Kapillarmikroskopie

Dieses Thema im Forum "Entzündliche rheumatische Erkrankungen" wurde erstellt von Hasi37, 26. März 2018.

  1. Hasi37

    Hasi37 Registrierter Benutzer

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    Hallo,

    ich bin wegen einer anderen Erkrankung in der Hautklinik gewesen, wo man, aufgrund von zunehmenden Gelenk- und Knochenschmerzen und zunehmender Steifigkeit, eine Kapillarmikroskopie an den Fingernägeln machte.

    Der Befund ergab:
    Morphologie: Mehrfach hypovaskularisierte Areale. Viele deutlich verbreiterte Schlingen, teils über 70 fEm im Durchmesser, typische Megakapillaren, vermehrt torquierte Schlingen, einzelne Kapillarverzweigungen, keine typ. Kapillarblutungen.

    Beurteilung: rarefizierende Kapillardystrophie als Zeichen für eine systhemische Erkrankung aus dem Formenkreis der Kollagenosen.

    Laut Ärztin liegt eine systh. Sklerodermie oder eine andere Kollagenose vor.

    Ich habe Herz-, Lungen-, Haut-, Magen-Darm- und starke Knochenprobleme.

    CRP, Blutsenkung und ANA-Wert sind leicht erhöht, ebenso der Kupferwert.

    Da dort in der Klinik keine Zusammenarbeit mit anderen Stationen möglich war, soll ich nun zur Abklärung noch einmal in die Rheumatologie/Innere.

    Aber mein Hausarzt ist Rheumatologe und fand in den ganzen 10 Jahren nichts derartiges, obwohl er, aufgrund meiner Beschwerden, wirklich gesucht hat.
    Deshalb bin ich jetzt verwundert über das Ergebnis der Kapillarmikroskopie.

    Hat jemand von Euch schon einmal eine solche Untersuchung gehabt? Wie sicher ist das Ergebnis?

    Viele Grüße
    Hasi
     
  2. Resi Ratlos

    Resi Ratlos Registrierter Benutzer

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    Hallo Hasi37,

    zunächst sei herzlich willkommen bei r-o :)

    Dein Befund ist - ich setze voraus, dass die Untersuchung vernünftig durchgeführt wurde, die Formulierung lässt darauf schließen - schon deutlich auffällig und ein Indiz.
    Insbesondere die Rarefizierung und mehr noch die Megakapillaren gelten als spezifisch.
    Ich würde Dir persönlich raten, einen weiteren Rheumatologen bzw. eine Rheumaambulanz aufzusuchen; aus meiner Sicht besteht hier Klärungs- bzw. Untersuchungsbedarf.

    Alles Gute!
     
    Hasi37 und Lavendel14 gefällt das.
  3. Hasi37

    Hasi37 Registrierter Benutzer

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    Hallo Resi,

    danke Dir. :)

    Ja, ich hoffe doch, das die Untersuchung vernünftig gemacht wurde.
    Mir wurde auf alle Finger an den unteren Nagelrand Zedernöl aufgetragen und dann jeder einzelne Finger von einem Arzt unter dem Mikroskop betrachtet. Die Bilder sah man auf dem PC. Eine Oberärztin kam dazu und beide unterhielten sich darüber, was ich für Auffälligkeiten auf den Bildern hätte.

    Du schreibst, der Befund ist ein Hinweis, aber was ist, wenn die ANA-Werte kaum auffällig sind?
    Ist dann der Befund trotzdem wegweisend und eine Kollagenose gesichert?
    Kann man anhand der Kapillarmikroskopie erkennen, um welche Kollagenose es sich handeln könnte?
    Und wie stellt man bei dieser Untersuchung sekundäres oder Primäres Raynaud-Syndrom?

    Die Ärzte sagten ja gleich Kollagenose. Wie weiß man, das es kein primäres Raynaud-Syndrom ist?

    Sorry für die vielen Fragen.

    Liebe Grüße
    Hasi
     
  4. Resi Ratlos

    Resi Ratlos Registrierter Benutzer

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    Hasi, Du bekommst eine persönliche Nachricht, auch "Unterhaltung" genannt ;)
     
  5. Lagune

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    Hallo Hasi!
    Das primäre und sekundäre Raynaud-Syndrom kann durch eine Kapillarmikroskopie sehr gut unterschieden werden.

    Bei mir war bei der Dignostik-Untersuchung auch die Kapillarmikroskopie dabei. Die ergab alleine zwar jetzt nicht die Diagnose meiner Mischkollagenose, aber ergab einen Baustein dazu, nämlich das mein Raynaudsyndrom ein sekundäres ist, was häufig mit Kollagenosen zusammenhängt. Die Diagnose entstand dann aus der Zusammenschau aller Untersuchungsergebinisse etc., raus kam dann eine Mischkollagenose- MCTD- Bei mir gabbs/gibts unter anderem bei der Kapillarmikroskopie auch Megakapilllare.

    @Resi, schade das du zur Kapillarmikroskopie nicht öffentlich antwortest, ist doch oder kann ein wichtiger Baustein bei den Kollagenosen sein.
     
  6. Resi Ratlos

    Resi Ratlos Registrierter Benutzer

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    Na, hast Du doch jetzt getan ;)
     
  7. Hasi37

    Hasi37 Registrierter Benutzer

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    Hallo Resi und Lagune,

    ich danke Euch. :) Ihr habt mir schon sehr weiter geholfen.
    Nächste Woche gehe ich mit dem Brief zum Hausarzt (Rheumatologe). Mal sehen, was der dazu sagt.
    Diese Aussage in meinem Befund
    heißt dann also, das die Ärzte sich schon sicher sind, das es sich bei mir um ein sekundäres Raynaudsyndrom handelt und die auslösende Kollagenose muss jetzt gesucht werden.

    Liebe Grüße
    Hasi
     
  8. Hasi37

    Hasi37 Registrierter Benutzer

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    Ich habe hier im Forum über die Suchfunktion einige Filme zu Sklerodermie gefunden und bin jetzt total erstaunt, das darin auch genau diese Hautverdickung mit den Wassereinlagerungen erwähnt wird, wie ich sie habe.
    Ich bin schon einige Male ambulant in einer Praxis für Venen- und Hauterkrankungen gewesen, weil meine Unterschenkel sehr anschwellen. Sie sind dann so prall und fest, das die Haut schmerzhaft spannt.
    Die Ärzte in der Praxis machten mehrmals Ultraschall und sagten, sie könnten es nicht zuordnen, die Haut wäre deutlich verdickt mit Wassereinlagerungen. Ein typisches Ödem wäre es aber nicht.
    Wenn ich das im Film jetzt richtig verstanden habe, kommt genau das bei Sklerodermie vor. Ich frage mich, warum die Ärzte das nicht erkannt haben.

    Auch meine zunehmende Steifheit ergibt jetzt einen Sinn. Ich kann mich nur noch schlecht allein anziehen, kaum mehr die Beine heben um in die Hose zu kommen. Zum Haare kämmen oder Zähne putzen bekomme ich die Arme kaum noch hoch. Ich komme nur noch wenig seitwärtst mit den Armen, nicht mehr zum Rücken und laufe sehr schlecht. Kleingeld bekomme ich nicht mehr rausgeholt und insgesamt sind die Hände steif als wenn ich Fausthandschuhe tragen würde.

    So vieles könnte jetzt einen Zusammenhang ergeben.
     
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