1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen

HWS-Versteifung / Spondylodese

Dieses Thema im Forum "Operationen / Chirurgie, Radiosynoviorthese (RSO)," wurde erstellt von medi, 3. Juni 2009.

  1. medi

    medi Tagträumerin

    Registriert seit:
    25. Januar 2009
    Beiträge:
    347
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    NRW in der Nähe von Wuppertal
    Hallo zusammen !

    Vor einem halben Jahr habe ich erfolgreich eine Spondylodese der HWS (C5-C7) überstanden. Da ich vor der OP große Ängste ausgestanden habe und leider nur wenig Infos oder Erfahrungsberichte dazu finden konnte (hier auch nicht), möchte ich mich hiermit gerne als Informationsquelle zur Verfügung stellen.

    Also, wem in Kürze so eine OP bevorsteht, kann sich gerne an mich wenden ! Ich weiß noch sehr gut, wie mir zumute war...:eek: :eek: :eek:

    Liebe Grüße
    Medi :)
     
  2. ivele

    ivele Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    16. August 2005
    Beiträge:
    1.699
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    südl.NÖ
    hallo

    darf ich fragen,
    warum bei dir die op gemacht werden mußte ?
    hab selber immer schlimmere probleme mit HWS..( unter anderem ;))
    lg ivele :)
     
  3. medi

    medi Tagträumerin

    Registriert seit:
    25. Januar 2009
    Beiträge:
    347
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    NRW in der Nähe von Wuppertal
    Hallo Ingrid,

    es hatte sich ein Wirbel verschoben, der auf dem Röbi richtig als "Treppe" erkennbar war. Dieser drückte auf das Rückenmark und hat dadurch schlimme Taubheitsgefühle an diversen Körperteilen verursacht. Aber das schlimmste war, dass man mir eine Querschnittlähmung bei irgendeiner falschen Bewegung prophezeit hatte :eek6:. Da blieb mir ja eigentlich gar keine Alternative. Aber ich habe alles gut überstanden.

    Also, besonders irgendwelche Ausfallerscheinungen, Schwächegefühl in Armen oder Beinen, Schmerzen, Kribbeln und Taubheitsgefühle, solltest Du als Alarmsignal werten und zur Sicherheit mal einen Neurochirurgen aufsuchen und ein MRT machen lassen. Das kann dann natürlich auch ein vergleichsweise harmloser Bandscheibenvorfall sein, aber sicher ist sicher...

    Viele Grüße
    Medi :ylflower:
     
  4. ivele

    ivele Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    16. August 2005
    Beiträge:
    1.699
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    südl.NÖ
    hallo medi,

    danke für deine antwort :)
    das problem bei mir ist, dass man auch beim MRT nicht alles sieht,
    meine schwierigkeit ist, dass sich immer wieder, bei meist harmlosen bewegungen, wirbel so bewegen,
    dass sie für einige zeit ziemliche beschwerden machen,
    meist "nur" starke kopfschmerzen,
    manchmal auch beschwerden auf einer(meist li) gesichtshälfte, wie
    bei einer trigeminusreizung u.ä.

    mein orthopäde hat früher oft schon gesagt,
    da sind eben viele flächen nicht mehr glatt,
    sondern eben so "holprig",
    dass es auch zu autonomen bewegungen kommt beim drüberrumpeln...
    so sag ich dazu ;)

    eben diese sorge hab ich auch (QS)
    muß mal wieder nachfragen,
    vor einigen jahren war ich ja schon bei einem neurochir....
    danke jedenfalls und dir eine gute zeit
     
  5. -Aufrecht-

    -Aufrecht- Neues Mitglied

    Registriert seit:
    30. September 2005
    Beiträge:
    364
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Meerbusch bei Düsseldorf

    Grüß Dich Medi,
    ja, die Suche nach Informationen ist nicht immer einfach. Man kennt die entsprechenden Fachausdrücke meist auch nur hinterher. Meine untenstehende Diagnose (nach OP) habe ich meist auch nur vereinfacht, "Aufrichtungsoperation" genannt.

    Diagnose:
    Totalkyphose bei Morbus Bechterew.
    Zustand nach multisegmentaler dorsaler Lordosierungsspondylodese, dorsaler transpedikulärer Fusion TH9 -S1, Wundrevision, Débridement und Anlage einer Saug-Spüldrainage aufgrund eines tiefen Wundinfekts.

    Hier mal der Versuch einige Ausdrücke ins Deutsche zu übersetzen.

    multisegmental = mehrere Bewegungssegmente
    dorsal= von hinten
    Lordosierung = künstliche Lordose durch Umkrümmung ober- oder unterhalb des Gibbus bei Spondylitis.
    spondylodese = Wirbelkörperverblockung
    zum Begriff transpedikulär habe ich leider keine Übersetzung gefunden

    Dein Angebot, Dich als Informationsquelle zur Verfügung zu stellen, finde ich toll. Mögen Dich möglichst viele Hilfesuchende finden. Der Begriff Spondylodese ist ja eigentlich ein Oberbegriff.
    Ich fände es spannend, von Dir zu erfahren, Gedanken vorher/nachher und vor allem die Gründe, die Dich zu dieser nicht ungefährlichen OP veranlasst haben. Last not least, wie Du Dich im Vergleich, heute fühlst.

    LG
    Michael
     
  6. medi

    medi Tagträumerin

    Registriert seit:
    25. Januar 2009
    Beiträge:
    347
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    NRW in der Nähe von Wuppertal
    Hallo Michael,

    ja, ich würde mich auch freuen, Betroffenen irgendwie beistehen zu können. Aus diesem Grund bin ich auch noch in einem speziellen Spondylodese-Forum aktiv, obwohl ich es ja schon überstanden habe :). Dort habe ich zum Beispiel auch mein Krankenhaustagebuch reingestellt. Solche Art von Erfahrungsberichten finde ich persönlich immer sehr informativ.

    Die Entscheidung für die OP wurde mir von meinem Rheumatologen praktisch abgenommen, da mir sonst wohlmöglich eine Querschnittlähmung gedroht hätte. Die vor der OP bestehenden Taubheitsgefühle sind zum Teil zurückgegangen und die Nackenschmerzen haben sich deutlich gebessert ! Da Nerven sich ja nur sehr langsam regenerieren, hoffe ich noch auf weitere Besserung der Taubheitsgefühle.

    Im Gegensatz zu Deiner, ist meine Spondy ja eine "Kurzstrecke" ;)
    Ich hatte Deinen Bericht übrigens auch schon gelesen und finde es super, wie sich Deine Lebensqualität durch die OP verbessert hat ! :top:

    Liebe Grüße
    Medi
     
  7. Susanne L.

    Susanne L. Neues Mitglied

    Registriert seit:
    13. August 2006
    Beiträge:
    457
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Sachsen
    Halswirbelsäule

    Hallo Medi,

    darf ich Dich mal fragen, in welcher Klinik die OP bei Dir durchgeführt wurde? (Kannst Du auch per PN beantworten.)

    Wenn Du erst vor einem halben Jahr operiert wurdest, ist das noch nicht sehr lange her - gemessen an der Schwere eines solchen Eingriffs. Ich selber wurde 2005 an der HWS operiert (C1/C2), allerdings wegen einer absoluten Stenose; ist ein wenig anders gelagert, aber durchaus vergleichbar, finde ich. Es hat ungefähr ein Jahr gedauert, bevor ich mich wenigstens einigermaßen erholt hatte, nicht nur von den OP's (erst von hinten, die zweite dann 14 Tage später von vorn über den Mund), sondern von dem allgemein miserablen körperlichen Zustand vorher. Ich hatte lange gesucht, wirklich sehr lange, bevor ich jemanden fand, der mir ENDLICH helfen konnte. Dem entsprechend war ich total "nieder" und musste mich erst wieder aufrappeln.

    Also, die Funktionsausfälle haben sich auch bei mir nur sehr langsam zurück gebildet - allgemein soll es so sein, dass sich jene, die sich zuerst bemerkbar gemacht haben, auch zuletzt wieder vergehen.

    Heute geht es mir, was die HWS betrifft, recht gut. Geblieben sind Bewegungseinschränkungen des Kopfes nach links und rechts, damit kann ich allerdings leben. Sport kann ich in Maßen machen, nicht gerade Kopfstand oder so, aber es gibt ja noch genügend anders, Gymnastik und dergleichen. Na ja. Schwer heben und tragen soll ich nicht, keine Über-Kopf-Arbeiten ... Auch das ist zu akzeptieren.
    Nach der OP bin ich ungefähr ein halbes Jahr lang jeden Morgen mit Kopfschmerzen aufgewacht. Das hat sich nur langsam gegeben. Heute nehme ich an, dass das noch zur Wundheilung gehörte. Die ursprünglichen Schmerzen im Nacken-Schulter-Bereich sind inzwischen komplett verschwunden. Ein phantastisches Ergebnis.

    Ich wünsche Dir, dass Du das auch eines Tages so uneingeschränkt sagen kannst.

    lg
    Susanne
     
    #7 11. Juni 2009
    Zuletzt bearbeitet: 11. Juni 2009
  8. medi

    medi Tagträumerin

    Registriert seit:
    25. Januar 2009
    Beiträge:
    347
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    NRW in der Nähe von Wuppertal
    Hallo Susanne,

    ich wurde auf Anraten meines Rheumatologen in Osnabrück operiert, wo man Erfahrung mit rheumatischen Halswirbelsäulen hat, was man ja nicht von jeder Klinik behaupten kann. Da habe ich die 150 km Fahrstrecke gerne in Kauf genommen.

    Meine Diagnose lautete: zervikale Myelopathie :eek: und Spinalkanalstenose. Auch ich wurde von vorne und hinten - allerdings im Abstand von 1 Woche - opereriert. Von vorne allerdings nicht durch den Mund, sondern durch den Hals, der mir regelrecht aufgeschlitzt wurde. Dazu kann ich aber noch sagen, dass die OP von hinten viiiel schlimmer war. Danach hatte ich noch eine Weile beim nach vorne beugen starke Schmerzen, war aber im Gegensatz zu Dir eigentlich relativ schnell wieder fit. Die zweite OP war am 25.11. und am 16.2. habe ich wieder begonnen zu arbeiten.

    Der obere Bereich meiner HWS ist durch das jahrelange Rheuma schon von alleine versteift. Die OP hat aber zum Glück - entgegen meiner Befürchtungen - zu keinen weiteren Bewegungseinschränkungen geführt. Soweit geht es mir ganz gut und meine Nackenschmerzen haben sich auch sehr stark gebessert. Im Januar habe ich meine Nachuntersuchung und hoffe, dass dann schon alles schön verknöchert ist, oder zumindest auf dem Weg dahin ist. Sportlich war ich noch nie, so dass ich in der Hinsicht auch nichts vermisse.

    Viele Grüße
    Medi :wavey:
     
  9. marpelchen

    marpelchen Registrierter Benutzer

    Registriert seit:
    27. Dezember 2013
    Beiträge:
    6
    Zustimmungen:
    0
    Versteifung C0-C4, Suche erfahrene Klinik / erfahrenen Arzt

    Hallo Susanne,
    Hallo alle zusammen,

    ich bin neu hier und habe mich im Forum angemeldet, weil ich dringend eine spezialisierte Klinik bzw. einen qualifizierten Arzt für mein Problem mit der oberen Halswirbelsäule suche. Mein Grundproblem beruht nicht auf einer rheumatischen Erkrankung, sondern wurde durch einen Verkehrsunfall verursacht. Durch die Verletzungen ist der Bereich C0-C1-C2 instabil geworden und die bisherigen Ärzte raten mir zu einer Versteifung (vermutlich mit anschließender transoraler Dens-Resektion), da auch eine Reihe von neurologischen Beschwerden vorliegen sowie eine Schädigung des Rückenmarks.

    Aus meiner Sicht ist es zunächst unerheblich, was der Grund für eine Instabilität in diesem Bereich ist, denn die Beschwerden und der weitere Krankheitsverlauf sind sehr sehr ähnlich und die beiden Krankheitsbilder werden auch in fast gleicher Weise behandelt. Aus diesem Grund hoffe ich, dass Ihr mir vielleicht weiterhelfen könnt mit Empfehlungen für Kliniken und Ärzte (gern deutschlandweit), bei denen man sich eine kompetente Zweitmeinung einholen könnte.
    Und ganz besonders würden mich natürlich Erfahrungsberichte von bereits operierten Patienten interessieren.
    Im Netz kann man zu diesen Problematiken kaum etwas finden und es wäre toll, wenn sich auf meine Anfrage der ein oder andere User dieser Seite melden würde.


    @ Susanne,

    mit Interesse habe ich Deinen Beitrag gelesen. Darf ich fragen, wo Du den Eingriff hast vornehmen lassen und von welchem Arzt? Würdest Du ihn auch heute noch empfehlen? Und was ich mich natürlich ganz besonders frage: Wie geht es Dir heute? Gab oder gibt es bei Dir sogenannte Folgeprobleme, wie sie in der Literatur öfter beschrieben werden (knöcherne Überbauung, Anschlussinstabilität anderer Wirbelsäulenabschnitte)? Bist Du arbeitsfähig?

    Ich danke Euch schon jetzt vielmals für die Hilfe und Unterstützung.
    Beste Grüße

    marpelchen
     
  10. merre

    merre Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    30. April 2003
    Beiträge:
    3.890
    Zustimmungen:
    24
    Ort:
    Berlin
    Hws-op

    Hallo, ersteinmal weiterhin alles Gute für den Verlauf nach der OP.
    Wenn die Frage steht, welche Einrichtung könnte man auch so überlegen, daß man auf die OP-Teams insbesondere den Facharzt setzt. Einige Kliniken haben sich auf bestimmte Operationen spezialisiert, einige haben schon neue OP-Roboter. Wichtig ist aber auch der Facharzt, der operiert.
    Entsprechend sollte man auch immer eine Zweitmeinung einholen um auf der sicheren Seite zu stehen.
    Die Techniker-Krankenkasse bietet da einen guten Service an, allerdings aus der Sicht mögliche Vermeidbarkeit von Operationen an der Wirbelsäule.
    Ich persönlich würde wohl auf eine "perkutane Nukleotomie" setzen, dass ist eine neue, minimalinvasive Eingriffstechnik. Aber bei mir sind die Beschwerden noch im "nichtoperablen" Bereich. Zumindest aus der Sicht meines Neurochirurgen und ich sehe das ähnlich.
    Insbesondere die HWS und die LWS (Bechterew) machen Beschwerden.
    Als ich zu einer Nerven-Infiltration/Denervation der HWS im Krankenhaus lag, konnte mir ein Patient von seiner HWS-Versteifung berichten, noch Beschwerden, aber positiv zu sehen...
    Ansonsten hatte, ich ja vielleicht das Glück, dass bei mir HWS 4/5 ankolysierend verschmolzen sind - da gibts keine Beschwerden mehr. Sozusagen eine natürliche Vertsteifung.

    Und wie gesagt, eine Zweitmeinung einholen...

    "merre".. und schonmal alles Gute für 2014
     
    #10 27. Dezember 2013
    Zuletzt bearbeitet: 28. Dezember 2013
  11. took1211

    took1211 Guest

  12. Susanne L.

    Susanne L. Neues Mitglied

    Registriert seit:
    13. August 2006
    Beiträge:
    457
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Sachsen
    OP an der HWS

    Hallo marpelchen,

    natürlich darfst Du mich fragen!

    Also, den Eingriff habe ich bei Dr. Böhm in Bad Berka machen lassen und würde ihn auch heute noch sehr empfehlen. Vier Monate nach der OP habe ich wieder angefangen zu arbeiten (Büro! Also keine schwere körperliche Arbeit.) und musste seitdem nie wieder wegen dieser Geschichte zu Hause bleiben. Das ist ein ausgezeichnetes Ergebnis, wie ich meine.

    So genannte Folgeprobleme hatte bzw. habe ich nicht, lediglich der untere Bereich der HWS macht jetzt manchmal Probleme, was aber nichts mit der OP von damals (C 0/C 2) zu tun hat, jedoch zu der Zeit schon vorauszusehen war ("Kann sein, dass wir da nochmal was machen müssen.")

    Wenn Du noch mehr Fragen hast, melde Dich ruhig wieder. Wo wohnst Du denn? Wichtig ist, dass Du Dir eine Klinik bzw. einen Arzt suchst, der schon viel Erfahrung damit hat. Aber das muss ich wohl nicht extra betonen.

    Liebe Grüße

    Susanne
     
  13. marpelchen

    marpelchen Registrierter Benutzer

    Registriert seit:
    27. Dezember 2013
    Beiträge:
    6
    Zustimmungen:
    0
    Hallo miteinander,
    zunächst vielen Dank für Eure Rückmeldungen, Empfehlungen sowie Informationen. Das hilft mir wirklich ein ganzes Stück weiter. :top:


    Hallo merre,
    ich habe durch den Unfall auch Bandscheibenschäden entlang der gesamten HWS, aber die sind momentan weniger mein Problem (da kann man auch viel konservativ machen). Stünde hier eine OP an, würde ich mich mit einer Entscheidung definitiv weniger schwer tun, auch einem Eingriff an der unteren HWS könnte ich leichter zustimmen, aber da ganz oben am Kopfgelenk hängt eben auch viel dran (vor allem die Kopfbeweglichkeit und es ist ein heikles Gebiet).
    Problem ist leider, für eine Versteifung in diesem Bereich einen wirklichen Spezialisten zu finden. Da "oben" operieren nicht alle Ärzte. Außerdem sollte es jemand sein, der den Eingriff regelmäßig vornimmt. Und ja, ich würde ebenfalls jedem raten, sich eine Zweit- oder auch Drittmeinung einzuholen.


    Hallo took1211,
    ich habe in Deinem Profil gelesen, dass Du beeits viele OP#s hinter Dir hast (tut mir sehr led !!) und auch an der HWS versteift bist. In welchem Bereich der HWS wurdest Du operiert? Wie geht es Dir damit? Welche Einschränkungen hast Du dadurch vielleicht? Und wie sieht es mit Schmerzen aus.
    Entschuldige bitte die vielen Fragen, aber mein Kopf ist gerade voll davon. Ich bin wirklich sehr froh, auf Euer Forum gestoßen zu sein, wo man in Kontakt mit anderen Betroffenen kommen und sich austauschen kann. Das ist genau das, wonach ich lange gesucht habe.


    Hallo Susanne,
    vielen Dank, dass Du Dich auch so schnell gemeldet hast und ich Dich fragen darf. :)
    Im Juni haben mir die Ärzte geraten, innerhalb von sechs Monaten den ersten Eingriff vornehmen zu lassen. Diese Frist ist quasi fast verstrichen und ich habe das Gefühl, mich nur im Kreis zu drehen und keine Entscheidung treffen zu können. Dabei liegt es nicht daran, dass ich vom medizinischen her nicht gut informiert wäre. Nein, daran mangelt es nicht. Aber man trifft eben auf drei verschiedene grundsätzliche Arzt-Meinungen zu Versteifungen - die einen sagen "auf gar keinen Fall versteifen, die Langzeitergebnisse sind alle schlecht", die Zweiten raten "wenn Versteifung, dann so lange wie möglich hinaus zögern" und die dritte Gruppe sagt "so früh wie möglich operieren, um Folgeschäden zu vermeiden". Man als Patient steht dann da und weiß nicht, was der beste Weg davon ist.
    Dazu kommt, dass ich eine andere Patientin getroffen habe, die von C0-C4 versteift ist und deren Einschränkungen nach dem Eingriff genau so groß sind, wie davor, auch die Schmerzen.
    ...ich habe einfach Angst, die falsche Entscheidung zu treffen. Ich weiß, dass mein Leben, wie es derzeit ist, so nicht weiter gehen kann. Aber wie wird mein Zustand nach der OP sein??

    Schön zu hören, dass Du mit Bad Berka so gute Erfahrungen gemacht hast. Dort habe ich mir vor drei Wochen einen ambulanten Vorstellungstermin geben lassen. Meine Hausärztin hatte mir Dr. Böhm empfohlen. Ich bin sehr gespannt.
    Mich würde interessieren, was dort bei Dir im Vorfeld an Untersuchungen gemacht wurde? Und so wie es sich in Deinem obigen Beitrag liest, wurdest Du auch transoral (durch den Mund) operiert. Wurde bei dem Eingriff der Dens entfernt? Wie schlimm war dieser Eingriff, vor allem auch hinterher mit der Wundheilung und dem Essen bzw. Trinken? Ich stelle mir das schwierig vor...auch was die Gefahr des Eindringens von Keimen angeht. Wie lange haben die Operationen jeweils gedauert und in welchem zeitlichen Abstand wurden sie durchgeführt?
    Wie stark sind Deine Bewegungseinschränkungen bzw. wie groß ist das mögliche Bewegunsausmaß von Kopf und HWS? Kannst Du damit Auto fahren? Und wie sieht es mit Einschränkungen im Alltag aus bzw. auch Schmerzen?
    Sehr erstaunt war ich, dass Du bereits nach so kurzer Zeit wieder arbeiten konntest. Mir mact man gegenwärtig keine allzu großen Hoffnungen, dass das wieder möglich sein würde...

    ...ach, ich könnte jetzt noch viel fragen, aber ich höre erstmal auf. :vb_redface: Ich danke Dir wirklich sehr (!!!) für den Austausch.
    Es trifft sich übrigens gut, was das Bundesland angeht, vom Wohnort her. ;)


    Vielen Dank für Eure Hilfe und allen eine hoffentlich gute und schmerzfreie Nacht.
    Beste Grüße

    marpelchen
     
    #13 29. Dezember 2013
    Zuletzt bearbeitet: 29. Dezember 2013
  14. Susanne L.

    Susanne L. Neues Mitglied

    Registriert seit:
    13. August 2006
    Beiträge:
    457
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Sachsen
    OP an der HWS

    Hallo marpelchen,

    der Dens ist bei mir nicht entfernt, aber etwas "gekürzt" worden, um dem Umfeld etwas Platz zu verschaffen, damit keine Nervenbahnen mehr abgedrückt werden konnten.
    Dr. Böhm operiert übrigens auch lieber, bevor Folgeschäden eingetreten sind. Denn dort, wo sie ohnehin absehbar sind, macht zu langes Warten seiner Meinung nach nicht wirklich Sinn.
    Und dann, sage ich noch dazu, kommt es ja noch auf dem Gesamtzustand des Patienten an; der war bei mir zu diesem Zeitpunkt bereits extrem schlecht.

    Zu allen weiteren Fragen hat Du eine PN (Private Nachricht).

    Liebe Grüße

    Susanne
     
  15. marpelchen

    marpelchen Registrierter Benutzer

    Registriert seit:
    27. Dezember 2013
    Beiträge:
    6
    Zustimmungen:
    0
    Hallo Susanne,

    allerbesten Dank für Deinen Beitrag hier sowie die PN. :)
    Mir ist durchaus bewusst, dass man mit einem solchen Eingriff nicht zu lange warten sollte, vor allem wenn bereits neurologische Ausfälle/Probleme bestehen oder gar das Rückenmark geschädigt ist. Die Region da oben ist einfach viel zu sensibel und zu heikel.

    Ich habe lange Zeit auf Besserung gehofft und durch muskuläres Training (leider nur äußerst eingeschränkt möglich) versucht, die HWS zu stabilisieren, was leider nicht wirklich geklappt hat. Muskeln sind bei Verletzungen kaum oder gar nicht trainierbar, wie ich heute weiß. Und da sich mein Zustand über die Zeit doch sehr verschlechtert hat, wird mir der Eingriff von ärztlicher Seite dringend angeraten.

    Es ist übrigens eine sehr wertvolle Info, dass bei Dir der Dens "lediglich" gekürzt und nicht ganz entfernt wurde. Die Option habe ich bisher noch nirgends gelesen oder gehört. Und auch die verbleibende Beweglichkeit bei Dir hat mich erstaunt. Allerdings kommt noch einiges an Bewegung aus den Segmenten C3 und C4, welche ja bei Dir zum Glück nicht mit eingebunden sind in die Fusion. Wenn diese beiden Etagen bei mir möglicherweise auch versteift werden müssen, sieht das vermutlich schon wieder anders aus.


    Dir und allen anderen hier noch einen schönen Restsonntag und nochmals DANKE für die Hilfe!!! :top:
    Beste Grüße

    marpelchen
     
  16. took1211

    took1211 Guest

    Hallo marpelchen,

    im Jahre 2004 wurde meine HWS geröntgt.Per Zufall gelangte diese Aufnahme im Juli 2009 auf den Lichtkasten,ich war eigentlich zur Untersuchung wegen meinem li Knie beim Arzt gewesen.Mit "Ach,oh Schreck..." usw. wurde ich zum Prof.Dr. U.Weber überwiesen.
    Er stellte fest,dass der C2 in abstehender Form zum C1 stand(normaler Abstand 5mm,ich hatte 9mm).Deshalb schlug er mir die Stabilisierung beider Wirbel vor.
    Desweiteren erklärte er mir,dass bei dieser Konstellation es schnell zum plötzlichen Rheumatikertod kommen kann,z.B. durch einen Auffahrunfall könnte der Wirbel ins Rückenmark gedrückt werden.
    Die Wirbel C1 und C2 wurden miteinander mit Titanschrauben und einer zusätzlich gelegten Schlinge stablisiert.Außerdem wurde ein Knochenspan aus dem Beckenkamm entnommen,der zwischen die Wirbel gesetzt wurde.Die OP wurde an der WS von hinten vorgenommen.
    Schmerzen verspürte ich keine,wurde schmerztechnisch sehr gut eingestellt(im KH teilweise Morphin u.a.).
    In den ersten drei Monaten fühlte ich leichte Gleichgewichtsstörungen,die sich wieder legten.Fast ein Jahr dauerten meine Kopfschmerzen an verschiedenen Stellen des Kopfes an.Auch das Kopf-Über-Arbeiten oder sich mit dem Kopf nach unten beugen fielen mir schwer.
    Diese Nebenwirkungen sind nach einem bis eineinhalbem Jahr nach der OP vollkommen verschwunden.Man muss bedenken,dass sich das Gehirn auf diese Veränderungen erst einmal einstellen muss.
    Eine deutliche Einschränkung besteht darin,dass ich die Kinnspitze nicht mehr vollends nach links oder rechts drehen kann.In einigen Situationen nehme ich bei Drehbewegungen teilweise den gesamten Körper mit.Wer beim Autofahren Probleme damit hat,kann das mit einem Drehkissen 360° abfangen.

    Wenn du weitere Fragen hast,nur zu.
    LG took
     
  17. sisu-natascha

    sisu-natascha Was würde die Liebe tun?

    Registriert seit:
    26. Juli 2007
    Beiträge:
    758
    Zustimmungen:
    7
    Ort:
    Ulm
    Behandlung vor OP

    Liebe Medi,
    auch von mir herzlichen Dank für deinen Beitrag!

    Meine Fragen an dich lautet: wie wurdest du behandelt, bevor die OP durchgeführt wurde? Medikamente, Massage, KG etc.? Was hat geholfen, was nicht?

    Ich habe eine Synovitis plus Arthrose zwischen C0 und C1 sowie C1 und C2. Zunächst muss ich die Entzündung in den Griff bekommen und werde ab morgen MTX spritzen - ob es anschlägt zeigt die Zeit. Routinemäßig wird alle 6 Monate ein MRT der HWS gemacht um auszuschließen, dass sie instabil wird (auf's Rückenmarkt drückt, Bruch/QS droht... genau dasselbe wie bei dir also). Zusätzlich achte ich auch auf Taubheitsgefühle und Bewegungs-/Kraftausfälle, habe zum Glück aber in diese Richtung noch keine Beschwerden. Wobei, die täglichen Nackenschmerzen und Muskelverhärtungen sind übel genug. Trotzdem versuche ich, die OP soweit es geht hinauszuzögern - bis zur persönlichen Toleranzgrenze eben. Wird mir eines Tages der Leidensdruck zu groß, auch wenn auf dem MRT noch alles gut aussieht, werde ich die OP in Angriff nehmen.

    Soviel von mir, freu mich auf deine Nachricht.

    Ganz liebe Grüße,
    Natascha
     
  18. marpelchen

    marpelchen Registrierter Benutzer

    Registriert seit:
    27. Dezember 2013
    Beiträge:
    6
    Zustimmungen:
    0
    Hallo took1211,

    herzlichen Dank für Deinen ausführlichen Bericht.
    :top: Demnach hattest Du Glück, dass Du damals an einen Arzt gekommen warst, der den Blick "für´s Ganze" hatte und zudem auch noch wusste, wohin er Dich am besten überweist.

    Es ist schön zu lesen, dass es Dir mit der Versteifung gut zu gehen scheint und sich auch die Schmerzen gegeben haben. Natürlich braucht alles seine Zeit nach einem solchen Eingriff und 1,5 Jahre können schon ziemlich lang werden. Aber ich denke man nimmt die Strapazen gern auf sich, wenn am Ende das Ergebnis gut ist.

    Darf ich Dich fragen, ob Du anschließend wieder arbeitsfähig warst und wenn ja, wie lange es bis dahin gedauert hat?



    Hallo alle zusammen,

    ich habe noch ein paar Fragen, die ich allgemein an diejenigen stellen möchte, die ebenfalls eine Versteifung an der oberen HWS hinter sich haben:
    1. Welche Therapien haben Euch nach der OP besonders geholfen, was könnt Ihr empfehlen?

    2. Ich habe von einer ganzen Reihe versteifter Patienten gehört, dass sie mit der Knochenentnahmestelle am Becken mehr Probleme hatten als mit der OP-Narbe an der Wirbelsäule. Wie sind Eure Erfahrungen damit?

    3. Es gibt von diagnostischer Seite heutzutage die Möglichkeit, CT-Aufnahmen in dreidimensionale Bilder umzuwandeln bzw. solche Aufnahmen anzufertigen. Kann mir vielleicht jemand eine Radiologie, eine Klinik oder einen Arzt empfehlen, die mit diesem Verfahren arbeiten? Hat jemand vielleicht eine solche 3D-Rekonstruktion auf eigene Kosten anfertigen lassen und wenn ja, wie teuer ist so etwas?


    Ich danke Euch (!!!) sehr für den tollen Austausch hier und das Angebot, Euch mit meinen Fragen löchern zu dürfen. :)
    Euch allen einen hoffentlich angenehmen Freitag und anschließend ein schönes Wochenende.

    LG marpelchen
     
  19. took1211

    took1211 Guest

    Hallo marpelchen,

    zum Zeitpunkt der OP an der HWS befand ich mich im letzten Jahr der Altersteilzeit im Blockmodell,war also zuhause.Anschließend durfte ich in den Ruhestand ohne Abzüge gehen.
    Diese Situation kam meiner Genesung sehr entgegen.Ich stand weder im Arbeitsprozess noch unter allgemeinen Stress.Ich wünsche jedem ausreichend Zeit,um nach solch einer Op wieder richtig auf die Beine kommen zu können.

    Nach der OP hatte ich Probleme,geradeaus zu gehen,ich torkelte leicht.In der Wohnung stützte ich mich an Möbelstücken ab,im Freien benutzte ich anfangs Gehilfen,um sicherer gehen zu können.
    Die Entnahme des Knochenspans aus dem linken Beckenkamm bereitete mir nach der OP einige Schmerzen.Nicht die OP-Naht an sich,sondern die Umgebung derselbigen.Auch glaubte ich festgestellt zu haben,dass ich seitdem desöfteren Schmerzen im li ISG verspüre. Auf Anfrage,ob da ein Zusammenhang bestehen könnte,erhielt ich vom Arzt keine konkrete Antwort.
    Ich wünsche dir alles Gute.
    LG took
     
    #19 3. Januar 2014
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 3. Januar 2014
  20. heimatliebe

    heimatliebe Registrierter Benutzer

    Registriert seit:
    9. März 2015
    Beiträge:
    8
    Zustimmungen:
    0
    Zustand nach HWS-Versteifung

    Hallo, ich habe gerade eine Versteifungs-OP hinter mir und bin seit dem 31.8. zuhause.
    Meine Beschwerden bestanden darin, dass ich kaum noch Gefühl in den Beinen und Füßen hatte und mein Laufen deshalb immer holperiger und schlechter wurde. In 2015 wurde ich bereits an der HWS operiert, weil sich "rheumatische Veränderungen" gebildet haben, die sie mir in MHH Hannover entfernt haben. Danach ging es meinem linken Arm wieder richtig gut, immerhin. Allerdings wurde mein Laufen trotzdem immer schlechter. Deshalb habe ich mich jetzt in der AVK Bad Oeynhausen opereiren lassen, wo ich im Juni zunächst eine Schmerztherapie versucht hatte und bin soweit auch zufrieden.
    Es wurde "dorsale Fusion C2-C7 mit Dekrompression C2-C7" gemacht! Nun bekomme ich KG und muss mich in Geduld üben, denn bei C5 ist der Ner gereizt und deshalb mein rechter Arm im oberen Teil ohne richtige Kraft. Der Orthpopäde sagt, das braucht Zeit, 3 Monate minimum. :cool:
    Trotz der Einschränkungen derzeit stehe ich zu meiner Entscheidung für die OP! Man hat doch nur dieses eine Leben und ich will eigentlich noch weiterhin möglichst aktiv daran teilnehmen, auch mit fast 69!!

    Herzliche Grüße
    heimatliebe