Hallo Arosa,
seit ich vor einigen Monaten beim durchstöbern des Internets auf dieses Forum
gestoßen bin,vergeht kein Tag, ohne wenigstens einen kurzen Blick hier hinein.
Ich wollte mich eigentlich auch gar nicht anmelden weil ich Angst hatte,etwas
verkehrt zu machen.Naja nun ist es doch passiert,weil deine Geschichte mich doch sehr berührt.Ich weiß sehr genau,wie du dich fühlst.Es tut immer wieder weh,von dieser Ignoranz einiger Ärzte zu lesen.Teilweise ist es auch Unwissenheit gemischt mit Lustlosigkeit.
Auch ich habe, wie viele andere hier,eine jahrelange Ärzteodysse hinter mich bringen müssen,ehe endlich einmal ein Arzt erkannt hat,daß ich eben doch kein
Simulant ,Hypochonder,Neurotiker oder einfach ein überspanntes kurbedürftiges Mütterchen bin.Ich weiß,wie es ist,wenn einem keiner glaubt,wie schlecht es einem geht und wie stark die Schmerzen sind.Zum Schluß wirft man die Flinte ins Korn,weil die Kraft ausgeht und außerdem
ist man ja auch gesund.Naja wenn die Ärzte meinen ,muß man sich eben doch alles nur einbilden.Oder sind wir vielleicht zu faul zum arbeiten!!!!!
Entschuldige,wenn das alles ein wenig sarkastisch herüberkommt,doch mir
würde es heute sicher um einiges besser gehen,hätte ich schon einige Jahre
eher den richtigen Arzt getroffen.
Deshalb kann ich dich nur beschwören nicht das gleiche zu tun wie ich und
aufzugeben.Die Folgen die sich daraus ergeben könnten sind teilweise nicht
wieder gutzumachen.
Wenn es dir schlecht geht wechsele so oft den Arzt,bis du glaubst,daß er dich
und deine Beschwerden ernst nimmt ,dir die nötige Zeit und Respekt entgegen
bringt.
Ein kleiner Bluttest nach 8 Jahren Quälerei (vor nun ca 20 Jahren) hatte dann
ergeben,daß die Schilddrüse an allem Schuld war.Ich litt an Morbus Basedow
einer Autoimmunkrankheit bei der die Schilddrüse immerwieder auf Hochtouren
läuft.Na endlich hatte meine Einbildung oder Faulheit.... einen Namen und man
konnte etwas tun.
Tja ,heute weiß ich aber auch,daß es viele Jahre zu spät war,denn die verlorene Zeit hatte zwischenzeitlich nicht wiedergutzumachende Folgen
hinterlassen.Eine ausgewachsene Osteoporose,lädierte Nerven und Muskeln,
kaputte Bandscheiben um nur einiges zu nennen.
Einige Zeit später mit Hochs und Tiefs spielten dann die Gelenke verrückt,sie
schmerzten und schwollen an.Jetzt hieß es immer,es müßte wohl von der
Schilddrüse kommen.Nach vielen KH-Aufenthalten und Kuren gab man mir den
Rat EU-Rente zu beantragen(auch laut Reha-Arzt).Der erste Antrag wurde
natürlich abgelehnt(laut Reha-Bericht war ich plötzlich wieder vollschichtig
im alten Beruf einsetzbar).Also Widerspruch einlegen.Das heißt natürlich ab
zum Gutachter.Was das heißt,weiß hier auch fast jeder(Angst,Zittern.....).
Doch es sollte diesesmal für mich etwas Gutes bringen,denn besagter Gutachter fand plötzlich auch einen Namen für alle meine Gelenkprobleme,
ewiges Krankheitsgefühl,erhöhter Temperatur(trotz Schilddrüsenuterfunktion
inzwischen) und was alles noch zu einer -Rheumatoiden Arthritis- gehöhrt.
Ein Rheumatologe hat eine entsprechende Therapie eingeleitet,es fing an mir
besser zu gehen und nun kam ein lang geplanter stationärer Aufenthalt in
einer Schmerzklinik dazwischen.Was soll ich sagen.Als sogenannter Rentenbegehrer hatte meine Akte gleich den richtigen Vermerk und Rheuma
so ein Quatsch -sie doch nicht!? Es wurden alle Rheumamedikamente von
heute auf morgen einschließlich 20mg Prednisolon abgesetzt und die steifen
geschwollenen Gelenke ignoriert.Dementsprechend sah der Bericht auch aus.
Zuhause wurde die Therapie von neuem eingeleitet da mein Arzt nicht an
seiner Diagnose zweifelt.Dank Remicade,Mtx,Corti...gibt es auch öfters bessere Tage.Nach 3Jahren Zeitrente wurde jetzt eine Dauerrente.Ich bin 45
Jahre.
Vielen Dank an allen für das Durchhalten beim lesen obwohl ich mich bisher noch nicht vorgestellt hatte.Aber Arosa Kann jetzt vielleicht besser verstehen
weshalb mich ihre Geschichte so sehr beschäftigt.Gib bitte,bitte nicht auf,es
ist deine Gesundheit.Bleib am Ball und laß dich nicht unterkriegen.
Aus meiner Einbildung sind inzwischen grob überschlagen ca 10 -15 Diagnosen,
geworden(M.Basedow,R.A.,Osteoporose,Diabetes,Osteochondrose,Spondathritis,Migräne
chron.Gastritis,Refluxösophagitis,Hyperthonie,Raynaud Syndrom,Endokrine
Orbitopathie.......u.u.u.).Einige Folgererkrankungen wären sicher vermeidbar
gewesen,denn die unzähligen Medikamente haben auch einige Nebenwirkungen.
Liebe Arosa melde dich hier bitte nicht ab.Auch wenn ich bisher nur gelesen
habe ist das Forum für mich eine große Hilfe und dafür auch noch einmal ein
Dank an alle und falls bei mir jetzt hier irgendetwas verkehrt läuft tut es mir
leid.Aber ihr wißt ja-aller Anfang ist schwer.
Ein schmerzarmes Wochenende wünscht
adina