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Könnte es Rheuma sein?

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von thewolf20, 4. November 2014.

  1. thewolf20

    thewolf20 Registrierter Benutzer

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    Hallo,

    Ich will mich erstmal vorstellen. Ich heiße Dominik und 22 Jahre alt. Nunja, seit einigen Jahren schon ist mir aufgefallen dass sich meine Finger etwas steif anfühlen. Dieses unangenehme Gefühl hab ich immer mit Fingerknacken beseitig. Die Finger fühlen sich schwach und rostig an wenn ich die Hände öffne und schließe. Am schlimmsten fühlt es sich an wenn ich meine Finger in diese Stellung bringe:

    http://www.handerkrankungen.de/TVS/images/Finger_gebeugt.jpg

    Die Gelenke fühlen sich dann an als würden sie aufeinanderreiben und ich hab ein leichtes Druckgefühl (welches ich per Fingerknacken wieder los werden könnte, was ich aber seit Jahren nicht mehr mache). Am angenehmsten ist die Haltung wenn ich meine Hand zu einer Faust geschlossen habe, deswegen laufe ich meist so rum. Auch ist es so dass ich immer kalte Hände habe, ich denke aber nicht dass es damit etwas zu tun hat. Schmerzen hab ich keine, evtl. ab und zu ein dumpfes drücken. Früh´s, so kommt es mir vor, fühlen sich meine Hände am besten an und lassen sich am besten bewegen, aber je später es am Tag wird umso steifer fühlen sie sich an (Bei Rheumatoider Arthritis wäre es doch anders rum) obwohl ich nicht viel mit meinen Händen anstelle. Manchmal habe ich aber Schulterschmerzen, wo ich aber meine harte Schlafcouch die Schuld dran gebe. Ich war auch schon beim Arzt und der meinte ich wäre durch meine Krankheit (eine sehr leichte Verlaufsform vom Wiscott-Aldrich-Syndrom, kann also gut damit leben) genetisch Vorbelastet und es könnte gut sein dass ich Rheuma habe. Mir wurden Rheumafaktoren abgenommen (CCP-Werte, sagte sie, soll, wenn etwas bei raus kommt, der Rheumaarzt abnehmen) und ein Röntgen der beiden Hände aufgenommen. Beides in Ordnung. Aber es gibt ja dieses seronegative Rheuma was man so per Blut nicht erkennt, und in der Anfangspahse kann man ja auch nichts im Röntgenbild erkennnen.

    Nun beschäftigt mich das alles seit mehreren Monaten. Da mein Hobby das Zeichnen ist und ich dem Realismus zugewandt bin, habe ich Angst dass ich später (auch wenn es erst mit 60 Jahren ist) mein Hobby nicht mehr so ausführen kann wie ich es derzeit tue. Ich hab zwar von dem Künstler Renoir gehört, aber er war kein Zeichner (sondern Maler) und auch kein Maler des Realismus, und konnte so sein Stil seiner Krankheit anpassen. Ich möchte aber keine Abstriche irgendwann machen müssen. Ich möchte selbst im höheren Alter so realistisch Zeichnen können wie jetzt und nicht schlechter durch eine Krankheit. Ich bin sogar so weit dass ich darüber nachdenke das Zeichnen aufzugeben. Ich habe 2 Monate nichts mehr gezeichnet und wenn ich nur vom Zeichnen höre dann wird es mir schwer ums Herz.

    Naja, ich hab jetzt meine Lage geschildert. Ich hoffe ihr könnt dazu etwas sagen. :)

    Lg
     
  2. Lächeln

    Lächeln Aktives Mitglied

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    Herzlich willkommen im Rheumaforum!

    Meine erste Frage wäre: Wenn das schon Jahre so ist, warst du schon beim Arzt? Was sagt der Orthopäde?

    LG
    Lächeln
     
  3. Kati

    Kati Bekanntes Mitglied

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    Hallo Thewolf,

    Halt, halt… Du bist 22 und fragst Dich, was Du mit 60 machst?
    Hm… ich lasse auch mal die Phantasie reisen, genau, wie Du das gemacht hast: Du hast eine wunderhübsche Frau geheiratet, hast 5 Kinder, die Du über alles liebst und die Dir viele Enkel ins Haus schleppen, mit denen Du alles mögliche unternimmst. Ah, zu Deinen Hobbies kommen noch ca. 10 dazu, für die Du aber wegen Deiner Enkel kaum Zeit hast… und Du bist überglücklich!

    So kann Deine Zukunft auch aussehen!

    Ich würde Dir aber erstmal zwei ganz einfache Dinge raten: Dir eine anständige Schlafgelegenheit kaufen, wo Dein Nacken, deine Schultern und co. richtig liegen. Das ist eine Investition, für die Du mit 60 dann danken wirst.
    Manuelle Therapie oder Physiotherapie oder Osteopat, wären dann eine zweite Möglichkeit.
    Wahrscheinlich kann auch Dein Hausarzt erkennen, ob Du verspannt bist. So etwas relativ einfaches kann nämlich bis in die Hände hin ausstrahlen, bzw. auch da alles blockieren.
    Meine Physiotherapeutin hat mir gezeigt, wie vom Hals (ich bin total verspannt) das ganze bis in die Hände "strahlt". D.h. aber auch, dass sie, wenn sie alles - auch die Muskeln in den Unterarmen, "gelockert" hat ich viel viel weniger Schmerzen habe, bzw. das "Steifheitsgefühl" viel besser wird.
    Und das kommt bei mir zu einem diagnostizierten Rheuma dazu, wegen dem ich aber seit vielen Monaten nur noch 5mg Cortison nehme, weil die Basistherapien keine Impfungen sind… und bei mir viel zu viel Nebenwirkungen und zu wenig Wirkung zeigten. Ich habe im übrigen seit 10 Jahren Rheuma, keine Verformungen (seronegative Arthritis), und außer, dass ich mich viel zu wenig bewege (wie sehr viele unserer Zeitgenossen), bin ich ganz ok. Ich bin 43… und ja, ich hoffe auch noch mit 60 recht fit zu sein.
    Ich arbeite den ganzen Tag am Computer… und da habe ich auch manche Probleme am Abend… Selber Schuld. Meine Physio sagt: alle 20 Minuten aufstehen, kleine Runde drehen, wieder ruhig und gerade (ohne Stress) vor den COmputer setzen.

    Ich würde mir um Rheuma keine Sorgen machen. Natürlich gibt es seronegatives Rheuma, das bedeutet aber zunächst, dass keine Antikörper zu finden sind (spezielle Untersuchung). Normalerweise hat man aber einen erhöhten Entzündungswert im Blut, oder man sieht etwas auf dem Ultraschall.
    Wenn man nix sieht, heißt dass noch lange nicht, dass nix ist. Auch z.B. eine Krebsvorsorge heißt noch lange nicht, dass nicht irgendwo eine "böse Zelle" sitzt. Aber es heißt, dass nix gravierendes ist. Und dass Du noch eine lange Weile Deinem Hobby nachgehen kannst.
    Ich würde sagen, wie die alten Lateiner: "Carpe diem".

    Quäl Deinen Arzt nochmal… und nicht Dich.
    (Ähm… jetzt wird gleich ein Arzt/in hier lauthals aufschreien, wegen dieses Satzes).

    Liebe Grüsse, alles Gute,
    Kati
     
  4. thewolf20

    thewolf20 Registrierter Benutzer

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    @Lächeln

    Ich war nur bei meiner Hausärztin deswegen. Es wurden die Rheumafaktoren bestimmt und ein Röntgenbild angefertigt. Beides war in Ordnung. Ich hab jetzt schon mehrere Internisten angerufen (Direkt Rheumatologen haben wir keine im Umkreis) aber die Termine werden erst wieder Anfang nächsten Jahres vergeben.

    @Kati

    Danke dir für deine Worte. Ich hab mir schon eine neue Schlafgelegenheit bestellt. :) Komischerweise hat meine Hausärztin das nicht angesprochen, hört sich aber wirklich plausibel an. Ich muss aber zu ihrer Verteidigung sagen dass ich ihr mit Rheuma gleich ins Haus gefallen bin.

    Was mir auch noch seltsam vorkommt: Ist diese Steifigkeit normalerweise nicht nur nach dem Aufwachen vorhanden und wird besser während des Tages. Bei mir ist es nach dem Aufwachen am besten und wird im Laufe des Tages schlechter. Was mir auch gerade aufgefallen ist: Seit ein paar Tagen ist es beim Tastaturtippen so dass mein Zeige- und Mittelfinger wie zusammenkleben. Ich tippe nur mit dem Mittelfinger (10-Finger-System habe ich mir nie beigebracht) und sonst waren alle Finger beim Tippen auseinander. Aber jetzt ist es so dass der Zeigefinger direkt den Mittelfinger berührt, so als währen sie magnetisch und ziehen sich an. Könnte das nur ein Symptom sein oder nur Einbildung.

    Auch mach ich mich selbst irgendwie verrückt weil ich ausserdem Verdacht auf MS, Parkinson und eben Rheuma habe, weil eben alle Symptome irgendwie zu den Krankheiten passen und ich eben in Sachen Autoimmunerkrankungen durch meinen Wiscott-Aldrich-Syndrom genetisch vorbelastet bin. Aber ich kann doch jetzt auch nicht von Arzt zu Arzt rennen.
     
  5. Kati

    Kati Bekanntes Mitglied

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    Bei dem was Du schreibst, denke ich - ABER ICH BIN KEIN ARZT - beim dem HA nach Physio, oder Massagen usw. fragen. Oder Osteopat, der sich Dich mal ganz betrachtet. Ich denke jetzt nicht an Rheuma.

    Im übrigen sind meine Vorfahren alle an Krebs gestorben. Bitte: eine Vorbelastung bedeutet nicht notwendig, dass Du jetzt jedes Symptom so auslegen musst. Das ist nur ein Baustein.

    Kati
     
  6. Lächeln

    Lächeln Aktives Mitglied

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    Wir sind hier ja keine Mediziner, hier antworten Laien - also bitte auch meine Beiträge nicht als "letzte Weisheit" lesen, sondern nur als Ideen, was helfen könnte.

    Ich denke nicht, dass ein Internist weiterhelfen kann. Es müsste schon ein internistischer Rheumatologe sein. Ein Internist untersucht normalerweise die Funktion innerer Organe wie Leber, Magen usw.

    Es gibt ja etliche Dinge, die in den Sehnen, Gelenken usw. Probleme bereiten können, die aber keinen rheumatischen oder autoimmunen Hintergrund haben. Dafür wäre der Orthopäde zuständig.

    Das zweite, was ich lese bei dir: du machst dir sehr viele Sorgen. Wäre es denkbar, dass du dir psychologische Hilfe zusätzlich suchst. Denn egal was nun diagnostisch raus kommt - du tust dir nicht leicht, damit umzugehen (und vielen von uns geht das so). Und da wäre es möglich, über eine Therapie Wege zu lernen, wie du leichter leben kannst.

    Ich meine die psychologische Hilfe nicht als Ersatz für ordentliche Diagnostik - sondern als Ergänzung. Mir hilft das auf alle Fälle sehr, obwohl ich noch keine Diagnose habe, sondern verschiedene Möglichkeiten im Raum stehen.

    LG
    Lächeln
     
  7. Lagune

    Lagune Bekanntes Mitglied

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    Hallo thewolf20,

    dein Hausarzt macht jetzt Untersuchungen, die wartest du ab, je nachdem möchte er dich ja dann zum Rheumatologen schicken, dabei achte darauf das es ein internistischer Rheumaologe ist, also ein Internist mit der Zusatzbezeichnung Rheumathologie.

    Das stimmt, es beim Wiscott-Aldrich-Syndrom wohl häufiger zu rheumatoiden Arthritis oder Vaskuliditen/Vaskulitiis kommen. Dein Arzt guckt ja jetzt nochmal und dann je nach dem was raus komm kannst du handeln.
     
    #7 4. November 2014
    Zuletzt bearbeitet: 4. November 2014
  8. thewolf20

    thewolf20 Registrierter Benutzer

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    Danke euch für eure Antworten. Ich bin jetzt auch langsam der Meinung dass es kein Rheuma ist da ich merke dass es wirklich vom Rücken kommen kann und es auch an Durchblutungsstörungen liegen kann weil ich es am meisten fühle wenn ich kalte Hände habe. Auch sind die Symptome nicht typisch dafür. Ich hab zwar schwache Gelenke die sich Steif anfühlen, aber eben frühs nicht (Bei Rheuma wär es aber frühs am schlimmsten) und keinerlei Schmerzen. Wie ihr schon sagtest heißt auch geschwächtes Immunsystem nicht gleich Autoimmunerkrankung (ist eben nur ein Baustein, wie man durch Rauchen auch Krebs bekommen kann aber Rauchen allein nur ein Teil ist der Krebs begünstigt). Auch sagte mein Professor für Hämatologie in Jena bei dem ich in Behandlung wegen meinem Aldrich bin, dass mein Immunsystem gar nicht zu der Krankheit passt da ich ein gutes Immunsystem habe und ich sonst mit der Krankheit mehrere Lungenentzündungen im Jahr haben müsste (Ich habe im Jahr gerade mal 1-2 leichte Erkältungen, wie jeder Mensch, wobei ich aber sagen muss dass ich auf das Händewaschen großen Wert lege) und ich demzufolge nur einen kleinen Hauch habe. Ich denke mittlerweile dass ich nur diese X-linked Thrombozytopenie habe wo zwar das Wiscott-Aldrich Gen defekt ist, aber eben keine typischen Immunsachen auftreten. Ich werde trotzdem den Termin beim Rheumatologen wahr nehmen damit ich mir 100%ig sicher gehen kann, aber meine ganze Familie meint das ich nichts hätte und so sehe ich das auch. Deswegen werde ich auch wieder alles machen was mir Spaß macht wie Zeichnen und Klavier spielen. Vielleicht kommt es ja noch nicht mal vom Rücken oder Durchblutung und ist einfach nur Reinsteigerei, denn ich merke es hauptsächlich nur wenn ich meinen Fingern Beachtung schenke. :)

    EDIT: Ich habe heute bescheid bekommen dass ich kein Wiscott-Aldrich-Syndrom direkt habe sondern nur die milde Form bekannt unter dem Namen XLT (X-chromosomal vererbte Thrombozytopenie) das bedeutet dass meine Krankheit nichts mit dem Immunsystem zu tun hat sondern eben nur zu einer Thrombozytopenie führt. Ich habe also keine erhöhte Chance an Autoimmunerkrankungen zu erkranken. :)
     
    #8 5. November 2014
    Zuletzt bearbeitet: 5. November 2014
  9. thewolf20

    thewolf20 Registrierter Benutzer

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    Hallo,

    Ich bin es nochmal. Bei mir ist seit vorgestern etwas dazugekommen und zwar hab ich an folgender Stelle am Ellenbogen leichte ziehende Schmerzen (dort wo der schwarze Punkt ist, bei den kleinen "Spalt", sorry hab aber kein anderes Bild gefunden, also bitte ignoriert die anderen Farben):

    [​IMG]

    Ich fühle an der Stelle einen kleinen Knoten der am anderen Arm nicht vorhanden ist. Der Schmerz geht von diesen kleinen Knoten aus. Wenn ich auf den Knoten drücke dann tut es noch mehr weh. Kann das etwas mit einen evtl. Rheuma zutun haben? Ich möchte jetzt auch nicht wegen jeden kleinen Schmerz zum Arzt rennen deswegen frage ich erstmal euch.

    EDIT: Jetzt fängt die Stelle noch an leicht zu pochen. Die Schmerzen kann man mit deren eines blauen Flecks vergleichen.
     
    #9 6. November 2014
    Zuletzt bearbeitet: 6. November 2014