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Knochendichtemessung

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von Matthias, 26. März 2005.

  1. Matthias

    Matthias Neues Mitglied

    Registriert seit:
    30. April 2003
    Beiträge:
    214
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    0
    Ort:
    Dreieich, Hessen
    Geschrieben von meiner Frau, MTRA, die das jede Woche macht:

    Also, jetzt ein kleiner Ausflug in die Theorie.
    Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Knochendichte zu messen. Bei vielen Orthopäden und auch bei Gynäkologen wird eine Messung mit Hilfe von Ultraschall angeboten (muss der Patient/die Patientin auf jeden Fall selber zahlen), deren Ergebnis höchstens einen Richtwert liefern kann.
    Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) hat sich mit dem Thema Osteoporose beschäftigt und empfiehlt die sogenannte DEXA-Messung oder eine Bestimmung mit Hilfe der Computertomographie. Beides mit Röntgenstrahlung, die DEXA-Messung mit einer ganz geringen Dosis. Nur diese Methoden liefern exakte Werte, die auch bei der Argumentation gegenüber der Krankenkasse helfen.
    Außerdem sollte sich nicht auf die Altersgruppe als Vergleichsgruppe bezogen werden, was besonders bei älteren Frauen, bei denen eine gewisse Osteoporose quasi normal ist, fatale Folgen haben kann. Sinnvoll ist nur der Vergleich mit einem jungen, gesunden Erwachsenen.
    Hierbei wird zum einen die prozentuale Knochendichte bestimmt (also: "80% der Knochendichte eines gesunden, jungen Erwachsenen") und außerdem der sogenannte T-Wert. Dieser T-Wert liegt beim jungen, gesunden Erwachsenen zwischen -1 und +1.
    Je weiter dieser Wert ins Negative geht, desto geringer ist die Knochendichte. Bei Werten zwischen -1 und -2 spricht man von einer Osteopenie, einer "low bone mass", also einer geringeren Knochendichte. In der Regel empfehlen die Mediziner dann Calcium- und Vitamin-D-Einnahme sowie Kontrollen in 1-2 Jahren Abstand.
    Erst ab einem T-Wert von -2 und darunter spricht man von einer Osteoporose, je nach Zustand des Patienten (Wirbelfrakturen? Schmerzen? Therapie?) auch von einer ausgeprägten Osteoporose. Und das ist jetzt wichtig: erst ab einem T-Wert von -2,5 und darunter wird eine Bisphosphonat-Therapie (bekanntes Beispiel: Fosamax) von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.
    In der Regel ist eine Osteoporose, gerade eine durch Medikamenteneinnahme verursachte, generalisiert, d.h., sie tritt am gesamten Körper relativ gleichmäßig auf. Nur bei einigen wenigen Krankheitsbildern gibt es den seltsamen Effekt, dass eine Osteoporose sich nur am Körperstamm (also in der Wirbelsäule) oder nur an den Extremitäten (Arme und Beine) zeigt. Deshalb ist es in einem solchen Fall wichtig, sowohl Messungen an der Wirbelsäule und in der Regel an der Hüfte zu machen, um nicht Patienten "aus Versehen" gesund zu reden. Aber, wie oben gesagt, dies ist normalerweise bei einer medikamenteninduzierten Osteoporose nicht der Fall!