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HLA-B27 assoziierte periphere Arthritis DD

Dieses Thema im Forum "Entzündliche rheumatische Erkrankungen" wurde erstellt von cockatoo, 22. Mai 2012.

  1. cockatoo

    cockatoo Neues Mitglied

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    Hallo,

    ich kann meine Diagnose nicht einordnen. Hat jemand von Euch Erfahrung mit dieser Diagnose? Ich habe Schmerzen in den Handgelenken aber im Gegensatz zur typischen Symptomatik bei der Rheumatoiden Arthritis auch Fingerendgelenk Schmerzen. Hier noch ein paar Infos:

    - keine Schuppenflechten
    - vor einem Jahr ca. 4 Wochen Rückenschmerzen (Beckenschiefstand)
    - 2009 Beschwerdebeginn Knieschmerzen (Knick-Senk-Spreizfüße)
    - Entzündungzeichen im DIP 1, beginnende degenerative Gelenkveränderung
    - vor ca. einem Jahr Harnwegsinfekt
    - Druckschmerzen auch in den Endgelenken der Füße (Ballen)

    Z.Zt. erfolgt eine Basistherapie 12,5 mg Prednisolon und 2x3 Sulfasalazin. Im Moment habe ich Herzrhytmusstörungen. Der Rheumatologe hat mir Sulfasalazin empfohlen aufgrund des Kinderwunsches. Im Februar startete die Therapie mit 20 mg Kortison (ich wurde schwanger), dann in den Folgewochen Reduktion auf 5 (Fehlgeburt). Auch hier würde ich gerne mehr dazu erfahren? Hat jemand von euch die gleiche Erfahrung?

    Vielen Dank für Eure Hilfe! - Cockatoo
     
  2. muck

    muck Neues Mitglied

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    Hallo Cockatoo,

    ... zu der Schwangerschafts-/ Fehlgeburtsproblematik kann ich dir leider nichts sagen, bei mir fing die rheumatische Erkrankung erst weit nach dem Kinderkriegen an. (Könnte mir allerdings ganz laienhaft vorstellen, dass dein Körper sich im akuten Schub mit einer Fehlgeburt quasi vor weiteren Belastungen schützen will.)

    Zu deiner Diagnose und deinen Beschwerden: HLA-B27 ist ein genetisches Merkmal, welches ein Hinweis auf bestimmte rheumatische Erkrankungen sein kann (nicht muss!) und zwar vor allem auf Morbus Bechterew bzw. "Vorstufen" davon. Ich habe das auch, ebenso mein jüngster Sohn. Die typischen Beschwerden sind oft etwas anders als bei der rheumatoiden Arthrits. Bei HLA-B27 sind öfter zuerst größere Gelenke (bei uns z.B. die Kniee) betroffen. Auch bei mir waren es nur selten die ganz kleinen Finger- und Zehengelenke, sondern u.a. die von dir beschriebenen Stellen.
    Typisch und häufig sind bei dieser Form auch Entzündungen, die nur scheinbar im Gelenk sind, in Wahrheit aber dicht daneben an den Sehnenansätzen wüten (im Ultraschall zu sehen). Bei uns waren die Sehnen an Sprung- und Handgelenken betroffen. Auch Entzündungen am Augen (Iritis = Regenbogenhautentzündung) kommen öfters (auch bei mir) bei dieser Form des Rheumas vor.

    Die Behandlung (Medis) ist ganz ähnlich wie bei der rA (siehe Infos Menü links). Bei uns hat MTX hervorragend gewirkt. Bei dir muss natürlich der Kinderwunsch mit beachtet werden.

    Soweit das, was ich dir dazu sagen kann. Ich wünsche dir alles Gute,
    Jeannette alias muck
     
  3. cockatoo

    cockatoo Neues Mitglied

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    Hallo Muck,

    vielen Dank für Deine Antwort. Bei mir sind es jetzt nur noch die Fingerend- und Mittelgelenke. Alle andere Beschwerden: Handgelenke, Knieschmerzen, Rückenschmerzen sind weg. Wann wurde bei Dir die Diagnose Morbus Bechterew gestellt. War die Bezeichnung bei Dir auch anfangs anders?

    Ich weiß, dass es wie ein Puzzlespiel ist auch oder vor allem für die Mediziner. Nur möchte ich mich gerne informieren und dazu ist die Einordnung, ob es sich eher um rheumatoide Arthritis oder Morbus Bechterew handelt wichtig. Ich habe heute einen Termin bei meinem Rheumatologen und werde noch mal Fragen stellen. Er hat leider immer sehr wenig Zeit.

    Obwohl ich hier Neuling bin, hab ich für alle Beitragslesenden schon einen Tipp. Ich habe mir eine Woche Auszeit genommen, da mein Beruf sehr viel von mir abverlangt und um mich in das Thema einzulesen. Dazu habe ich mir u.a. das Buch: Da hilft nur Leben von Lars Baus bestellt und kann das nur wärmstens empfehlen. Er beschreibt, wie die Krankheit nicht als Feind sondern als Chance auf ein Leben mit tieferem Sinn betrachtet werden kann.

    Ich hoffe, dass mich das Buch sowie evtl. eine psychologische Betreuung auf meinem Weg zu mehr oder neuer Lebensfreude bewegen kann. Denn die ist derzeit im Keller.... und ich bin momentan noch im Stadium: Warum ich?
     
  4. muck

    muck Neues Mitglied

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    Hallo,

    ich möchte kurz auf deine Frage antworten: Also Morbus Bechterew habe(n) ich/wir (noch?) nicht. Denn das sind ja Entzündungen und Veränderungen an der Wirbelsäule. Meine gestrige Formulierung "ich habe das auch" bezog sich auf das genetische Merkmal HLA-B27. Das war vielleicht missverständlich, sorry.
    Das, was ich dir gestern über die typischen Beschwerden schrieb, bezog sich auf die HLA-B27 assoziierte Arthritis - und die eben haben wir auch. Wie schon gesagt, kann dieser genetische Marker darauf hinweisen, dass sich im weiteren Verlauf ein MB entwickelt, das muss aber nicht so sein.

    An der genauen Formulierung der Diagnose würde ich mich an deiner Stelle nicht so sehr aufhängen, das Wichtigste steht ja schon in deiner Überschrift drin. Im Laufe der Jahre und der verschiedenen Ärzte hieß das bei uns immer mal wieder ein bisschen anders und blieb doch immer die gleiche Krankheit. ;)
    Ist auch eigentlich ziemlich egal, wird sowieso alles gleich behandelt - jedenfalls, was die Gelenkentzündungen angeht. Sollte sich ein MB entwickeln, wird die Wirbelsäulensymptomatik dann anders therapiert, Cortison und MTX wirken da wohl weniger. Und - wie schon gestern gesagt - sind bei Vorliegen des HLA-B27 auch oft Sehnenansätze beteiligt (Enthesitis), dazu sagt unser Kinderrheumatologe: Diese Entzündungen sind hartnäckiger und da helfen sogenannte Biologicals oft besser als MTX (bei uns reicht es aber).

    Und noch was zum Schluss:
    Du bist jetzt erschrocken und verzweifelt und hier liest man auch viele schlimme Schicksale, deshalb möchte ich dir ein bisschen Mut machen: Ich konnte mich vor 10 Jahren kaum noch bewegen, konnte mich weder auf's Klo setzen, noch meine Zähne alleine putzen oder ohne die helfenden Hände meines Mannes laufen - so viele Entzündungen wüteten in meinem Körper. Dank guter und konsequenter Behandlung geht es mir jetzt schon viele Jahre richtig gut und außer unbedeutener "Zipperlein" habe ich keine Beschwerden. Brauche jetzt momentan auch schon länger keine Medikamente mehr zu nehmen. Mein Sohn braucht noch MTX, ist darunter aber auch symptomfrei. Also: Kopf hoch, die Chancen stehen gar nicht soooo schlecht!

    Ganz liebe Grüße,
    Jeannette
     
  5. Esthermou

    Esthermou Neues Mitglied

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    Periphere Spondylarthritis HLA-B27 assoziiert. Basistherapie Sufasalazin

    Hallo Cockatoo,
    bei mir wurde vor 2 Jahren die gleiche Diagnose gestellt, es begann mit dicken Kniegelenken und Bakerzysten. Ich habe viel probiert, erst naturheilkundlich, dann eine Radiosynoviorthese (half ganz gut, aber nur 1/2 Jahr. Konnte nicht wh werden, da Bakerzyste platzte und Gefahr, dass radioaktives Material woanders hinwandert, dann groß ist). Schließlich ließ ich mich in Sendenhorst als auch von einem Rheumatologen zur Behandlung mit Sulfasalazin überzeugen. Nach jetzt genau 1 Jahr der Behandlung wurden zunehmend meine Blutwerte schlecht (Thrombozyten, HB, Lymphozyten), sackten immer mehr ab. Dann entdeckte der Arzt eine vergrößerte Milz und ich musste Sufasalazin sofort absetzen. Nun verbachte ich 10 Tage zwecks Diagnostik im Krankenhaus wegen "hochgradigem" Verdacht auf Lymphomerkrankung= Krebs. Das ist wahrscheinlich eine Folge von Sufasalazin. Wenn ich hier lebend heraus komme aus der Nummer, werde ich Sulfaslazin nie mehr anrühren! Allerdings sah es 1 Jahr so aus, als würde es mir helfen. Leider bleibt es dabei: alle Medizin hat Wirkung (wenn man Glück hat) und Nebenwirkung (schlimme, wenn man Pech hat). Egal wie Du Dich entscheidest, es bleibt IMMER ein Abwägen. In schmerzvollen Situationen bleibt oft wenig Spielraum. Leider. Jetzt versuche ich wieder mit derzeit hochdosiertem WOB-Enzym + Omega 3 (Dr.Wolz). Aktuell geht es mir Rheuma-bezogen ganz gut, obwohl ich es seit 4 Wochen nicht mehr nehme. Schlimmer wird das, was nun kommt. Bin fast bei der Diagnostik schon drauf gegangen, da es zu inneren Blutungen nach der Biopsie der Leber kam. Intensivstation, Blutkonserven, Thrombozyten folgten. Dir drücke ich die Daumen! Und es stimmt: oft tummeln sich die im Netz, denen es nicht gut geht. Als es mir gut ging in den Monaten zuvor, hatte ich gar keine Zeit mehr, hier rein zu schauen. Jetzt sieht es wieder anders aus...Mein Motto: nie aufgeben, weiter suchen. Es tun sich immer wieder mal neue Wege auf, die Hoffnung geben.
    Noch was zu Deiner Diagnostik: periphere Sp liegt gleich neben der "undifferenzierten" usw...Es gibt 6 oder 7 verschiedene Untertypen, alle können, müssen aber nicht, zum Bechterev führen.


     
    #5 3. Januar 2016
    Zuletzt bearbeitet: 3. Januar 2016