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interessante neuigkeiten

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von Lilly, 9. März 2007.

  1. Marie2

    Marie2 nobody is perfect ;)

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    liebe lilly,

    bei den beiden unteren kommt nur die
    anmeldeseite ;)

    danke und lieben gruss marie
     
  2. Liala

    Liala Neues Mitglied

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    Hi Lilly!
    Danke für die Links! Das mit den Schilddrüsenhormonen finde ich sehr interessant. Werde jetzt mal versuchen, sie immer abends zu nehmen. Bin morgens oft unterschiedlich früh bzw. spät auf und stehe dann vor den Fragen: erst Cortison u später L-Thyroxin? oder andersrum? oder gleichzeitig? und wie lange später sulfasalazin? wann darf ich was essen....? Das geht sicher nicht nur mir so. Und wenn's abends auch noch besser wirkt, super!
    Gruß, Liala
     
  3. Lilly

    Lilly offline

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    hallo marie,

    schade :(- aber kein problem:

    Glucocorticoide werden seit nunmehr fast 6 Jahrzehnten aufgrund ihrer antiinflammatorischen und immunsuppressiven Wirkung bei verschiedenen medizinischen Indikationen eingesetzt. Die Entwicklung zu innovativen Glucocorticoiden und Glucocorticoidrezeptor-Antagonisten mit hoch spezifischer Wirkung beschreiben Frank Buttgereit und Kollegen von der Klinik für Rheumatologie und Klinische Immunologie des Universitätsklinikums Charite, Berlin (Lancet 2005; 365; 801-4).

    Die Cortisol-Ära begann 1948 mit dem Einsatz der Substanz in der Rheumatologie, bei systemischen und Atemwegserkrankungen. Aufgrund der Nebenwirkungen kam es bereits 1950 zur ersten Welle der auch später auftretenden „Cortison-Phobie“. In den 50er und 60er Jahren entwickelten Wissenschaftler daraufhin neue Corticoide mit signifikant verstärkter antiinflammatorischer und verringerter mineralocorticoider Wirkung, z.B. Prednisolon/Prednison (1955) und Methylprednisolon (1957). Später folgten fluorierte Glucocorticoide wie Dexa- oder Betamethason. Ein weiterer therapieoptimierender Ansatz der topischen Anwendung (nasal, rektal, per Inhalationem) wird heute noch weiter erfolgreich verwandt.

    Wie aus einer Arbeit von Leonard et al ersichtlich wird (N Engl J Med 2004; 351:868-75), treten jedoch bei einer notwendigen systemischen Therapie - hier beim nephrotischen Syndrom im Kindesalter -, trotz alternierender Dosierung und zeitweisem Absetzen der Therapie relevante unerwünschte Arzneimittelnebenwirkungen wie Wachstumsverzögerung und Gewichtszunahme auf. Bei Erwachsenen wird diesen Effekten wie Osteoporose mit Bisphosphonaten vorgebeugt.
    Grenze erreicht?Die Optimierung der rein antiinflammatorischen Wirkung stößt bei systemischen konventionellen Glucocorticoide an ihre Grenze, schreibt Buttgereit. Eine neue Entwicklung stellt die gezielte lokale Abgabe des Wirkstoffes durch Liposomen als Carrier dar. Liposomen sammeln sich selektiv hoch konzentriert im Entzündungsgebiet. Aufgrund der Verkapselung treten weniger unerwünschte Nebenwirkungen auf. Weitere Ansätze mit konventionellen Glucocorticoiden stellen nach Buttgereit Retardformen und Glycyrrhetinsäure dar. Letztere hemmt die 11ß-Hydroxysteroiddehydrogenase und steigert somit den endogenen Glucocorticoidspiegel.

    Weiterhin erwähnen die Autoren Nitrosteroide, bei denen ein konventionelles Glucocorticoidderivat mit Stickstoff verbunden ist. Beispiele sind NO-Prednisolon (NCX-1015) und NO-Hydrocortison (NCX 1004). Der bis zu zehnfach gesteigerte antiinflammatorische Effekt beruht auf der langsamen Freisetzung des ebenfalls antientzündlich wirkenden Stickstoffs. Der osteoporosefördende Effekt soll laut Tierstudien geringer sein, so dass ein besseres Nutzen-Risiko-Profil resultiert.

    Eine zweite wichtige Neuentwicklung stellen die selektiven Glucocorticoidrezeptor-Antagonisten (SEGRA) dar. Glukokortikoide vermitteln ihre Effekte sowohl über genomische als auch nicht genomische Mechanismen, wie die Autoren erläutern. Die genomischen Wirkungen werden in Transrepression (Hemmung der Synthese regulatorischer Proteine) und Transaktivierung (Induktion der Synthese regulatorischer Proteine) unterteilt. Die unerwünschten Wirkungen wie eine diabetische Stoffwechsellage oder Osteoporose sind überwiegend auf die Transaktivierung zurückzuführen. Dagegen beruhen die günstigen antiinflammatorischen Effekte auf Transrepression, z.B. Hemmung der Cyclooxygenase-2 oder von Zytokinen. SEGRA wie ZK 216348 zeigten im Tierexperiment eine wirksame entzündungshemmende Aktivität bei schwächer ausgeprägten unerwünschten Arzneimittelnebenwirkungen wie Hautatrophie oder Gewichtszunahme.

    Dr. Inge Kelm-Kahl, Wiesbaden


    be,01. März 2007



    Schmerzsensibilisierung und Schmerzgedächtnis

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    Chronische Schmerzzustände werden im peripheren nozizeptiven System im wesentlichen durch Sensibilisierung der Nozirezeptoren sowie durch ektope Impulsentstehung getriggert.
    Dabei besteht die Sensibilisierung in einer Veränderung der Reizschwelle von Nozirezeptoren, wodurch schon äußerst schwache Reize Schmerzpotentiale und somit eine Schmerzempfindung auslösen können.


    Die ektope Impulsentstehung spielt die entscheidende Rolle bei der Entstehung neuropathischer und neuralgischer Schmerzen.

    Je anhaltender und stärker der Schmerzreiz ist, durch den die Nozizeptoren erregt werden, wie etwa bei unzureichender analgetischer Behandlung, oder je höher die Aktivtivität ektoper Impulse ist, desto stärker steigt die Frequenz der Schmerzpotenziale. Außerdem kommt es dadurch zu einer verstärkten Leitung nozizeptiver Signale zum Hinterhorn des Rückenmarkes, so daß normalerweise stumm bleibende nozizeptive Fasern in wachsender Zahl rekrutiert werden.

    Die in höherer Zahl und höherer Frequenz aus der Peripherie eingehenden Schmerzpotentiale aktivieren die Übertragung auf weitere Neurone im ZNS. Durch genetische Aktivierung in den Neuronen beginnen die beteiligten Synapsen ihr Rezeptormuster und die Reagibilität von Ionenkanälen zu verändern. Dadurch wird eine Bahnung der nozizeptiven Erregungsleitung langfristig aktiviert. Eine Verstärkung der Schmerzwahrnehmung und Veränderungen in Perzeption und Verarbeitung der Reize werden fixiert.

    Schmerzgedächtnis
    Intensive Schmerzreize können bereits nach wenigen Minuten zu anhaltenden strukturellen und funktionellen Veränderungen im nozizeptiven System führen, die eine erleichterte und verstärkte Weiterleitung von Schmerzreizen aktiviert und intensiviert.

    Entsprechend der Gate-Control Theorie, die „Tore“ für Schmerzreize auf verschiedenen Ebenen des Nervensystems beschreibt (Rezeptor, Hinterhorn, Formatio reticularis, Thalamus, Cortex) kommt es zu molekularen Veränderungen, die eine präferentielle Öffnung der „Gates“ voreinstellen. Die Schmerzreize haben eine funktionelle und strukturelle Spur im ZNS hinterlassen, die eine wiederholte, verstärkte Weiterleitung ähnlicher Schmerzreize präformiert. Ein „Schmerzgedächtnis“ ist entstanden, das der Chronifizierung des Schmerzzustandes die neuronalen „Tore“ öffnet.

    Eine ausreichende, rechtzeitig beginnende und kontinuierliche analgetische Therapie von Schmerzzuständen mit Morphin kann die Ausbildung eines solchen Schmerzgedächtnisses wirksam verhindern und so einer Chronifizierung und Selbstverstärkung der Schmerzen vorbeugen. Die schnelle Aktivierbarkeit des Schmerzgedächtnisses zeigt die dringende Notwendigkeit, auch Durchbruchschmerzen konsequent zu therapieren. Hierzu sind Morphin-Tropfen ein besonders geeignetes Pharmakon.

    Autor: Dr. Axel Leibstein, Merck Pharma GmbH

    hp, BSMO,18. Juli 2005

    quellen siehe oben in meinem ersten thread
     
    #4 9. März 2007
    Zuletzt bearbeitet: 9. März 2007