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Ist man manchmal schon zu krank?

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von Soschn, 22. September 2013.

  1. Soschn

    Soschn Dr. Hinkebein

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    Servas,

    wie manche von euch wissen, geht es mir derzeit irgendwie nicht gut. Ich bekomme weder den Diabetes richtig unter Kontrolle noch den Blutzucker noch den Blutdruck.
    Auf mein Drängen hin wurde letzte Woche vom Internisten schon die Blutdruckmedikation erweitert, weil ich nicht nur Werte zwischen Systolisch 190-210 und diastolisch zwischen 100-130 hinnehmen wollte und nur mit Nifedipin als Bedarf mich dahinschleppe - ich habe zumindest durch von mir selber recherchierten Therapievorschlag ne Schlachtel mit Nifedipin retard bekommen - mit dem hinweis, ich solls versuchen und schauen, was passiert.

    nchdem ich gestern dann zu den nun 20 mg dauerhaften Nifedipin noch 30 mg unretardiert brauchte, ging ich zum Bereitschaftsarzt, es hatte ein alter Arzt, der schon im Ruhestand ist, aber iommer noch bereitschaft für Kollegen macht, lustigerweise in der Praxis meines Internisten.

    Ich wurde in ein Zimmer gesetzt und hörte dann von dem Arzt: "das ist ja eine ganze Seite von Diagnosen, was machen wir denn mit so an schwerkranken Burschen?!"

    Der Blutdruck war, als er gemessen hatte, 150/95 - klar, ich hatte ja vorher wieder Werte von 185/115 gehabt, was ich auch ihm als Ausdruck meiner Dokumentationsapp hingelegt habe. Ich habe ihm erklärt, dass ich ab werten um die 170 mmHg starken Druck im vorderen Schädel bekomme und auch massiven Druck hinter den Augen habe, ferner ich kurzatmig sei. Auch wies ich darauf hin, dass in meiner Familie fast jeder an Herzinfarkt oder an Schlaganfall verstorben ist und ich schon mal eine TIA gehabt habe.
    Er meinte dann, ja, der Blutdruck geht ja immer wieder etwas runter mit dem Nifedipin, mehr könne man jetzt eh nicht machen und auf die Frage nach der Höchstdosis kam ein "Nehmen sie was sie brauchen".

    Als weitere Diagnose meinte er, das ich mich wohl ein wenig reinsteigere und meine Nerven angegriffen sind, aber das macht nix, ich bekomme eine Spritze und soll mich daheim hinlegen und bei Bedarf auf Nacht noch eine Schlaftablette nehmen und 2x Blutdruck messen am Tag reicht.
    Die Arzthelferin zog dann eine Spritze auf (mir wurde immer noch nicht gesagt, was ich bekomme), ich konnte dann aber erkennen, dass es sich um Diazepam (Valium) handelt - ich wollt nur nicht mehr diskutieren und hab mir die Spritze von der etwas ungeschickten Helferin in den Gluteus rammen.

    Der Blutdruck war auch weiterhin gestern hoch, in der Zeit wo ich schlief, konnte ich nicht messen, das Valium hatte aber auf den Blutdruck keinen Einfluss.

    Werden wir schon als "unheilbar" oder als "hoffnungslose Fälle" angesehn, nur weil einige Sachen zusammenkommen oder sind einfach die Ärzte überfordert.

    Und wieso wird man immer in die Ecke geschoben, dass man "psychisch fertig" ist.
    Oder ist man wirklich in einem Zustand, "wo sich nix mehr leiht"

    ein wenig ratlos und auch nachdenklich
    mit weiter Blutdruck



    Sosch
     
  2. Frau Meier

    Frau Meier Guest

    Hallo Soschn,

    ich versuche es ohne Kenntnis der Details: mir fallen zwei mutmaßlich wesentliche Dinge ein:

    1. Sowohl der schlecht einzustellende Diabetes als auch der vergleichbar nicht zufriedenstellende Blutdruck hängen nicht selten mit der Gabe und vor Allem der Dosis von Cortison zusammen; vielleicht muss das mehr als bisher berücksichtigt werden.

    2. Ich weiß ja nicht, welche Blutdruckmedikation du insgesamt aktuell hast. Falls du außer Nifedipin (egal, ob unretardiert oder retardiert ist dieses nicht die erste Wahl zur Blutdruckbehandlung) keine weiteren Medikamente bekommst, kann ich dir nur raten, einen Internisten aufzusuchen, der einigermaßen up-to-date ist. Die erste Wahl eines Blutdruckmedikaments bei Diabetikern ist im Allgemeinen ein ACE-Hemmer oder - falls nicht möglich - ein Angiotensin-II-Blocker (auch Sartan genannt). Einfache Begründung: Patienten mit sich abzeichnender oder bereits bestehender Bedrohung der Nierenfunktion durch Diabetes, Hochdruck oder Proteinurie profitieren von der hierdurch gewährleisteten Nephroprotektion.

    Ich kann verstehen, dass du deprimiert bist, denke aber, dass du dauerhaft einen umfassend sachkundigen Arzt brauchst (das kann ein Arzt im Notfalldienst nur für den Moment leisten) - kann dein Diabetologe vielleicht helfen?

    Gute Besserung einstweilen, Gruß, Frau Meier :)
     
  3. Soschn

    Soschn Dr. Hinkebein

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    Hallo Frau Meier,

    danke für Deinen Post. bei dem Diabetologen bin ich eigentlich nur wegen dem Diabetes, obwohl er auch Kardiologe ist. Aber ich habe halt seit Jahren einen anderen Kardiologen, bei dem ich auch in regelmäßiger Behandlung bin. Der Diabetologe gab mir hier in Hinsicht auf den Zusammenhang nur zu verstehen, ich wäre mit meiner Medikation schon am oberen Limit und man könnte nicht mehr viel tun. Betablocker darf ich wegen meiner reaktiven Depression, welche mit SSNRI behandelt wird, nicht nehmen.

    Gegen den Blutdruck nehme ich derzeit (bin da schon seit 12 Jahren in Behandlung):

    Ramipril 10 mg 1-0-0-0
    Amlodipin 10 mg 0-0-1-0
    Spironolacton/Furosemid 50/20 mg 1-0-0-0
    Nifedipin retard 10 mg 1-0-1-0

    als Bedarf derzeit ca. 30-40 mg Nifedipin unretardiert.


    Ich schraube derzeit gerade ein Cortisonschema (derzeit bei 20 mg Prednisolon mit Reduktion aller 3 Tage um 1 mg) herunter, welches ich wegen einem Schub bekommen habe - aber das dauert und ist in der diabetologischen Praxis, sowohl als auch beim Kardiologen bekannt, da ich Befunde immer einscanne und bei den jeweiligen Fachärzten als Kopie hinterlege, ebenso die Liste der aktuellen Medikation. Beim Diabetologen wurde vor 2 Monaten eine Generaluntersuchung gemacht, hier wurde auch ein Ultraschall vom Herz und von den Nieren gemacht, war bissi komisches Gefühl, da ich ja seit 12 Jahren kardiologisch von einem anderen behandelt werde, der sich - aus irgendwelchen Gründen - mit dem Diabetologen nicht versteht - sie hatten eine Gemeinschaftspraxis und haben sich vor 5 Jahren da getrennt. habe da das Gefühl, ich sitze zwischen den Stühlen.

    Bin irgendwie, hmm auch wirklich ratlos. Der RR war um 13.30 Uhr 168/109, Bpm 103, habe nach Anweisung 5 mg Nifedipin genommen, dann Nachkontrolle um 15.00 Uhr, weil der Druck im Kopf nicht wich - RR 187/114, bpm 94 - und wieder 10 mg Nifedipin......

    wie gesagt, ratlos
    sosch
     
  4. Bernstein

    Bernstein Aktives Mitglied

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    Hallo Soschn,

    oh es tut mir leid, dass es dir nicht so gut geht. Fühl dich mal lieb gedrückt.:pftroest:

    Leider kann ich dir keinen für dich nützlichen Rat geben,(zu wenig Erfahrung damit) .

    Aber da du ja immer für Viele hier im Forum einen Tipp und guten Ratschlag hast, dachte ich
    mir, ich spreche dir einfach mal ein bischen Mut zu, dass sich doch alles wieder zum Besseren wendet.

    Ich wünsche dir noch einen schönen Abend und nicht all zuviel grübeln.

    LG Bernstein:)
     
  5. Gitta

    Gitta Aktives Mitglied

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    Bärlin :-)
    **

    Meine Gedanken.
    Je mehr Mann /Frau an Wissen hat,ist es oft nicht einfach
    alles klar zu sehen.Neulich war ein Bericht im Fernseh.
    Da war eine Ärztin für sich selber auf der suche nach einer Diagnose.
    Es hat Jahre gedauert,bis einer ihrer Kollegen fanden,was sie hatte.
    Irgendwie standen sich da alle irgendwie im Weg.
    Biba
    Gitta
     
  6. Nachtigall

    Nachtigall Aktives Mitglied

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  7. jobwa

    jobwa Neues Mitglied

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    ...bei einem Blutdruck von fast 200mmHg kannst Du ruhig mal nen Notarzt rufen! Grade bei Familienanamnese "Schlaganfall". Musst sicher dann mit einem Klinikaufenthalt rechnen, aber vielleicht kriegen die dann Deinen Blutdruck in den Griff. Ein dauerhaft so hoher Blutdruck ist NICHT zu tolerieren!

    Wünsch Dir alles Gute!

    jobwa
     
  8. Frau Meier

    Frau Meier Guest

    Guten Morgen Soschn,

    ich kann dich gut verstehen; du hast in der Tat schon eine durchaus erkleckliche Anzahl an Blutdruckmedikamenten; der Aussage, dass "man da nix mehr machen könne", kann ich mich indes nicht anschließen.
    Vielleicht suchst du diesbezüglich mal einen Nephrologen, am besten mit Zusatzbezeichnung Hypertensiologie, auf; die Optimierung des Blutdrucks ist eine Grundkompetenz bei der Behandlung von u.a. Nierenerkrankungen, und es gibt noch einige Wirkprinzipien, die bei dir gar nicht im Einsatz sind.

    Nicht wenige Patienten benötigen zur Einstellung eine 5- oder 6-fach-Kombination; essenziell ist u.a. eine Ursachensuche (Cortison dürfte ein Faktor sein, aber es gibt ungefähr 57 andere auch noch!) und sukzessive Anpassung der Therapie, ggf. unter Kontrolle durch eine Langzeit-Blutdruckmessung (auch wiederholt, tut nicht weh und ist kein besonderer Aufwand)

    Was bei dir bisher alles nicht im Einsatz ist:
    (1. Betablocker - okay, fallen weg!)
    2. AT-II-Antagonist (Sartane wie Losartan, Candesartan, Telmisartan usw., kann man mit ACE-Hemmer auch kombinieren...)
    3. Alpha-Blocker(z. B. Urapidil, Doxazosin, Prazosin etc.)
    4. Zentral wirksame Alpha-Agonisten (z. B. Clonidin, Moxonidin)
    5. Direkte Vasodilatatoren wie Dihydralazin oder Minoxidil
    (6. Direkter Renininhibitor Rasilez, fällt aus, da die Kombination mit ACE-Hemmer ungünstig ist)

    Ich will damit lediglich zeigen, dass hier vom "Ende der Fahnenstange" keine Rede sein kann und darf!
    Fass dir ein Herz und suche dir einen Arzt, der zu deinem Diabetologen "kompatibel" ist ;)
    Es geht doch um eine zeitnahe Verbesserung DEINER Situation und nicht um Animositäten zwischen deinen Ärzten :rolleyes:

    Beste Grüße und baldige Besserung, Frau Meier
     
  9. Lagune

    Lagune Bekanntes Mitglied

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    Hallo Soschn,

    Welches SSNRI nimmst du denn ? Venlafaxin(Trevilor) zB. verursacht als Nebenwirkung auch Bluthochdruck. Vielleicht könnte da auch mal in der Richtung geschaut werden.

    Mein Bluthochdruck, da kümmert sich mein Nephrologe, der auch auf Hypertensiologie spezialisiert ist.

    Ich nehme Kinzalkomb mit den Wirkstoffen Telmisartan und Hydrochlorothiazid.

    Ich denke das es sicher noch einige Möglichkeiten gibt für dich.
     
  10. booky

    booky Mitglied

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    Hallo Soschn,
    ich kann Dich auch nur ermuntern am Ball zu bleiben! :top: Manchmal muss man eben erste einiges probieren, bis man ans Ziel kommt. Und Frau Meier hat ja schon geschrieben, dass man noch einige Möglichkeiten hat. An Deiner Stelle würde ich die Diabetologin fragen, welchen Kardiologen sie Dir empfiehlt - dann können Die auch bestimmt gut miteinander :p

    Nachdem ich zwar schon einige Jahre einen behandlungsbedürftigen Bluthochdruck hatte, hatte - und ich hoffe nun haben wir es wirklich geschafft - ein Jahr lang immer wieder sehr hohe Werte. Genauso wie bei Dir war es so, dass ich es auch immer sehr schnell und stark gemerkt habe, wobei viele berichten, dass man es oft nicht merkt. Habe seitdem auch immer ein Notfall-Medikament in der Tasche :( und das mit 40 Jahren?! Für solche Blutdruckwerte ja eher noch jung.:(

    Ich gehen davon aus, dass es durch 2 Corti-Stoßtherapien innerhalb eines Monats ausgelöst wurde (erst 200mg, dann 250mg). Mit meinem Hausarzt haben wird dann einiges ausprobiert und immer wieder wurde der Kardiologe zu Rate gezogen. Mein Hausarzt wollte mich schon in die Klinik zum Einstellen schicken, aber ich wollte eine Einstellung unter realen bzw. Arbeitsbedingungen. Wegen eines Asthmas darf ich auch keine Betablocker nehmen, was es auch schwieriger gemacht hat.

    Nach etlichen Medikamenten- und Kombiversuchen, die zum Teil auch sehr unangenehme Nebenwirkungen hatten und vierteljährlichen Langzeitmessungen, habe ich zurzeit eine gute Einstellung. Hoffe auch sehr, dass es so bleibt, den zwischenzeitlich waren die Werte auch mal mit anderen Medis gut. Bin schon sehr gespannt, wie die nächsten Langzeitwerte sind. Meine Messungen sind aber zurzeit immer ok. :top: Davor fand ich es schon ok, wenn es nicht höher als 160 zu 110 war. Auch wenn es eigentlich nicht gut ist, dass ich zurzeit deutlich weniger messe, so sehe ich es doch als Zeichen, dass der Blutdruck gut eingestellt ist und sich gar nicht mehr so in den Vordergrund bei mir mehr stellt. ;)

    Meine Ärzte nehmen das jedenfalls sehr ernst und kümmern sich sehr; da habe ich viel Glück!
    Morgen geht's z. B. auch zum Nephrologen mit 24h-Urin-Test, um zu sehen, ob nicht doch da auch noch eine Ursache liegen kann.

    Sicherlich willst Du auch meine Medikation wissen. Die ist für den Blutdruck: Valsartan comp 160mg/25mg, Torasemid 5mg (Diuretikum), Procoralan 5 mg/ morgens 1, abends 1/2 (bei mir vor allem zur Senkung des hohen Pulses, senkt aber auch Blutdruck) und wenn's arg wird als Notfallmedikament Bayotensin akut.

    Drücke Dir die Daumen, dass Du bald auch Erfolg bei der Einstellung hast.

    Viele Grüße!
    Dir Booky