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Humira, Prednisolon und Hämatombildung

Dieses Thema im Forum "Biologische Therapien (Biologika und niedermolekul" wurde erstellt von Conny72, 30. Juli 2006.

  1. Conny72

    Conny72 Neues Mitglied

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    Hallo ihr Lieben,

    bin ganz neu hier und momentan völlig verzweifelt, da ich offenbar innwendig "undicht" geworden bin. Bin seit 19 Jahren Rheumatiker und habe schon ziemlich üble Lebensabschnitte hinter mir. Werde deshalb mit Humira behandelt, was mir bisher (1/2 Jahr) auch ganz gut bekommen ist. Nebenher habe ich einmal die Woche MTX 10 mg (vergesse ich oft) und im Wechsel 1mg bzw. 2mg Predni am Tag. Will natürlich dieses Zeug, dass ich nunmehr schon wieder 3 Jahre am Hals habe, endlich loswerden. Vor zwei Wochen hat sich bei mir an der Stelle, wo Frauen normalerweise sehr empfindliches Gewebe haben und auch draufsitzen ein tomatengroßes Blutkoagel gebildet, dass operativ entfernt werden musste. Wäre alles ertragbar, wenn nicht mein rechter Oberschenkel mittlerweile auch ein tiefliegendes diffuses Hämatom gebildet hätte und ebenso seit gestern der Handballen meiner linken Hand.
    Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Habe schon das Predni auf 1mg gesetzt und auf Anraten der Ärztin die nächste Spritze ausgelassen. Ich weiß, dass das Predni die Permeabilität der Blutgefäße erhöht. Offenbar sorgt Humira (so denke ich mir) für eine Verstärkung dieses Effektes. Weiß jemand mehr darüber???
    Auf jeden Fall bin ich momentan deswegen ziemlich fertig und weiß nicht, wie es weitergeht. Habe auch keinen Bock auf die nächste Iritis, wenn ich mit den Spritzen nicht weitermachen kann (die letzte dauerte bis zum völligen Wiedereintritt subjektiven Wohlbefindens 7 (!!!) Monate!)

    Bin dankbar für jede Anregung! Will nicht warten, bis sämtliches Blut aus meinen Gefäßen rausgesickert ist. Komme mir zur Zeit vor wie die Uralt-Wasserleitung, die vor unserem Haus dauernd leckt und bricht!

    :(:(:(

    Lieben Gruß an alle Leidensgefährten
    Conny
     
  2. Ulla

    Ulla "hessische Hexe"

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    Hallo Conny,
    wurde deine Gerinnung mal überprüft??

    also ich selber spritze MTX und Enbrel und nehme tgl. 6 mg Urbason,

    egal ob an den Armen oder an den Beinen, ich sehe immer aus als ob ich verprügelt worden wäre,
    selbst wenn man mich nur mal am Oberarm festhält, erkennt man ein paar Tage später die einzelnen Fingerabdrücke.
    Erst letzte Woche sollte ein großes Hämatom am Schienbein abpunktiert werden, habe mich aber gewehrt und es geht auch so zurück, dauert halt.

    Liegt wohl mit an unseren Drogen........

    Bin gespannt was andere dazu schreiben!

    Liebe Grüße

    Ulla
     
  3. susannegru

    susannegru Neues Mitglied

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    Hallo,
    vielleicht liegt es an Deinem Rheuma? Hast Du vielleicht Vaskulitis? Oder irgendetwas Anderes? Ich nehme seit 1995 dauerhaft 5mg Cortison und meist mehr, viele Stoßtherapien. Habe 6 Jahre nur Corti genommen, dann 1 1/2 Jahr zusätzlich MTX und Schmerzmittel 4 Jahre), das wirkte nicht, deshalb seit Nov. 02 zusätzläich Humira. Jetzt geht es mir gut, vertrage es bis auf einzelne Zwischenfälle sehr gut. Ich habe RA. Alles Gute wünscht Dir Susanne
     
  4. Conny72

    Conny72 Neues Mitglied

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    Humira, Hämatome und Predni

    Hallo Ulla und Susanne,

    vielen Dank für Eure netten Beiträge. An der Gerinnung liegt es glaube ich aber nicht. Die wurde zwar letzten Freitag abgenommen, aber beim Gespräch mit dem Spezialisten meinte der, es sei wohl weniger die Gerinnung als eine zu hohe Durchlässigkeit meiner Gefäße - wie ein Sieb mit zu großen Löchern! Offizielles Ergebnis erst nächste Woche. Nur bin ich halt nicht scharf drauf, dauernd irgendwelche Beulen in Tomatengröße an meinen "weichen Teilen" zu haben, die dann operiert werden müssen. Glaube nicht, dass mein AG das allzuoft und allzugerne sieht... Vor allem, wenn man 3 Wochen ausfällt, bis alles heil ist. Hatte in den 19 Jahren meiner "Leidenschaft" bisher jedenfalls nie Probleme mit dem Corti, vor allem nicht solche. Bin im Übrigen jetzt 34. Die Hämatome sitzen allesamt sehr tief (im Mukelgewebe) und sind oberflächlich nur am Buckel zu spüren. Blaue Flecke gibt es nicht. Vor allem heilen sie laaaaangsam... Mal sehen, ob andere noch weitergehende Erfahrungen gemacht haben.

    Bis dahin

    Gruß Conny
     
  5. susannegru

    susannegru Neues Mitglied

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    Hallo Conny,
    Du bist erst 34 und nimmst schon 19 Jahre Cortison? Das ist natürlich heftig. Ich nehme mal an, dass Du auch RA hast, weil Humira ja z.Zt. nur dafür zugelassen ist. Wenn Du schon als 15 Jährige angefangen hast, Corti zu nehmen und dann in höheren Dosen, eventuell auch schon kombiniert mit MTX? kann das natürlich andere Auswirkungen haben, als auf einen "alten" Körper. Ich (61) kann mich nur erinnern, dass meine Durchblutung mit der zusätzlichen Gabe von Humira sehr stark gestiegen ist. Ich bekam einen "Flush" im Gesicht, schreckliche Hitzeanwandlungen, die ich in den beiden vorangehenden Jahren nicht hatte. Aber ich bin in einem Alter, wo man hormonelle Umstellungsschwierigkeiten nicht ausschließen kann. Was auffällig ist, seitdem ich die drei Präparate nehme: ich kriege 3 puterrote Flecken im Gesicht, Wangen und das Kinn, wie bei Lupus. Das muss ich mir immer wegschmincken. Aber ich nahm eben auch die letzten 4 Jahre 10 mg Predniloson. Du nimmst nur 1 bis 2,5. Bringt das denn überhaupt was? Wie ist denn Deine Aktivität? Ich kriege sofort einen Schub, wenn ich die Medikamente senke.
    Ich hoffe, Du bist bei guten Fachärzten, denn das scheint mir alles sehr ungewöhnlich abzulaufen. Alles Gute wünscht Dir Susanne
     
  6. Conny72

    Conny72 Neues Mitglied

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    Hallo Susanne,

    das mit den 19 Jahren Corti ist nicht ganz korrekt, denn ich hatte auch Zeiten ohne. Aber alles in allem komme ich bestimmt auf die Hälfte meiner Erkrankungsdauer mit Corti. Diagnostiziert wurde mal eine juvenile Rheumatoid-Arthritis, da ich es mit 15 bekam. Es gab kaum ein größeres Gelenk meiner Extremitäten, dass nicht schon betroffen war. Anfänglich ging es mir sehr, sehr schlimm. Konnte monatelang kaum laufen und mich überhaupt nicht bewegen. Solche Phasen gab es später öfter. Mache daher seit 1994 relativ regelmäßig Sport und gehe zum orientalischen Tanz (die Seele braucht schließlich auch Nahrung, die ist mindestens genauso wichtig, wenn nicht sogar das Wichtigste überhaupt!!) Auch habe ich fast die ganze Palette mit all den schönen Mittelchen durch, die es da so gibt. Jetzt eben Humira mit dem Zweck, das Corti endlich nach nunmehr wieder 3-jähriger Daueranwendung loszuwerden. Da ich aber nach Rücksprache mit meiner Rheumatologin letzten Donnerstag meine Spritze nicht nehmen durfte und ich wegen der "Auslauferei" das Corti auf 1 mg gesetzt habe, merke ich heute schon wieder, dass es schlechter wird. Aber noch widerwärtiger als alle Schmerzen wäre eine neue Iritis. Wie gesagt, die letzte dauerte 7 Monate, bis ich wieder einfache Bilder gesehen habe. So was muss ich auch immer mit Cortisontropfen behandeln, alles andere hilft nicht mehr.
    Was das MTX angeht, das habe ich jetzt auch wenigstens schon 3 Jahre. Vorher hatte ich schon Gold, Subreum, Azulfidine, lange Zeit Diclofenac, Vioxx, Celebrex und ein paar habe ich bestimmt schon vergessen. Azulfidine verusachte zum Schluss einen Dauerausschlag im Mund in Form von 4-6 dauerhaft vorhandenen Aphten, die nur zurückgingen, sobald ich meine Regel bekam. Danach waren sie wieder da.
    (Manchmal brauchte es schon mehr als Humor, um am eigenen Leben nicht zu verzweifeln und immer wieder Hoffnung und Mut zu fassen.)
    Ich denke aber, an der Durchblutungssteigerung mit Humira ist sicher was wahres dran. Werde kommenden Donnerstag meine Ärztin darauf ansprechen. Eventuell kann ich dann meine Spritze wieder nehmen - es ging mir ja schließlich sonst sehr gut mit ihr.

    Grüße Conny