Guten Abend Fee,
ich war verheiratet, als mein Rheuma begann. Ich war damals Anfang 40 und mein Mann war jünger. Er konnte das auch nicht begreifen, daß ich aus der lebenslustigen Phase heraus in eine totale Abwehr ging, launisch war, ungefällig, ewig müde, unlustig und immer nur irgendwie über meine Schmerzen klagte.
Ich liess mich 1996 scheiden. Der Schub, der aus der psychischen Belastung heraus kam, dauerte 28 Monate! Und diese Zeit habe ich allein verbracht - und diese Zeit hat aus mir einen anderen Menschen gemacht.
Ich habe fast 5 Jahre alleine gelebt und bin heute wieder liiert. Mein jetziger Mann hat in der ersten Kennenlernstunde 100% Unterricht mit Rheuma und seine Umwelt bekommen, danach durfte er entscheiden.
Heute bin ich zwar frei von den meisten Beschwerden, aber es ist ein Weg gewesen, den ich nie wieder gehen möchte. Ich kann dir nur empfehlen, dich mit dir selbst anzufreunden und nur noch das zu tun, wonach dir der Sinn steht. Geht es dir schlecht, dann sage es. Bist du müde, dann bleib liegen. Ist die Arbeit zuviel? Dann lass sie ruhen - du musst lernen NEIN zu anderen zu sagen, JA zu dir selbst. Solange du dich niedermachen lässt, dir Sorgen wegen den anderen machst und dich seelisch so erniedrigen lässt, wirst du niemals aus diesem Schmerzkreis entkommen.
Ich denke, raten kann dir niemand, nur du selbst und ein Verstand. Nimm deinen Mann und fahre mit ihm in ein Rheumazentrum und zeige ihm dort, was es heisst, Rheuma zu haben - lass ihn sehen, wie verkrüppelte Kleinkinder leiden, wie junge Mensche Körperteile verlieren durch dass Rheuma und lass ihn vom Arzt aufklären über deine Krankheit.
Wenn er nicht will, es nicht verstehen will und dich nicht unterstützt oder versucht, dir zu helfen, dann............ tja, dann kann ich nur sagen, jetzt mußt du an dich denken.
Alles Liebe!
uschi ch.