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Pepper1306
Guest
Hallo,
ich bin auch neu hier im Forum. Ich kenne die Seite schon seit einigen Jahren, habe ab und zu mal herein geschaut, aber noch nie einen Beitrag geschrieben. Warum jetzt? Keine Ahnung.
Ich möchte mich erst einmal vorstellen. Ich bin 36 Jahre alt und vor 9 Jahren an sergonegativer Spondarthopathie. erkrankt, da war ich gerade 27 Jahre alt.
Bis zu meinem 23 Lebensjahr war ich sehr starke Leistungssportlerin (Schwimmen). Aufgrund von Schmerzen in den Schultergelenken, habe ich schließlich aufgehört. Ich bekam Cortison gespritzt, es war einfach verschleiß, damals noch kein Anzeichen auf Rheuma. Nach Beendigung meines sportlichen Laufbahn habe ich weiterhin Sport betrieben, bin laufen gegangen, Badminton und Squash gespielt. Ich habe mir meinen Traum erfüllt und mir ein Pferd gekauft. Nachdem mein Leben so weiter verlief, kam von einem Tag auf den anderen dann der totale Untergang.
Es hat 3 Monate gedauert, bis herausgefunden wurde, was ich habe. Meine Krankheit kam plötzlich, ohne Ankündigung. Ich konnte mich nicht mehr anziehen oder irgendetwas in meinen Händen halten. Ich habe immer eine Art Stromschläge bekommen. Nachdem ich dann zu Dr. Kalthoff in Herne geschickt wurde, konnte er mir endlich helfen. Dr. Kalthoff ist für mich ein fantastischer sehr kompetenter Arzt.
Wie die meisten habe ich die Standartbehandlung mit Kältekammer, Cortison. Azulfidine, Schmerzmittel bekommen. Nichts half.
Dr. Kalthoff verabreichte mir MTX, damals war das noch nicht so bekannt wie jetzt. Ich lies es mir spritzen, damals noch iV.
Nachdem mein Immunsystem so in den Keller gegangen ist, bekam ich eine Gürtelrose. Meine gesamte rechte Gesichtshälfte war befallen, die Ohren, Nase, Mundbereich. Nachdem ich kaum noch etwas hören konnte, sagte mir mein Ohrenarzt, dass es sein kann, dass ich später Folgeschäden davon tragen werde. Ich wurde in Recklinghausen, Hautklinik, behandelt. Es war dort wirklich sehr professionell
Damals habe ich von meinem damaligen Freund einen Jacky bekommen, Pepper heißt er. Da ich mein Pferd nicht mehr reiten konnte, nicht mehr arbeiten, mich nicht mehr bewegen, war es für mich wichtig, einen „Helfer“ zu haben. Pepper hat mir so wahnsinnig geholfen, er war immer da, hat sich gefreut und mir geholfen.
Mein Arzt sagte mir, ich könnte keine Sport mehr treiben, nicht mehr reiten, nicht mehr joggen gehen, gar nichts. Gymnastik ist sehr wichtig, mehr dürfte ich erst mal nicht. Mein Pferd habe ich decken lassen, ich konnte sie nicht verkaufen.
Nachdem es erst mal keine Besserung gab, mein Pferd Nachwuchs bekam, habe ich einfach gesagt, „ihr könnt mich mal alle“, ich kämpfe und lasse mir von der „bescheuerten Krankheit“ nicht mein Leben zerstören. Ich bin eine Kämpfernatur und ich werde es schaffen.
Anfangs war es die Hölle, die Schmerzen. Trotzdem habe ich mein Pferd täglich geritten, bin langsam laufen gegangen und habe meine bereits gesunde Ernährung wieder umgestellt. Klar, ich esse wenig Fleisch, aber die komplette Ernährungsumstellung konnte ich einfach nicht durchhalten. Für mich war das Leben nicht mehr lebenswert.
Ich bin wieder arbeiten gegangen. Ach ja, mein Beruf, ich bin Polizeibeamtin, auf der Straße. Ich habe mittels Schmerzmittel meinen Dienst wieder aufgenommen und ich habe gekämpft. Krankengymnastik habe weiterhin gemacht. Nach einem Jahr habe ich die Schmerzmittel heruntergestellt (mit meinem Arzt Dr. Kalthoff). Ich habe die Azulfidine heruntergesetzt.
Nachdem die Beziehung zu meinem damaligen Freund beendet wurde, war ich erst einmal allein. Ich will nicht sagen, dass es nur die Krankheit war, aber ich sage zu 90 % hat sie die Beziehung (9 Jahre) kaputt gemacht! Als ich 29 Jahre alt war, habe ich mich getrennt, Gedanken kamen mir durch den Kopf, dass man in diesem Alter schon eine Familie haben sollte etc. . Zu diesem Zeitpunkt ging es mir natürlich nicht so gut. Ich habe 5 Monate später meinen jetzigen Mann kennen gelernt. Er konnte mit meiner Krankheit, den Medikamenten etc. nicht viel anfangen. Er erkundigte sich, half mir und wir schafften es gemeinsam. Mein Traum war immer mit Tieren zu leben, auf einen Bauernhof etc. . Nach 1,5 Jahren harter Suche fanden wir einen Hof, ein ehemaliges Stallgebäude. Wir kauften das über 100 Jahre alte Stallgebäude und bauten es als Wohnhaus um. Ja, ich habe fleißig mitgeholfen, teilweise mit Medikamenten, teilweise ohne. Aufgrund der dann folgenden Lebensumstände, hat sich meine Krankheit, ich würde es so ausdrücken, zurück gebildet! Ich war richtig glücklich und liebe meinen Mann über alles. Er hat mich so akzeptiert, wie ich bin, meine Krankheit, hat mit mir viel durch gestanden und ich bin ihn sehr dankbar. Ich denke, wir sind, aufgrund der Krankheit zusammengeschweißt worden.
Wir haben geheiratet und mittlerweile einen kleinen Zoo. Wir haben drei Pferde und 3 Hunde. Ich bin glücklich und sehr zufrieden mit meinem Mann, meinem Leben.
Ich nehme seit 3 Jahren keinerlei Medikamente mehr, ich bekomme keine Schübe.
Ich möchte hiermit einigen Menschen Hoffnung machen. Es kann zum Stillstand kommen, obwohl mir mitgeteilt wurde, dass ich mit 30 Jahren im Rollstuhl sitze.
Ich denke, dass die Psyche sehr wichtig ist und die Lebenseinstellung!
Regelmäßig, erst alle 6 Monate, jetzt jedes Jahr, gehe ich zur Untersuchung.
Ich hoffe, dass diese Krankheit nicht mehr ausbricht.
Leider ist es erwiesen, dass mein Rheuma vererbbar ist. In der Rheumaklinik Sendenhorst habe ich kleine Kinder mit Rheuma gesehen, es war für mich der Horror, wenn mein Kind solch eine Krankheit bekommt. Noch einmal würde ich das nicht durchhalten. Aus diesem Grund haben wir uns entschieden, keine Kinder zu bekommen. Wir sind aber im Tierschutz sehr aktiv.
So, das war ein kleiner Abriss meiner Krankheit und ich hoffe, Euch nicht gelangweilt zuhaben.
Lieben Gruß und schöne Osterfeiertage
Sylvia
P.S.: Gibt die Hoffnung nicht auf, kämpft dagegen an, es lohnt sich!
ich bin auch neu hier im Forum. Ich kenne die Seite schon seit einigen Jahren, habe ab und zu mal herein geschaut, aber noch nie einen Beitrag geschrieben. Warum jetzt? Keine Ahnung.
Ich möchte mich erst einmal vorstellen. Ich bin 36 Jahre alt und vor 9 Jahren an sergonegativer Spondarthopathie. erkrankt, da war ich gerade 27 Jahre alt.
Bis zu meinem 23 Lebensjahr war ich sehr starke Leistungssportlerin (Schwimmen). Aufgrund von Schmerzen in den Schultergelenken, habe ich schließlich aufgehört. Ich bekam Cortison gespritzt, es war einfach verschleiß, damals noch kein Anzeichen auf Rheuma. Nach Beendigung meines sportlichen Laufbahn habe ich weiterhin Sport betrieben, bin laufen gegangen, Badminton und Squash gespielt. Ich habe mir meinen Traum erfüllt und mir ein Pferd gekauft. Nachdem mein Leben so weiter verlief, kam von einem Tag auf den anderen dann der totale Untergang.
Es hat 3 Monate gedauert, bis herausgefunden wurde, was ich habe. Meine Krankheit kam plötzlich, ohne Ankündigung. Ich konnte mich nicht mehr anziehen oder irgendetwas in meinen Händen halten. Ich habe immer eine Art Stromschläge bekommen. Nachdem ich dann zu Dr. Kalthoff in Herne geschickt wurde, konnte er mir endlich helfen. Dr. Kalthoff ist für mich ein fantastischer sehr kompetenter Arzt.
Wie die meisten habe ich die Standartbehandlung mit Kältekammer, Cortison. Azulfidine, Schmerzmittel bekommen. Nichts half.
Dr. Kalthoff verabreichte mir MTX, damals war das noch nicht so bekannt wie jetzt. Ich lies es mir spritzen, damals noch iV.
Nachdem mein Immunsystem so in den Keller gegangen ist, bekam ich eine Gürtelrose. Meine gesamte rechte Gesichtshälfte war befallen, die Ohren, Nase, Mundbereich. Nachdem ich kaum noch etwas hören konnte, sagte mir mein Ohrenarzt, dass es sein kann, dass ich später Folgeschäden davon tragen werde. Ich wurde in Recklinghausen, Hautklinik, behandelt. Es war dort wirklich sehr professionell
Damals habe ich von meinem damaligen Freund einen Jacky bekommen, Pepper heißt er. Da ich mein Pferd nicht mehr reiten konnte, nicht mehr arbeiten, mich nicht mehr bewegen, war es für mich wichtig, einen „Helfer“ zu haben. Pepper hat mir so wahnsinnig geholfen, er war immer da, hat sich gefreut und mir geholfen.
Mein Arzt sagte mir, ich könnte keine Sport mehr treiben, nicht mehr reiten, nicht mehr joggen gehen, gar nichts. Gymnastik ist sehr wichtig, mehr dürfte ich erst mal nicht. Mein Pferd habe ich decken lassen, ich konnte sie nicht verkaufen.
Nachdem es erst mal keine Besserung gab, mein Pferd Nachwuchs bekam, habe ich einfach gesagt, „ihr könnt mich mal alle“, ich kämpfe und lasse mir von der „bescheuerten Krankheit“ nicht mein Leben zerstören. Ich bin eine Kämpfernatur und ich werde es schaffen.
Anfangs war es die Hölle, die Schmerzen. Trotzdem habe ich mein Pferd täglich geritten, bin langsam laufen gegangen und habe meine bereits gesunde Ernährung wieder umgestellt. Klar, ich esse wenig Fleisch, aber die komplette Ernährungsumstellung konnte ich einfach nicht durchhalten. Für mich war das Leben nicht mehr lebenswert.
Ich bin wieder arbeiten gegangen. Ach ja, mein Beruf, ich bin Polizeibeamtin, auf der Straße. Ich habe mittels Schmerzmittel meinen Dienst wieder aufgenommen und ich habe gekämpft. Krankengymnastik habe weiterhin gemacht. Nach einem Jahr habe ich die Schmerzmittel heruntergestellt (mit meinem Arzt Dr. Kalthoff). Ich habe die Azulfidine heruntergesetzt.
Nachdem die Beziehung zu meinem damaligen Freund beendet wurde, war ich erst einmal allein. Ich will nicht sagen, dass es nur die Krankheit war, aber ich sage zu 90 % hat sie die Beziehung (9 Jahre) kaputt gemacht! Als ich 29 Jahre alt war, habe ich mich getrennt, Gedanken kamen mir durch den Kopf, dass man in diesem Alter schon eine Familie haben sollte etc. . Zu diesem Zeitpunkt ging es mir natürlich nicht so gut. Ich habe 5 Monate später meinen jetzigen Mann kennen gelernt. Er konnte mit meiner Krankheit, den Medikamenten etc. nicht viel anfangen. Er erkundigte sich, half mir und wir schafften es gemeinsam. Mein Traum war immer mit Tieren zu leben, auf einen Bauernhof etc. . Nach 1,5 Jahren harter Suche fanden wir einen Hof, ein ehemaliges Stallgebäude. Wir kauften das über 100 Jahre alte Stallgebäude und bauten es als Wohnhaus um. Ja, ich habe fleißig mitgeholfen, teilweise mit Medikamenten, teilweise ohne. Aufgrund der dann folgenden Lebensumstände, hat sich meine Krankheit, ich würde es so ausdrücken, zurück gebildet! Ich war richtig glücklich und liebe meinen Mann über alles. Er hat mich so akzeptiert, wie ich bin, meine Krankheit, hat mit mir viel durch gestanden und ich bin ihn sehr dankbar. Ich denke, wir sind, aufgrund der Krankheit zusammengeschweißt worden.
Wir haben geheiratet und mittlerweile einen kleinen Zoo. Wir haben drei Pferde und 3 Hunde. Ich bin glücklich und sehr zufrieden mit meinem Mann, meinem Leben.
Ich nehme seit 3 Jahren keinerlei Medikamente mehr, ich bekomme keine Schübe.
Ich möchte hiermit einigen Menschen Hoffnung machen. Es kann zum Stillstand kommen, obwohl mir mitgeteilt wurde, dass ich mit 30 Jahren im Rollstuhl sitze.
Ich denke, dass die Psyche sehr wichtig ist und die Lebenseinstellung!
Regelmäßig, erst alle 6 Monate, jetzt jedes Jahr, gehe ich zur Untersuchung.
Ich hoffe, dass diese Krankheit nicht mehr ausbricht.
Leider ist es erwiesen, dass mein Rheuma vererbbar ist. In der Rheumaklinik Sendenhorst habe ich kleine Kinder mit Rheuma gesehen, es war für mich der Horror, wenn mein Kind solch eine Krankheit bekommt. Noch einmal würde ich das nicht durchhalten. Aus diesem Grund haben wir uns entschieden, keine Kinder zu bekommen. Wir sind aber im Tierschutz sehr aktiv.
So, das war ein kleiner Abriss meiner Krankheit und ich hoffe, Euch nicht gelangweilt zuhaben.
Lieben Gruß und schöne Osterfeiertage
Sylvia
P.S.: Gibt die Hoffnung nicht auf, kämpft dagegen an, es lohnt sich!