Ich habe seit 2006 jetzt schon zwei Diagnosen bekommen: Zuerst hieß es, ich habe eine reaktive Arthritis. Es fing damit an, dass mir meine rechte Schulter enorm weh tat und ich meinen Arm kaum noch heben konnte, d.h. nach vorne schon, aber nicht über die Seite nach oben. Da es trotz Wärme, Kälte und Salben nicht besser wurde, habe ich meinen Orthopäden aufgesucht. Der hat meine Schulter geröngt, konnte aber keinen Befund feststellen. Er hat mir dann eine Spritze mit Cortison gegeben. Die Schmerzen sind auch besser geworden, gleich am nächsten Tag konnte ich meinen Arm wieder heben. Kurze Zeit später bekam ich dieselben Schmerzen in der anderen Schulter, wieder eine Cortison-Spritze. Danach bekam ich urplötzlich Schmerzen in den Fingern. Eines Morgens war mein Daumen an der rechten Hand dicker als links. Zwei Tage später tat mir mein Knie weh, der Schmerz war am nächsten Tag wieder verschwunden. Bei einem erneuten Besuch beim Orthopäden (ist auch Rheumatologe) wurde eine Blutuntersuchung gemacht. Diagnose: reaktive Arthritis wegen Yersinien-Infektion. Ich bekam für drei Wochen ein Antibiotikum. Danach wieder eine Blutuntersuchung: BSG immer noch viel zu hoch, nämlich bei 70. Schmerzen in der Schulter hatte ich immer noch, vorwiegend nachts, wenn ich mich im Schlaf zur Seite drehte, wurde ich vor Schmerzen wach. Der Orthopäde überwies mich dann an einen internistischen Rheumatologen und behandelte mich weiter mit Cortison, jetzt aber als Tablette. Er verschriebe mir auch MTX als Spritze, da meine BSG immer noch bei 50 lag. Ich bekam auch relativ schnell einen Termin beim Rheumatologen, es wurde wieder Blut abgenommen. Seine Diagnose: Keine Anzeichen für entzündliches Rheuma vorhanden. Auf meine Frage, ob ich MTX weiter nehmen soll, meinte er, das könne ich ruhig tun. Meine Hausärztin dagegen meinte, MTX sei kein "Bonbon" und ich würde damit "mit Kanonen auf Spatzen schießen". Ich habe ein halbes Jahr MTX weiter gespritzt. Meine BSG lag bei den Kontrollen bei meinem Orthopäden nie unter 45. Daraufhin habe ich MTX abgesetzt, weil ich ja eine normale BSG auch mit diesem Medikament nicht erreichte und mir die Worte meiner Hausärztin Angst gemacht haben. Ich habe nach dem Absetzen Schmerzen in den Beinen bekommen, so dass ich kaum noch eine Treppe rauf gehen konnte. Irgendwie hat sich das aber dann nach Wochen mal gelegt und ich dachte, ich hätte es überstanden. Allerdings kamen meine Beschwerden mit der Schulter 2009 wieder zurück. Ich ging zu einem anderen Orthopäden. Diagnose: Schleimbeutelentzündung in der linken Schulter, Behandlung mit Cortison-Spritzen. Röntgenbild war in Ordnung. Danach sprangen die Schmerzen in die andere Schulter und anschließend bekam ich an beiden Armen einen "Tennisarm". Anschließend kamen Anzeichen eines Karpaltunnelsyndroms dazu. Jedenfalls wurde auch dort wieder eine Blutuntersuchung gemacht und die brachte einen Rheuma-Faktor zu Tage. Wieder eine Überweisung zum Rheumatologen. Nur war nirgendwo kurzfristig ein Termin zu bekommen, so dass ich keinen Rheumatologen aufgesucht habe, weil die Schmerzen dann nach diversen Cortison-Spritzen dann irgendwann auch weg waren. Im letzten Jahr wiederum bekam ich starke Schmerzen im Schultergürtel und im Nackenbereich. Damit bin ich dann wieder zu meinem Orthopäden von 2006 gegangen. Wieder Röntgenbild: keine Veränderungen, wieder Blutbild: hohe BSG - 50. Die Diagnose lautet diesmal: Polymyalgica rheumatica. Ich habe Cortison bekommen (20 mg, 15 mg, 10 mg und bin jetzt bei 5 mg). Die Blutuntersucherung hat mal wieder eine zu hohe BSG ergeben. Und er spricht jetzt wieder von einem Basismedikament und weiterer Reduzierung des Cortisons auf 2,5 mg. Aber eigentlich fühle ich mich jetzt mit den 5 mg Cortison ganz gut. Meine Schmerzen sind fast verschwunden und ich kann auch Treppen in einem "Rutsch" gehen, was ich vorher all die Jahre meist nicht konnte.
Ich höre schon wieder meine Hausärztin gegen MTX argumentieren. Zwischenzeitlich habe ich auch eine Diabetes entwickelt. Aber bekanntlich erhöht ja Cortison auch die Zuckerwerte. Ich bin mir echt nicht sicher, ob ich dieses MTX wieder nehmen soll.
Und das Schlimmste: Ich kann es immer noch nicht glauben, dass ich Rheuma haben soll und ein Leben lang diese "Hammer-Medikamente" nehmen muss.
Was meint Ihr, stimmen die Diagnosen?
Ich höre schon wieder meine Hausärztin gegen MTX argumentieren. Zwischenzeitlich habe ich auch eine Diabetes entwickelt. Aber bekanntlich erhöht ja Cortison auch die Zuckerwerte. Ich bin mir echt nicht sicher, ob ich dieses MTX wieder nehmen soll.
Und das Schlimmste: Ich kann es immer noch nicht glauben, dass ich Rheuma haben soll und ein Leben lang diese "Hammer-Medikamente" nehmen muss.
Was meint Ihr, stimmen die Diagnosen?
