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Kennt Ihr das, eine Wut im Bauch und plötzlich bricht sie aus?

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von C. Schlüter, 17. Juli 2002.

  1. C. Schlüter

    C. Schlüter Guest

    Ich bin neulichtst auf mein Mann los gegangen. Habe ihn ins Gesicht geschlagen.
    Ich habe geweint, weil er mich mal wieder mit Worten weh getan hat.

    Wir hatten etwas gefeiert und getrunken mit Freunden, als die Gäste wech waren sollte ich ihn noch was zu essen machen. Gut sollte es schmecken. Und ich sagte nein, nein ich will nichts mehr machen, es ist spät ich will ins Bett. Es kam zum Streit und ich nahm die Auflaufform in den Händen und schmiss sie Ihn vor den Füssen.

    Dann schlug ich Ihn ins Gesicht, ich sagte Ihm „immer und immer soll ich dafür sorgen, dass es dir gut geht, aber wie es mir geht das darf ich nicht erwähnen“

    Ich ging ins Bad, da schmiss ich das Regal um. Im Wohnzimmer machte ich mich noch über ein paar Bilder ran und riss ne Lampe aus der Wand. Da erwischte er mich endlich, und mein Lauf war zu ende.

    Ja, endlich.... ich wusste selber nicht was mit mir war, warum ich das alles kaputt gemacht habe. Aber eins weis ich... es war die Wut die mich schon seit Jahren quält

    Liebe grüße
    C. Schlüter
     
  2. Syndrom

    Syndrom Guest

    ........... Hallo, kenn ja die näheren Zusammenhänge nicht (Krankheit,Unzufriedenheit mit sich selbst,sich irgendwie auf dem Abstellgleis stehen zu sehen, Hilflosigkeit,Unverständnis u.u.u.), welche Dich zu dieser *Auseinandersetzung* gebracht haben -> aber sollte eines der von mir erwähnten Dinge zutreffen ...... ? , dann glaube ich - deswegen mußt Du dich nicht schämen - ich bewundere eher deine Offenheit.
    Was Du sicher ganz dringend benötigst ist: 1. ein ausführliches diesbezügl. Gespräch mit deinem Mann -----> und vielleicht auch eine angemessene prof. Hilfe von einem Spezialisten - gut, würde mir jemand sagen, dass ich psych. Unterstützung o.ä. benötige - würde bei mir sicher gleich das *Rollo* runtergehen -> doch so wie Du die Situation beschreibst ....... falsche Scharm ( zudem rastet wohl auch jeder von uns mal aus - so, oder eben auf einer anderen Art u. Weise.....) ist da eher eine selbstgesteckte Grenze -> eine Sackgasse !
     
  3. Angie

    Angie Guest

    Hi C.,
    oh ja, das kenn ich nur zu gut. Bin leider immer viel zu lange gutmütig, aber irgendwann ... da explodiere ich wie eine Bombe, und dann wächst in der Umgebung kein Gras mehr.
    Ich weiß, dass ein solcher Ausbruch nur destruktiv ist, und im Nachhinein ärgern mich die Folgen, zumal ich meistens irgendwelche Gegenstände von mir selbst gegen die Wand schmettere.
    Diese Ausbrüche sind stets Ausdruck von 100%iger Hilflosigkeit: Man fühlt sich überfordert, unverstanden, ausgenutzt - naja, fertig in jeder Beziehung. Im Anschluss an solche Ausfälle, die ich bestimmt ein- bis zweimal im Jahr hab, heul ich immer über Stunden, sehe am nächsten Tag aus wie K.A., aber ich bin erleichtert.
    Mein Mann ist leider so einer, der immer nur bemerkt, wenn es ihm selbst mies geht. Zum Glück kann er sich allgemein guter Gesundheit erfreuen. Nur grad, da plagen ihn die Folgen eines Achillessehnenabrisses mit nachfolgender OP. Dass ich wenige Tage zuvor ebenfall operiert wurde, interessiert ihn nicht, und schon gar nicht, dass ich mir gleich wieder eine eitrige Infektion einfing.
    Er schickte mich hierhin und dorthin, beschwerte sich aber gleichzeitig permanent über meine hausfraulichen Nachlässigkeiten, so dass mir vor zwei Tagen mal wieder ähnliches passierte wie Dir. Bin zwar net auf meinen Mann los (hätte ich aber am liebsten getan), sondern bin - nach herzhaftem Türenknallen und einigen zermalmten Gegenständen unseres Haushalt (mh, mal wieder meine Sachen ...) - in der Dunkelheit tiroler Wildnis verschwunden, um mich abzuregen.
    Und? Wir haben uns beide wieder beruhigt. Toll ist sowas natürlich nicht, aber menschlich.
    Alles Liebe für Dich von
    Angie
     
  4. nati

    nati Guest

    hallo, c


    auch ich kenne diese wut im bauch und mein mann kennt sie auch. da fliegen gelegentlich schon mal ein paar sachen durch die gegend oder ich trete irgendwo vor. wenn die wut dann verraucht ist, macht uns das immer total angst. wir lieben uns ja und wollen uns eigentlich nicht weh tun. so habe ich mich eine zeitlang in unserer buchhandlung umgesehen nach entsprechender literatur und bin vor gut einer woche fündig geworden. ich habe ein buch von john m. gottman erstanden mit dem titel: die 7 geheimnisse der glücklichen ehe. er geht in seinem buch ganz neue wege und mein mann und ich sind dabei wenigstens einen teil in die praxis umzusetzen. ich kann dieses buch nur weiterempfehlen.


    alles liebe wünscht dir nati
     
  5. Monique

    Monique Guest

    Es gibt ein klasse Buch: "Wohin mit meiner Wut"- weiß leider grade die Autorin nicht, aber kann ich nur jedem empfehlen!!!
    Und noch ein Tipp für C.Schlüter: Die Dinge ansprechen, wenn sie aktuell sind, nicht anstauen lassen, bis es zur Explosion kommt!
    Alles Gute wünscht Monique
     
  6. Uschi

    Uschi Guest

    Hallo, liebe C.

    Tja, wenn ich angestaute Wut loslassen, verliert sich das heute in einem endlosen Autotrip - alleine - und früher kostete es mich Geschirr, Fensterscheiben und viel Geld.

    Angestaute Wut habe ich gelernt, mit frühzeitigen Ventilen einzudämmen und ich habe mir vor allen Dingen professionelle Hilfe geholt, nachdem mein einer Ehemann mit einer tiefen Kopfwunde, die er sich durch einen fliegenden Kristallaschenbecher einzog, tagelang im KH liegen musste.

    Ich habe die Gründe meiner Wut gefunden; sie kommt zwar immer noch mal hoch, aber dann weiss ich es und reagiere mich anders ab. Manchmal gehe ich auch in den Wald bei uns und dann schreie ich ganz laut, so wie eine Irre. Das tut richtig gut - und ich rede mit mir alleine.

    Angestaute Wut ist ein total schlechter Ratgeber für eine Beziehung und meistens verletzt man den anderen auch noch mit Worten, die man garnicht sagen wollte. Und irgendwann sagt man etwas, das man nie wieder zurücknehmen kann - deshalb lerne, mit dir umzugehen.

    Alles Gute, Erfolg und Glück wünscht dir
    Uschi Ch.
     
  7. Heike

    Heike Guest

    Guten Morgen zusammen,

    ja, bei mir staut sich die Wut leider auch.

    Ich hab meinen Mann gestern auch (leider viel zu kurz) angeschrieen, nachdem er meinte ich würd mich den ganzen Tag nicht bewegen.

    Dabei war ich recht fleißig und hab Sachen gemacht, die man nur nicht auf den ersten Blick sieht. Allerdings bin ich erstens krankgeschrieben damit ich mal nicht so hektisch von einer Ecke in die andere renne. Und zweitens kann ich mich vor allem Morgens vor Schmerzen in den Schultern kaum rühren. Mit MTX hab ich erst vor 2 Wochen angefangen.

    Ne halbe Stunde später hab ich meine arme Katze noch lautstark verscheucht. (Wieso läuft das Vieh mir den ganzen Tag hinterher wie ein kleiner Hund ?).

    Und dann kommt bei mir der Punkt wo ich nur noch denke : Welt laß mich endlich in Ruhe !!! Ich schaffe diesen ganzen Quatsch nicht.


    Also als erstes schickt mal ein bisschen Sonne her und dann mache ich erst mal einen gemütlichen Einkaufsbummel und gönne mir vielleich ein schönes 2. Frühstück.

    Ich wünsche Euch einen Schönen Tag. Nach einem Gewitter wird die Luft wieder sauber.


    Heike
     
  8. C. Schlüter

    C. Schlüter Guest

    Hallo

    Ersteinmal vielen Dank für soviel verständis. Ich bin noch so erschrocken auf meine Reagtion und suche noch nach ne Antwort.

    Aber es ist ein herschieben es nicht war haben, dass man Probleme hat. Einmal Probleme in der Partnerschaft und zum zweiten Probleme mit sich selber.

    Die Konflikte zu lösen ist schwer, vorallem wenn man meint das man nicht korekt dabei behandelt wird.

    Ich dagen habe schon eine Psychologin dabei aufgesucht und habe auch in einer Gruppentherapie teile genommen. Das ergebnis war zu erst gut. Ich lernte unheimlich viel über mich. Aber was mich so traurig macht ist, dass ich nicht mehr so lachen kann.

    Groß werden ist schwer!!!!!

    Angie Du schreibst:

    Anschluss an solche Ausfälle, die ich bestimmt ein- bis zweimal im Jahr hab, heul ich immer über Stunden, sehe am nächsten Tag aus wie K.A., aber ich bin erleichtert


    Das kann ich leider nicht von mir behaupten... ich bin dann nicht mehr erleichter sondern habe Angst vor dem was passiert, wenn es noch mal über mich kommt. Angst davor noch schlimmeres kaputt zu machen.


    Angst vor weiteren Gesprächen mit mein Mann die meistens zu einem weiteren Streit führen, da es noch nie gefruchtet hat.


    Ich bin ein sehr Gefühlvoller Mensch. Nur den Dups den mein Mann mir gibt verkrafte ich nicht. Wenn ich mit jemanden mit heule dann macht er sich Lächerlich über mich. Wenn ich mit meinen Blumen rede schüttelt er den Kopf.

    Ich merke, dass ich für mich Alleine bin, mit meine gedanken, meinungen und Gefühlen. Ich weiss das ich für meine Fam. da sein muss. Ich weiss, dass ich meine Mann nicht mit meinen Gesundheitlichen Problemen auf die tasche liegen kann. Geschweige mit Ihm über meine Rheumawerte reden kann.

    Ich weis "das das alleine zu sein in einer Partnerschaft"
    schlimm für mich ist. Und denke an lösungen nach vieleicht sich zu Trennen.

    Vieleicht frage ich Euch bald, was man tun muss, wenn man sich Scheiden lassen will.

    Liebe grüße
    Claudia Schlüter

    Die Büchertips sind wirklich gut, habe einiges schon hier im Interenet rausgelesen.
     
  9. Uschi(drei)

    Uschi(drei) Guest

    Hallo, guten Morgen zuammen!

    Das Buch Wohin mit meiner Wut Autor: Harriet Goldhor Lerner

    Erschienen im FischerTaschenbuch-Verlag Nr. 11 230


    Wünsche Euch allen einen schmerzfreien Tag

    Uschi
     
  10. Jörg (Elam)

    Jörg (Elam) Guest

    Hallo Claudia!
    Deine zweite Mail hört sich ganz gut an, finde ich. Bei Deiner ersten Mail stört mich nur, dass Du Deinem Mann die Auflaufform VOR die Füße und nicht AUF die Füße geworfen hast.
    Möglicherweise wäre es eine gute Idee, Deinem Mann klarzumachen (falls Du das noch nicht getan hast), dass er seine Frau verliert, wenn er so weitermacht. Vielleicht hilft ein Schuss vor den Bug...
    Wenn nicht... dann warten wir auf Deine Frage, was man tun muss, wenn man sich scheiden lassen will :o)

    Jörg, der solche Typen kennt und nicht mag ":brutal3:-Smiley"
     
  11. Silvia

    Silvia Guest

    Hallo Claudia und auch an alle anderen

    Was ich hier lese macht mich echt traurig. Ich selbst bin wohl offenbar in der glücklichen Lage einen Mann zu haben, der mich und meine Krankheit versteht. Der mir vieles abnimmt, sogar mit mir schimpft, wenn ich das Gefühl habe, diese Fenster unbedingt putzen zu müssen, obwohls mir nicht so toll geht....

    Also wenn ich so einen Partner hätte, wie ihr hier teilweise beschreibt, dem würde ich die Auflaufform nicht nur auf die Füsse sondern auf den Kopf knallen. Aber ehrlich! Ein Partner, der einem nicht zur Seite steht, wenns einem schlecht geht, brauche ich auch nicht wenns mir gut geht! So einer soll sich schleichen. Ich habe ja nicht nur für die Sonnentage sondern auch für die Regentage geheiratet. Leider ist das offenbar vielen Männern wohl nicht klar. Schade nur, dass sich die Frauen das auch gefallen lassen.

    Ich finde das nur mehr als verständlich, wenn ihr dann in solchen Situationen explodiert. Aber anstatt die Bäume im Wald anzuschreien solltet ihr das vielleicht bei den Verursachern machen. Die armen Bäume können ja auch nix dafür *g*.

    Silvia
     
  12. Sabinerin

    Sabinerin Guest

    Re: @ Claudia

    Hallo Claudia,

    ich denke, daß Euch eine gemeinsame Basis fehlt. Wenn der Partner solche Verhaltensweise zeigt, so will er sich weder mit Dir noch mit Deinen Problemen beschäftigen.

    Bei einer chronischen Erkrankung ist das schlimmste m.E. Stress, ob nun persönlicher, beruflicher Stress. Wenn Du keinen Halt in der Familie findest, auch nach Jahren nicht, sondern Dein Partner Dich so demütigend behandelt, so solltest Du wirklich darüber nachdenken, welche Möglichkeiten es für DICH gibt.

    Einen neuen Weg zu beschreiten ist immer sehr sehr schwer, aber kannst Du diese Situation noch länger aushalten??

    Liebe Grüsse
    Sabinerin
     
  13. Sabinerin

    Sabinerin Guest

    Re: Partner müssen auch lernen mit der Krankheit umzugehen

    Hallo an alle,
    es ist immer leicht gesagt, daß der Partner zu dem Kranken stehen soll. Aber es ist für den Partner auch nicht einfach. Evt. hat der Mann seine Frau gesund kennengelernt und die Krankheit bricht während der Beziehung aus. Der Mann kennt also seine Frau gesund und plötzlich kann sie nicht mehr mithalten, den Haushalt nicht mehr so gut erledigen, die Berufstätigkeit fällt ihr schwer, die Kinder belasten usw.

    Ein chronisch kranker Mensch muß ja selbst erst mal lernen mit der Erkrankung zu leben und der Partner, der keine Schmerzen sehen kann, der Schmerzen nicht fühlen kann, muß sich auf die Aussagen verlassen. Aber wie soll der Mann begreifen, daß seine Frau einen Tag staubsaugen kann und am anderen Tag nicht mal zur Toilette kommt?
    Erkrankungen, die man nicht sofort sieht sind schwer zu verstehen.

    Es ist ein langer Prozeß und es ist eine Belastungsprobe für jede Beziehung. Aber das wichtigste ist m.E., daß der erkrankte Mensch die Krankheit annimmt und bewältigt, erst dann kann er von seinem Partner verlangen, daß dieser auch die Krankheit akzeptiert.

    Dies ist keine Entschuldigung für das Verhalten der Männer, wie Claudias Mann, ganz sicher nicht, aber es soll nur mal zum Nachdenken anregen, wie schwer es auch für den Partner ist.

    Viele Grüsse
    Sabinerin
     
  14. deleyne

    deleyne Guest

    Re: Partner müssen auch lernen mit der Krankheit umzugehen

    Hallo Claudia
    Wenn ich das lese, schäme ich mich beinahe dafür wie gut es mir geht. Ich kann mich ganz Silvias Bericht anschliessen. War dein Mann denn immer so? Nach deinem Schreiben kommt es mir so vor, als ob du die Haushalthilfe wärst, die halt jetzt zufolge Krankheit nicht mehr funktioniert und der Herr gibt dir das zu spüren. Verspürst du denn je Liebe, Zuneigung und Geborgenheit?
    Wenn da nichts mehr ist, müsstest du deiner Gesundheit zuliebe schnell etwas unternehmen. Lieber ein Ende mit Schrecken. Als ein Schrecken ohne Ende.
    Ich wünsch Dir von Herzen alles Liebe und viel Glück, dass alles besser wird.
    Deleyne
     
  15. Uschi

    Uschi Guest

    Re: Partner müssen auch lernen mit der Krankheit umzugehen

    Liebe Mitleidensgenossinnen/genossen,

    ich habe diese obigen Beiträge gut durchgelesen und ich muss auch Sabinerin Recht geben - ein Partner, wenn es auch noch so schwer für ihn ist - hat einmal geschworen und unterschrieben: in guten und in schlechten Zeiten.

    Mein Männe hat sich abends, wenn ich schon schlafe, bei uns hier eingeklinkt und sich alle Beiträge Stück für Stück durchgelesen, eure Beiträge, meine Beiträge. Das hat er mir letzthin gesagt. Er tat es, weil es ihn sehr schmerzt, mir nicht helfen zu können und weil ich klar wurde, daß er eigentlich überhaupt nicht weiss, was es heisst, so krank zu sein.

    Er suchte sich alle Infos selbst zusammen und hat einiges ganz Wichtiges verstanden und ich finde, ein Partner wie ihn, auf den kann ich bauen. Ich bin sicherlich nicht die einfachste Partnerin, aber ich bin immer ehrlich. Und wenn auf Dauer mein Mann sich auch so "abweisend unverständlich" gezeigt hätte, wäre er ziemlich bald wieder Junggeselle gewesen, denn den Stress würde ich mir auch nie wieder antun.

    Dann lieber einsam alleine glücklich, als zweisam alleine unglücklich.

    In diesem Sinne euch allen eine gute erfolgreiche und harmonische Zeit.

    Eure Pumpi
     
  16. Isi/Neuss

    Isi/Neuss Guest

    Re: Partner müssen auch lernen mit der Krankheit umzugehen

    Hi, Claudia!
    Tja, das ist echt schlimm. Und alle, die hier schon etwas geschrieben haben, haben irgendwie recht.
    Du musst mit Deiner Krankheit klarkommen, er aber auch. Mein Mann kann mit meiner Krankheit auch nicht so supertoll umgehen, aber er gibt sich wenigstens Mühe. Für mich hört es sich so an, als ob er eine perfekt funktionierende und organisierende Frau um sich herum haben möchte. Er weiß aber schon, daß Du keine Maschine bist?! Ich habe das Gefühl, er weiß gar nicht, wen er geheiratet hat. Wenn jemand sich über seinen Partner lustig macht, hat er selber eine Riesenproblem. Wieso "musst" Du für Deine Familie da sein? Wieso liegst Du ihm mit Deiner Krankheit auf der Tasche? Was führt Ihr denn für eine Partnerschaft? Jeder macht es anders und jeder hat eine andere Meinung, das ist auch gut so. Aber nach allem, was Du so geschrieben hast... Ich weiß nicht ob ich so leben könnte/wollte.
    Ich drücke Dich von hier aus und wünsche Dir viel, viel Kraft. Sollte es zum Äußersten kommen - ich meine damit die Scheidung - suche Dir auf jeden Fall eine/n Anwalt/in spezialisiert auf Fam.-Recht.
    lg
    Isi
     
  17. Anneliese

    Anneliese Guest

    Re: Partner müssen auch lernen mit der Krankheit umzugehen

    Hallo,
    besonders an die, die sich bis zum Beitrag von Sabinerin gemeldet haben!

    Von mir kommen nur ein paar Fragen, mit denen ich aber bestimmt mitten in`s Fettnäpfchen trete!

    * - wie alt seid Ihr denn?
    * - lange seid Ihre denn schon verheiratet?
    * - welche Schicksalsschläge habt Ihr denn bisher
    alleine oder mit dem Partner durchgemacht ( Krieg,Arbeits-
    losigkeit,Verlust der Heimat, Verlust von Hab und Gut,
    Verlust eines Kindes u.s.w.)?????

    Denkt doch darüber mal nach, bevor Ihr tobt!

    Den restlichen Schreiberinnen kann ich nur beipflichten!
    Nichts für ungut!
    Anneliese!
     
  18. Sabinerin

    Sabinerin Guest

    Re: @Anneliese

    Hallo Anneliese,

    ich habe Deinen Beitrag nun mehrfach gelesen und kann Dein Posting nicht deuten.

    Meinst Du nun, daß alle toben, weil sie noch keine schwere Situation erlebt und gelöst haben?

    Oder meinst Du, daß zu schnell "getobt" wird?

    Oder meinst Du, daß man solchen Ehemänner wie Claudias mehr oder kein Verständnis entgegen bringen muß?

    Sorry, aber ich kann die Richtung aus Deinem Posting nicht lesen.

    Viele Grüsse
    Sabinerin
     
  19. Helmut

    Helmut Guest

    Re: Partner müssen auch lernen mit der Krankheit umzugehen

    Hallo zusammen,
    Jetzt mußte ich als Mann ersteinmal überlegen, auch ob ich hier überhaupt was reinschreibe.
    Es ist ein schwieriges Thema, leider habt ihr, auch mit der unterschiedlichsten Betrachtungsweise, alle recht. Manchmal verstehe ichs, und jetzt auch wieder meine Artgenossen überhaupt nicht.
    Ein gescheiter Franzose hat einmal gesagt, das Herz hat Gründe, die der Verstand nicht kennt. Die Emotion ist älter als der Verstand.
    Und er hat verdammt recht, man sollte ganz einfach mal den Verstand ausschalten, heißt nicht immer versuchen alles in einen erklärbaren Rahmen zu pressen und zu fordern sich mit in diesen Rahmen zu hängen (rede über uns Männer).
    Warum eigentlich erwarten wir immer, daß sich die Frauen von ihren Lebensvorstellungen entfernen, weil irgendwann einmal Haushalt und Kinder ihr zugeordnet wurden? Niemals sollte man einer Frau zumuten ihr Selbstwertgefühl zu verletzen, sich in etwas scheinbar Unabwendbares zu fügen, das wäre meiner Meinung nach der Anfang von Ende. Oder schon gar kein Anfang.
    Man sagt auch die Seele braucht Bewegung um lebendig zu bleiben. Ein Vermeiden von Leid (in einem Zustand ausharren) und das damit verbundene Sicherheitsdenken führen unweigerlich auch zum Verhindern von Glück. Das Leben ist nur aus Kontrast heraus möglich. Man braucht Helligkeit um das Dunkel zu sehen. Die Spannungslosigkeit in einer gleichbleibenden wohl temperierten Umgebeung kann unerträglich langweilig sein. Das gesicherte Leben, das wir manchmal meinen anstreben zu müssen, kann bei Erreichen in Langeweile und Leere ausarten.
    Glück zu erfahren heißt das Leben zu spüren. Auf das was uns im Leben widerfährt haben wir wenig Einfluß. Nur darauf wie wir damit umgehen. Wir können aus Ereignissen gestärkt hervorgehen oder daran zerbrechen. Für unsere Krankheit ein ganz aktueller Bezug. Es macht viel aus wie wir mit diesen Dingen umgehen, und in einer Partnerschaft sollten Beide richtig damit umgehen.
    Wenn z.B. das nicht klappt steuert man unweigerlich in eine Krise. Aber eine Krise zwingt auch zu überlegen, warum man in so
    einer Lebenssituation steckt. Es gibt Frauen, die müssen sich erst ein Bein brechen, um ihren Mann klar zu machen jetzt geht es wirklich nicht mehr. Viele stolpern aus der Abhängigkeit der Eltern nur in eine andre Form - die Ehe.
    Auf jeden Fall muß man für sich beurteilen, womit man zufrieden ist und was man als sinnvoll empfindet. Sinnvoll wäre das, was man aus seinem Inneren heraus gern tut. Und alles ändert sich hat seine Zeit auch Sinn.
    Sinnvoll kann auch eine gute Partnerschaft sein - wie gesagt eine GUTE in der beide ein Stück ihrer Individualität aufgeben, aber ein großes Stück davon weiter ihrem Partner zugestehen.
    (p.s. meine Frau ist heute mit ihrer Freundin einkaufen, ich schmeiße Haushalt und Wäsche und heute abend gibts was Schönes zum Abendbrot. Sie muß früh raus geht sicher nicht so spät ins Bett, ich werd chatten gehn. Das Wochenende gehört diesmal uns beiden, und bald haben wir Urlaub. - warum fällt so was blos vielen so schwer? Jeder braucht ein bischen für sich und am meisten den anderen)
    Ich weis eigentlich hätte man den Männern eine "Vers" schreiben sollen. Vielleicht "klagt" sich ja mal Einer hier aus.
    Ansonsten: eine Frau zu erobern ist etwas Wunderschönes, man sollte sie aber hinterher verteidigen, nicht einsperren ! hat mal jemand geschrieben, der wußte wovon er sprach.
    Schön das es Euch gibt merre
     
  20. Uschi

    Uschi Guest

    Re: Partner müssen auch lernen mit der Krankheit umzugehen

    Liebe Anneliese,

    du scheinst der Typ Frau zu sein, den meine Mutter und ihre gesamte Generation darstellt: dienend, gebeugt, schweigend, duldend, ertragend, nie klagend, leidend im dunklen, nie laut reden, immer nicken - na danke, dann schmeiss ich lieber mit Tassen und Teller.

    Ich habe ein recht auf meine Wut, auf meine Gefühle - und ich pfeiffe dabei darauf, was ich mit dem Partner oder alleine durchgemacht habe. Oder vielleicht bin ich gerade deswegen oft wütend, weil ich soviel alleine geschafft habe ?

    Alle hier haben ihre Geschichte, alle hier sind mitten im Leben, alle haben hier Familie, Kinder, waren und sind arbeitslos, haben / hatten /werden Scheidungen haben, haben Kinder verloren, haben kranke Kinder, haben Heimat aufgeben müssen.

    Ja, die Palette reicht hier durch alles. Also, was soll diese Frage und wozu dient sie?

    Uschi Ch.