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Ich bin verzweifelt

Dieses Thema im Forum "Austausch für und mit Angehörigen" wurde erstellt von Torsten, 6. Oktober 2001.

  1. Torsten

    Torsten Guest

    Hallo ich heiße Torsten,

    Kann mir mal jemand sagen ob Frauen die Rheuma haben algemein so launisch sind oder ist es der schlechte Karakter der nun zum vorschein kommt durch die Erkrankung meiner Frau.
    Ich verkrafte viel und mache für meine Frau alles auch wenn es ihr gut geht. Aber seit zwei Jahren, seid dem Sie das weis das Sie Rheuma hat ist Sie sehr launisch. Oft habe ich es Ihr gesagt ob sie es merkt das Sie sich verändert. Nein sagt Sie, merkt Sie nicht.
    Weis nicht ob das hier her gehört!! Aber sicherlich bin ich nicht der einzige Mann der eine Frau mit Rheuma hat.

    Torsten
     
  2. llona

    llona Guest

    Hallo Thorsten,

    also ich denke schon das man launenhaft werden kann durch die Krankheit und die Schmerzen. Und ich weiß es ziemlich genau, denn ich bin selbst betroffen, allerdings merke ich sebst das ich mich verändert hab.
    Ob das allerdings viel nutzt das ich es merke?? Ich weiß es nicht.

    Ich hab schon oft darüber nachgedacht und würde auch viel drum geben wieder fröhlich zu sein wie früher, aber das gelingt meistens nicht.
    Hab Geduld mit deiner Frau.
    Allerdings sollte auch Sie wissen, das eine Krankheit nicht dazu berechtigt böse zu andern zu sein.
    Alles Liebe wünscht dir
    Ilona
     
  3. Sylke

    Sylke Guest

    Hallo Torsten,

    ich schliesse mich den beiden Vorschreiberinnen an. Man wird dem Partner und der Familie gegenüber oft ungerecht. Die fiesen Schmerzen nehmen einen ganz schön mit. Zudem ist Rheuma eine Allgemeinerkrankung, also fühlt man sich echt oft ziemlich mies. Sag Dir doch einfach das Du 2 Ohren hast: Beim einen rein beim anderen wieder raus. Gut das geht nicht oft, aber probiere es doch einfach mal aus. Ich glaube schon das es Deiner Frau insgeheim leid tut, wie sie mit Dir umgeht. vielleicht verdrängt sie es einfach. Ich wünsche dir jedenfalls ein dickes Fell und starke Nerven. UND HALTE WEITER ZU DEINER FRAU! Das braucht sie jetzt am meisten. Es ist wichtig für sie das sie weiß, jemand ist für sie da. Klingt jetzt vielleicht blöd, aber versuche doch mal mit anderen Männern von rheumakranken Frauen Kontakt aufzunehmen. Vielleicht hilft dir das.

    Gruß
    :p Sylke
     
  4. Cooperative

    Cooperative Guest

    Hallo Torsten

    Nimms gelassen. Versuch mal (in besseren Momenten) mit ihr ernsthaft darüber zu reden und ihr zu sagen das sie Dir damit sehr weh tut. Beteure das Du sehr betroffen bist, daß es ihr oft schlecht geht und das ihr Beide das Beste aus der Situation machen müsst, daß Du sie nicht verlassen wirst, weil Du sie sehr liebst etc. aber das die einsehen muß, daß Du nicht immer das Ventil für ihre "Laune" sein kannst. Bei mir ist es so das meine Freundin bei wirklich kleinigkeiten auf mir rumhackt, obwohl ich derjenige bin der Krank ist und sie schon zu furiee wird, wenn sie mal ein bischen Bauchschmerzen hat. Das sind noch ganz andere Sachen. Naja, dann viel Glück und Erfolg.
     
  5. christoph

    christoph Guest

    lieber torsten,
    ich bin nach gut 16 monaten von meiner reaktiven arthritis
    so gott will auf dauer doch noch gesund geworden und kann
    dir nur zwei ratschläge geben:
    1. Das schlimmste in dieser zeit waren nicht die schmerzen,
    sondern das oft über tage anhaltende ko-gefühl. Man schläft
    schlecht, wacht auf, als hätte man kein auge zu getan und muß
    doch den tag bewältigen. Die Umwelt nimmt oft gar nicht war, wie
    mies man sich fühlt und stellt die üblichen Forderungen.

    2. In meinem fall waren objektive laborwerte und schwellungen feststellbar, also eine organische Erkrankung. Und ich schwöre dir stein und bein, dass die eigentliche ursache psychosomatisch
    war.

    Wegen 1. und 2. möchte ich empfehlen, dafür zu sorgen, dass die evtl. vorhandenen seelischen ursachen der krankheit ins blickfeld genommen werden und du nicht vergißt, etwas auch für dich zu tun. Empfehle deiner frau den gang zu psychotherapeuten,
    der jedenfalls etwas für die stimmung tun kann.

    Das beste für euch
    christoph
     
  6. nati

    nati Guest

    hallo torsten

    partnerschaft und chronische erkrankung ist nicht gerade ein einfaches thema. menschen verändern sich,wenn sie ständig mit schmerzen leben müssen. schmerzen belasten,sowohl psychisch, wie körperlich. sie sind regelrechte energiefresser. deshalb ist man durch schmerzen oft erschöpft und schwunglos. man fühlt sich oft nicht wohl in seiner haut. man ist gereizt und empfindlich. chronische erkrankungen greifen so massiv in das leben ein, dass es manchmal sinnvoll ist, sich hilfe von aussen zu holen. das kann eine selbsthilfegruppe für angehörige sein, eine psyichotherapie für den betroffenen oder sogar zusammen mit dem partner.

    ich selber habe fibomyalgie und mache eine psychotherapie und die gespräche mit meiner therapeutin helfen mir oft weiter, wenn ich mal wieder in einer sackgasse stecke.

    lass dich von evtl. reaktionen deiner frau nicht abschrecken. die therapie hat nichts damit zutun,dass einer von euch beiden nicht ganz dicht ist. am anfang sperrt man sich oft gegen den gedanken. ging mir nicht anders. doch hat sich meine einstellung heute geändert.


    alles gute und viel glück wünscht euch beiden

    nati
     
  7. Elke

    Elke Guest

    Hallo Torsten,
    mir geht es wie vielen meiner vorredner, chronische schmerzen machen mürbe und belasten die gesamte familiensituation, aber du stehst ja schon seit 2 jahren zu deiner frau und ich glaube du tust es auch weiter, was ich ganz super finde.
    Das deine frau sagt das sie es nicht merkt glaube ich ihr nicht so recht, sie wird es wohl merken, aber sie gibt es sich selbst gegenüber nicht zu (hab ich anfangs auch nicht) denn das bedeutet ja noch einen einschnitt in das eigene leben und noch eine situation mit der man sich auseinander setzen muß und glaub mir die ganz krankheit macht einen zum teil so wütend weil man nicht so kann wie man möchte, vor schmerzen oder weil schon bewegungseinbusen vorhanden sind und das drückt auf das gemüt.
    zumindest ist das bei mir der fall, ich bin häufig unzufrieden mit mir und mein selbstbewustsein hat seit meiner rheuma erkrankung erheblich gelitten, aber auch ich mache eine therapie und das reden hilft mir auch.
    ich bin auch verheiratet und habe auch einen super tollen partner der mit mir durch dick und dünn geht.
    Vielleicht solltest du deine frau mal diese ganzen antworten lesen lassen, damit sie selbst sieht, das sie nicht die einzige ist die sich verändert durch die krankheit das es uns rheumis auch so geht, sie sollte dazu stehen und dann lernen damit umzugehen, bzw. ihr beide müßt dann lernen mit den "launen" umzugehen. ich wünsche euch beiden von herzen viel erfolg bei der bewäligung eurer situation und denkt immer dran: ihr seid nicht allein !!
    viele grüße Elke
     
  8. Barbara

    Barbara Guest

    Hallo Torsten

    Alles was meine Vorgänger geschrieben haben, stimmt.
    Vielleicht solltest du mal einen Einblick bekommen, wie es jemanden eigentlich geht, der Rheuma hat.
    Keine Nacht schläfst du durch. Erwachst, als hättest du nicht geschlafen und hast den ganzen langen Tag mit seinen Herausforderungen vor dir. Dann hast du schon beim Aufwachen Schmerzen, wenn du nicht durch sie sogar geweckt worden bist.
    Du mußt damit fertig werden, alles was du früher mal konntest, nicht mehr so zu schaffen. Du möchtest das, aber du kannst es einfach nicht! Das nervt dich ungemein. Ist es doch genau das Problem, sich selbst einzugestehen, das man nicht mehr so belastbar ist und dieses oder jenes nicht mehr kann.
    Und dann ist da dein Partner! Du liebst ihn, und möchtest nicht das er sich so erschreckt wie du dich selbst erschreckt hast, als du merktest, das nichts mehr so geht. Du hast Angst, er könne dich verlassen! Dabei ist doch genau dieser Mensch noch der einzige Halt in deinem Leben. Du willst ihm nicht zur Last fallen, aber du weißt, das du irgendwann auf seine Hilfe angewiesen bist. Und das wo er sich doch ein ganz anderes Leben mit dir vorgestellt hat.
    Also versuchst du dich möglichst "normal" zu benehmen, was natürlich nicht klappt. Du wirst immer aggressiver der Krankheit gegenüber, weil du so hilflos bist.
    Dann sind da die anderen Menschen in deiner Umgebung. Sie merken, das du etwas hast und Fragen dich, was los ist. Wenn du dann ehrlich antwortest: "Ich habe Rheuma und Schmerzen, die unerträglich sind..." , dann schauen sie dich mit einem Blick an, der dir sagt, das sie dir nicht glauben. Und wie sollten sie auch, sie sehen ja nichts (zumindest nicht zu beginn der Krankheit). Einfacher wäre es wenn man einen Gips tragen würden, dann sähen deine Mitmenschen, das du etwas hast. Dann ist es greifbar!
    Du bist Unentschlossen (noch etwas was dich nervt, aber gegen das du einfach nicht ankannst). Eben wolltest du noch, und einen Augenblick später wieder nicht mehr (etwas was meinen Mann sehr nervt!!).
    Du frierst oder schwitzt extrem. (Ich gehe sogar im Hochsommer mit einer Wärmflasche und einem Fell ins Bett!)
    Du möchtest so gerne mal wieder Tanzen gehen, aber du weißt, wenn du das tust, hast du am nächsten Tag und an den darauf folgenden mit den Folgen deines Wunsches zu kämpfen. Also läßt du es lieber und wirst wieder unzufrieden.
    Dein ganzes Leben ändert sich, wird von Tag zu Tag schlechter obwohl du Medikamente nimmst. Du hast angst vor deiner Zukunft, von der du nicht weißt, wie sie verläuft. Vielleicht sitzt du irgendwann mal im Rollstuhl?

    Tja, das sind gedanken und Gefühle die dir durch den Kopf gehen und über die du nicht reden möchtest. Du möchtest deiner Krankheit nicht noch mehr macht über dich geben, sie hat schon genug Macht! Und dieses staut sich auf und LEIDER wird es irgendwann, wenn man nicht mehr kann an Menschen ausgelassen, die wir Lieben und mit denen wir zusammenleben. Eigentlich wollen wir das aber gar nicht.
    Aber dein Leben veändert sich und du kannst nichts dagegen tun. Das macht dich einfach fertig.

    Vielleicht hift es dir ein wenig, deine Frau besser zu verstehen. Es soll keine Entschuldigung sein aber sie macht das nicht absichtlich.
    Schlage ihr doch mal vor zu uns in den Rheumachat zu kommen. Da kann sie sich mit uns unterhalten, über diese Dingen sprechen und sie wird aufgebaut. Dann geht es vielleicht auch wieder etwas besser.

    Ich wünsche euch alles erdenklich Gute und halte zu ihr, sie braucht jetzt deine Stärke

    viele Liebe Grüße
    Barbara
     
  9. Agathe

    Agathe Guest

    Hallo Barbara, treffender hätte man die Situation un Empfindungen Betroffener nicht beschreiben können. Klasse und herzlichen Dank

    Liebe Grüße
    Agathe
     
  10. Peter

    Peter Guest

    Hallo Thorsten,
    ich schliesse mich den anderen an, was sie geschrieben haben, ob partner oder freund ,familien können sich gar nicht hinein fühlen. Denn die schmerzen wo wir haben, können sie nicht fühlen. Ich war auch hässig zu meiner umgebung, habe es gar nicht realisiert zuerst,da wird man depressiev, vorallem wenn man realisiert, dass man nicht mehr das leisten kann, bevor man krank wurde. Schlimm ist für ieden, wenn man ausgegrenzt wird vom bekanntenkreis. Trotz den schmerzen ging ich in den ausgang unter die leute ,so ging es mir wieder besser moralisch. Ver suche das mit deiner frau. Begegne ihr mit humor und viel geduld und verständnis. Positiv denken hilft auch . Wünsche deiner frau gute besserung und dir viel kraft mit dieser situation umzu gehen.Herzlich grusst dich Peter
     
  11. Jutta

    Jutta Guest

    Ein Gedicht für Euch

    Es ist wahr, die Krankheit verändert einen das ganze Leben.

    Ein Gedicht Für Euch:

    Jeder Mensch hat ein Ziel vor Augen.
    Er bleibt suchender - Zeit seines Lebens.
    Er ist Reisender - nirgens wirklich zu Hause.
    Er ist Glaubender - wider alles Augenschein

    Sein Ziel findet Er nur, wenn Ihn der Mut nicht verläßt,
    wenn die Hoffnung größer ist als sein Zweifeln,
    die Tapferkeit größer als seine Furcht,
    Die Sehnsucht größer als die Zufriedenheit des Augenblicks
     
  12. Angelina

    Angelina Guest

    Re: Ein Gedicht für Euch

    Hallo liebe Barbara,

    Du sprichst mir aus der Seele, ich bin auch berufstätig und
    habe selbst erlebt wie die Kollegen einen schief und unverständlich anschaun, weil sie eben NICHTS sehen( bis bei
    mir hin und wieder etwas geschwollene Fußgelenke).Stattdessen
    bekomme ich von meiner Kollegin am Montagmorgen zu hören, dass
    sie am Wochenende auch unter Magenschmerzen litt.

    Selbst die Familie ist bemüht einen zu verstehen, ich habe auch
    einen lieben Mann der Arzt ist(kein Rheumatologe)
    daher nehmen die Leute an, dass er doch sehr großes Verständnis
    für mich hat.Hat er teilweise, er war anfangs auch mit dieser Krankheit überfordert konnte sich diese Schmerzen kaum vorstellen.Auch meine beste Freundin meinte, das geht schon irgendwann weg, jetzt weiß sie nach 2 Jahren, dass sie das ganze
    unterschätzt hat.Manchmal habe ich Momente da möchte ich einfach
    nicht mehr, mein Leben hat sich komlett geändert.Nur zum Nachteil
    man hat keine richtige Lebensqualität mehr.Übrigens bin ich auch oft sehr schlecht gelaunt, zum Leid meiner Familie.

    Liebe Grüße
    Angelina
     
  13. Tina

    Tina Guest

    Re: Ein Gedicht für Euch

    hallo barbara,

    auch ich möchte dir danken,du hast mir aus der seele gesprochen und unsere situation sehr gut erklärt.

    hier mein erklärungsversuch:

    Die Gedanken schwanger mit dem Schmerz in mir ! Entscheidungen fallen schwer ,mag nichts hören oder entscheiden !

    Ein Bild zieht in meinen Kopf ,ein verwundetes Tier legt sich ins Gras ,leckt seine Wunden !

    So leg auch ich mich hin ,mag nicht denken oder fühlen !

    Über den Schmerz schlafe ich ein !

    auch ich liebe meinen mann und bin doch manchmal so ungerecht obwohl ich weis es ist falsch es passiert immer wieder mal ;O(

    eine schmerzfreie zeit wünscht euch tina
     
  14. Maddin

    Maddin Rheuma - Interessent

    Registriert seit:
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    ich habe mir die Beiträge soweit mal alle durchgelesen und wollte auch mal meine perspektive berichten.. Ich bin so gesehen ja echt das Kücken in der Community *glaub* mit 18 Jahren.. Meine Freundin ist 17 (wie ihr vllt. schon wisst) und wir sind seit letztem jahr Februar zusammen davor kannte nwir uns schon etwas länger, kennenglernt haben wir uns im Chat..

    Als Meine Freundin letztes jahr öfters n Rheumaschub hinter sich hatte meist am Auge und eben häftige Knie schmerzen hieß es von Ihrer Mutter immer "Martin ist schuld daran, er tut dir nicht gut" oft musste meine Freundin sich das anhören und später machte sie jedoch mit und gab mir ebenflls di schuld.. ich würde ja meist nur stress machen etc. .. Dazu haben sie letztes jahr ihre Eltern getrennt und dieses Jahr war die Scheidung und sie war oft fertig deswegen und dieses jahr auch, ihre Mutter war zudem wohl noch eifersüchtig dass ihre tochter nen Freund hat und öfters bei ihr ist.. Trotzdem wurde ich oft als schuldiger erklärt und auch dieses Jahr hatte sie im Feburar (an unserem Jahrestag) probleme mit ihren augen, sie wurde dann im März / April am Auge operiert (die linse wurde entfernt) und am Tag wo wir genau ein Jahr zusammen waren kam sie mit Ihrer Mutter abends um ca. 21:30 uhr und wollte tatsächlich die Beziehung beenden..

    Im nachhinein bin ich mega froh dass wir trotzdem noch immer zusammen sind.. Heute morgen hatte nwir telefoniert (sie ist in der rheumatologie Sendnehort seit Dienstag fr ca. 3 wochen) und sie sagte mir dass sie hute nix sehen kann und ihre augen so weh tun und knalle rot sind, wohl wieder ein schub am Auge.. Obwohl ich nicht in ihrer nähe war und wir keinerlei streit hatten fühlte ich mich wie so oft schuldig daran.. Obwohl wir wie gesagt absolut keinen streit hatten, ganz im gegenteil..

    Manchmal tut es mir noch sehr weh im nachhinein, in letzter zeit sagte keiner mehr dass ic hschuld sei an irgendwas aber dieses Gefühl sitzt schon noch ziemlic hfest und tief in mir drinnen.. Um erlich z usein habe ich oft deswegen geweint und war sehr traurig..

    Ich wollte immer für sie da sein udn will es immernoch und trotzdem wurde man "damals" an allem für Schuld erklärt..

    *das auch mal loswerden wollte*
     
  15. Marimo

    Marimo in memoriam † 28.8.2008

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    Hallo Martin,

    glaub mir, es immer leichter, bei anderen die Schuld zu suchen. Aber bei einer rheumatischen Erkrankung, die Deine Freundin ja hat, bist Du nicht schuld. Klar spielen manchmal auch psychologische Gründe eine Rolle, ob ein Schub kommt, aber kann es nicht sein, dass es dann auch die Ehe ihrer Eltern war? Aber egal, tu Dir den Gefallen und such die Schuld nicht bei Dir. Das ist nicht in Ordnung. Genießt die Zeit, die ihr zusammen habt und macht etwas schönes daraus. Ich war damals 17 als ich mit meinem heutigen Ehemann zusammen gekommen bin und jetzt sind wir 35 Jahre verheiratet. Ich habe auch Rheuma, aber ich wäre nie auf den Gedanken gekommen, den Grund dafür bei einem Mitmenschen zu suchen.
    In diesem Sinne grüße ich Dich ganz herzlich und wünsche Dir einen schönen Sonntag

    Marion
     
  16. Kira73

    Kira73 Uveitispapst

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    Es muß schwer sein für die Eltern zu sehen wie die Kinder immer wieder schlimme Schübe haben und ihnen nicht helfen zu können.

    Jenny hat sicher damit gelernt zu leben, da sie schon mit 3 Jahren betroffen war, sie kennt es nicht anders.
    Aber auch dann werfen einen die Schübe immer wieder schwer zurück. Sie kommen immer dann wenn man sie nun so gar nicht gebrauchen kann und Streit , Ärger, Streß tragen gern dazu bei.
    Man ist oft müde und schlapp, weiß nicht wie man den Tag überstehen soll und da kann schon ein kleines Sandkorn ein Stolperstein sein.

    Besonders die Termine im Uveitiszentrum sind für mich nur schwer zu ertragen. Die ständige Angst wie der Stand der Dinge ist und die drohende Erblindung machen mir schwer zu schaffen. Schon Tage vorher bin ich nervös und danach fühle ich mich wie nach einem Marathon. Ich bin kraftlos und erschöpft.

    Wenn einem dann einer einen Grund für all die Probleme in Aussicht stellt (vielleicht der Partner, ein ungut gewählter Job, irgendetwas) kann man das schnell als Rettungsanker sehen und hält den Vorschlag für einen guten Grund so zu handeln wie es einem vorgeschlagen wird.

    Man kann vor lauter Erschöpfung nicht selber entscheiden.
    Später zeigt sich dann vielleicht, dass es nicht der eigene Weg ist.

    Vielleicht wollte die Mutter nicht dich angreifen wollte oder eure Beziehung. Sie ist hilflos, sie kann ihrem Kind nicht helfen und das ist schrecklich.

    Kira,
    deren Eltern auch so hilflos waren und sind

    P.S. eines haben erwachsene Rheumakinder den als Erwachsenen erkrankten vorraus, wir kennen es nicht anders. Wir sind da reingewachsen und müssen nicht den "guten, gesunden" Jahren hinerherweinen.
    Die hatten wir nie, aber auch nie eine wirklich unbeschwerte Kindheit ohne Probleme.
     
  17. Maddin

    Maddin Rheuma - Interessent

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    19. Oktober 2007
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    Schleswig-Holstein
    Ich danke dir für die lebe Antwort und wünsche dir und deinem Ehemann noch ganz viel glück und freude. es gibt immer mal tiefs in einer Beziehung un im Leben, aber nach einem Teif kommt immer wieder ein Hoch..

    lieben dank..
    werde mir mühe geben..
     
  18. Werner

    Werner Neues Mitglied

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    Klare Worte

    Hallo Torsten,
    da helfen nur klare Worte und ein Gespräch.
    Ich finde das unmöglich, wenn Deine Frau Ihren Frust an Dir auslässt.
    Mit Sicherheit hast Du keine Schuld an der Situation. Vielleicht machst Du zu viel für sie. Ihr müsst einfach darüber sprechen.
    Rheuma kann man mit den entsprechenden Medikamenten auch so einstellen, dass die Schmerzen auszuhalten sind.
    Es gibt auch Leute, die sich in ihrer Krankheit --- baden ---. Also gar nicht so recht gesund werden wollen. Das glaube ich ja nicht von Deiner Frau. Ich werde jetzt wahrscheinlich von vielen beschimpft, aber mir stehen bei meinem Krankheitsbild solche Aussagen zu.
    Überfordert sich Deine Frau denn beruflich oder zu Hause zu sehr ?
    Oder ist sie vielleicht einfach sauer, dass sie bestimmte Sportarten nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr ausführen kann ?
    Das frustriert dann natürlich.
    Erfülle ihr doch einmal einen Wunsch, mit dem sie nicht rechnet.
    Vielleicht hilft auch ein Gespräch mit einem Dritten, dem sie ihre Sorgen anvertrauen kann.
    Gruss Werner
     
  19. tevahe

    tevahe Neues Mitglied

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    3. Dezember 2007
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    Ich möchte erstmal erklären warum ich hier schreibe, auch wenn ein Forum nicht für rechtfertigungen da ist.

    Im Gegenteil zu vielen hier, hat mein Hausarzt nicht mal einen Ansatz was es ist, einzigst eine Vermutung, welche er aber erst als letztes in Betracht ziehen will, weil er immer noch hofft das es was anderes sein könnte.

    Ich las diesen Thread bis zum Schluss einzigst wegen dem Anfangspost.

    Ich las ihn, weil dieser Post auch von meinem Freund hätte sein können und das, obwohl er meine Launenhaftigkeit und mein gezicke noch in keinerlei Verbindung zu der Krankheit sieht, die noch nicht mal im Ansatz nachgewiesen ist.

    Barbara hat sehr schön erklärt wie sich Betroffene fühlen, wie man hier schon sehr gut verfolgen konnte. Und vielleicht auch nur weil ich sah das es nicht nur mir so geht, aber mir liefen bei ihrem Post die Tränen.


    Ich denke nicht das Torstens Frau sich in der Krankheit badet oder irgendjemand anderst, wie Werner meinte.

    Ich denke einfach, dass wenn man diese oder eine ähnliche Krankheit hat und der eigene Tagesablauf von Schmerzen und Depressionen geprägt ist, es einfach schwer ist den eigenen Weg fortzusetzen. Man kann nicht wie man will oder man kann und will nicht.
    Hat man Schmerzen sind lapidare Sachen wie Putzen ein Alptraum und hat man dann mal keine Schmerzen weiss man das man alles liegen geblieben nachholen MUSS und genau da liegt das Problem. Man muss mit Schmerzen leben, mit Bewegungseinschränkungen und auch noch den üblichen Alltag meistern und wenn man dann mal Ruhe hat, soll man alles am besten mit einmal nachholen.

    Man fühlt sich überfordert und weiss nicht wie man das alles schaffen soll. Und selbst wenn man dann alles erledigt hat, merkt man Abends das genau das wieder zu Schmerzen führte.
    Wie soll man daran nicht verzweifeln?

    Es ist sicherlich der falsche Weg es an dem Partner oder der Familie auszulassen, die können schliesslich am wenigsten dafür.
    Nur, lassen wir Therapeutischehilfe mal weg als Alternative, an wem denn dann??
    Wir qäulen uns in dem wir täglich versuchen Schritt zu halten, unsere liebsten so wenig wie möglich belasten und handeln uns nur noch mehr Schmerzen ein oder Aussagen wie: "Wieso lässt du das nicht mich machen?". Ganz einfach, weil Ihr, die Ihr für uns da seid wenn wir Schmerzen haben, die Ihr uns tröstet wenn wir traurig sind und uns halt gebt, schon genug für uns tut und wir uns manchmal bei aller Fürsorge von eurer Seite her, als totkrank ansehen wenn ihr uns nichts machen lasst.;)

    Liebe Grüße und viel Geduld für eure Lieben und ein Schmerzfreies neue Jahr für euch!
     
  20. Geli07

    Geli07 Neues Mitglied

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    ich bin verzweifelt...............

    Hallo Torsten,:)
    meine Familie kommt mit meinem Rheuma gar nicht klar. Von aussen sieht man wenig aber die Schmerzen machen einem doch sehr zu schaffen,Ausserdem glaubt man immer sich rechtfertigen zu müssen und das einem keiner glaubt.
    Wenn man sich freiwillig verändern will, fühlt man sich gut. Aber wenn man Jahre ein Jahr aus derselbe Mensch ist und auf einmal wird man dazu gezwungen (Rheuma) ein anderer Mensch zu sein, ist das für einen selber und für die Mitmenschen ein Schlag mitten ins Gesicht. So habe ich das erlebt. Ich weis nie wie es einem am anderen Tag geht. Das vorausplanen ist nicht so ganz einfach wie wenn man gesund ist. ich mache was aus und schwups kann ich an diesem Tag vor Schmerzen nicht mal mehr sitzen oder laufen.
    Ich ertappe mich dabei, dass ich manchmal mir selber beweisen muss das ich alles noch so kann wie früher, meisten stell ich dann sehr schnell fest das es nicht geht und schon bin ich frustriert und mies drauf.
    Es ist eine sehr große Hürde die das Leben einem so in den Weg stellt und ich selber merke bei mir das sie manchmal zu hoch is.
    Geduld und Vertrauen und viel Reden von beiden Seiten, ist glaube ich das allergrößte was man braucht wenn der eine Partner krank ist.
    Es gibt auch gute Tage und die geniese ich dann intensiver und bewusster.
    Ich glaube einfach das der Tag kommt und meine Familie und ich damit klarkommen.
    Tja, ich weiss nicht ob es den Rheumis hier auch so geht, zum Teil wenigstens aber so fühle ich mich.
    Vieleicht wenn du das liest, findest du so das eien oder andere wo dir bekannt vorkommt und du dir dann sagen kannst, na zum Glück geht es anderen auch so.

    Liebe Grüße von der Alb
    Angelika