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Ist Sex noch was schönes für Euch?

Dieses Thema im Forum "Austausch für und mit Angehörigen" wurde erstellt von tunichtsoviel, 3. Januar 2005.

  1. tunichtsoviel

    tunichtsoviel Neues Mitglied

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    Hallo !
    Es ist ein etwas peinliches Thema ( mich kennt ja keiner :cool: ) , darum frage ich Euch einfach mal.
    Mir geht es gar nicht um die Unlust durch Medikamente oder Depression sondern eher duch das behindert sein ,durch Bewegungseinschränkung , Schmerzen , Monotonie.
    Ich habe trotz guter Medi Einstellung immer leichte bis mäßige Beschwerden an vielen Gelenken ( Hände , Arme ,Knie , Hüfte , Muskeln , Sehnen usw.)
    also bin in sexueller aktivität ziehmlich eingeschränkt , da kann einen alles vergehen... :confused: :(
    Es *SEX* ist eher ein Übel geworden , denn wirklich schön ist es mit den Schmerzen nicht mehr .

    Habt ihr Einschrenkungen?
    Störts Euch / arrangiert Euch anders?
    Laßt es einfach sein ?

    Ach manchmal ist es so unfair...

    Eine Yvonne die sich heute mal getraut hat zu Fragen :o
     
  2. Marie2

    Marie2 nobody is perfect ;)

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    hihi, ich könnt ja jetzt sagen: dein name ist programm......:D

    aber im ernst, ich finde sex nicht peinlich, und ich bin ziemlich sicher, dass
    viele rheumis durchaus ab und zu(?) probs haben, die gründe brauch ich nicht
    aufzuzählen, das hast du ja schon gemacht. und zuweilen haben wir hier
    auch wirklich bedrückende berichte über verkorkste partnerschaften.

    ich bin single, bin also keinem partnerschaftlichen druck ausgesetzt,
    ich kann freundschaften pflegen oder es lassen, ganz so wie meine
    eigene situation/schmerzsituation gerade ist. ich habe den vorteil, mein
    leben leben zu können wie ich es will. gut, hat auch nachteile, aber von denen reden wir jetzt ja nicht.

    wenn sex allerdings zu einem muss wird, weil man aus gesundheitlichen
    gründen eigentlich nur noch seine ruhe haben will, das kann dann wirklich
    im laufe der zeit zu spannungen führen. aber mehr als das zu bestätigen
    oder auch nicht, ich glaub nicht, dass das möglich ist. da kann man
    nicht raten, außer dem obligatorischen rat mit dem partner zu reden.
    und ob das immer hilft??? meine meinung......

    stresslos, zumindest in dieser hinsicht:) :D
    marie
     
  3. üpoi

    üpoi Neues Mitglied

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    Kommt auf dich an

    Also, wenn es einem echt mies geht, da vergeht einem wirklich alles.
    Schmerzen in "üblichem Umfang" veranlassen eben dazu, Praktiken und Stellungen zu unterlassen, die nicht Lust, sondern Schmerz verursachen.

    Hätte meine Partnerin das Problem, wäre mir das Wichtigste, ob sie überhaupt noch mag. Falls ja, wäre es die angenehme Pflicht des wirklich "guten" Liebhabers, in Erfahrung zu bringen, was von den Sachen, die dir grundsätzlich Spaß machen, schmerzfrei/schmerzarm gehen und also mehr Lust als Frust verschaffen.

    Und vielleicht noch ein Tipp für den anderen Beteiligten an diesem "Spiel": Der nicht erkrankte Partner wird durch die Erkrankung des/der anderen nicht zum geschlechtslosen Wesen, das weder Lust noch Wünsche hat. Der Partner wird so mit zum "Betroffenen". Mein Tipp: Sag' KLAR UND DEUTLICH, was dir unter Berücksichtigung deiner Situation für dich selbst noch Spaß macht oder erörtere OFFEN und EHRLICH mit deinem Partner, woran du Spaß finden könntest. UND FRAG IM SELBEN SINNE NACH DEMSELBEN BEZOGEN AUF DEINEN PARTNER.

    Alles kein Problem.
     
  4. Trixi

    Trixi (vor)laut

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    Ja

    Hallo tunichtsoviel,

    zu deiner Frage im Subjekt gleich mal meine ganz ehrlich und aufrichtige Antwort: ja :D

    Mir ist schon klar, was du meinst, praktizierte Sexualität bei Schmerzen und prinzipieller Erschöpfung wird eher zur Pflicht als zu Freude - aber dagegen möchte ich mich rein persönlich ein wenig verwehren, weil ich somit ein prinzipielles Problem in der Partnerschaft sehe. Wenn sich der Erkrankte quasi hingibt und somit sehr viele Schmerzen auf sich nimmt, die logischerweise auch von Unlust begleitet werden, dann nimmt ja auch der Nicht-Erkrankte in egoistischer Weise diese Handlung an, auch wenn er weiß dass das dem Erkrankten gar nicht gut tut - verlangt er es sogar, ist die Partnerschaft ohnehin im argen. Selbst in einer Beziehungen zweier völlig gesunden Menschen sollten sexuelle Handlungen nur dann stattfinden, wenn beide damit einverstanden sind - insoferen sehe ich hier keinen Unterschied zu einer Beziehung in der ein Mensch erkrankt ist.

    Im Großen und Ganzen stimme ich üpoi zu und denke, wenn beide Partner mit den Handicaps im Sexualleben egal welcher Art umgehen lernen, sie eventuell auch ausgleichen können und vor allem darüber geredet wird - ist und bleibt Sexualtät (trotz Behinderung) wunderschön.

    Nicht den Mut verlieren, Yvonne. ;)

    lg
    Trixi
     
  5. kukana

    kukana Moderatorin

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    hallo yvonne,
    da ich auch single bin habe ich da nicht so einen druck in dieser beziehung, kann mich da maarie voll anschliessen. zu anfang meiner rheuma-karriere sagte mein damaliger beziehungsmensch, dass er überhaupt nicht mit meinen schmerzen klar kam. er wusste nicht mehr was er darf und nicht. also rede mit deinem partner, denn auch er ist in dieser beziehung schnell überfordert, wenn er allein bleibt mit seinen fragen und ängsten.

    es gibt dazu von der rheuma liga eine broschüre: www.rheuma-liga.de/uploads/105/LebenundLieben.pdf

    ich hab sie als heft daheim. auch gab es hier im forum schon info dazu. dazu musst du unter suchen gehen : mit stichwort sex / rheuma findest du diese hier http://rheuma-online.de/phorum/search.php?searchid=98497

    gruss kuki
     
  6. liebelein

    liebelein Carpe Diem.....

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    sex und rheuma.....

    hallo yvo,

    also ich finde deine frage absolut okay.:)

    sex auf jeden fall und egal wie, wenn es schmerzt, ist sicherlich nicht der richtige weg.
    besser wäre ,denke ich, gemeinsam techniken auszusuchen, die beiden spaß machen und die schmerzen nicht noch fördern

    . denn so kann jeder davon profitieren...und im nachhinein ist nicht der frust zu gast.und die schmerzmedis müssen auch nicht erhöht werden.

    letztes jahr hab ich das seminar der rheuma-liga"leben und lieben mit rheuma" mit meinem lege besucht.

    es ging da sehr viel um entspannungstechniken wie auch über den austausch der paare insgesamt.(junge "ältere" paare waren dabei die von ihrem "spielzeug" redeten...und die ihre lust neu erlebt haben .....)

    einiges ist ja schon beschrieben worden ...was mir noch fehlt ist die "grundsätzliche sexuelle aktivität" jedes einzelnen.
    egal ob gesund oder krank.

    das seminar hatte eine frau prof.dr. "tralalala" moderiert und sie ist über 70 jahre gewesen;). aber die frau hat mich begeistert. sie hat sachen ausgesprochen,wo anwesende noch richtig rot bei geworden sind.auch ihre ansichten waren klasse.

    sie sagte:

    es gibt nunmal sexuell stark wie auch weniger stark ausgerichtete menschen.

    wenn dann die menschen,die schon von vornherein weniger "trieb" haben noch dazu krank werden ist es oft um die sexualität schlecht bestellt und da hilft nunmal nur "reden und einen verständnisvollen partner".(und auch mal.....sich überreden lassen...mit einem netten ambiente....denn lust kann auch kommen,wenn sie gefördert wird und man es zuläßt).


    (bei der fibromyalgie ist die sexuelle unlust ja auch oft sehr stark ausgeprägt).

    selbstvorwürfe und selbstzweifel bleiben(manches mal weniger und dann wieder stärker ausgeprägt)....und man fühlt sich oft schlecht ggü.dem partner.....usw!

    liebe ist für mich, das mein partner trotz allem bei mir bleibt...und wir eben dinge/wege suchen, die auch sehr wichtig für uns beide sind.

    alles gute und einen verständnisvollen partner wünscht dir

    liebi
     
  7. Elke

    Elke wünscht allen

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    hallo yvonne,

    diese frage braucht dir auf keinen fall peinlich zu sein, ich denke wir sind hier weitgehends erwachsene menschen und viele von uns in einer festen partnerschaft und ich denke das bei sehr vielen das auch schon ein thema war oder zumindest die gedanken um dieses thema.

    ich kann mich meinen vorschreibern nur anschließen. das wichtigeste egal ob behindert oder nicht ist sowieso in einer beziehung das reden, über alles offen sprechen und gerade über sex offen zu reden ist in meinen augen sehr wichtig, denn viele kommen super klar miteinander nur im bett stimmt es nicht.

    sicher hast du recht was die praktiken betrifft, es ist nicht mehr alles möglich, also das kamasutra durch probieren ist bei mir schon lange nicht mehr drinn, aber ich habe gott sei dank einen sehr sehr liebevollen und verständnis vollen mann, und ich frage ihn immer wieder mal ob es ihm nicht zu wenig ist (vor dem heftigen ausbruch der krankheiten war es ganz anders), aber er sagt mir immer wieder das er sich schon melden würde wenn es so wäre, und außerdem hat er keine selbst schon keine lust mehr wenn er sieht das es mir nicht gut geht.

    zu deine frage: lasst ihr es ganz sein?
    nein, das nicht aber es ist halt anders als vorher, wir suchen wege und stellungen die mir nicht noch zusätzlich weh tun oder mich überfordern und das probieren kann dabei auch großen spaß bringen und die lust steigern.
    aber eines ist bei mir sicher, es ist sehr viel weniger geworden als früher.

    ich wünsche dir einen verständnis vollen partner und offen gespräche mit ihm, damit ihr beide wieder spaß am sex findet.

    liebe grüße
    elke
     
  8. tunichtsoviel

    tunichtsoviel Neues Mitglied

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    Vielen Dank für Eure Meinung / Verständnis !

    Ja , vieles kann auch vom Partner gesteuert und beeinflußt werden ( bei meinem eher unbewußt).

    Durch unausgesprochene und verdrängte Probleme wird bei mir oft ein Schub ausgelöst .
    Leider ist mein Mann nicht bereit über Krankheit zu sprechen .
    Er blockt alles ab.
    Er weiß bis heute nicht was ich habe ( ausser dem Überbegriff "Rheuma"),
    er verweigert sich jeglicher Aussprache ( traumatisiert von der Kindheit!? ) ,
    dem zu Folge kann er mich oft nicht verstehen.
    Warum ich mal super gut drauf bin und ein anderes mal kaum noch krichen kann.
    Für ihn ist es nicht realisierbar das man mit 32 Jahren sich manchmal anstellt wie ne 70 Jährige *heul*
    Das mit dem Sex ist zwar noch das kleinste "Übel" aber viel gemeinsame Freizeitaktivitäten :) :rolleyes: hat man ja zur Zeit nicht mehr.
    Um so wünschenswerter wäre da noch körperlicher Kontakt der beiden gut tut :( und Kuscheln reicht halt dann doch nicht immer aus ... .
    15 Jahre Ehe und 3 Kinder machen es nicht einfach an der Partnerschaft was zu verändern , vorallem wenn einer mit Sturheit dagegen ankämpfen will.

    Danke für Euer "Ohr" ich bin fertig mit ausweinen
    :)
     
  9. klaraklarissa

    klaraklarissa Neues Mitglied

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    hallo yvonne,

    ein thema, was uns auch zu schaffen macht. leider. ein wichtiges thema, für das man sich nicht schähmen sollte.
    das vergangene jahr war krankheitsmäßig bei mir bisher das schlimmste jahr. ziemlich 5 monate krankenhausaufenthalte, gewichtszunahme durch prednisolon und wassereinlagerungen, medikamentös "ruhiggestellt" mit btm ....starken rheumaschüben, die ja hier alle kennen, also wie kann da der sex noch spaß machen?? wir reden meiner meinung nach zu wenig über dieses problem, haben sehr sehr wenig sex (im verhältnis zur "gesunden" zeit), aber wenn, dann ist er so, das wir beide freude daran haben ... meist jedenfalls. ob das daher rührt, das man so lange abstinent war ? :rolleyes: gut möglich ;)

    wie sagt man ...wer im glashaus sitzt ...... aber euch würde ich raten, das dein mann sich erst einmal mit deiner krankheit auseinandersetzen müßte um dich überhaupt zu verstehen. kannst du ihn nicht mal zu einem treffen mitnehmen? war er schon einmal als besucher in einer rheumaklinik oder rehaklinik für rheumis? dort sieht man "geballte rheumakraft", sieht, das es auch sehr jungen rheumatikern schlecht geht ..dann könnte er vielleicht eher verstehen, weshalb du dich oft wie 70jährig fühlst ... ich bin übrigens mindestens 90 :p ... .

    veränderungen nach 15 jahren ehe einzuführen ist in der tat nicht einfach, wir haben jetzt fast 23 jahre hinter uns und manchmal denkt man, man latscht in einer furche, die man nicht verlassen kann. aber wir reden eigentlich über alles, also denke ich, werden wir dieses problem auch gemeinsam lösen bzw. durchstehen ........ gedanken, die ich für mich nicht loswerde sind immer wieder ... bin ich für meinen mann noch attraktiv genug? .. kann man mich SO ?? lieben??? sicherlich liegt diese unsicherheit meinerseits daran, das ich mich und meinen körper derzeit selbst absolut nicht akzeptieren kann, ich habe mich so sehr verändert, das ich im spiegel einen anderen menschen sehe als vor einigen jahren, .... das macht mich sehr sehr traurig, wütend und irgendwie ...hilflos!!?? ... .ja hilflos

    wie wird das mal enden?
    eine ängstliche klara
     
    Schwiecker gefällt das.
  10. kukana

    kukana Moderatorin

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    hi yvonne,
    es gibt hier ein posting - ich finds grad nicht - das von der *rettung* einer ehe handelt, wo hier auf r-o viel geredet wurde mit ehefrau und -mann und viel erklärt. letztendlich haben beide zusammen auch wieder geredet und besonders der ehemann , dirk glaub ich heisst er, hat danach viel mehr verstanden als vorher. vielleicht wäre es ja gut wenn dein mann ab und zu hier mal mitliest? wäre zumindest einen versuch wert.

    alles gute, kuki
     
  11. Marie2

    Marie2 nobody is perfect ;)

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  12. tunichtsoviel

    tunichtsoviel Neues Mitglied

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    @ klaraklarissa

    Du hast es auf den Punkt gebracht - so ist es ! :) :mad:

    Ich war vor 2 Monaten in einer Reha Rheuma Klinik , da " rannten" viele mit Krücken , Gehhilfen und Rollstuhl rum ,
    da war ich so flott zu Fuß ein echter Aussenseiter ( mal ganz ohne Schub und Schmerzen ) :D hat mein Mann gut verdrängt ich gehörte ja nicht dazu ...!

    Mein Mann denke ich hat einfach nur Angst.
    Er ist bei seiner Oma aufgewachsen und die sass viele Jahre im Rollstuhl bzw.
    war auf Krücken angewiesen und mußte halt stetz "Umsorgt" werden.

    Er hat das drumherum ( mach , tu , ich kann ja nicht) gehast.

    Und in Zeiten mit starken Schüben bin ich halt wie die Oma - er hilft wenns nicht geht,
    hast es aber wenn ich sage :" -ich kann es nicht / es geht nicht / schaff ich nicht allein , bitte hilf mir...".
    Das ist ein rotes Tuch .

    *MIT DEM KOPF AN DIE WAND SCHLAG* :mad: :D
     
  13. liebelein

    liebelein Carpe Diem.....

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    kann das alles so gut nachempfinden...

    liebe klara, diese gedanken hege auch ich.

    ich hatte immer mit meinem gewicht zu kämpfen aber dies hab ich mit sport und viel unternehmungen irgendwann für mich recht gut in den griff bekommen. meine augen haben geleuchtet und ich war motiviert...oftmals mehr als andere...(hatte auch da immer wieder schmerzen...aber wußte ja nicht so recht woher..) und nun habe ich in den letzten 3 jahren mitbekommen wie sich mein körper, mein wesen, mein gesicht und nicht zuletzt meine seele "die augen" verändert haben.

    das tut arg weh...dieses mißempfinden tut seines zu allem noch dazu.mit sicherheit.

    wenn man dann noch von der außenwelt auch auf die "figur" reduziert wird, tut es doppelt weh. wie soll denn da der partner einen so lieben und noch dazu auf "sparflamme"?`:o

    yvo, ich kann den anderen nur zustimmen.....zuerst ist wichtig, das du dich "ernst genommen" fühlst und du auf verständnis triffst...denn von mir weiß ich selber...haben wir streß in der partnerschaft oder mißverständnisse ist die lust noch weniger vorhanden.....das ist wie mit einem haus...zuerst das fundament und dann das dach....anders geht das nunmal nicht.

    der beitrag von dirk ist wirklich sehr lesenswert...ebenso wie dieser beitrag hier:

    an alle angehörigen von rheumapatienten:

    [​IMG]

    vielleicht hilft es ja..einfach ausdrucken und hinlegen....

    herzlichst

    liebi
     
  14. Sabinerin

    Sabinerin Aktives Mitglied

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    @Tunichtsoviel

    Liebe Yvonne,

    ich denke, Du bist nicht die Einzige, die sich über Sex und Liebe Gedanken macht, Du hast es lediglich deutlich angesprochen *lächel*

    Ich habe den Eindruck, daß es bei Euch nicht bzw. nicht nur um den Sex geht, sondern Dein Mann ein Problem mit Deiner Erkrankung und anderen Erkrankungen hat.
    Das ist garnicht selten, eher recht häufig. Männer möchten nicht über Erkrankungen reden. Männer sind stark, groß und männlich und deshalb können sie selbst nicht krank sein bzw. doch nicht über Krankheit reden. Krankheit bedeutet ja auch Verletztlichkeit und viele Männer haben Probleme mit der Verletztlichkeit, mit dem Zeigen von Schwäche und noch viel schlimmer mit dem Zeigen von Tränen.

    Häufig ist es aber auch Angst. Angst zu erkennen, daß sie selbst krank und verletztlich sind und auch Angst, daß die geliebte Partnerin krank sein könnte bzw. ist.

    Wenn die eigene Frau krank ist, ist nicht immer der männliche Mann gefragt, sondern der verständnisvolle, weiche, zurückhaltende Mann, der Mann der zuhört und nicht selbst redet, der Mann, der nur in den Arm nehmen soll, statt über Sex nachzudenken.

    Wenn ein Partner krank ist, müssen beide darüber reden und nicht nur einer. Schließlich muß der gesunde bzw. nicht betroffene Partner wissen, wie sich der kranke Partner fühlt. Geht es ihm gut oder nicht? Hat er Schmerzen oder nicht? Braucht er Unterstützung oder nicht?

    Ich habe damals eine Selbsthilfegruppe besucht, die jungen Rheumatiker. Mein Ehemann war der erste Partner, der mit in die Gruppe gekommen ist. Dies hat anderen Partnern den Weg erleichtert. Sie konnten sehen, daß die Schmerzen und Einschränkungen nicht erfunden, sondern tatsächlich vorhanden sind.
    Wir haben in der Gruppe auch Freizeitaktivitäten unternommen, die gesunden und die kranken Menschen, so daß die Partner eingebunden waren.

    Es ist wichtig miteinander zu reden, aber es ist auch wichtig, es nicht zu zerreden. Es ist wichtig über die Erkrankung zu reden, es ist aber genauso wichtig über andere Dinge zu reden.

    Die Akzeptanz der Erkrankung hängt meines Erachtens mit der eigenen Akzeptanz zusammen. Wenn ich meine Erkrankung akzeptiere (oder es versuche), dann hat mein Partner die Chance, sie auch zu akzeptieren.
    Dazu gehört Offenheit auf beiden Seiten.

    Offenheit ist aber auch notwendig, wenn es um Sex geht. Schmerzen können so schlimm werden, daß allein der Gedanke an eine Umarmung schon Schmerzen verursachen kann.
    Solche Situationen häufen sich, wenn sich der Mensch über lange Zeit in einer Schubsituation befindet. Ich kann verstehen, daß der Partner irgendwann "einfach normal lieben und leben will".
    In diesem Fall stellt sich mir die Frage:"Wie gefestigt ist die Beziehung". Die Beziehung muß schon sehr gefestigt und gut sein, um eine "Sexfreie" Zeit zu überstehen. Das muß jedes Paar für sich entscheiden, ob und wielange es ohne Sex leben kann.

    Wie Elke schon schrieb, wird häufig der Sex weniger, weil Schmerzen und Einschränkungen die Lust nehmen können. ABER weniger heisst nicht zwangsläufig schlechter ;)


    Zum Thema "Das Äussere". Ja es stimmt, "das Auge isst mit".
    Die Gesellschaft, die Werbung und viele andere Dinge leben (oder schreiben??) vor, wie Frau, Mann, Kind auszusehen hat.
    Frau und Mann haben jung, hübsch, schlank und erfolgreich (gesund ist selbstverständlich) zu sein. Ich finde es sehr schlimm, daß der Druck immer größer wird und sich so mancher Mensch diesem Druck beugt.

    Ich kenne so manchen kranken Menschen. Ok, die Figur ist nicht mehr wie früher (meine ja auch nicht *g*), der elastische Gang auch nicht *lächel*, aber kennt Ihr diesen Blick, dieses Lachen, diese Lebensfreude, die manchen Menschen aus den Augen springen??? Nein, sie sind vielleicht nicht hübsch, in dem Sinne, wie die Werbung es vorgibt, aber sie haben das, was einen Menschen meines Erachtens ausmacht: Charisma.

    Ich bin der vollen Überzeugung, daß jeder seine Art von Charisma in sich trägt. Mal ist es mehr vorhanden, mal weniger. Das ist verständlich, denn man ist ja nicht jeden Tag gleich gut gestimmt.
    Aber jeder hat es auf seine Art und dafür ist ganz sicher weder eine Hose in der Größe 38 noch ein sportlicher Gang notwendig.

    Viele Grüße
    Sabinerin
     
  15. Monsti

    Monsti das Monster

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    Hallo Ihr Lieben,

    habe mich nun interessiert durch alle Beiträge gelesen. Vor einiger Zeit hatten wir im Stoma-Forum eine ganz ähnliche Diskussion, wobei dort der inhaltliche Schwerpunkt etwas anders war als hier. Vielleicht liegt es daran, dass Stoma-Träger quasi von einem Tag zum nächsten körperlich "entstellt" und natürlich auch beeinträchtigt sind, d.h. man wird regelrecht ins kalte Wasser geschmissen.

    Nach dem KH-Aufenthalt war meine größte Sorge, wie mein Mann mit der neuen Situation umgeht. Seine Antwort auf meine diesbezügliche Frage:

    "Wenn Du selbst gut damit klarkommst, werde ich es ebenfalls können."

    Für mich war es Ansporn, an mir selbst zu arbeiten und mir trotz der nicht zu übersehenden Entstellung selbst wieder zu gefallen. Und: Ich habe gemerkt, dass meine eigene Einstellung und meine Ausstrahlung ganz entscheidend dafür sorgen, dass wir trotz etlicher Einschränkungen keinerlei sexuelle Probleme mehr miteinander haben. Solange ich mit mir selbst gehadert hatte, ging bei uns aber überhaupt nichts - und zwar unabhängig von den Schmerzen (die waren immer eine willkommene Ausrede :p).

    Liebe Grüße von
    Monsti
     
  16. kate

    kate Guest

    hallo!

    ich bin leider kein gutes beispiel...hab seit jahren wg entzündungen in blase und co. keinen sex mit meinem freund. ein versuch letztes jahran sylvester ist kläglich gescheitert. daher siehe auch mein thema: krank und deshalb nichtsmehr wert? weiter unten, vom 1.1. glaub ich.
    mein freund hat sich dahereine andere gescuht zum sex haben, vielleicht auch zwei andere. und das über fast 2 jahre hinweg hinter meinem rücken.
    wir sind halt noch relativ jung (ich 24, er 27)und in 4 jahren nur 5 mal sex ist nicht so prickelnd für den 'GEsunden'. ich kenne keinen sex ohne schmerzen :-(( und entzündung dannach, deshalb habe ich sex aus meinem leben ausgeklamert, was aber mit sicherheit nicht die richtige lösung war. ich versuch nun , wenn es mithoffentlich in 1-2 monaten etwas besser geht, das thema wieder in angriff zu nehmen,
    ob ich nach diesem schock mit meinemfreund zusammenbleibe, weiß ich nicht. ich habe immer die bilder von ihm und der anderen im kopf.
    heilt die zeit alle wunden?
    ich hoffe es!!
    alles liebe,
    eure kate
     
  17. Angelita

    Angelita Guest

    Salü Yvo

    Dein Problem (na ja, das ist ja nicht wirklich nur dein Problem) kenne ich auch sehr gut. Habe seit meiner Kindheit Fibromyalgie u. bin jetzt 44 J., seit 23 J. mit meinem Mann zusammen.

    Bei uns war das Thema Sexualität oft u. lang in der Beziehung u. auch heute ist es nicht wirklich für beide i.O.

    Ich kann mir vorstellen, wie schwierig die Situation für dich ist - u. ein Stückweit auch für deinen Mann. Ja, das Thema lässt sich nicht aus der Welt schaffen, wenn sich dein Mann nicht für deine Erkankung u. dein Befinden interessiert. Verstehen ist die Grundlage zum Verständnis.

    Sicher sind mögliche Wege wie: Selbsthilfegruppe wo er mitgehen kann, mitlesen hier im Forum, Paartherapie o. Einzeltherapie für beide. Wir haben alles durch :rolleyes: Und jede dieser Möglichkeiten hat was hinterlassen...das Gesamte ist letztlich was zählt.

    Wenn sich dein Mann eine Paartherapie nicht vorstellen kann, könntest du in eine Einzeltherapie. Ich für meinen Teil möchte diese Begleitung nicht missen. Jemand professioneller, der von aussen immer wieder mal den Blick schärft o. ver-rückt. Die Sichtweise verschiebt sich bei chron. Krankheiten. Oft weiss man nicht mehr, was ist normal, was gehört zu mir, was ist des andern Anteil, wo sind meine Bedürfnisse, was ist für mich möglich, wo kann ich Kompromisse schliessen u. wo auf keinen Fall, wie kann ich mit An- u. Vorwürfen umgehen? Wie gehe ich mit unausgesprochenen Anforderungen o. Vorwürfen um?

    Für all diese Fragen, die einem doch sehr verunsichern können, ist fachliche Hilfe sehr nützlich.

    Liebe u. Sexualität ist oft o. meist eine Beziehungsfrage. Und daher bringt es nichts, wenn du dich u. dein Verhalten in Frage stellst. Klar ist es wichtig u. gut, wenn du dich mit deiner Erkrankung annehmen kannst. Aber Hand aufs Herz,wer kann das immer u. umfänglich? Selbst nach über 30 J. Fibro ist mir das nicht immer möglich.

    Ich habe oft ein schlechtes Gewissen meinem Mann gegenüber, weil ich mich so selten auf die Sexualität einlasse, denn für ihn ist es eindreutig zu wenig. Doch in den vielen Jahren der Krankheit u. der Therapie ist es mir möglich halt mit schlechtem Gewissen NEIN zu sagen. Ich stehe für meine Bedürfnisse ein u. mit dem schlechten Gewissen lernte ich zu leben. Die Welt geht nicht unter, wenn andere mit mir nicht zufrieden sind! Das ist eine Erkentniss, die ich für mich gewonnen habe. Für jemand anderer ist es etwas anderes.

    Mein Mann muss meine Erkrankung nicht verstehen, er muss sie auch nicht nachfühlen können - was sowieso unmöglich ist - aber er muss mir Achtung, Toleranz u. Nachsicht entgegen bringen. Wir mussten neue Wege beschreiten u. wir müssen uns täglich wieder finden. Und wenns nicht gelingt, dann vielleicht am nächsten Tag. Aber das Bemühen um unsere Ehe u. Beziehung, das muss ich spüren, erleben u. fühlen.

    Wie das Wagnis Ehe mit einem kranken Ehepartner ausgehen mag, das weiss ich auch nicht. Doch das wissen die sog. Gesunden auch nicht u. auch bei denen gehen Ehen in die Brüche. Manchmal gibt es Zeiten, wo wir Bilanz ziehen, wo wir über unser Leben nachdenken (müssen) u. wo es Lösungen u. Wege gibt, so viele wie es auch Menschen gibt - halt individuell.

    Yvo, ich hoffe, dass du mich nicht als belehrend erlebst. Es ist meine Art, so wie ich durchs Leben gehe, mit meiner Erkrankung u. mit meinem Partner, mit meinen Kindern, mit meinem Umfeld. Und das was für mich richtig erscheint, muss nicht für dich gelten. Vielleicht ist das eine o. andere in meinen Worten, das dir helfen kann - vielleicht auch nicht.

    Auf jeden Fall ist es kein einfaches Thema, auch wenn unsere Gesellschaft noch nie so offen u. aufgeklärt über Sex geredet, gehandelt u. bebildert hat. Und trotzdem ist u. bleibt es ein ganz intimes, verletzliches u. z. T. schwieriges Thema.

    Von Herzen wünsche ich dir, dass sich dein Mann im Beginnenden 2005 zugewandter dir gegenüber zeigen kann, dass ihr zusammen neue Wege gehen könnt.
     
  18. Angelita

    Angelita Guest

    Hallo Kate

    Das tut mir leid, dass du so enorme Beschwerden hast u. die Sexualität dadurch so schwierig wird.

    Ich habe auch jedes Mal schmerzen beim Geschlechtsverkehr, jetzt noch mehr als früher. Nach der Gebärmutterentfernung, wegen Endometriose folge der Fibro, haben sich Narben gebildet im Gebärmutterhals u. die schmerzen, sobald der Penis daran kommt. Schon das Einführen des Penises macht Schmerzen.

    Tja, da ist guter Rat teuer. Ich behandle jetzt mit einer Hormoncreme grad örtlich. Mal schauen, obs was bringt....

    Lass dich umarmen! Ich wünsch dir Kraft um all die Verletzungen v. der Partnerschaft zu verkraften.
     
  19. kate

    kate Guest

    @angelita
    danke für deine liebe antwort!
    habe eben versucht eine antwort zu schreiben, aber die ist plötzlich weg...
    jetzt hab ich keine zeit mehr :-((
    aber: ich wünsche auch dir allesgute und geduld beim cremen. ich creme gerade multi-gyn-gel, ist nix chemisches, soll aber die schleimhaut stärken in dem bereich und weniger anfällig machen:rolleyes:
    ales liebe,
    kate
     
  20. Sabrina12682

    Sabrina12682 Ich sage was ich denke.

    Registriert seit:
    31. August 2004
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    hallo zusammen,


    leider kenne ich dieses problem nur zu gut. bin gerade 22j. und habe nicht mehr wirklich oft (im gegensatz zu früher)m lust auf sex.
    darunter leidet natürlich auch unsere fast 4 jährige beziehung, gerade immoment habe ich besonders wenig lust. mir tut alles ,naja fast alles weh!!!!!

    mir tut schon so manches mal mein partner leid, aber ich kann nichts daran ändern, habe ihm schon erklärt woran es liegt. er hat auch verständnis würde aber doch unheimlich gerne mit mir sex haben, sehe es ihm förmlich an. kann ja nicht mehr duschen gehen ohne es zu merken :D
    find das so süüüüssss wie er mich fragt ohne zu sprechen, das ich hin schmelzen könnte:p , und dann beim versuch.......:( .

    habe auch teilweise das gefühl, durch die medis habe ich ein geringeres lustgefühl!!!
    werde definitiv mit meinem arzt sprechen! mein gott ich bin 22 ich will leben und spaß haben und das immer und überall (auch wenn es nicht möglich ist, aber wenigstens nicht durch medis auch noch eingeschränkt sein!!!!!!!1 es istz manchmal schon zum heulen.:mad: )

    werde mal schauen was der doc dazu sagt.

    so wünsche euch heute abend noch einen schönen rest tag!?!:confused: naja ihr wißt schon was ich meine.

    lg bine