Ich bin aufgeregt und zittere innerlich

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von Chrissi50, 30. Januar 2018.

  1. Chrissi50

    Chrissi50 Registrierter Benutzer

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    Ich bin ja, seit ich Prednisolon nehme, immer aufgeputscht und rege mich leicht auf, geh auch mal wie das HB-Männchen an die Decke, und meine Geduld ist auch nicht mehr die gleiche wie früher.
    Soweit, sogut. Damit kann ich umgehen. Das ist halt so.

    Seit November, und nach einigen Krankenhausaufenthalten wegen Rhythmusstörungen, hohem Blutdruck, nicht aufhörenden Herzrasens und Aortenklappenstenose, die noch operiert werden muss, habe ich nun auch innerliches Vibrieren, das intervallmäßig auftritt, kurz nach dem Einschlafen werde ich davon wach, und meistens ist auch abends im Ruhezustand.Im März hatte ichs schonmal, als ich Prednisolon nach einem Stoß runterdosiert habe.
    Deshalb hab ichs mit Kortison in Verbindung gebracht, weil es halt auch immer abends anfing. Und auch meine Hausärztin meinte, das könne gut möglich sein, und ich würde ja eh bald ausschleichen können.
    Stress-Symptomatik ists eher keine, denn die sieht bei mir anders aus - denke ich, dachte ich.

    Nun hatte ich Geburtstag, hab vorgekocht, und dabei war ich schon an der Grenze meiner Belastbarkeit angekommen, obwohl ich gern koche, es mir ansonsten gut geht, hatte Besuch, war doch recht angespannt, und danach fing es verstärkt an und ich musste tatsächlich abends eine halbe Beruhigungstablette nehmen, weil ich nicht runtergekommen bin.

    Kann sowas wirklich vom Kortison kommen?
    Ich hab ja inzwischen so alles durch, was es an Nebenwirkungen gibt. Aber dieses Aufgeregtsein blieb auch heute tagsüber und ich komme trotz Neurexan nicht runter.

    Kennt jemand sowas?
     
  2. Julianes

    Julianes Registrierter Benutzer

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    Hallo Chrissi,
    ich hab zu Beginn der aktuellen Therapie über 6 Wochen- 80mg Prednis. pro Tag nehmen müssen.

    Dein "HB- Männchen" kann ich nachvollziehen.
    Ich war eigentlich immer hellwach, hab mir nachts die Nägel lackiert......
    Das Gefühl von Energie für zehn, konnte mir alles merken (wirklich alles),
    war dementsprechend ungeduldig.

    Das war selbst meiner temperamentvollen Tochter zuviel.
    Dann mußte ich langsam reduzieren, und damit setzte eine allmähliche
    Beruhigung ein.
    Sprich doch mal mit deinem Dok darüber, er weiß sicher Rat.

    lg jule.
     
  3. O-häsin

    O-häsin Aktives Mitglied

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    Hallo Chrissi,
    Deine Schilderung erinnert mich grade an Schilderungen von Mitgliedern des Vaskulitisforums und wurde dort als inneres Vibrieren beschrieben, so, als würde man an einem Kühlschrank lehnen, der gerade den Motor anschmeißt. Eine Ursache konnte von den Mitgliedern dort aber nicht ausgemacht werden.
    Ich denke auch eher ans Corti, weil es -jedenfalls meist- abends beginnt. Die Wirkung läßt ja im Laufe des Tages nach, und vielleicht muß der Körper sich dann an das abfallende Corti erst anpassen(?). Evtl. kann man auch an die Schilddrüse als 'vorgeschobene' (oder tatsächliche) Ursache denken , die ja wahrscheinlich ebenfalls vom Corti nicht unbeeinflußt bleibt.
    Hm, das sind so meine Gedanken.
    LG o-häsin
     
    #3 30. Januar 2018
    Zuletzt bearbeitet: 30. Januar 2018
  4. Chrissi50

    Chrissi50 Registrierter Benutzer

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    Ich bin schon seit ner Weile bei 5 mg, wobei ich sagen muss, höher dosiert gings mir besser. Erst beim Abdosieren stellten sich immer so am 3. Tag irgendwelche Nebenwirkungen ein, so als würde dem Körper was fehlen, was aber eigentlich garnicht sein kann.
    Auch fingen die Nebenwirkungen immer erst abends an, wenn das Prednisolon nachließ.

    Ich denke, ich komm einfach damit nicht klar, denn ich hab auch mein Leben lang nie solche Medikamente genommen, außer einmal bei Kopfrose, da hat mich ne halbe 400er Ibu schachmatt gesetzt. Ansonsten ging immer alles mit Homöopathie und Naturheilmitteln bei mir.
     
  5. Chrissi50

    Chrissi50 Registrierter Benutzer

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    O-häsin, genau so ist das Gefühl. Vibrierender Kühlschrank. Perfekt beschrieben.

    Vaskulitis werde ich mal ansprechen, denn ich habe auch Probleme mit den Adern. Sie hüpfen immer wie Regenwürmer auf die Oberfläche, um dann wieder zu verschwinden.

    adern.jpg
    Und wegen Verdacht auf Arteriitis temp. war ich schon stationär, aber die Biopsie konnte die Erkrankung nicht ausschließen, weil 2 Tage vorher der Kortisonstoß war, und ich daheim auch schon auf 20 mg hochsetzte.

    Mein Hashi ist seit Jahren unbehandelt, und vor 7 Wochen war Kontrolle, und eigentlich ist er weiterhin nicht behandlungsbedürftig.

    Ach, es zermürbt einfach, wenn man nicht weiß, was wovon kommt.
     
  6. Lagune

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    Als Nebenwirkungen empfinde ich das jetzt eher nicht, wenn du bei weniger Cortison-jetzt 5mg mehr Beschwerden hast. Vielleicht ist die geringe Cortisondosis auch einfach aktuell zu wenig für dich.
     
  7. Chrissi50

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    Meine Laborwerte sind perfekt, Seit Monaten keinerlei Entzündungswerte und auch keinerlei Beschwerden, außer leichter Schwäche in Armen und Händen bei Überlastung wie Treppensteigen und Wohnungputzen.
    Meine Arthritisgelenke halten Ruhe seit 16 Monaten(schnellaufHolzklopf).

    Von daher sehe ich keine Notwendigkeit, mehr Kortison einzunehmen, sondern alles spricht dafür, dass MTX 25 mg meine Erkrankung in Schach hält und Kortison eigentlich nicht mehr notwendig ist. Außerdem ists fürs Herz absolut nicht gut.

    Mir kommts halt vor, als wäre es eine Entzugserscheinung. Beim Abdosieren entziehe ich ja, und abends lässt die Wirkung nach, also auch eine Art Entzug.
     
  8. Lagune

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    Wo kommt die Schwäche in Armen und Beinen bei dir ? Entzündungparameter sind nicht alles, bei mir sieht man Schübe nicht immer an BSG und CRP, gut aber ich habe eine Kollagenose.

    Ja je weniger Cortison um so besser, sehe ich auch so. Aber wenn es dann mehr Beschwerden gibt, ist bei mir so, dann senke ich erst mal nicht weiter runter. Bin jetzt bei 4 mg Prednisolon und Basismedikament ist derzeit Quensyl. Hatte früher ein stärkeres Basismedikament(Immunsupressivum), möchte aber derzeit doch, wenn es irgendwie geht bei "nur" Quensyl bleiben und notfalls dann eben weiter 4 bis 5 mg Cortison nehmen.

    Absetzerscheinungen kanns auch geben, vielleicht noch langsamer reduzieren, das Cortison.
     
  9. Chrissi50

    Chrissi50 Registrierter Benutzer

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    Wenn ich Prednisolon absetze, soll ich die 5 mg in 10 Monaten abdosieren. Ein halbes mg im Monat.

    Die Schwäche in Armen und Beinen, wenn ich meinen Enkel hebe oder Treppen steige, können von der PMR sein, die im Oktober etwas aufgeflammt war. Im normalen Tagesablauf habe ich keinerlei Beschwerden. Aber die Schwäche fühlt sich so wie damals dieser "Muskelkater" an.
     
  10. Mara1963

    Mara1963 Registrierter Benutzer

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    Könnte es vielleicht wirklich sein Chrissi, dass du aufgeregt bist und innerlich unruhig?
    War doch eingiges die letzte Zeit, Krankenhausaufenthalt, Blutdruck, Angst wegen dem Herz ... (zumindest was ich gelesen habe) - da wäre ich auch angespannt.

    Vielleicht brauchts einfach Zeit um wieder zur inneren Ruhe zu kommen und dein Gleichgewicht zu finden.
    Ich schlage dir vor, mal übers WE mit deiner Besten Freundin in ein Wellneshotel zu verreisen.

    Alles Gute
    Mara
     
    aischa und Lagune gefällt das.
  11. Maggy63

    Maggy63 Kreativmonster

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    Ich kenne das mit dem inneren Vibrieren auch. Das geht meist abends los, so richtig spüre ich das dann, wenn ich im Bett liege.
    Ich hab jetzt ne Menge Nervenstreß, aber das Vibrieren war vorher auch schon. Ich hab noch keinen Arzt darauf angesprochen, wahrscheinlich heißt es dann wieder psychosomatisch. Ich vermute, dass es entweder was neurologisches ist oder einfach nur von der Fibro kommt.
    Ach so, Cortison nehme ich schon länger nicht mehr.
     
  12. Lagune

    Lagune Registrierter Benutzer

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    Kann ja auch durchs vegetative Nervensystem kommen, wenn es "ausser Rand und Band, neben der Spur läuft" oder geraten ist, bedeutet dann auch nicht zwangsläufig psychosomatisch.;)
     
  13. Maggy63

    Maggy63 Kreativmonster

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    Nee, ich meine das nur, weil das heutzutage die liebste aller ärztlichen Diagnosen ist ;)
     
  14. Lagune

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    Ja, hab schon verstanden was du meintest, aber es gibt soviele Gründe und Ursachen für solche oder ähnliche Symptome. Mir fiel da eben auch gerade noch das vegetative Nervensystem ein und das kann gar nicht so bewusst beeinflusst werden. Selber hatte ich da vor Jahren auch schon Symptome davon.
     
  15. Lagune

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    Mara, ich finde deine Schilderung hier sehr gut und möchte mich deiner Anregung anschließen. Mir helfen nämlich solche Auszeiten immer mal wieder übers Jahr verteilt hinweg nämlich gut!
     
  16. Chrissi50

    Chrissi50 Registrierter Benutzer

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    Stress hatte ich, ich hatte Geburtstag und meine Brut war hier, also auch ein Kleinkind und zwei Hunde. Deshalb wars wahrscheinlich gestern stärker, und auch heute hab ich noch Nachwehen. Aber eigentlich war das positiver Stress.Obwohl: Stress ist Stress.
    Aber der Grund des Zitterns liegt woanders, das gabs ja schon vor einem Jahr erstmals beim Abdosieren vom Kortison, es wurde jetzt höchstens verstärkt.

    Ich kann mit Symptomen, die ich nicht zuordnen kann, nicht umgehen. Die machen mich meschugge.
    Wenn ich weiß was es ist bin ich zufrieden und komme klar. Ärmel hoch und durch.

    Ja, psychosomatisch hieß es bei mir anfangs auch, aber ich kenne mich so gut, dass ich meine psychosomatischen Probleme erkenne.
    Die richten sich auch nicht nach der Uhrzeit bei mir. Die sind Teil von mir, das machen wir miteinander aus. Ich kann sehr gut entspannen und auch mit Problemen, die ich erkenne, umgehen. Im Laufe des Lebens lernt man sich ja ganz gut kennen.

    Wegfahren mit ner Freundin wäre für mich Stress hoch drei, aber keine Erholung.
    Ich entspanne daheim, beim Hundegassi, beim Besuch meines Enkels oder Freunden, beim Spaziergang mit Mann und Hund.....
    Solange meine Herzklappe nicht operiert ist, und die Rhythmusstörungen ab und zu wiederkommen, bleib ich mal brav in der Nähe meines Krankenhauses.
     
  17. Lagune

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    Wenn ich zur Auszeit fahre, mit Freundin/Bekannter zB. die auch eine rheumatische Erkrankung hat oder ich auch öfter alleine fahre, dann ist das auch nicht allzuweitweg von meinem Wohnort und Ärzten und Klinik, ich bin dann immer im Bereich Franken, Bayern oder das angrenzende Thüringen zur Auszeit unterwegs, wohne im Frankenland. Also kein Problem und mein Herz ist in mehrererlei Hinsicht nicht mehr gesund und trage auch seit einigen Jahren einen Herzschrittmacher, aber Auszeit und raus kommen ab und an ist für mich quasi "Überlebenswichtig"
     
  18. Chrissi50

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    Das vegetative Nervensystem könnte passen.
    Ich hatte schonmal 6 Wochen lang Nervenbrennen, das sich dann von selbst wieder erledigt hat.
     
  19. Chrissi50

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    Auszeit mach ich mit meinem Mann. Wir haben ein Wohnmobil und fahren fast jedes Wochenende weg, wenns Wetter passt.
    Bei unter 6 ° und bei Regen lassen wirs aber sein, weil ich dann nicht lange wandern oder spazieren gehen kann, ohne dass mir die Finger abfallen.

    Ich hab auch nicht das Gefühl, dass ich ausspannen müsste. Ich geh nicht mehr arbeiten, ich hab inzwischen eine Putzfrau, ich hab alle Zeit der Welt, keine Probleme, außer gesundheitliche....;) Und an die muss ich mich erst gewöhnen, weil dauernd andere dazukommen.

    Ich bin auch meistens gut gelaunt, hab einige Hobbys, bin keinesfalls deprimiert und neige auch nicht dazu, sondern dieses Aufgeregtsein kommt schlagartig wie auf Knopfdruck, und geht schlagartig wieder weg, genauso wie das Zittern.
    Bei Stress ists verstärkt, und vor allem abends, das ist das einzige was ich deutlich festgestellt habe.

    Ich danke euch erst mal für die Ideen und Anregungen, da ist einiges passende dabei, und auch dafür, dass ich nun weiß, dass auch andere vibrieren.

    Ich werde das ganze mal sacken lassen, weiter beobachten, dann hab ich meistens eine Erleuchtung, und dann werde ich meine Rheumatologin löchern.
    WEnn ich genaueres weiß melde ich mich wieder.
     
  20. Lagune

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    Auszeit kann man so oder so sehen. Vielleicht ist das mit dem Wohnmobil(wir hatten früher jahrelang eins) und deinem Mann und wandern und co ja nicht die richtige Auszeit für dich, sondern eher noch mehr Stress;)

    Ich gestalte mir seit langem meine individuelle ganz persönliche Auszeit selber und nehme da meinen Mann oder Haustiere obendrein gar nicht mit, eine Auszeit in Begleitung meines Mannes wäre nämlich gar keine Auszeit für mich persönlich.