Birgit
Hallo Birgit,
Bezüglich des Rheumas hatte er nie ein dickes oder gar überwärmtes Gelenk. Diese Typischen Anzeichen fehlten schon immer dadurch hatten wohl auch die Ärzte am Anfang probleme das ganze als Rheuma einzustufen.
Da hatten wir mehr Glück, Ulrichs Rheumaschübe verliefen lehrbuchmäßig
Ich kenne aber auch Fälle, in denen es ähnlich wie bei euch lief.
Da er nie als Kleinkind gegrabbelt ist hat auch mein Sohn feinmotorische Schwierigkeiten wie z.B. kleine Knöpfe schließen oder etwas ausschneiden/ausmalen.
Meinen die Ärzte es hat nur mit dem Krabbeln zu tun? Zur Förderung der
Feinmotorik kann Ergotherapie helfen, sofern ihr bei euch in der Nähe einen
guten Ergotherpeuten habt, der sich auch mit Rheumakindern auskennt.
ULrich hatte später in Mathe Probleme, Geometrie war absolut nicht für
ihn, da er aufgrund der Feinmotorik und des Rheumas nicht in der Lage war,
exakt zu zeichnen.
Als wir dann im vergangenen Jahr MTX absetzten - da es mein Sohn immer mehr verweigerte -, kamen die Schmerzen der Nekrose zum vorschein.
Hat er MTX als Spritze oder als Tabletten bekommen? Tabletten haben
bei Ulrich gar nicht gewirkt.
Er wurde schon 2 mal in Garmisch-Partenkirchen eingespritzt - daher kenne ich leider nur zu gut die weiteren Maßnahmen. Mir graut es nur, dass sie eigentlich Cortison - was ja eh den Knochen angreift - auch noch da einspritzen möchten

So ganz sicher ist es noch nicht, es kann auch sein, dass sie mit einer anderen Therapie (mir fällt leider gerade der Name nicht ein) ihn Medikamentös "bestrahlen" möchten.
Ich fand es immer besser direkt ins Gelenk an Ort und Stelle zu spritzen,
als Cortison-Tabletten zu geben. Zumal es immer für alle nervig war,
da er diese ja frühmorgens nehmen mußte. D.h. ich stellte mir den WEcker,
weckte ihn und er mußte einnehmen. Zudem hat er durch die Tabletten
immer sehr viel an Gewicht zugelegt.
Lt. den Ärzten wäre 1 x die Woche KG genug, da wir noch zusätzlich mit ihm schwimmen gehen und er auch von der Schule aus 1 x die Woche im Wasser ist.
Ulrich hat in diesen extremen Phasen teilweise täglich, mindestens aber
dreimal die Woche KG gehabt, zusätzlich haben wir die anderen Tage daheim
geturnt. Kommt halt auch auf die Muskelentwicklung an. Er verfiel sehr schnell in Schonhaltungen und die Muskeln bauten sich schnell ab. Muskelaufbau dauert ja immer sehr lange - speziell bei den Beinmuskeln war das bei ihm der Fall.
Ich versuche ihn dabei auch zu stärken... nur im Moment gelingt es mir fast gar nicht. Er will nichts alleine unternehmen - er stützt sich ganz und gar auf die Krankheit. Jeder Schritt in der Entwicklung nach vorne bremst er aus sobald es ihm klar wird...
Ich neigte dazu, Ulrich viel abzunehmen - weil es ihm ja so schlecht ging. Er hat auch viel auf seine Schwester abgewälzt, die in seine Klasse ging. Sie mußte dann seinen Ranzen tragen, Wege für ihn laufen etc. Klar, teilweise war das nötig, aber er hat sich hinterher auch darauf verlassen weil das viel bequemer war. Auch daheim mußte er kaum helfen, weil er ja vieles auch oft n icht konnte. Aus heutiger Sicht würde ich mich anders verhalten und hätte ihn viel mehr gefordert. Man kann sich im Alltag später und auch in der Schule nicht immer auf seine Krankheit berufen. Es gibt viele Lehrer, die ihn bemitleidet haben und bei denen sich das auch in den Zensuren niedergeschlagen hat.
Was mich halt auch ärgert ist, als er in den Rollstuhl kam habe ich versucht bei der Versorgungskasse einen höheren Behinderungsgrad bzw. den Rolliaufkleber für das Auto versucht zu beantragen - was soll ich sagen??ABGELEHNT! Es wäre keine Verschlechterung!!!! Ich bekomme bei mir vor der Haustüre sehr schlecht einen Parkplatz und hätte damit eher die Chance - abgelehnt - alles nicht so schlimm! Da bekommt man doch "plack" Das ist schon meine 2 Ablehnung!!! Habt Ihr denn auch einen Behindertenausweis?
Den Rolliparkplatz wirst du normalerweise nur mit Kennzeichen "aG" bekommen. Dieses ist mehr als schwer zu bekommen - jedenfalls nach meinen Erfahrungen. Ulrich hat 50 % und Kennzeichen G. Wieviel % habt
ihr denn? Speziell zum Schwerbehindertenausweis setzte ich hier noch mal eine Extra-Nachricht rein. Erfahrungsgemäß tun sie sich aber in Höherstufungen immer recht schwer. Am besten man packt gleich die neuen Arztberichte und eine ausführliche persönliche Stellungnahme mit bei, in der man die Einschränkungen genau schildert. Eventuell gibt es ja auch die Möglichkeit, über den landkreis eine zeitlich befristete Sonderparkgenehmigung zu bekommen, wenn du euren speziellen Fall schilderst?
Liebe Grüße Nixe