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Kann man einen Kinderwunsch bei Rheuma überhaupt verantworten?

Dieses Thema im Forum "Rheuma und Schwangerschaft" wurde erstellt von Aimé, 14. März 2010.

  1. Aimé

    Aimé Neues Mitglied

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    Hallo!

    Ich bin ganz neu hier.. Ich bin 32 und habe seit November immer mal wieder sehr regelmäßig geschwollene und schmerzende Gelenke (vor allem an den Händen). Da meine Mutter starkes Rhema hat und so weit ich weiß, auch meine Großeltern und Urgroßeltern davon betroffen waren, habe ich leider allen Grund zur Annahme, dass es auch mich jetzt erwischt haben könnte. :(

    Leider konnte ich noch nicht zum Arzt gehen, aber das ist eine andere blöde Geschichte... Ich hoffe, das ich es bald abklären lassen kann, um auch Gewissheit zu haben.

    So lange beschäftigt mich noch ein anderes Problem: Mein Partner und ich haben seit langem einen großen, unerfüllten Kinderwunsch. Nun waren wir inzwischen schon beim Thema "Künstliche Befruchtung" angekommen, dann gingen bei mir die Proleme los. Und nun frage ich mich die ganze Zeit, falls ich wirklich Rheuma habe, kann ich es überhaupt verantworten, meinen Kiwu mit aller KRaft durchzusetzen?

    So weit ich weiß, ist Rheuma nicht vererbbar... aber zumindest die Veranlagung dazu kann vererbt werden. Wenn ich auf meine Familie gucke, dann scheinbar auch recht erfolgreich. :(

    Sollte ich (falls ich denn Rheuma habe) lieber davon Abstand nehmen oder wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass dann die eigenen Kinder auch davon betroffen sind? Weiß das wer?

    Mir geht es natürlich besch*** mit den ganzen Sorgen um Rheuma etc. als ob der nicht erfüllte Kiwu nicht schon blöd genug wäre... Über ein paar Infos von euch wäre ich dankbar... hier ist ja sicher auch der ein oder andere, der sich damit schon befasst und vielleicht mit einem Rheumatologen schon gesprochen hat.

    Viele Grüße
    Aimé
     
  2. Melanie_1972

    Melanie_1972 Neues Mitglied

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    Hallo Aime,

    ich denke, diese Frage kann man direkt gar nicht beantworten. Zudem ist bei jedem der Verlauf der Erkrankung anders. Wie er sein wird, weiß man aber nie im vorraus, deswegen läßt sich im Grunde auch nichts planen.

    Bei mir ist es so, dass ich jetzt 14 Jahre erkrankt bin und keine leichten Verlauf habe. Ich hatte auch immer einen Kinderwunsch. Wenn ich jedoch zurück blicke und ich damals ein Kind bekommen hätte, wüßte ich es heute sicher nicht, wie ich das überhaupt machen soll. Würde es sicher nicht schaffen. Partner ist auch weg, Arbeit geht nicht mehr und das alles war nicht absehbar. hängt auch alles mit der Erkrankung zusammen.

    Immer wieder zwischen durch austherapiert.

    Für ein Kinderwunsch muss auch ein Partner an der Seite sein, der mehr denke ich zumindest, mit ziehen muss, als bei gesunden Paaren. Was ist, wenn es dir schlecht geht? Wer macht das Kind? Wer erledigt den Alltag?
    Wie gesagt, kann man im Grunde nicht planen, weil man nie weiß, was morgen ist.

    Viele Partner bekommen dann auch Probleme, alleine die jetzt nur Beispiel erkrankte Frau überhaupt zu verstehen. Nach dem Motto, so schlimm kann das gar nicht sein, stell dich nicht so an und so weiter. So was gibt oft Stress. Sicher gibt es auch Partner, die damit klar kommen. Aber man hört auch oft das Gegenteil.

    Mit der Häufung in der Familie, dass ist richtig. Also alles ein kann und kein muss. Aber man hat dann sicher auch ein kleines Risiko, dass vielleicht das Kind erkrankt.

    In meiner Situatiuon bin ich bis zum Lebensende immer wieder mal auf Hilfe meiner Eltern angewiesen. Ob Haushalt, andere Dinge oder finanziell.

    sicher konnte ich dir nicht groß weiterhelfen aber vielleicht ein paar Gedankengänge, die überlegt sein sollten.
     
  3. Melanie_1972

    Melanie_1972 Neues Mitglied

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    Ja genau, das ist auch wieder richtig was Bamba sagt. Wie du siehst, kann man in alle Richtungen denken. Es kann alles sein oder nichts. Niemand kann hellsehen.

    @Bamabmaus, glaub ich dir gerne, dass deinen kleinen Mann nicht mehr hergeben magst. Ich wäre total aufgeschmissen, wenn ich an deiner Stelle wäre. Denn alleine schlafen, geht kaum. Schade auch alles. Lieb auch Kinder. Aber in meiner Situation sicher so das beste.
     
  4. Sylvi

    Sylvi Deichkind

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    Hallo zusammen,

    ich bin auch 32 und habe eine ein Jahr junge Tochter. Ich bin überglücklich, dass sie da ist. Ich hatte auch immer überlegt ob man es verantworten kann oder nicht mit dem Rheuma. Meine Kollegin hatte das gleiche Krankheitsbild wie ich. Sie hat sich aber gegen ein Kind entschieden. Dann hab ich auch so gedacht wie hier schon erwähnt, dass man nicht jedes für und wider bedenken und berücksichtigen kann und hab dann meinem Herzenswunsch nachgegeben.
    Ich hab eine seronegative Spondarthritis, im Jahr 2003 diagnostiziert. Ich bin unter Medis (Sulfasalazin und Cortison) schwanger geworden und alles lief ganz gut.
    Meine Großmutter hat ganz dolle Rheuma und meine Mutter hatte mal Schuppenflechte. Also die Veranlagung wurde auch mir in die Wiege gelegt.
    Ich bin ja HLAB 27 (Gen, das viele Spondarthritis-Kranke haben) positiv und ob ich den an meine Tochter weitergegeben hab, bzw. ob das Rheuma bei ihr irgendwann ausbricht, weiß ich nicht. Der Rheumadoc hat gesagt dass es sein kann, aber nicht muß. So lange es meiner Tochter gut geht, werde ich auch keine Untersuchungen an ihr machen lassen. Wenn sie mal Probleme bekommt, bin ich ja in gewisser Weise vorbereitet und weiß, wonach die Ärzte dann suchen sollten.

    Wir denken nun über ein zweites Kind nach, da ich mir das noch zutraue. Mir geht es aber auch noch relativ gut was die Beschwerden angeht. Aber das wird ja nicht immer so bleiben. Das einzige Problem ist zur Zeit, dass mir der Rücken teilweise sehr weh tut wenn ich meine Tochter wieder zuviel rumgetragen habe.


    Liebe Grüße und alles Gute
    Sylvi
     
  5. Grundina

    Grundina Neues Mitglied

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    Hallo ihr lieben,
    also ich hab grad eure Beiträge gelesen und würde euch gern meine überlegungen weitergeben.

    Ich bin 22 und mein Wusch war es immer mal Kinder zu haben
    -ein sehr großer Wunsch-

    doch ich hab mich dagegen entschieden aus folgenden gründen:
    -es gibt viel wo ich nicht machen kann und auch oft auf hilfe von anderen angewiesen bin
    -bin oft erschöpft und auch übernächtigt
    -wehrend des letzten schubes sahs ich im Rollstuhl oder auch eine Zeit vollinvalide (wie hätte ich mich da um ein Kind kümmern können?)
    -hab schon öfters sehr lange sehr starke Medikamente nehmen müssen
    -ich hätte solche angst immer ob mein Kind auch Rheuma hat
    -hätte mein Kind dan solche schmerzen ne das könnte ich nicht ertragen

    Ich würde mich egoistisch fühlen weil ich nur an mich gedacht hab und nicht wie mein Kind VIELLEICHT leiden wird.

    Aber es ist jedem selber überlassen und es gibt auch viele positive Argumente aber schon weil ich so starke Medikamente mal nahm und das auch so lang ist das Risiko sehr hoch das Schädigungen am Kind sind. Wen es überhaubt so lang in mir überleben kann.
     
  6. Kristina cux.

    Kristina cux. Küstenkind

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    Hallo,

    @babamaus: Toll, dass du und dein Partner ein Kind Adoptiert habt :top:

    Also ich hab mir natürlich auch meine Gedanken gemacht ob Kind ja oder nein...

    Mein Ergebnis ist NEIN, allein aus dem Grund, dass mein Kind nicht das erleben muss was ich mit meiner(meinen) Erkrankungen durchgemacht habe.

    Man muss sich im klaren sein, dass ein Kind bekommen, sehr viel Verwantortung bedeutet, von Luft und Liebe wird ein Kind nicht satt!!! Falls ich mich in 2 oder 3 oder 4,5,6 Jahren anders entscheiden sollte, dann nur, wenn ich meinem Kind etwas bieten kann.

    Ich bin ganz ganz stolze Tante (auch Patentante). Ich würde alles für ihn machen.

    Sollte ich unerwartet schwanger werden (wovon ich mal nicht ausgehe), ist mir auch klar, dass ich nicht abtreiben würde (es sei denn, es liegt eine schwere Behinderung vor). Dann ist es so, wie es ist.

    Liebe Grüße und viel Spaß beim "Kinder" machen :D

    Kristina
     
  7. Svema

    Svema Neues Mitglied

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    Hallo Ihr Lieben :)

    schön, dass dieses Thema auch mal aufs Tapet kommt.
    Ich kenne diese Überlegungen sehr gut, denn sie haben mir schon oft schlaflose Nächte bereitet.

    Damals, als ich noch nicht krank war, hab ich mich immer gegen Kinder ausgesprochen. Ich war unzufrieden, unausgeglichen und immer auf der Suche nach etwas. "ich bin mir doch selbst genug"....

    Mittlerweile bin ich gewachsen. Die Krankheit hat mich sehr verändert und mir eine andere Sicht auf das Leben gegeben. Ich habe einen Mann den ich sehr liebe und mit dem ich mir die Elternschaft wünsche.

    Ich glaube jetzt jemand zu sein, der einem kleinen Menschen alles nötige Rüstzeug für dieses Leben geben zu können. Ich möchte erziehen, die Welt erklären, Liebe geben und selbst wieder die kleinen Dinge entdecken die für ein Kind so faszinierend sind. Meine Voraussetzung Mutter zu werden, habe ich also erst mit der Krankheit bekommen :)

    Das einzige vor dem ich wirklich Angst habe, ist ob mein Kind stark sein wird. Oder besser: ob ich es schaffe meinem Kind eine richtige Kindheit zu ermöglichen. Ich habe Angst davor, was es in einem kleinen Herzen anrichten kann, wenn man die eigene Mutter leiden sieht oder man den Verfall der Mutter früh mitansehen muss.
    Klingt vielleicht komisch, aber ich sorge mich um eventuelle psychische Spätfolgen. Muss das Kind zu schnell erwachsen werden, weil es zu früh Verantwortung übernimmt? Ob von mir gewollt oder nicht?

    Ich bin generell der Meinung, dass man mit Liebe, Aufrichtigkeit und Verantwortungsbewusstsein dem Kind gegenüber alles schaffen kann. Körperliche Probleme lassen sich immer irgendwie lösen. Man betrachte nur Contergan-Geschädigte denen ganze Gliedmaßen fehlen und die es auch rigendwie hinkriegen Kinder zu haben. Wichtig ist nur ob das eigene Herz bereit dazu ist.

    ach, das tat gut :)
    Jetzt habe ich mich doch glatt selbst aufgebaut.

    LG Svema
     
  8. Cailean

    Cailean Neues Mitglied

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    mal ganz kurz, hab arge probleme mit den augen.

    wie viele leute wissen nicht, dass in ihnen erbkrankheiten schlummern? treffen sich nun 2 die dieselben erbkrankheiten haben passiert es.

    da macht sich vorher niemand gedanken und das ist gut so.

    vor lauter überlegen und überlegen würden keine kinder mehr geboren.

    man kann auch so schwer krank werden, einen unfall haben.
    das leben ist lebensgefährlich.

    man vererbt eine disposition, das rheuma selber nciht. diese disposition muss getriggert werden.

    in uns schlummern viele genetische dispositionen, aber die wenigsten oder gar keine kommt hervor.
    man darf sich einfach nicht so viele gedanken um ungelegte eier machen ;)
    in einem leben kann so vieles passieren und auch dinge gegen die rheuma zb harmlos erscheint.

    die kinder können schlimme krankheiten bekommen, auch wenn die genetischen mütter/väter gesund sind. wenn man sucht, wird man natürlich mit sicherheit was finden ;) 100% gesund ist fast niemand.

    solange man die möglichkeit hat das kind auch zu versorgen, seh ich keine probleme. man kann es halt oft nicht mehr alleine.
     
  9. katrin37

    katrin37 Registrierter Benutzer

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    Kinderwunsch

    :)Möchte euch auch mal bisl. Mut machen..ich habe trotz chron. Polyarthritis und diversen anderen Erkrankungen sowie unter Einnahme non Enbrel u Mtx in den ersten 4 SSW ein gesundes Baby---> inzwischen 3 Jahre bekommen.Die Schwangerschaft war beschwerdefrei und ich brauchte keinerlei Medikamente.ca. 8 Wochen danach musste ich wieder mit Enbrel beginnen.
    Ahja auf anraten meiner Rheumat. sollte ich nicht schwanger werden... tja das warn Unfall und alles supi.
    Daumen drück für alle die noch Kinderwunsch haben.
    liebe Grüße Katrin
     
  10. Reisemaus

    Reisemaus Reisemaus

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    Hallo,
    habe meine Diagnose cP mit 26 Jahren bekommen, gerade, als wir ( damals 4 Jahre verheiratet ) uns für die Familienplanung entschieden hatten. :o Anstelle eines "dicken" Bauches bekam ich dicke Gelenke. Und irgendwie spürte ich, dass diese Erkrankung ernst war und so schnell nicht weggehen würde. Darüber hinaus wurde ich depressiv und holte mir professionelle Hilfe. Diese traf sofort den Nagel auf den Kopf und unterstützte mich in Sachen Kinderwunsch, und trug mir auf, mit meinem Gyni und Rheuma-Doc zu sprechen.

    Die sahen auch keinen Hinderungsgrund und so setzte ich in Absprache das MTX ab und nahm nur 5 mg Corti und nachts Indomet Supp 100 mg. Nach insgesamt 2 Jahren Probieren und dann noch mit Hormontabletten-Rumdoktern wurde mir eine künstliche Befruchtung vorgeschlagen. Aber ich war psychisch stark angeschlagen und das wollte ich nicht: Kinder machen nur Männlein und Weiblein und sonst keiner. Das ist meine persönliche Einstellung für mich, aber dass muss jede/r selbst entscheiden. Das soll keine Wertung für andere sein; ci weiß, dass viele ihre goldigen Scheißerchen nur auf diesem Weg bekommen konnten. :smlove2:

    Da ich schmerzmäßig mittlerweile auf dem Zahnfleisch ging, nahm ich wieder MTX und legte den Kinderwunsch ad acta. Dann überkam mich eine große Traurigkeit über das nie geborene Kind und ich machte eine Psychotherapie. Ich habe einen superlieben Ehemann, aber ich merkte, dass ich jemanden "vom Fach" benötigte. Und das war gut so. Außerdem bin ich froh, dass ich keine Tortouren wie z.B. eine Fehlgeburt mitmachen musste. Das hätte alles noch schlimmer gemacht.

    Nun bin ich Anfang 50 und ich kann sagen, dass wir auch ohne Kinder glücklich sind; es fehlt uns wirklich nichts. Wir sind unabhängig, mein Mann ist in Alterszeit und wir reisen viel.

    Ob Kinder ja oder nein bei einer chronischen Erkrankung, ist eine sehr persönliche Entscheidung, die man für andere nicht treffen kann. Und bei Frauen ist dieser Wunsch, so war es jedenfalls bei mir, sehr hormongesteuert. Das heißt, wenn in jungen Jahren die Hormone auf Hochtouren laufen, ist der Kinderwunsch ganz natürlich. Egal ob man einen Partner hat oder nicht.

    Allen Betroffenen viel Mut und Kraft! :pftroest:
     
  11. Estelle

    Estelle Neues Mitglied

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    Hallo,

    ich möchte euch auch Mut machen. Mein Vater hat mir das Rheuma vererbt. Er litt wie ich schon als Kind daran. Obwohl ich also im Gegensatz zu meinen Geschwistern als einzige die gleiche Disposition zeigte, war ich das stärkste Kind von allen. Ich übernahm schon sehr früh Verantwortung, weil meine Geschwister psychisch nicht lebensfähig waren. Ein Rheuma-Kind kann also durchaus stark sein, vielleicht gerade deshalb. Ich hab bereits meinen Neffen großgezogen. Ihn hat mein Rheuma nie gestört. Psychisch labile Eltern sind ein viel größeres Problem: Jähzorn, Depression, Drogen etc. Wenn Rheuma-Eltern jedoch ausgeglichene, reife Persönlichkeiten sind, dann nehmen Kinder körperliche Schwächen ihrer Eltern gern in Kauf. Es ist leichter, eine körperbehinderte Mutter zu haben als eine, die sich ständig das Leben nehmen will.

    Eigentlich bin ich ganz froh, dass meine Mutter mich gewollt hat. Zum Glück wusste sie nichts vom Rheuma, sonst hätte sie mir bestimmt auch die Schmerzen ersparen wollen und mich schlichtweg nicht bekommen wollen. :D

    Die Frage ist: Ab wann ist ein Leben lebenswert? Ich hab mir z. B. auch über ein behindertes Kind Gedanken gemacht. Ein solches Kind würde mich auch lieben und ich weiß von anderen behinderten Kindern, wie liebenswert sie sind, und unschuldig ... Und wollen diese Kinder wirklich "nicht gelebt" haben? So unglücklich wirken sie eigentlich nicht. Vielleicht sind viele von ihnen glücklicher als so manche Gesunde ...

    Ich persönlich glaube an Führung von oben. Also ich weiß ganz genau, dass meine Schwester nicht mehr leben würde ohne mich, folglich hätte sie auch nie so süße Kinder gekriegt. Aufgrund meiner Schmerzbiografie hatte ich immer ein Ohr für Leidtragende, konnte vor allem Kindern und Jugendlichen helfen. Einige von ihnen würden auch nicht mehr leben, hätte ich nicht eingegriffen. Es war Führung. Gott wollte mich und er wollte euch. Wir haben eine Aufgabe hier auf Erden. Auch wenn wir unscheinbar wirken auf dieser Welt durch unser Gebrechen, wir sind es nicht, wir sind wichtig. Meine Familie sagt mir so oft, wie sehr sie mich braucht und ich um Himmels willen mindestens 90 werden soll.

    Ich möchte euch ein Buch empfehlen von Viktor E. Frankl: "... trotzdem Ja zum Leben sagen". Wenn sogar ein Holocaust-Überlebender Sinn im KZ zu erkennen vermag, dann erst recht wir im Rheuma. Das Buch ist erstaunlich positiv und hoffnungsvoll geschrieben (Frankl war Psychologe) und hat schon vielen Menschen Mut gemacht.
     
    #11 15. Juni 2010
    Zuletzt bearbeitet: 15. Juni 2010
  12. vampia

    vampia reagenzglasputzfrau

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    Hallo Ihr Lieben,


    bezüglich der Frage, ob man in der Lage ist, sein Kind zu versorgen, kann ich die Zweifel durchaus verstehen. Aber nicht in der Frage, ob man es ethisch verantworten kann, dem Kind eine Krankheit/Disposition zu vererben. Vielleicht ist das zu vereinfacht, aber ich muss mir indem Bezug nur eine Frage stellen: Wäre ich wegen meines Rheumas lieber nicht geboren worden?
    Bzw. ist mein Leben mit Rheuma so furchtbar, dass ich lieber gar nicht gelebt hätte? Denn dann wäre es um die Entscheidung meiner Eltern gegangen, wenn sie das damals gewusst hätten, dass sie eine genetische "Anomalie" weitergeben. Naja, wer ist schon normal und ich muss ganz klar sagen: Ich bin sehr froh, dass ich so bin wie ich bin, ich fände z.B. Migräne viel furchtbarer. Evtl. mag es ein paar Menschen geben, die sagen: ja ich wäre lieber nie geboren worden, als so mit dieser Krankheit zu leben, aber ich denke das sind Ausnahmen.
    Ich hoffe, mich versteht keiner falsch, jeder darf entscheiden ob er Kinder will oder nicht, aber ich empfinde obige Begründung als eine Ausrede! Dann lieber ehrlich sein und die wahren Gründe sagen.

    Im fohen Sinne,
    vampia
     
  13. Estelle

    Estelle Neues Mitglied

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    Huhu Vampia

    Es soll ja so sein, dass Rheumakranke weniger Alzheimer bekommen. Von daher gibt es ein großes Plus für rheumakranke INTELLIGENTE Kinder. Unsere Welt braucht Intelligenz.

    Meine Familie käme ohne mich überhaupt nicht klar. Ich war es, welche als rheumakrankes Kind meinen Eltern half, mit meinen schwierigen gesunden Geschwistern klarzukommen. Ich bin in etwa das einzige Kind, das ihnen mehr Glück als Leid gebracht und am meisten von allen das Lachen nicht verloren hat. Ohne mich gäbe es einige Menschen nicht mehr, weil ich ihnen Kraft gab durch mein Dasein. Wenn ich einmal sterbe, kann ich aus tiefster Überzeugung sagen, dass mein Leben sinnvoll war.

    Also manchmal kommt es mir schon ein bisschen seltsam vor, wie Eltern den ungeborenen Kindern den erlösenden Kopfschuss geben wollen, damit sie auch ja nicht leiden, ohne zu wissen, ob diese Kinder trotz Rheuma sinnvoll leben wollen. Es ist ja nur ein körperliches Handycap. Es gibt weitaus Schlimmeres. Und es ist behandelbar! Es gibt so viele Talente, die auch Rheumakranke ausleben können.

    Wenn ich an die vielen wundervollen Werke der Literatur und Kunst denke, welche von Todkranken erschaffen wurden. Kafka, Storm und viele andere mehr. Sie alle erschufen ihre größten Werke im letzten Lebensjahr, während sie an einer tödlichen Krankheit litten.

    So gesehen können Rheumakranke zu besonderen Dingen befähigt sein, gerade weil sie das Leben und die Gesundheit mehr zu schätzen wissen. Ich persönlich glaube an Gottes Führung und dass wir in unserem Umfeld zu einer sinnvollen Tätigkeit trotz oder wegen der Krankheit berufen sind.
     
  14. Aimé

    Aimé Neues Mitglied

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    Hallo an alle!

    Durch Zufall bin ich gerade wieder über meinen Thread gestolpert und dachte, ich bringe euch mal auf den neusten Stand. Ich weiß noch immer nicht sicher, ob ich Rheuma habe - aber ich bin plötzlich und ziemlich unerwartet schwanger geworden und erwarte nun im März mein erstes Kind.

    Die Schmerzen wurden irgendwann im März/April besser, so dass ich den Gedanken, ich könnte Rheuma haben, einige Zeit erfolgreich verdrängt habe. Und dann, Ende Mai/Anfang Juni bin ich plötzlich schwanger geworden. Genau in der Zeit, als ich mit dem Wunsch abgeschlossen hatte und eigentlich nur noch auf meine Tage wartete, um mit der Pille wieder anzufangen. Schon ulkig.

    Natürlich freuen wir uns sehr, wenn auch die Angst bleibt, dass das Kind Rhema bekommen könnte. Seit der Schwangerschaft war ich beschwerdefrei, doch seit einigen Tagen ziept es hier und da wieder in den Gelenken und ich mache mir natürlich so Gedanken. Da ich nach Möglichkeit in der Schwangerschaft ohne Medis auskommen möchte (und weil ich die Hosen voll habe, vor der Diagnose), warte ich nun noch mit einem Arztbesuch, aber die Angst bleibt natürlich, dass das dicke Ende spätestens mit der Geburt kommen mag. Aber so lange will ich versuchen, mich nicht verrückt zu machen und mich lieber über unser kleines Wunder freuen... Ich halte euch auf dem Laufenden..
     
  15. Gertrud

    Gertrud Aktives Mitglied

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    Alles Gute! Alles wird gut! :top:
     
  16. Estelle

    Estelle Neues Mitglied

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    Aime, macht Dir mal keine Sorgen. Rheuma ist selten direkt erblich, nur die Disposition dazu (wenn z. B. beide Elternlinien von Rheuma betroffen sind), die dann auch nicht unbedingt zum Tragen kommt. Außerdem gibt es so viele unterschiedliche Rheumaformen, die meisten davon relativ harmlos. Außerdem kann sich ein juveniles Rheuma auch wieder auswachsen. Und wenn es später käme, hätte das Kind schon das halbe Leben ohne Rheuma gelebt. Das würde es dann mit viel innerer Kraft und Reife auch hinkriegen. Aber das muss nicht so werden. Das muss man sich grundsätzlich fragen, was einem Kind alles geschehen könnte, aber eben nur könnte. Und wenn doch, wäre auch dieses Leben noch sehr lebenswert. Ich hab das ja auch schon von Kind an.
     
  17. julchen_05

    julchen_05 Neues Mitglied

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    Schwangerschaft

    Hallo zusammen,

    also ich kann Euch allen nur Mut machen euren Kinderwunsch zu erfüllen.

    Ich selber bin sei 20 Jahren TypI Diabetikerin und seit 3 Jahren habe ich dann auch noch CP. Trotzdem, oder vielleicht auch gerade deswegen.

    Ich habe mit dem Diabetes 2 gesunde Kinder auf die Welt gebracht. Anschließend kam dann das Rheuma, so dass ich auf diesen Teil keine Rücksicht nehmen musste. Aber auch der Diabetes und mein Bluthochdruck sind für Schwangerschaften ja nicht gerade ohne.
    Erstaunlicherweise hat aber mein Körper bzw. meine Hormone für die Zeiträume vor und während der Schwangerschaft problemlos mitgespielt. Super Werte alles passend.

    Ich will damit sagen, dass man nicht immer negativ denken sollte, sondern auch mal auf seine eigenen Stärken vertrauen kann. Positiv denken kann sehr viel Spaß machen.

    Natürlich hat man auch mal Phasen wo man alles hinschmeißen möchte, vor allem wenn man darüber nachdenkt, wie lange man es schafft den Kindern gerecht zu werden. Aber wie einige meiner vorrednerinnen schon gesagt haben: Kinder haben ein wahnsinnig feinfühliges Gefühl dafür, wenn es einem schlecht geht. Zumindest geht es meinen Kindern (3+6 J) so. Die eine fragt dann wie es mir geht und der andere redet nicht lange, sondern räumt z.B. mal ohne meckern auf.

    Ich wünsche allen den Mut und die Stärke ihren Kinderwunsch zu erfüllen.

    VIEL ERFOLG!

    Nachfolgend noch ein Gedicht was die Situation für mich gut beschreibt:

    [FONT=&quot]Es sagte einmal die kleine Hand zur großen Hand:
    "Du große Hand, ich brauche dich,
    weil ich bei dir geborgen bin.
    Ich spüre deine Hand,
    wenn ich wach werde und du bei mir bist,
    wenn ich Hunger habe und du mich fütterst,
    wenn du mir hilfst, etwas zu greifen und aufzubauen,
    wenn ich mit dir meine ersten Schritte versuche,
    wenn ich zu dir kommen kann, weil ich Angst habe.
    Ich bitte dich: Bleib in meiner Nähe und halte mich."

    Und es sagte die große Hand zur kleinen Hand:
    "Du kleine Hand, ich brauche dich,
    weil ich von dir ergriffen bin.
    Das spüre ich,
    weil ich viele Handgriffe für dich tun darf,
    weil ich mit dir spielen, lachen und herumtollen kann,
    weil ich mit dir kleine, wunderbare Dinge entdecke,
    weil ich deine Wärme spüre und dich lieb habe,
    weil ich mit dir zusammen wieder bitten und danken kann.
    Ich bitte dich: Bleib in meiner Nähe und halte mich."[/FONT][FONT=&quot][/FONT]
     
  18. Estelle

    Estelle Neues Mitglied

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    Das hast Du schön gesagt, Julchen! :top:

    Meine kleine 3-jährige Nichte, die oft bei uns ist und mit der ich immer herumtolle, schwärmte immer wieder von einem Barbie. Ich hab nun immer wieder Ausschau gehalten nach einem Barbie, das ihr ähnlich sieht, mit dunklem Haar und ihrem Kleiderstil. Gestern hab ich es gefunden, eines mit echtem Kleidchen (nicht angegossen) zum An- und Ausziehen, mit Schühchen und Täschchen und Schmuck, wie es meiner kleinen Nichte gefällt. Die Gliedmaßen lassen sich offenbar auch knicken, ist noch eingepackt, sieht aber so aus. Die Kleine wird durchdrehen vor Freude. :p
     
  19. Fine09

    Fine09 Neues Mitglied

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    Kinderwunsch

    Hallo zusammen,
    ich bin neu hier und habe vor ca zwei Monaten die Diagnose rheumatische Polyathritis bekommen.Seit 5 Wochen nehme ich nun MTX und 5mg Cortison.
    Da ich mitten im Studium bin, hatte ich mir vorher keine Gedanken über Kinder gemacht. Jedenfalls nicht während des Studiums, sondern eher danach.
    Wegen dem MTX wurde mir gesagt, dass ich damit definitiv nicht schwanger werden darf. Und jetzt, wo es mir quasi verboten wurde, hat es mich sehr traurig gemacht. Kann man die Medikamente absetzen, wenn man beschwerdefrei ist und dann schwanger werden?
    das ist vielleicht ne blöde Frage, aber mein Rheuamtologe ist mir keine wirkliche Hilfe. Zum Einen mag ich ihn menschlich nicht, zum Anderen antwortet er nie genau auf meine Fragen, sondern brabbelt immer irgendwie drumrum.
    dann ist es doch wahrscheinlich auch möglich, dass so ein Rheumaschub während der Schwangerschaft auftritt?! Und dann?
    Ich bin zur Zeit relativ schmerzfrei, es sind keine Gelenke geschwollen und Nebenwirkungen habe ich auch keine bis jetzt.
    Da keiner in meiner Familie von Rheuma ausser mir bis jetzt betroffen ist, kann es ja auch sein, dass mein Kind (wenn es denn so sein sollte) auch nicht unbedingt erkranken muss?!

    Vielen Dank für Antworten im Vorraus!!!
     
  20. Estelle

    Estelle Neues Mitglied

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    Huhu Fine

    Während der Schwangerschaft sollen ja die Beschwerden auch ohne Medis weg sein. Aber ich würde das mit Deinem Frauenarzt besprechen, der kann Dir dann genau darauf antworten.

    Bei mir in der Familie haben auch nicht alle Rheuma, von daher sehe ich es auch nicht ein, weshalb ich kein Kind bekommen soll, wenn mal der Wunsch da sein sollte. Daran scheitern könnte es an meinem Alter, aber nicht am Rheuma. Mein Frauenarzt meinte dazu, dass die meisten Rheuma-Medis heute keine Gefahr mehr darstellen für eine Schwangere, sie aber vorsorglich bei Schwangerschaft abgesetzt werden, wenn möglich. Aber es gibt schon Medis, wo es theoretisch bei Schwangerschaft gehe. Da das Üben oft auch noch Zeit braucht, reicht es wahrscheinlich, dann abzusetzen, wenn es wirklich so weit ist. Aber ich würde bei Deinem Frauenarzt fragen, da das natürlich nicht pauschal beantwortet werden kann. Finde es aber blöd, Dir eine Schwangerschaft zu verbieten nur wegen dem Rheuma.