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Keine richtige Diagnose!?!?

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von WaCr, 13. Januar 2009.

  1. WaCr

    WaCr Neues Mitglied

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    Hallo,
    ich bin neu hier und habe mehrere Fragen.

    Meine Geschichte.
    Im September 2007 bekam ich eine Halsentzündung (Streptokokkeninfekt), der eigentlich gleich mit Antibiotika behandelt wurd, allerdings mußte man dies ab den 4. Tag umstellen, da es nicht wirkte.
    Ich bekam also dann CEC und bereits nach 24 Stunden hatte ich kein Fieber mehr, der Hals schmerzte noch gut eine Woche.

    Ungefähr 4 Wochen nach dem Infekt bekam ich zunächst leichte Schmerzen in Schulter, Hüfte und Kniegelenken, die sich tagtäglich verschlimmerten.
    Anfangs war es nur wie ein starker Muskelkater, aber später tat mir jede Bewegung weh und ich war stocksteif, vor allem am Morgen.
    Ich ging insgesamt 4 mal damit zum Hausarzt und bekam Kortisoninjektionen, was für ca 3 Tage für völlige Schmerzfreiheit sorgte.
    Danach begannen die Schmerzen erneut. Eines nachts war es so schlimm, dass ich vor Schmerzen mehrfach erbrechen mußte.
    Mein Mann fuhr mich erneut zum Hausarzt, der mich sofort in eine Rheumaklinik einwies.
    Ich habe vergessen zu erwähnen, dass er im Vorfeld einige Blutunteruschungen machte, die alle unauffällig waren.

    In der Rheumaklinik gab man mir nur Schmerzmittel (3 mal Dicolfenac), was in der ersten Woche wunderbar wirkte, das Blut war weiterhin nicht auffällig.
    In der 2. Behandlungswoche bekam ich Fieberschübe und benötigte mehr Schmerzmedikation, mit den Fieberschüben stieg auch der CRP Wert täglich ums doppelte an, die Leukozyten waren im Normbereich.
    Man lies mich gut eine Woche fiebern und nahm während des Fiebranstiegs Blutkulturen ab, die jedoch auch kein Ergebnis brachten.

    Nach einer Woche war der CRP-Wert bei 9 (bei einem Referenzwert von 0,5), man gab mir deshalb auf Verdacht (auf was auch immer) erneut ein Antibiotikum, worauf der CRP Wert täglich sank und schnell wieder im Normbereich war.
    Nach 3 Wochen Aufenthalt in der Klinik hat man mich als "geheilt" entlassen, jedoch ohne klare Diagnose.
    Man meinte es wäre eine reaktive Polyarthritis und das Ganze wäre nun ausgeheilt.
    Leider geht es mit seitdem aber nicht mehr wirklich gut.
    Laut Rheumatologen der Rheumaklinik, können die Schmerzen nach so einen reaktiven Geschichte einige Monate anhalten.

    Im Frühling letzen Jahres fing dann mein Handelenk zusätzlich an zu schmerzen und zwar immer auch schubweise mit all den anderen Gelenken.
    Daher ging ich zu einem nidergelassenen Rheumatologen und nahm die Befunde der Klinik mit.
    Dieser meinte, dass die Diagnostik zu ungenau gewesen wäre.
    Er machte einen Ultraschall von meinen Kniegelenken und stellte Ergüsse fest, also Wasseransammlungen die nicht ins Knie gehören.

    Auch er nahm sämtliche Rheumawerte ab, die alle negativ waren.
    Laut seiner Aussage meinte er, dass "irgendwas" im Busch wäre, er aber keinen richtigen Anhaltspunkt hat.

    Im Spätsommer war ich dann mit meiner Familie in Italien, die ersten 3 Tage waren höllisch, ich konnte im Sand kaum laufen, danach ging es mir täglich besser und am Ende des Urlaubs war ich ohne Schmerzmittel völlig schmerzfrei. Auch meine Knie sahen wieder normal aus, vorher hatte ich ständig "Wassersäcke" unter den Kniescheiben.

    Seit Dezember bekomme ich nun erneut Schmerzen, hauptsächlich in den Knien und in der Schulter, manchmal auch Sprunggelenk.

    Ich bin von Beruf Krankenschwester und wurde nach meinem Klinikaufenthalt auf eigenen Wunsch auf eine offene Station versetzt (ich arbeite in der Psychiatrie).
    Auf dieser Station sind kaum schere körperliche Pflegetätigkeiten notwendig, so dass ich trotz Schmerzschübe gut arbeiten konnte und keine Ausfallzeiten hatte.
    Leider werde ich nun vermehr auf die Vollpflegestationen zum Aushelfen gesetzt, was mich wirklich ziemlich schlaucht.

    Meine Vorgesetzte ist auch leider nicht einsichtigt und meinte, dass ich ein Attest vorlegen sollte, wenn ich "keine Lust" auf diese Stationen mehr habe.
    Daher ging ich gestern zu meinem Hausarzt, der aber auch meint, da ich keine offzizielle DIagnose habe, könne er mir kein Beschäftigungsverbot ausstellen, hat mir aber erneut eine Überweisung zum Rheumatologen gegeben.

    Nun meine Frage, kann man auch ohne Rheumawerte Rheuma haben?
    Meine Knie sind wieder mit Wassersäcken versehen, die aber täglich wo anders zu sehen sind.

    Also einmal mehr am re Knie ausgeprägt, mal mehr am linken.

    Aktuell habe ich Schmerzen in beiden Schulten und Knien, vor allem am Morgen. Im Lauf des Tages geht es dann besser.
    Des Weiteren fühle ich mich schlapp und lustlos, fast depressiv.

    Was mir noch aufgefallen ist, die Symptome sind am schlimmsten, kurz bevor ich meine Regelblutung bekomme.
    Kann da ein Zusammenhang bestehen?


    Ich wäre für sämtliche Ratschläge äusserst dankbar.
    Ich hatte nach dem Urlaub die Hoffnung, dass die Diagnose der reaktiven Arthritis richtig war und ich nun Ruhe hätte.
    Leider hat sich das wohl nicht bestätigt.

    Gruß
    WaCr
     
  2. Daria

    Daria Gesperrter Benutzer

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    Eine reaktive Arthritis kann auch chroniosch werden. Das war bei mir auch so! Nehme jetzt MTX und mir geht es viel besser.
    Du solltest wirklich nochmal einen Rheumatologen aufsuchen oder dich in die Klinik einweisen lassen.
     
  3. WaCr

    WaCr Neues Mitglied

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    Hattest Du ein Antiobiotikum während der reaktiven Geschichte?

    Wenn ja, wie lange?
    Ich habe hier gelesen, dass eigentlich nur die Langzeiteinnahme sinnvoll ist.
    Hast Du einen Rheumawert?
    In eine Klinik will ich nicht mehr, aber zum Niedergelassenen kann ich am Montag.
     
  4. Daria

    Daria Gesperrter Benutzer

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    Bei mir war die ganze Sache schon chronisch, als man herausfand, dass die Arthrits durch die Yersinien verursacht wurde.
    Da ist eine Antibiotikagabe dann nicht mehr sinnvoll. Im Allgemeinen ist die Sache mit dem Antibiotika bei reaktiver Arthritis umstritten...
    Für mich war die Basistherapie das richtig und ein wahrer Segen!
    Bei mir sind nur BSG und Crp erhöht-
     
  5. waschbär

    waschbär Neues Mitglied

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    Hallo WaCr,

    erst einmal:
    eine reaktive Arthritis kann tatsächlich chronisch werden.
    Und wenn Du seit 2007 Schwellungen, Schmerzen etc. an diversen Gelenken hast, geht das zeitlich über eine "reaktive Arthritis" hinaus.

    Ein sogenannte Poststreptokokken-Arthritis wird (unglücklicherweise) in die Gruppe der reaktiven Arthritiden eingruppiert.

    Hattest Du in den letzten Jahren (seit der Streptokokken-Infektion)Fieberschübe?

    Wurde während der akuten Streptokokkeninfektion und in letzter Zeit ein Ultraschall des Herzens gemacht?

    Zu Deinen Fragen:

    Ja - es gibt auch rheumatische Erkrankungen OHNE typische Laborwerte.
    Patienten, die zu dieser Gruppe gehören, werden leider häufig in die "Psychosomatik-Schublade gesteckt", V.a. wenn sie nicht (wie Du) Ergüsse in den Gelenken haben ....

    V.a. bei den Vaskulitiden (hast Du auch Hautveränderungen?) ist eine Zyklusabhängigkeit der Beschwerden nicht selten.

    Gruß erstmal waschbär
     
  6. WaCr

    WaCr Neues Mitglied

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    Hallo Waschbär,

    Hautveränderungen hatte ich im letzten Frühjahr und zwar hatte ich unter dem Kinn beginnend einen komischen Ausschlag, damit bin ich zum Hautarzt. Zunächst wurde auf Akne behandelt, jedoch ohne Erfolg.
    Später bekam ich ein Gemisch aus Erythromicin und Kortison zum Schmieren, damit ging es wieder weg.

    Die Haut war erhaben und stark gerötet.
    Das ist nun aber seitdem wieder weg und hat laut Rheumatologen auch keinen Zusammenhang.

    Fieberschübe in dem Ausmaß wie in der Rheumaklinik hatte ich nicht mehr, ich fühle mich, bevor die Schmerzen wieder auftreten, als würde ich einen Infekt bekommen.
    Also Schüttelfrost und eben unwohl, die Temp. steigt dann nicht sehr hoch, eher subfebril bis 37,8.

    Meine Gelneke werden auch nicht übermäßig heiß und dick, also so, dass man es sofort sieht. Sie fühlen sich nur für mich heiß an.
    Die Wassereinlagerungen sind aber sichtbar.

    Das Herz wurde in der Rheumaklinik geschallt, ausser einen Doppelschlag war nichts besorgniserregendes.
    Auffällig waren meine Leberwerte (GPT), aber das war aufs Diclofenac zurückzuführen, weil der Wert nach Absetzen rückläufig war.

    Vor einer psychosomatischen Diagnose fürchte ich mich auch, daher war ich fast froh, als der CRP Wert anstieg, auch wenns doof klingt.
     
  7. waschbär

    waschbär Neues Mitglied

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    Hi WaCr,

    Du weißt, warum cih diese Fragen gestellt habe .... ;)

    Welche Laborwerte wurden denn bis jetzt bestimmt?

    Gruß waschbär
     
  8. Silke200

    Silke200 Neues Mitglied

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    Hallo!
    wenn deine Beschwerden unter der Einnahme von Cortison besser werden, obwohl deine Entzündungswerte nicht erhöht sind, spricht das auf jeden Fall für eine rheumatische Erkrankung. Auch ein symmetrischer Befall der Gelenke spricht für ein rheumatisches Geschehen.
    Ich spreche da aus eigener Erfahrung. Und auch die Abfuhr auf die Psychoschiene kenne ich nur allzu gut. Bei mir waren die normalen Entzündungsparameter völlig ok, eine nähere Betrachtung ergab dann eine diffuse Erhöhung der ANA im Blut. (Kollagenosetypische Antikörper)
    Du solltest auf jeden Fall, einen internistischen Rheumatologen aufsuchen, der dich noch mal auf den Kopf stellt. Vielleicht kannst du ja bisherige Befunde mitnehmen.
    Liebe Grüße
     
  9. WaCr

    WaCr Neues Mitglied

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    Ach herrje. Die Befunde sind alle beim Rheumamann.
    Also auf Borrelien (Elisa), der war negativ. ASL war nur leicht erhöht, EBV war glaub ich bei 300. Dann wurden Stuhlproben gemacht, alle unauffällig.
    ANA unauffällig.
    Also um es kurz zu machen, erhöht war nur der CRP Wert und die Senkung.
    Im Frühjahr war laut Sprechstundenhilfe alles in ordnung, ausser ein paar Ketone im Urin, aber ich hatte an dem tag nicht viel gegessen.


    Spielst Du auf Lupus an?
    Das habe ich bereits in der Rheumaklinik angesprochen, aber das wurde gleich abgewunken.

    Der Rheumatologe hat mich bei meinem ersten Besuch in seine Akutdatei, damit ich sofort einen Termin bekomme, wenn akut Schmerzen da sind.

    Als es dann soweit war, hab ich angerufen und wollte kommen, aber die Sprechstundenhilfe hat mich abgewiesen, weil ich morgens Ibuprofen genommen habe und dies angeblich die Werte verfälschen würde...

    Da ich ein Ärztemuffel bin, hab ich mich seitdem ja nie mehr bei ihm gemeldet, weil mich so etwas demotiviert.
    Ich weiß wie dumm das ist, aber jetzt habe ich ja am Montag den Termin.
     
  10. waschbär

    waschbär Neues Mitglied

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    Hallo WaCr,

    einerseits habe ich auf ein rheumatisches Fieber angespielt (Ultraschall vom Herzen),
    andererseits auf eine mögliche Kollagenose ("undifferenziert" oder z.B. Lupus)....

    Allein die Ergüsse in den Kniegelenken sprechen gegen eine psychosomatische Ursache.

    Meines Erachtens wird ein guter Rheumatologe sich nicht nur an den Laborwerten orientieren.

    Gruß waschbär
     
  11. Anadins

    Anadins Neues Mitglied

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    Hi WaCr,

    Ich habe diagnostizierte RA und kann das voll und ganz bestätigen. Inwieweit das zusammenhängt, weiß ich allerdings nicht.