

    diese internistischen rheumatologen werden von den usern auf rheuma- online empfohlen. vielleicht findest du einen aus deiner gegend:

    http://www.rheuma-online.de/aerzteliste/liste/
     
  4. trombone

    trombone die Schreibtischtäterin

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    Wenn Du über diesen Zeitraum 20 mg Cortison nimmst musst Du zwingend ausschleichen - das ist absolutes muss, sonst geht es Dir hinter schlechter als vorher!!! Wenn man Cortison über 3 und mehr einnimmt ist eine Ausschleichphase zwingend erforderlich - das müsste auch der Hausarzt wissen!!!!!
    Und zwar solltest Du dann - wenn möglich - zunächst in 5 mg Schritten alle 4-5 Tagen bis Du auf ca. 10 mg bist, dann würde ich die Schritte halbieren - also nur noch jeweils 2,5 mg und erst nach 7-8 Tagen jeweils reduzieren ab 5 mg Tagesdosis solltest Du, wenn Du die Reduzierung bislang gut vertragen hast dann möglichst nur noch in 1 mg Schritten reduzieren - bis Du halt wieder auf null bist.

    Und zwar ist diese Ausschleichphase auf folgendem Grund notwendig: Wie Du ja sicherlich weißt, produziert der Körper auch körpereigenes Cortisol. Wenn Du aber Oral Cortison zuführst reduziert der Körper in dem Umfang seine eigene Produktion. Ab etwa 5 - 7,5 mg orale Dosis stellt der Körper die Kortisonproduktion ganz ein. Wenn Du nun nach 10 Tagen á 20 mg Cortison abbruppt aufhörst, kann der Körper nicht so schnell die fehlenden Mengen produzieren - da er sich erst wieder an die eigene Produktion gewöhnen muss - dadurch kommt es in Deinem Körper zu einem akuten Cortisolmangel, dieser kann in heftigen Fällen durchaus auch mal tödlich enden!!!!!! Ich will jetzt keine Panik verbreiten - es muss nicht dazu kommen, was sich aber auf jeden Fall einstellen würde ist eine absolute bleihernde Müdigkeit, absolute Antriebsschwäche.....
    Und das muss ja nun nicht sein - ich hoffe Du gibst mir da recht.
    Übrigens Cortison gibt es in folgenden mg-Packungen: 1 mg, 5mg, 20 mg....

    Den zweiten Tipp den ich Dir gerne geben möchte, ist der: Hol Dir von Deinem ein Rezept über Calcium und Vitamin D3 - dieses kann er ab einer Tagesdosis von 7,5 mg und mehr auf Kassenrezept aufschreiben (zum einen ist das Therapiestandart zum anderen ist es im Ausnahmekatalog aufgenommen, lass Dich nicht abwimmeln). Diese Vorbeugung sollte man auch bei kurzfristigen Cortisoneinnahmen - egal welche Menge - machen, denn Dein Körper wird es Dir (vielleicht) danken - denn Cortison klaut dem Knochengewege Calcium was im Laufe der Zeit zu Osteoporose führen kann (ich kann ein Lied davon singen). Leider vergessen viele Ärzte den Patienten auf diese Prophylaxe hinzuweisen, was ich doch mehr als Fahrlässig finde.